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Innenzug im Oberrohr fest gerostet

Hallo,

Danke für die vielfältigen Meldungen. :)

Das Rad steht jetzt bei einer Oldtimer-Rentner Werkstatt zur Rettung der Situation. Alles ehemalige Spezialisten Ihres Faches. Es bleibt zu hoffen, daß es die Burschen hin bekommen. Deshalb vorerst keine Detail-Bilder. Klar, auf dem Smart-Trainer wird nicht gebremst. Und Schaltvorgänge unternehme ich auch nicht. Es wird stur getreten , fast bis zum Umfallen. Ich habe es schlicht weg nicht bemerkt, daß die Züge innen im Rahmen gerostet sind. Das Rad wollte ich jetzt fit machen für "Eisdielen-Touren" etc. . In der Tat gab es seinerzeit unterschiedliche Baureihen des Corsa Extra. Teilweise mit Außenzugführung, oder auch seitlicher Innenzugführung. Der nackte Seilzug passt eben gerade so durchs Röhrchen. Bei meinem Rahmen ist die innen liegende Führung mit passenden Anschlaghülsen aus Alu montiert. Somit, dachte ich, wäre die Abdichtung ausreichend. Zusätzlich wurden damals die Züge leicht gefettet. Und dann jetzt dieser Mist!! :( Ich bin verzweifelt.
Meine Hoffnung ist das Finden eines Leidensgefährten, der den Zug mit welchen Mitteln auch immer wieder, aus dem Röhrchen heraus gebracht hat. Jetzt hoffe ich natürlich auf die Erfahrung der Oldie-Spezialisten und bin Euch für jede Hilfestellung dankbar. Bei Gelegenheit sende ich Detail-Bilder des Renners. In stiller Hoffnung Veloluggi
 
Ich wäre da nicht so pessimistisch wenn der blanke Zug durch das Röhrchen geführt wird. Natürlich kann er unter Schweißeinfluß wunderbar mit dem Röhrchen zusammenrosten, aber ein Bremszug ist ja kein Bindfaden, der verträgt schon etwas an Belastung. Selbst wenn er reißen sollte, bitte nur einmal, hat man gute Chancen den Rest herauszubringen. Ich halte da Rost für das "sauberere" Problem im Vergleich zu festgeschmoddertem Plastik. Da sehe ich eher die Gefahr daß man auf jeder Seite ein gutes Stück heraus bekommt und in der Mitte bleibt ein fieser kleiner Rest ....
 
Ja, mit Kraft haben wir es schon versucht und ein Ende des Zuges abgerissen. Könnte mir auch vorstellen, daß durch den Schweiß das Röhrchen voller Salz ist. Das ist zwischenzeitlich verklumpt und hart wie Beton. Ein Hausmittel wäre wahrscheinlich eine Essig-Essenz. Habt Ihr eine Idee mit welchen Substanzen man Salzklumpen lösen kann ? Grüssle Veloluggi
 
Naja: Als das Salz noch Schweiß war, war sein Lösemittel einfaches Wasser. Das geht mit Salz beliebig oft, fördert dabei aber natürlich den Rost.
Ich überlege aber gerade, wo es überhaupt noch rostende Innenzüge gibt - und wer um Gottes Willen beim Rahmenbau obendrein rostende Führungsröhrchen eingelötet hat.
 
Wenn der Zug, respektiv eigentlich die Hülle herausen ist, erstmal das eingelötete Röhrchen mit allem was irgendwie dreckauflösend ist durchspülen (am besten wäre ein meterlanger Pfeifenreiniger) dann noch etwas Korrosionshemmendes rein (ggf. Ballistol - ist auch gut zu Kunststoff) und dann eine möglichst dünne(re) und stabile neue Außenhülle einfädeln.
Mit solchen Pfeifenreinigern wäre ich extrem vorsichtig. Im Gegensatz zum Bremszug sind die nämlich aus dünnstem Draht. Habe grade so ein Teil für immer in besagtem Rohr versenkt...
Ich würde, wenn sich die Salzthese bestätigen sollte, den Rahmen senkrecht stellen und mit Wasser arbeiten. Speichen eignen sich ganz gut als Stocherhilfe.
 
Servus Hugo,

vielen Dank für die Info. Der Rahmen hängt nun seit Tagen mit dem Kopf nach unten und wird täglich mehrfach von meinen Senioren mit Rost-Lösungsmittel behandelt. Wir warten noch auf einen Besuch eines ehem. Fichtel&Sachs Renntechniker. Hoffe sehr, der hat auch noch zündende Ideen. Bleibt gesund und fahrt Rad! :) Veloluggi
 
Servus Hugo,

vielen Dank für die Info. Der Rahmen hängt nun seit Tagen mit dem Kopf nach unten und wird täglich mehrfach von meinen Senioren mit Rost-Lösungsmittel behandelt. Wir warten noch auf einen Besuch eines ehem. Fichtel&Sachs Renntechniker. Hoffe sehr, der hat auch noch zündende Ideen. Bleibt gesund und fahrt Rad! :) Veloluggi
Ich hatte bis gestern ein ähnliches Problem.
Der Schaltzug war im Bereich des Innenlagers festgerostet. Zuerst habe ich das Röhrchen mit einer Spritze mit Öl/Rostlöser eingetropft. Dann habe ich vorsichtig mit einem Schweißdraht, Öl und Akkuschrauber entlang des Schaltzuges „gebohrt“. Zwischenduch habe ich immer am Schaltzug gezogen und irgendwann löste er sich.
Viel Erfolg.
 
Hallo @Veloluggi! Wollte nur mal hören, ob Ihr das Röhrchen mittlerweile wieder frei bekommen habt. Stehe hier möglicherweise vor einem ganz ähnlichen Problem...
 
Leider immer noch fest. Im Moment habe ich auch ehrlicherweise ein wenig die Lust verloren. Viele Grüße Veloluggi
 
Wenn da wirklich garnichts mehr zu machen ist, muss das Röhrchen raus und ein neues eingelötet werden, anschließend braucht das Oberrohr neuen Lack.
Dabei hat man meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten beim Material: Edelstahl und Messing. Ein gut gesalzener, gewissenhaft feuchtgehaltener, verzinkter Billigzug kann im Edelstahlröhrchen trotzdem noch festrosten und im Messingröhrchen weit genug aufquellen, um auch dort bombenfest zu sitzen, aber zumindest etwas mehr Sicherheit bekommt man damit. Edelstahl ist steifer, Messing ist billiger.
Die Röhrchen haben bei mir immer deutlich mehr Innendurchmesser, als der Zug dick ist, also z.B. 2,4 mm für 1,2 mm Schaltzüge. Wenn es wirklich elegant und problemlos werden soll, wählt man sie dick genug für einen "Liner", mit dem sich Zug und Röhrchen nie wieder direkt berühren. Kompliziert gebogene Schaltzugführungen laufen damit auch viel besser.

Die eigentliche Operation macht vermutlich weniger Arbeit, als die anschließende Lackierung, je nach Farbe und Muster. Fürchten muss man sich vor beidem nicht.
 
Das ist interessant. Was würde ein Rahmenbauer wohl nehmen für Röhrchen raus, Röhrchen rein? Bzw, wie viele Stunden Arbeit muss man für den Profi einplanen?
 
Das hängt sehr stark davon ab, ob die Lackierung mitgerechnet werden soll, und was der Profi eben vorfindet.
Bei viel Rost rund um die Zuganschläge würde ich z.B. kleine Verstärkungsbleche zurechtfeilen und über die Löcher setzen, wenn das alte Röhrchen raus ist. Drei Stunden für ausbauen, saubermachen, neu einlöten und "verputzen" sind auf jeden fall gut geschätzt; wenn es keine Probleme mit Roststellen gibt und das alte Röhrchen nicht mit Messinglot eingesetzt wurde, kann das aber auch schneller gehen.
Lackieren ist anschließend ein ganz anderes, eigenes Thema und dauert manchmal länger, als die eigentliche Operation.
 
@Veloluggi, ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass sich der Zug da nicht rauskriegen lassen soll.
Bist Du sicher, dass in dem Röhrchen nur der Zug steckt und nicht noch Reste einer alten Zughülle oder eines alten Liners? Irgendwo hier im Forum gab es mal einen Thread, wo jemand auch ewig rumprobieren musste und dann mittels eines angespitzten Kupferdrahts dann noch Plastikreste aus dem Röhren rausgeprokelt hat und dann ging es.
Und welchen Rostlöser benutzt Du denn? Da gibt es ja doch Unterschiede in der Power.
Und welches Modell von Merckx ist es?
Und mach doch wirklich mal Fotos von der Stelle, vielleicht kann Dir jemand von den hier versammelten Superexpert*innen Dir doch noch den einen entscheidenden Tipp geben, wenn man mal ein Bild gesehen hat.
 
Ich hatte das gleiche Problem mit festsitzendem Bremszug im Oberrohr,allerdings komplett mit Außenhülle, das dann nach der Gewitterfahrt bei der In Velo Veritas 2019 richtig akut wurde. Hab dann 1 Jahr lang immer wieder mal probiert, den raus zu kriegen, hab mit allem möglichen geflutet und geschmiert, Caramba, WD 40, Innotech 105, hat nichts genutzt. Vor einigen Tagen dann hab ich die Geduld verloren, dachte ist eh wurscht und hab den Rahmen mit dem Oberrohr nach unten in die Wanne gestellt, Wasser eingefüllt, reichlich fettlösendes Geschirrspülmittel reingeschüttet und über Nacht drin stehen lassen. Am nächsten Tag dann in den Montageständer gespannt, ein große Kombizange genommen und abwechselnd von beiden Seiten gezogen, so lange, bis sich die innere Stahlspirale lang gezogen hat. Die ließ sich dann rausziehen, aber bevor die ganz draußen war, hab ich auf der Gegenseite einen Knoten reingemacht, nochmal gezogen und, schwupps, kam die gesamte Zughülle raus. Geschafft! Ob es jetzt am Spülmittel lag oder an der rausgezogenen Spirale, lässt sich aber leider nicht sagen.
Jetzt hab ich aber ein neues Problem: wie konserviert man jetzt das rostige Röhrchen?
 
Wenn die Wanne nicht Deine wunderbar gepfegte Badewanne ist, besorg Dir einfach einen Kanister Phosphorsäure und schütte einiges davon ins Wasser (nicht umgekehrt!). Dann stell den Rahmen nochmal einen Tag lang rein, und zumindest der Rost sollte verschwunden sein. Blanker Stahl hat dann eine dunkelgraue Schicht auf der Oberfläche, die Du zum größten Teil einfach wieder abwischen kannst, an der aber z.B. Öl ganz prima haftet. Ein echter Rostschutz ist das zwar nicht, aber zumindest ist eben kein alter Rost mehr da und der Stahl gewissermaßen "neuwertig".
Wie sich verdünnte Phosphorsäure zu Lack und Aufklebern verhält, weil ich nicht, weil ich immer nur blanke Teile darin bade. Als Faustregel würde ich aber sagen: Was von Cola nicht matt wird, dem schadet der Grundstoff auch nicht. Kann/darf man ja auch mit den Händen reinlangen, über die Kanalisation entsorgen usw.
 
Der Anteil an Phosphorsäure in Cola dürfte im Promille Bereich liegen
Für mich, dran glauben U hoffen das Cola hilft
 
Wenn die Wanne nicht Deine wunderbar gepfegte Badewanne ist, besorg Dir einfach einen Kanister Phosphorsäure und schütte einiges davon ins Wasser (nicht umgekehrt!). Dann stell den Rahmen nochmal einen Tag lang rein, und zumindest der Rost sollte verschwunden sein. Blanker Stahl hat dann eine dunkelgraue Schicht auf der Oberfläche, die Du zum größten Teil einfach wieder abwischen kannst, an der aber z.B. Öl ganz prima haftet. Ein echter Rostschutz ist das zwar nicht, aber zumindest ist eben kein alter Rost mehr da und der Stahl gewissermaßen "neuwertig".
Wie sich verdünnte Phosphorsäure zu Lack und Aufklebern verhält, weil ich nicht, weil ich immer nur blanke Teile darin bade. Als Faustregel würde ich aber sagen: Was von Cola nicht matt wird, dem schadet der Grundstoff auch nicht. Kann/darf man ja auch mit den Händen reinlangen, über die Kanalisation entsorgen usw.

Danke, auch wenn für mich alten Sack Phosphor und Säure erstmal gefährlich und giftig klingt (hab mir das bei Cola schon immer gedacht o_O) , werd ich das mal probieren, wenn auch nicht in meiner Badewanne.
 
Die gute Hausbadewanne könnte davon matt werden. Mein Arbeitgeber hatte mal einen Sanitärreiniger mit Phosphorsäure im Programm, der das auch gut hinbekommen hat - also mit der matten Keramik...
 
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