Das ist gar nicht so einfach...
... denn über die Jahre, die ein Rennrad so miterlebt, "fließt" dann doch einiges im Preisgefüge hin und her.
Mein erstes, echtes Rennrad habe ich tatsächlich komplett neu gekauft, in '87:
Für 1100,- Mark (!) gab es Oria ML25-Rahmen, 105 NEW, MA 40 Felgen, 3t Lenker und Vorbau, Concor-Sattel.
Nachdem ich den ersten und auch zweiten dieser Rahmen in unverschuldeten Unfällen geschrottet hatte, folgte ein Gios Professional - ohne originale Gabel und in Weiß (würg), daher ein Ladenhüter, und für 500,- Mark mit anderer Gabel zu haben. Es gibt ihn noch, und er wird demnächst tatsächlich mal blau...
Es folgte viele Jahre später ein ordentlich gemachter Cromor-Rahmen, Auslaufmodell für 80,- Euro, mit einer Kinesis-Gabel für 55,- Euro.
Zwischenzeitlich wurden diverse Lenker, Vorbauten, Sättel und Sattelstützen ausprobiert, und ein Dura Ace 8-fach Ensemble samt STI und Reserve-Schaltwerk für 150,- Euro bei ebay eingekauft.
Weil ich die Dinger einfach schön finde, folgten noch diverse Suntour-Kurbeln und Schaltwerke, aus der elektronischen Bucht oder dem Bekanntenkreis, für jeweils ca. 10,- bis 60,- Euro.
Einen Satz ordentliche Laufräder habe ich einem guten Freund für 50,- Euro abgekauft; viele andere Sätze mit z.T. einigen Extravaganzen selbst gebaut, aber meistens im Freundeskreis verkauft. Geblieben sind mir zwei Sätze: XTR/Sapim Laser/Mavic Reflex, und Ultegra/DT Revolution/Competition/Mavic MA2. Die Felgen kamen jeweils aus Restbeständen; beide MA2 zusammen 20,- Euro, beide Reflex zusammen 40,- Euro. Die Sapim-Speichen gab es günstig über dieses Forum von einem seeehr lieben Menschen; was die Nabensätze (ganz normal im Laden) gekostet haben, weiß ich jetzt nicht mehr genau.
Das alles soll jetzt heißen:
Wenn man Fahrräder aus Resten und Gebrauchtteilen aufbaut, kommt man für wenige hundert Euro zu durchaus noch konkurrenzfähigem und schönen Material.
Beispiel - das Rennrad einer guten Freundin.
Van Tuyl Stahlrahmen ("holländisch Colnago" - voll schön!) mit neuerer Ahead-Gabel, Ultegra 6500 STI, uralte XT 3-fach-Kurbel (hier und da mit Feile und Politur ran - sieht jetzt spitze aus!), Edco-Innenlager, Syntace-Vorbau, SLR mit Ahornmuster, 105 Naben, Revo-Speichen, Reflex-Felgen, ... neu gekauft nur Reifen, Speichen, Tiagra-Umwerfer und -Schaltwerk.
Angepeilt waren dafür ca. 320,- Euro; gekostet hat's dann nur 240,-.
Und dafür ein schillernd perloranges 3x9-Rennrad, nach dem sich wirklich jeder umdreht - ist doch toll, oder?
Auf diese Art sind u.a. entstanden:
Ein Reise-Rennrad mit festem Licht und Trägern, Campa Mirage mit Suntour XC Pro und Shimano LX gemischt, für ca. 550,- Euro, der Renner meines Vaters mit Superbe Pro/105/Dura Ace 7700-Mix für ca. 600,- Euro, das elegante Tourenrad meines Onkels (komplett Suntour) für 80,- Euro (!) und viel Dreck und Arbeit, der Touren-Renner meines Bruders für ca. 300,- Euro, ein moderner Alurenner mit Veloce und Open Pro für 700,- Euro, ein Damen-Reiserad mit LX 3x9 für 600,- Euro, ...
Ich bastel einfach gern.
Mit Autos mache ich das übrigens so ähnlich
