In so gut wie jedem männerdominierten Hobby, zu dem immer mehr Frauen Zugang finden, entsteht diese "Diskussion" irgendwann, klassisches Gatekeeping.
Zufällig sind die abfälligen Bemerkungen auch alle weiblich gecodet, bzw liegt der negative Fokus auf Frauen.
Nix Neues, wenn man schon lange im Internet unterwegs ist.
Mir wird in diesem Zusammenhang nicht so ganz klar, warum sich Frauen die Rennrad/Gravel fahren, auf Social Media selbst den (Bei)Namen: „Rennradmaus“ oder „Rennrad-Mädchen“ geben.
Wohlgemerkt, der „Titel“ wird nicht von „außen“ durch Männer vergeben, sondern es wird sich quasi selbst dazu „degradiert“.
Weiterhin ist mir auch nicht ganz klar, warum diverse Rennrad-Influencerinnen es schlicht und ergreifend übertreiben mit dem Präsentieren von „tiefen Ausschnitt“ und Gesäß. NEIN, nicht alle Frauen auf Social Media. Aber es scheint ein beliebtes „Motiv“ zu sein um sich beim Rennradfahren zu filmen oder filmen zu lassen. Meist auch in Kombination mit übertriebenem „sexy Auftreten“.
Und JA, das kommt auch bei Männern vor auf social Media, aber weniger sexuell konnotiert. Zumindest macht es den Anschein.
Weiterhin auffällig in diesem Zusammenhang, das öffentliche Herabwürdigen der ebenfalls Rennrad fahrenden Lebensgefährtin/Frau/Partnerin mittels „lustiger“ Sprüche in Reels oder Fotos/Memes.
Teilweise auch Selbst-Herabwürdigung der Frauen selbst mittels solcher Sprüche/Reels/Fotos.
Zu dieser ganzen „Influencer-Bubble“ kann man noch folgendes beobachten:
Diese ganze (echten) Influencer betreiben nicht nur Influencer-Marketing, sondern erzeugen als „Nebenprodukt“ eine allgemeine Influencer-Kultur bei ihren Followern.
Visuelle Codes, Sprache, Posen, Narrative etc. werden von den Followern adaptiert, und verselbstständigen sich auf diese Weise.
Es entsteht eine „Influencer-Gruppe“ welche eigentlich keine ist, sich aber so benimmt/gibt. (Allerdings Keine Reichweite, keine Kooperation, keine Verträge etc.)
Dadurch gerät aber das ursprüngliche Marketing „außer Kontrolle“, zumindest für die Marke die ursprünglich das Marketing beim Influencer in Auftrag gab. Das Produkt um das es geht wird nicht mehr benutzt, sondern inszeniert.
Dieser Schuss kann gewaltig nach hinten losgehen. Er kann sogar dazu führen dass der Ruf einer Marke in eine Richtung „gedrückt“ wird die nicht beabsichtigt war (Wahrnehmung als „Influencer-Marke“ statt als „Performnce-Marke“), und wenn es richtig schief geht auch Imageschädigend ist.
Erkennbar oft daran, dass bei einem Teil der anvisierten Zielgruppe „Abneigungs-Tendenzen“ und Ablehnung entsteht UNABHÄNGIG von der Qualität des Produktes.
Stichwort: schleichender Reputationsverlust.
Aktuelle Beispiele dafür sind aktuell die Marken PNS, SYN, Canyon und zunehmend auch
Rose.
Marken die sehr stark auf Influencer und Social Media setzen.
Es entsteht: Übersteuerung durch Social Media, Verwechslung von Sichtbarkeit und Wert, allgemeine „Ermüdung“ durch Influencer-Ästhetik (—> Marketing-Fatique) sowie Imageschaden durch eigene Zielgruppe.