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Canyon streicht bis zu 320 Stellen: Harter Einschnitt in Koblenz

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Re: Canyon streicht bis zu 320 Stellen: Harter Einschnitt in Koblenz
"Verbunden mit der Neuausrichtung ist, Canyon‘s DNA zu schärfen und Innovationskraft, sportliche Performance, Service und Nähe zur Bike-Community nachhaltig zu stärken. Deshalb fokussiert Canyon weiterhin strategische Wachstumsfelder, wie beispielsweise das neue E-Bike Center am Standort in Koblenz, das in 2026 eröffnet wird."

Bei sportlicher Performance als DNA denke ich jetzt eher an Aerod, Inlfite, Grail & Co als an weitere E-Bikes ... erstere scheinen aber nicht profitabel genug zu sein.
Paradoxerweise wird der sportliche Teil aber tatsächlich geschärft wenn man den Elektros eine eigene Umgebung gönnt. Aus den Augen aus dem Sinn sozusagen.
 
Genau, keine Helme, Schuhe und Hippster-Klamotten mehr verkaufen. Die gesamte GEAR-Sparte einstellen. Zurück zu den Wurzeln: PURE CYCLING! So wie es Roman Arnold deutlich im Interview gesagt hat.
Ich vermute, genau diese Produkte haben eine deutlich höhere Marge als die Räder selber. Können komplett in China produziert und verpackt werden, da muss nichts in Koblenz mit deutschen Gehältern zusammengeschraubt werden.
 
Konzentration auf Sport erschließt aber nicht entstehende Märkte. Canyon könnte allgemein auf Mobilität setzen, weil das viele Menschen anspricht. Als Beispiel: Viele Menschen fahren mit dem Zug, wie kommt man vom Bahnhof zum Ziel? Mit Klapprädern oder Rollern, die man leicht im Zug transportieren kann und die als Gepäck kostenlos mitgenommen werden können. Vll sind die Chinesen aber auch da schon zu weit vorne und Canyon hängt hinten dran.
 
Ja, das Interview liest sich anders als diese geschaffenen Tatsachen.

Was ja daran liegt, dass der Fragesteller eher Fanboy war und auch zu wenig wirtschaftlich geschult, um das Bullshit-Bingo zu durchschauen, um kritisch einzuhaken. In "wollen leaner werden" steckten die Stellen-Streichungen z.B. schon verklausuliert drin.
 
Wenn man sowas nicht will, darf man nicht Canyon kritisieren, sondern muss über Kapitalismus als Ganzes nachdenken.

Kann man machen, man sollte aber im Hinterkopf haben, dass man im Sozialismus selbst einen Trabi nur auf Zuteilung bekam.

Oder man beginnt zu hinterfragen, ob neben hausgemachten unternehmerischen Fehlern, EU und Deutschland noch Umfelder bieten, die Unternehmen im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig halten.
 
Es ist zwar nicht in der PM beschrieben, aber es wird ja auch kaum der Fall sein, dass Canyon von heute auf morgen 320 Mitarbeiter auf die Straße setzt. Das ist in DE sowieso so gut wie unmöglich und nur mit einem entsprechend teuren Sozialplan oder Abfindungen umsetzbar.
Viel Wahrscheinlicher ist doch die Nicht-Verlängerung von befristeten Stellen und Stellen aus der normalen Mitarbeiterfluktuation heraus nicht nachzubesetzen. Gepaart mit der internen Neustrukturierung durch die Streichung unprofitabler oder wenig erfolgversprechender Projekte und Geschäftszweige werden weniger Mitarbeiter benötigt. Die fetten Jahre sind einfach vorbei. Wir konnten es uns ein paar Jahre gut gehen lassen aber bevor alles vor die Wand fährt, muss halt wieder ein bisschen Geld verdient werden.
 
Oder man beginnt zu hinterfragen, ob neben hausgemachten unternehmerischen Fehlern, EU und Deutschland noch Umfelder bieten, die Unternehmen im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig halten.
dann freu dich auf die bald kommenden nachrichten von trek und konsorten - denen gehts nicht besser obwohl sie im land der freiheit (für reiche) wirken.
 
dann freu dich auf die bald kommenden nachrichten von trek und konsorten - denen gehts nicht besser obwohl sie im land der freiheit (für reiche) wirken.

Bürokratie, permanent steigende CO2-Preise, Mindestlohn und vieles andere mehr sorgen aber hier für spezifische Probleme, die zu den ganz eigenen Gesamt-Problemen des Radmarkts dazukommen. Das versuchen ja immer noch viele zu negieren, ein Blick auf die Insolvenzen bietet allerdings einen anschaulichen Realitätscheck.
 
Kann man machen, man sollte aber im Hinterkopf haben, dass man im Sozialismus selbst einen Trabi nur auf Zuteilung bekam.

Oder man beginnt zu hinterfragen, ob neben hausgemachten unternehmerischen Fehlern, EU und Deutschland noch Umfelder bieten, die Unternehmen im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig halten.
Mit dem Statement kann man bestimmt beim Junguntenrehmertreffen des nächstgelegenen CDU-Ortsvereins reüssieren, ....
Der Vergleich der Gegenwart mit irgendeiner Vergangenheit im real existierenden Sozialismus ist die Konstruktion eines Gegensatzes, der gar nicht zur Debatte steht, ideologisch und unterkomplex.
Und dass die Konkurrenzfähigkeit in der EU irgendwas mit den Absatz-Problemen der Fahrradindustrie zu tun haben soll, ist außerdem volkswirtschaftlicher Unfug. Wie wir alle wissen sollten, leidet die ganze Branche an Absatzproblemen, auch Firmen, die nicht in D oder EU sitzen. Das kann man unschwer an Nachrichten über Einschnitte bei diversen Anbieten, ebenso wie an Rabatten großer Marken nachvollziehen. Der weltweite Absatzmarkt ist gesättigt, der Wettbewerb dementsprechend hart und es existieren durch unternehmerische Fehlentscheidungen in der Folge des Corona-Booms Überkapazitäten. Das ist keine Frage, an der die EU oder Deutschland irgendwas ändern kann. Dass diese Überkapazitäten jetzt abgebaut werden müssen, ist unausweichlich.
 
Und dass die Konkurrenzfähigkeit in der EU irgendwas mit den Absatz-Problemen der Fahrradindustrie zu tun haben soll, ist außerdem volkswirtschaftlicher Unfug.

OK, die schon genannten Wettbewerbs-Besonderheiten wie hohe CO2-Preise, Mindestlöhne, Energiekosten oder extreme Bürokratie haben also keinen eigenen Einfluss, gut zu wissen. Genauso wenig dann wahrscheinlich, wie eine Staatsquote von um die 50%, die vielen Verbrauchern keinen Spielraum mehr für Sonderausgaben wie Hobbies lässt.

Anzunehmen, dass dies alles "unseren" Unternehmen in einem sowieso schwierigem Marktumfeld Extra-Probleme aufbürdet, ist einfach zu unterkomplex.
 
Mit dem Statement kann man bestimmt beim Junguntenrehmertreffen des nächstgelegenen CDU-Ortsvereins reüssieren, ....
Der Vergleich der Gegenwart mit irgendeiner Vergangenheit im real existierenden Sozialismus ist die Konstruktion eines Gegensatzes, der gar nicht zur Debatte steht, ideologisch und unterkomplex.
Und dass die Konkurrenzfähigkeit in der EU irgendwas mit den Absatz-Problemen der Fahrradindustrie zu tun haben soll, ist außerdem volkswirtschaftlicher Unfug. Wie wir alle wissen sollten, leidet die ganze Branche an Absatzproblemen, auch Firmen, die nicht in D oder EU sitzen. Das kann man unschwer an Nachrichten über Einschnitte bei diversen Anbieten, ebenso wie an Rabatten großer Marken nachvollziehen. Der weltweite Absatzmarkt ist gesättigt, der Wettbewerb dementsprechend hart und es existieren durch unternehmerische Fehlentscheidungen in der Folge des Corona-Booms Überkapazitäten. Das ist keine Frage, an der die EU oder Deutschland irgendwas ändern kann. Dass diese Überkapazitäten jetzt abgebaut werden müssen, ist unausweichlich.

Wenn ich als Angestellter in letzter Zeit ständig im Hinterkopf hätte, ob ich auch bald arbeitslos bin, hat das absolut etwas mit Absatz-Problemen zu tun.
Also "Unfug" ist das keinesfalls, genauso sind aber auch Deine anderen Punkte valide.
Es ist nicht schwarz/weiss
 
OK, die schon genannten Wettbewerbs-Besonderheiten wie hohe CO2-Preise, Mindestlöhne, Energiekosten oder extreme Bürokratie haben also keinen eigenen Einfluss, gut zu wissen. Genauso wenig dann wahrscheinlich, wie eine Staatsquote von um die 50%, die vielen Verbrauchern keinen Spielraum mehr für Sonderausgaben wie Hobbies lässt.

Anzunehmen, dass dies alles "unseren" Unternehmen in einem sowieso schwierigem Marktumfeld Extra-Probleme aufbürdet, ist einfach zu unterkomplex.
Können wir uns darauf einigen, dass es wie immer mehr als einen Faktor gibt? Die meisten politischen Themen sind nun mal nicht "unterkomplex".
Im RR-Forum über Politik zu sprechen, hat noch nie weit geführt und vermischt ein schönes mit einem leidigen Thema.
Wenn das Thema trotzdem politisiert werden muss, die deutsche Staatsquote liegt im EU-Mittel. Würde sie einen nennenswerten Einfluss auf den Fahrradkonsum haben, wären Malta und Zypern Radnationen und Belgien nicht.
Quelle: https://www.bundesfinanzministerium...1-internationaler-vergleich-staatsquoten.html
 
OK, die schon genannten Wettbewerbs-Besonderheiten wie hohe CO2-Preise, Mindestlöhne, Energiekosten oder extreme Bürokratie haben also keinen eigenen Einfluss, gut zu wissen. Genauso wenig dann wahrscheinlich, wie eine Staatsquote von um die 50%, die vielen Verbrauchern keinen Spielraum mehr für Sonderausgaben wie Hobbies lässt.

Anzunehmen, dass dies alles "unseren" Unternehmen in einem sowieso schwierigem Marktumfeld Extra-Probleme aufbürdet, ist einfach zu unterkomplex.
Ich füge noch hinzu, dass die Anbieter aus China mit ihren Rahmen und Fahrradteilen natürlich auch keinen Einfluss auf den Wettbewerb hier in Deutschland oder der EU haben. Die werden selbstverständlich von diesen Unternehmen belächelt, die gerne die ganzen Haftungs-, Sicherheits- und Umweltauflagen erfüllen, wo hingegen der Anbieter aus Fernost einfach mal so das Prüfsiegel, das CE-Zeichen oder sonst was aufdruckt.
 
Wenn ich als Angestellter in letzter Zeit ständig im Hinterkopf hätte, ob ich auch bald arbeitslos bin, hat das absolut etwas mit Absatz-Problemen zu tun.
Also "Unfug" ist das keinesfalls, genauso sind aber auch Deine anderen Punkte valide.
Es ist nicht schwarz/weiss
Die Absatzprobleme der Radindustrie erklären sich - auch nach allem, was die Branche selber sagt - nicht in durch Unsicherheiten am Arbeitsmarkt, sondern durch Marktsättigung und Überkapazitäten Zwar ist das Konsumklima in D nicht besonderes gut, es dürfte aber mehr als fraglich sein, dass bei einem freundlicheren Konsumklima deutlich mehr Fahrräder verkauft werden. Das unfreundliche Konsumklima liegt vor allem an getrübten Erwartungen bei der Einkommensentwicklung. Wenn es also mehr Konsum geben soll, muss es eine Erhöhung der verfügbaren Einkommen geben. Das steht dem Unken über mangelnde Wettbewerbsfähigkeit allerdings offenkundig diametral entgegen, denn dahinter verbirgt sich eben keine Erhöhung der verfügbaren Einkommen, sondern Reallohnsenkungen.
 
Konzentration auf Sport erschließt aber nicht entstehende Märkte. Canyon könnte allgemein auf Mobilität setzen, weil das viele Menschen anspricht. Als Beispiel: Viele Menschen fahren mit dem Zug, wie kommt man vom Bahnhof zum Ziel? Mit Klapprädern oder Rollern, die man leicht im Zug transportieren kann und die als Gepäck kostenlos mitgenommen werden können. Vll sind die Chinesen aber auch da schon zu weit vorne und Canyon hängt hinten dran.
Dazu gab es ja Ansätze: https://www.spiegel.de/auto/fahrber...o-baut-a-906b9106-d5a1-41a2-9aad-ba493bc740ad
...aber so was umzusetzen, kostet zunächst mal viel Geld, das nicht da ist. Ein Problem, dass man auch aus anderen Branchen kennt.
 
Übrigens ist das Konsumklima nicht nur in D. eher schlecht, auch in den USA. Dort wächst zwar der private Konsum stärker als in D. Dieser Effekt wird nicht zuletzt durch steigende Verschuldung der privaten Haushalte und den Abbau von Sparvermögen ermöglicht. Zudem entfallen in den USA wachsende Anteile des privaten Konsums auf regelmäßige Ausgaben, etwa für die Gesundheitsversorgung. Das hat zur Folge, dass trotz steigender Konsumausgaben das Konsumklima (trotz gewisser Aufhellungen am aktuellen Rand) nicht besonders rosig ist und die Verbraucher nicht besonders geneigt sind, hochwertige und teure Konsumgüter zu kaufen. Das macht Absatz von Fahrrädern sicher nicht einfacher und zwingt umso mehr, Überkapazitäten in der Branche abzubauen.
 
Vielleicht geht es nur mir so, aber kann es sein, dass die Radindustrie am Geschmack des Kunden vorbei produziert und mit den Marketingpreisen auch nicht gerade dazu beiträgt, dass man das Geld dafür einfach so raushaut? Wenn ich mit Motorrädern und deren viel komplexeren Technik vergleiche, sehe ich den Wert von vielen Rädern einfach nicht gegeben.
 
Vielleicht geht es nur mir so, aber kann es sein, dass die Radindustrie am Geschmack des Kunden vorbei produziert und mit den Marketingpreisen auch nicht gerade dazu beiträgt, dass man das Geld dafür einfach so raushaut? Wenn ich mit Motorrädern und deren viel komplexeren Technik vergleiche, sehe ich den Wert von vielen Rädern einfach nicht gegeben.
Ich denke, es liegt eher daran, dass wir ein Überangebot haben. Gab es vor fünf oder vor zehn Jahren wirklich so viele Anbieter sowie so viele Radgattungen, Modelle und Neuerungen?
 
Die Absatzprobleme der Radindustrie erklären sich - auch nach allem, was die Branche selber sagt - nicht in durch Unsicherheiten am Arbeitsmarkt, sondern durch Marktsättigung und Überkapazitäten Zwar ist das Konsumklima in D nicht besonderes gut, es dürfte aber mehr als fraglich sein, dass bei einem freundlicheren Konsumklima deutlich mehr Fahrräder verkauft werden. Das unfreundliche Konsumklima liegt vor allem an getrübten Erwartungen bei der Einkommensentwicklung. Wenn es also mehr Konsum geben soll, muss es eine Erhöhung der verfügbaren Einkommen geben. Das steht dem Unken über mangelnde Wettbewerbsfähigkeit allerdings offenkundig diametral entgegen, denn dahinter verbirgt sich eben keine Erhöhung der verfügbaren Einkommen, sondern Reallohnsenkungen.

ich glaube, unsere Meinungen sind da gar nicht so weit auseinander.
Ich bin sicher, dass die Marktsättigung und Überkapazitäten wesentliche Faktoren sind. Wenn aber zumindest die Konsumstimmung/klima gut wäre, würden bestimmt ein paar mehr Räder verkauft, weil viele dann doch was neues oder n+1 wollen. Mit der derzeitigen Unsicherheit klemmen sich das dann aber halt (zu) viele.
 
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