Ich fahre in Craft / Van Rysel, aber wo kommt diese Abneigung dieser Marke gegenüber her?
Wenn eine Marke sich selbst „
nicht normal“ auf die Kleidung bzw. gleich in den Markennamen schreibt und dann via Social Media und dem dazugehörenden Influencertum zur „angesagten Marke“ einer bestimmten Bubble aufsteigt, dann könnte das unter Umständen Reaktionen –
und vor allem Reaktanz – hervorrufen.
(Man wird auch nicht zwangsläufig zum Punk wenn man sich das Wort Punk oder PNK auf die Kleidung druckt.)
Dazu könnte eventuell auch beitragen, dass die Marke mit riesigen Buchstaben „PAS“ und „PNS“ auf ihre Kleidung schreibt. Aus Marketingsicht spricht natürlich überhaupt nichts dagegen. Im Gegenteil: Das ist sogar ziemlich clever. Sehr aufdringlich, springt einem halt extrem ins Gesicht und hat den unschlagbaren Vorteil, dass die Marke auch beim Scrollen durch Social Media sofort sichtbar bleibt. Man muss kein Marketingprofessor sein, um zu erkennen, dass genau das die Absicht dahinter ist.
Irgendwann entsteht dann allerdings ein interessantes Phänomen:
Aus einer Marke wird ein Statement. Aus einem Trikot wird eine Zugehörigkeit. Und aus ein paar Buchstaben auf der Brust wird für manche fast schon eine Lebenseinstellung. Spätestens an diesem Punkt beginnen sich Menschen in Lager aufzuteilen – die einen finden es cool, die anderen rollen mit den Augen.
Die allgemeine Abneigung hat mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nichts mit der Qualität der Kleidung zu tun. Die dürfte sogar ziemlich gut sein. Die meisten Diskussionen drehen sich jedenfalls selten um Nähte, Sitzpolster oder Stoffqualität. Stattdessen geht es um das Marketing-Narrativ, den Hype und das, was anschließend durch Social Media daraus wird.
Denn je erfolgreicher eine Marke darin ist, Begehrlichkeit zu erzeugen, desto größer wird zwangsläufig auch die Gegenbewegung. Das ist bei Rennrädern nicht anders als bei Uhren, Sneakern, Autos oder Kaffee. Niemand regt sich über die Marke auf, solange sie nur eine Marke ist. Spannend wird es erst dann, wenn sie zum Symbol wird.
Und vielleicht liegt genau dort die Antwort auf die Frage, warum Pas Normal Studios so polarisiert: Nicht weil die Kleidung schlecht wäre, sondern weil das Marketing außergewöhnlich erfolgreich war, und die Leute darauf „hereinfallen“.
Ähnliches passiert bei MAAP und besonders das selbsternannte Syndikat „the SYN“ reitet auf dieser Welle, den Menschen eine Lifestyle-Erzählung zu liefern, mit denen sie sich identifizieren und zugehörig fühlen sollen. Bei SYN ebenfalls mit an Uniform erinnernder Kleidung mit aufdringlich großen 3 Buchstaben und einer sektenartigen Fanbase.
(Gemeinsam ist bei diesen „angesagten“ Marken wie PNS und SYN, dass Mitglieder dieser Sekten fast immer im kompletten Outfit als „Full Kit Wanker“ , von den Socken bis zum Trikot herumlaufen/fahren. Auf jedem Kleidungsstück prangt möglichst riesig das 3-Buchstaben-Erkennungszeichen.)
Man könnte fast sagen: Die Marke heißt „
Pas Normal Studios“ – und die Reaktionen darauf sind mittlerweile erstaunlich
normal.