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Depressionen beim LR-Bau

  • Ersteller Ersteller Dedacciai
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D

Dedacciai

Habe heute angefangen meinen "neuen" LRS einzuspeichen. Leider machen sich schon beim HR Depressionen breit und ich verstehe nicht wo der Fehler liegt.

Ich habe links radial eingespeicht und rechts 2-fach gekreuzt. So weit alles gut.

Dann habe ich alle Nippel so weit auf die Speichen gedreht, dass noch eine Gewindesteigung zu sehen war. Auch noch ok.

Dann habe ich beim Ventilloch angefangen und immer einen Nippel nach dem anderen eine halbe Umdrehung weiter auf die Speiche gedreht. Immer weiter.
Nach etwa 3 Runden zogen die ersten Speichen richtig an, während andere, auf der gleichen Seite, völlig locker waren. :mad:
Wie kann das sein?

Habe erstmal einfach weitergemacht, bis alle Speichen angezogen haben. Das elende Resultat ist, dass ich extrem unterschiedliche Speichenspannungen habe.
Extreme Höhenschläge oder Seitenschläge habe ich aber keine....

Ich verstehe den ganzen Mist nicht.
 
Welches Material, mach ggf. mal ein Photo und markiere die Speichen mit extrem hoher und extrem niedriger Speichenspannung.

Ansonsten spielen wir hier alle Orakel Extreme.
 
FSA Nabe, 24 Loch
rechts DT-Comp Speichen 2-fach gekreuzt mit Nippelunterlegscheiben
links CN MAC 424 Messerspeichen radial ohne Nippelunterlegscheiben
14mm Alu-Nippel
Kinlin XR-300 Felge

Bilder dauert etwas...
 
War die Felge exakt rund? Vor dem Einspeichen die Felge auf den Boden legen und gucken ob sie rund ist.

Sind die Cn Speichen alle gleich lang? Ich habe öfter von Qualitätsproblemen diesbezüglich gelesen.

Wie schwer bist du?

In meiner Gewichtsklasse von gut 85 kg würde damit nämlich kein Laufrad entstehen mit dem ich zufrieden wäre.
 
Ich wiege zur Zeit ca. 76kg. Im Sommer gehts dann runter auf 70kg. Ist nicht mein erster LRS. Mehr ein Ersatz-LRS, weil ich die Naben noch hatte.

Hauptsächlich liegt das Problem auf der linken Seite des Rades. Auf der rechten Seite haben die Speichen einigermaßen gleiche Spannung. Kann es aber auch nur nach Gehör machen, da ich kein Tensiometer habe.

Nachdem ich nochmal abgedrückt und die Seitenschläge rausgemacht habe, klingen die Speichen auf der rechten Seite auch annehmbar ähnlich. Ich denke ich belasse es dabei. Vielleicht liegt es wirklich an der Qualität der Speichen....

:oops:
 
Ich hätte links auch 2 fach gekreuzt.
Die Speichenspannung wird dann dort höher und die Speichen halten länger.
Die Kraftübertragung ist dann auch minimal besser.

Für mich hätte ich rechts noch 2 mm (2,3 mm Bogen) Speichen (Sapim Strong) verwandt.


Ansonsten zu Speichenspannung links.

Die Unterschiede links bei den schwächer gespannten Speichen fühlen sich extremer an als bei höheren Spannungen.
Zudem reichen am Hinterrad, wo die linken Speichen fast 3fache Zentrierwirkung in Bezug auf Seitenschläge haben, geringste Unregelmäßigkeiten um unterschiedlich gespannte Speichen zu haben.

Aber noch mal zu gefühlen Speichenspannung oder gemessenen Durchbiegen der Speichen unter einer bestimmten Kraft (wie ein Tensio es macht):

bei niedrigen Spannungen: 9 gemessen mit Parktool Tensio (1,5 mm Speichen) entspricht ca. 510 N, 13 entspricht 690 N Differenz 4 bzw. 180 N

hohen Spannungen: 19 1170 N - 23 1750 N Diff. 4 bzw. 580 N

Verstanden?

Ich vermute du bist irgendwo bei 400 - 600 N also da wo die gefühlten Spannungsunterschiede wohl am größten sind die realen Spannungen der Speichen am aber am geringsten.

Durch die links radiale Speichung erreichst du auch nicht sonderlich hohe Spannungen links. Hättest du gekreuzt, wären die Spannungen links glaube gut 50 N höher.

Kannst das ja mal im Spokomat von Xrated durchspielen.

http://radtechnik.dyndns.org/spokomat.html
 
Danke für die Erklärung N80. Hilft mir etwas weiter. Zumindest beim Verstehen.

Nein, die Nabe hat keine paarweise Speichenlöcher. Habe quasi so eingespeicht, wie die original FSA Räder auch eingespeicht waren.
 
Durch die links radiale Speichung erreichst du auch nicht sonderlich hohe Spannungen links. Hättest du gekreuzt, wären die Spannungen links glaube gut 50 N höher.

Die Differenz zwischen den Speichenspannungen der linken und rechten Seite resultiert aus dem Verhältnis der Flanschabstände zu der Felgenmittenebene. Dieses Verhältnis ändert sich geringfügig durch das gewählte Einspeichmuster. Während bei radialer Einspeichung die Speichen bei Kopfinnenmontage einen flacheren Winkel haben als Speichen mit Kopfaussenmontage liegt der wirksame Speichenwinkel bei gekreuzten Speichen dazwischen. Die Kraftlinie der Speiche zielt sozusagen genau auf die Flanschmitte anstatt auf die Innen- oder Aussenseite des Flansches. Das heisst, bei gegebener Speichenspannung der rechten Radseite hat links Radial mit Kopf innen die niedrigere Spannung und radial mit Kopf aussen (meist gesehene Methode) die höhere Spannung. Die Spannung gekreuzter Muster muss dazwischen liegen. Die Winkelabweichung gekreuzter Speichen aus der radialen Richtung dürfte in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen.
 
Welche waren es? (aus Interesse)

Es waren die FSA RD-200. Werden nicht mehr hergestellt. Wurden durch die RD-220 abgelöst.

Mir ist gerade beim Einspeichen des Vorderrades aufgefallen, dass mir 2 Speichen fehlen... Kann eigentlich gar nict sein, habe die gestern abgezählt und seperat aufbewahrt. hoffentlich ist da nichts durcheinander gekommen. Kann aber eigentlich gar nicht sein... :eek:
 
Die Differenz zwischen den Speichenspannungen der linken und rechten Seite resultiert aus dem Verhältnis der Flanschabstände zu der Felgenmittenebene. Dieses Verhältnis ändert sich geringfügig durch das gewählte Einspeichmuster. Während bei radialer Einspeichung die Speichen bei Kopfinnenmontage einen flacheren Winkel haben als Speichen mit Kopfaussenmontage liegt der wirksame Speichenwinkel bei gekreuzten Speichen dazwischen. Die Kraftlinie der Speiche zielt sozusagen genau auf die Flanschmitte anstatt auf die Innen- oder Aussenseite des Flansches. Das heisst, bei gegebener Speichenspannung der rechten Radseite hat links Radial mit Kopf innen die niedrigere Spannung und radial mit Kopf aussen (meist gesehene Methode) die höhere Spannung. Die Spannung gekreuzter Muster muss dazwischen liegen. Die Winkelabweichung gekreuzter Speichen aus der radialen Richtung dürfte in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen.

Bemühe mal den Speichenrechner und messe selber unterschiedliche Einspeichmuster durch. ;)

Letzteres habe ich getan. Z.b. bei 2 LR, die ich aus einer Laune heraus links 2x und rechts 3X eingespeicht habe.
Das äußert sich auch in einer geringeren Seitensteifheit. (Ein Crosser mit eng stehenden Mini Vs zeigt einem das deutlich durch schleifen an. Und dabei war die Vorgängerfelge eine CXP 33 (beidseitig 3X) nicht sonderlich seitensteif. Es wurde die selbe Nabe FH-7700 verwendet. Jetzt Xtreme R-490 bzw. am anderen Laufrad eine CXP 22 (FH-5600 Nabe).)
 
Wenn Du den Speichenrechner bemühst und per Kreuz angibst, wo die Köpfe liegen, kommst Du genau auf das, was andreas s geschrieben hat.
 
Habe es mal mit deiner Felge und einer Dura Ace Nabe und statt links CN mit Sapim CX-Ray (vergleichbar) rechnen lassen.

Bei 1100 N rechts: links radial (Kopf innen) 580 N
links 2X 632 N
 
Wenn der Kopf außen liegt, ist die Vorspannung links radial höher als links gekreuzt. Das macht dann auch Sinn um den Speichenspannungsanteil links deutlicher zu erhöhen.
 
Wenn Du den Speichenrechner bemühst und per Kreuz angibst, wo die Köpfe liegen, kommst Du genau auf das, was andreas s geschrieben hat.

Wenn du die Köpfe nach außen setzt und damit die Bögen nach innen ja. Vor allem leidet in dem Fall die Seitensteifheit, es kommt einer Versetzung des Flansches nach innen gleich.

Verliefen sie auf der selben Linie wie die 2 fach gekreuzten hättest du den Unterschied (wenn auch nicht ganz so stark wie bei Kopf innen).

In meinem Fall mit dem 36 Speichen Laufrad sind es: links 3x 631 N 2x 617 N 1X 607 N
 
Ich hatte bei meiner Betrachtung den tangentialen Vorspannungsanteil der gekreuzten Speichen nicht berücksichtigt, damit ist klar, dass gekreuzte Speichen gegenüber radialen eine höhere Spannung haben müssen. Meine Überlegungen zu Kopfinnen- und Kopfaussenspeichen bestätigt die Rechenmaschine ja.
 
@N80 Weiß jetzt nicht genau, was Du mir damit sagen willst:

Dedacciai muß bie dieser Speichmethode kein sonderliches seitenschwaches Rad fürchten. Die gewählte Felge ist seitensteif genug, und er selbst ist gerade leicht genug um die Felge nicht gegen die Bremsbacken zu bewegen.

Wenn es um Seitensteifigkeit hinten geht, kann man hinten rechts im Mittelteil dickere Speichen wählen oder, wenn es die Nabe zulässt auch rechts radial speichen.

Eine allein seligmachende Methode gibt es nicht.
 
@N80 Weiß jetzt nicht genau, was Du mir damit sagen willst:

Dedacciai muß bie dieser Speichmethode kein sonderliches seitenschwaches Rad fürchten. Die gewählte Felge ist seitensteif genug, und er selbst ist gerade leicht genug um die Felge nicht gegen die Bremsbacken zu bewegen.

Wenn es um Seitensteifigkeit hinten geht, kann man hinten rechts im Mittelteil dickere Speichen wählen oder, wenn es die Nabe zulässt auch rechts radial speichen.

Eine allein seligmachende Methode gibt es nicht.

Der LRS ist IMHO an der Grenze.

Ordentlich mit Druck auf dem Pedal übers Kopfsteinpflaster bringt das Speichengerüst an seine Grenzen.
Zum Rollen ist es kein Problem.

Die Felge ist sehr schmal und leicht. Ich kann mir beim besten Willen von meinem Erfahrungen (schmale 30 mm hohe Rigida DP 18 27 Speichen vs breite 24 mm hohe WH-R 500 *1 24 Speichen *1) vorstellen, dass die Felge sonderlich seitensteif ist. Vertikal ja aber nicht horizontal.
Rechts dickere Speichen habe ich empfohlen. Hält das aber der Felgenboden der Felge aus? (Wie sind da die Erfahrungen.)

Rechts radial - zwar seitensteif aber wenig torsionssteif

Habe schon genug Mavic Systemlaufräder am Berg klimpern hören und genug defekte gesehen. Shimano war so clever und ist von dieser Einspeichung weg.

*1

seitensteifer
 
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