Hallo Forum, hallo Railon,
Hier kommt dann doch etwas mehr Text, aber vielleicht auch "zeitgeschichtlich" nicht ganz uninteressant ;-)
Auch ich habe letztes Jahr, nach sage und schreibe 15 Jahren Rennradabstinenz wieder mit dem Radeln angefangen. Ein kleines Formtief, ein paar Kilos zuviel und viel Stress, sowie diverse erfolglose Jogg- und Skateversuche, brachten mich als begeisterten Autofahrer und Fussgänger vor ca 1 Jahr wieder aufs "sportliche" Radfahren.
Anfangs habe ich mein altes "Puch" (Reynolds 531!!!) mit Suntour Gruppe von ca 1979 wieder halbwegs flottgemacht. Meine Mutter hatte es um 1983 von einem ziemlich aktiven Arbeitskollegen für 350 Mark gekauft und mir geschenkt (er selbst hatte sich das seinerzeit super edle
Gios Super-Record geholt). Damals dachten meine Eltern noch, ich würde mal "einsachtzig", aber Fehlanzeige ;-)
Daher war das Reynolds Teil mir nach wie vor zu Gross!
(Was mich aber seinerzeit, so mit 13-15, nicht davon abgehalten hatte mit dem Gerät Sontagsmorgens mal eben 200 km durchs Bergische Land (RTF's etc) zu fahren oder in den Ferien bei der Verwandschaft an der Loire mal 3-4 Wochen nichts anderes zu machen als radfahren! Am besten waren immer die Bochumer Stadtmeisterschaften, wo sich Flottweg, Sturmvogel, Pfeil, Muntertrittrunter und wie sie alle hiessen, wilde Gefechte auf der Runde um den Hauptfriedhof lieferten

arty: ).
Damals träumte man von einem schwarz-roten
Raleigh Team aus 753er Rohr, Super Record oder der frühen Dura-Ace. Oder von einem weinroten Colnago (am besten der Rahmen mit den "eckigen" Rohren!!!), einem blauen Gios mit Campa Super Record. Oder natürlich, hier in Bochum, von einem Krautscheid Rad mit C-Record im Aero Look (damals der absolute Hammer sag ich euch!!!!!)! Aber leisten konnte man sich sowas als Schüler einfach gar nicht :-(
Jedenfalls waren Rahmen von Columbus und Teile von Campa damals eindeutig immer die erste Wahl, wobei es natürlich noch andere tolle und günstigere Sachen gab, wie Modolo, Suntour oder die frühe Shimano 600ex ("höhö... guckt mal die Japsen bauen jetzt auch italienische Fahradteile nach!!!").
Laufräder bestanden immer aus Naben, Felgen und Speichen, Rahmen waren aus Stahl, mutige experimentierten mit Alu. Das teuerste "handelsübliche" Rennrad, was man so kaufen konnte lag glaube ich so bei ca 6000DM. Mein erstes perlmuttweisses Peugeot 103 Rennrad (mit Weinmann Bremsen, Rigida-Felgen und Huret-Schaltung) hatte 1982 immerhin fast 600 Mark gekostet (davon gab es damals eine total spacige Aero-Variante für um die 900). War für den Preis ein robustes und leichtes Rad mit dem ich so um die 20000 km gefahren bin. Der Rahmen war nicht gemufft, und als einer der ersten geschweisst, was ihn etwas "steifer", leichter und natürlich billiger machte. Die Lackierung war auch nicht der Hit. Der Rahmen ist aber immer noch in Ordnung und hängt im Keller!
Jedenfalls habe ich mich damal schon sehr für das ganze Interessiert und immer fleissig prospekte studiert. So um 1990 muss ich da den Faden verloren haben.
Mitte letzten Jahres bot mir dann ein Kollege sein 3 Jahre altes
Krabo Thron an, das auch nahezu perfekt passte. Die Austattung wie es sich gehört komplett ordentliches Campa. Er hatte es selbst Gelb lackiert, da ihm als Guerilla Autolackierer der Krabo-Lack zu billig war, räusper ;-)
Nun er brauchte dringendst Geld und ich hatte ein neues Rad. Beim Meister kostete das so (kann man ja nachrechnen) um die 2200 Euren. Ich habe deutlich im unteren Bereich der zweituntersten Preiskategorie der Umfrage gelegen...
Dann wollte meine Frau auch ein Rad und ich schaute mal bei den Auktionen vorbei. Das rote
Battaglin Brain hat alles in allem rund 600 Euro gekostet. Fast alle Teile sind neu oder zumindest alt und unbenutzt gewesen. Mein basteltrieb ist aucbh wiedererweckt und ich habe alles selber montiert, sogar die Laufräder. Jetzt ist es ein Rad nachdem sich viele umschauen. Beide Räder könnt ihr euch unter dem Link in meiner Signatur anschauen.
Jetzt will mein Dad auf seine etwas älteren Tage auch noch sowas haben. Geplant ist ein leichtes Stahlrennrad mit "geradem" Lenker. Den Rahmen habe ich gestern klargemacht. Langdale (nicht so bekannt aber in England wohl etwas sehr begehrtes und mal richtig teuer gewesen!) Reynolds 753 Rahmen für lächerliche 85 Ocken in passender Grösse und Wunschfarbe blau. Bin mal gespannt wie der so erhalten ist...
Laufräder Campa Omega mit Chorusnaben gabs für 75 Eulen (Hinternabe ist leider achtfach, daher muss nochne 9/10fach her und wieder eingespeicht werden

Den Rest bekommen wir auch noch zusammen. Budget liegt bei 500. Das einzige was da rausreissen könnte sind die neuen Ergos für Flatbar, die es noch nirgendwo günstig im Netz gibt. Die werden wir dann wohl doch Neu bei den Krautscheids holen. Mirage dürfte ja noch knapp ins Budget passen, und sind wohl auch die einzigen, die preisbwusstes 9fach erlauben. Sehen auf Bildern übrigens echt klasse aus. Bin gespannt wie sich das fährt!?
Schade ist aber, dass es die neue CT-Kurbel nur in teuer Carbon und nicht in günstig Alu gibt. Schmoll.
Heute habe ich 2 von den berühmten saugünstigen Cinelli Nautilus Foco Rahmen aus dem Netz gekauft. Als es mal meine Rahmengrösse gab, habe ich nicht wiedrerstehen können. Einen davon schenk ich dem Kollegen, der sich von dem Krabo trennen musste, dafür lackiert er mir meinen
jaja... ein schönes Hobby und wie man sieht auch im hochwertigeren Segment nicht unbedingt extrem teuer! Wenns die Tage mal wider aufhört mit dem Schneeregen Ätzwetter, könnte man dann ja auch mal wieder fahren ;-)