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Road to mehr Leistung (Familienvater mit mittlerem Zeit Budget)

Ich hab meine Garmin Uhr jetzt seit 3 Jahren und bei mir war die HRV erst dreimal deutlich unter den Normwerten. Einmal bei zu viel Alkoholkonsum. Das zweite Mal hatte ich Grippe. Da war die HRV aber auch erst niedriger als ich schon Fieber hatte. Das dritte Mal hatte ich Dengue Fieber. Auch da waren die Symptome schon da. Bei den üblichen grippalen Infekten jedes Jahr, war die HRV immer innerhalb der normalen Schwankungen. Finde ich deshalb ziemlich unbrauchbar, das Training danach zu planen.

Würde ich auch nicht machen, allein danach das Training zu planen. Es ist für mich ein wichtiger Indikator, wichtiger (und imho aussagekräftiger) ist der Ruhepuls und allem voran das Körpergefühl. Aber auch das ist nicht immer ganz klar. Bin schon komplett müde und abgespannt aufs Rad gestiegen und absolut frisch und voller Energie/Elan wieder abgestiegen.
 
Würde ich auch nicht machen, allein danach das Training zu planen. Es ist für mich ein wichtiger Indikator, wichtiger (und imho aussagekräftiger) ist der Ruhepuls und allem voran das Körpergefühl. Aber auch das ist nicht immer ganz klar. Bin schon komplett müde und abgespannt aufs Rad gestiegen und absolut frisch und voller Energie/Elan wieder abgestiegen.

Klar. Weil die Zufriedenheit deinen Parasympathikus voll aktiviert hat. Ich nutze die HRV auch und kann gut ableiten was mit mir ist. In Kombination mit dem Ruhepuls und der klaren Frage an sich selber: "Wie gehts mir gerade" sind eigentlich alle Fragen beantwortet und das Handeln klar.
 
Muss jetzt doch nochmal kurz bezüglich Garmin mosern. Langsam nervt es mich, dass Garmin mir seit Tagen Unproduktivität attestiert. Faktisch bin ich erstmals im Winter (!) in Bestform, toppe gerade meine Peakwerte vom Sommer und das mit deutlich weniger Volumen in den Beinen. Ich meine: Was zum T. soll der Quatsch? Auch hat sich da was gedreht. Mittlerweile zeigt mir Zwift eine höhere VO2max an (62,x) im Vergleich zu Garmin, normalerweise war das immer genau umgekehrt.

Hat Garmin was gegen mich, behandle ich ihn schlecht? Mach mir langsam echt Sorgen und überlege mir, ob mal eine Paartherapie fällig ist. 🤨
 
Auch hat sich da was gedreht. Mittlerweile zeigt mir Zwift * eine höhere VO2max an (62,x) im Vergleich zu Garmin, normalerweise war das immer genau umgekehrt.
Du weißt schon, dass die Werte Schätzungen sind, die i.d.R. durch proprietären Hokuspokus entstanden sind? Du kannst also schon fast davon ausgehen, das beide Werte vermutlich einfach nur anders falsch geraten sind.
 
Du weißt schon, dass die Werte Schätzungen sind, die i.d.R. durch proprietären Hokuspokus entstanden sind? Du kannst also schon fast davon ausgehen, das beide Werte vermutlich einfach nur anders falsch geraten sind.

Ich weiß gar nichts. Ich bin ein naiver Nutzer, der (viel) zu lange dachte, dass er eine echte Orientierung in Händen hält.

Immerhin streife ich langsam diese Naivität ab und fange an, gewisser (Un)Zusammenhänge gewahr zu werden. Vielleicht noch kein Licht am Ende des Tunnels, aber doch zumindest ein Lichtblick. 🤭
 
Zwift (und auch Intervals) schätzen die VO2max grob über die 5 min Leistung. Für die meisten wird das auch relativ gut hinhauen, gibt ne Studie zu der Formel.

VO2max ~ 16,6 + (8,87 x CP5 w/kg)

Soweit ich das über diverse Quellen (u.a. Firstbeat-Analysen) mitbekommen habe, ist Garmin bei der VO2max-Darstellung tatsächlich gar nicht so schlecht. Grober Richtwert ist eine Genauigkeit von ca. 95 % im Vergleich zur Spiroergometrie – vorausgesetzt, die hinterlegte maximale Herzfrequenz stimmt exakt. Die Berechnung läuft da nämlich über komplexe physiologische Modelle und nicht nur über Daumenregeln.

Auch die täglichen Trainingsvorschläge sind so untauglich nicht. Ein Test von GCN hat ja gezeigt: Wenn man das mal ein paar Wochen durchzieht, steigt die FTP deutlich. Und das, obwohl (oder genau weil) der größte Bereich aus langweiligen LIT-Sessions bestand. Das entspricht ja exakt dem physiologisch sinnvollen 80/20-Ansatz, den wir Amateure oft vernachlässigen, weil wir immer zu hart trainieren. Ballern ist halt schöner und wer fährt schon LIT in der digitale Welt?

Es wäre echt mal interessant zu testen, wie sich die herrlichen Balken verhalten, wenn man sich einmal exakt an die Garmin-Vorschläge halten würde.

Dass das System an seine Grenzen kommt, wenn man „macht, was man will“ oder (wie ich) einen eigenen Plan hat, ist aber auch logisch. Die Algorithmen erwarten eine bestimmte Periodisierung. Wenn mein Plan dem Algorithmus widerspricht, ist klar, dass die Ergebnisse mies aussehen.

Ich bin ja aktuell das beste „Opfer“ davon: Mir wird ordentlich Unproduktivität vorgeworfen. Warum? Weil ich aktuell kaum VO2max-Intervalle fahre und mein Krafttraining sowie Yoga in der Gesamtdarstellung komplett unter den Tisch fallen (da fehlt der Uhr schlicht der messbare Herzfrequenz-Stress, obwohl die neuromuskuläre Belastung da ist). Dabei habe ich mich letzten Samstag bei einer endlich mal längeren Ausfahrt gefreut, wie mühelos ich gewisse Anstiege hochgekrabbelt bin. Da bilde ich mir schon sehr ein, dass mein Fokus der letzten zwei Monate deutliche Früchte trägt – auch ohne mich regelmäßig an die Wand zu fahren. Meine Effizienz ist gestiegen, auch wenn der Algorithmus das (noch) nicht rafft.

Aber es bleibt dabei: Garmin liebt hohen kardiovaskulären Aufwand und belohnt ihn. Auf der anderen Seite muss man die oft bemängelten Erholungszeiten richtig lesen: Die bedeuten ja nicht „Zeit bis zur nächsten Bewegung“, sondern „Zeit bis zum nächsten harten Intervall“. Wenn ich die ernst nehme und in der angegebenen Zeit brav in der unteren Zone 1/2 bleibe dann egalisieren sich die Angaben wieder. Erholungszeit heißt eben nicht zwangsläufig, auf der Couch zu sitzen.

Ich wette, wenn man das mal konsequent testet, kommt man auch bei den Erholungszeiten wieder sauber im 80/20-Bereich raus. Und wer viel im „Graubereich“ (Junk Miles) fährt, wird natürlich mit extrem langer Erholungszeit bestraft. Aber das ist ja auch physiologisch korrekt: Viel Aufwand für wenig Ergebnis.
 
Muss jetzt doch nochmal kurz bezüglich Garmin mosern. Langsam nervt es mich, dass Garmin mir seit Tagen Unproduktivität attestiert. Faktisch bin ich erstmals im Winter (!) in Bestform, toppe gerade meine Peakwerte vom Sommer und das mit deutlich weniger Volumen in den Beinen. Ich meine: Was zum T. soll der Quatsch? Auch hat sich da was gedreht. Mittlerweile zeigt mir Zwift eine höhere VO2max an (62,x) im Vergleich zu Garmin, normalerweise war das immer genau umgekehrt.

Hat Garmin was gegen mich, behandle ich ihn schlecht? Mach mir langsam echt Sorgen und überlege mir, ob mal eine Paartherapie fällig ist. 🤨
Davon abgesehen, dass ich @AW312 vollkommen recht gebe: Dieses ganze Zahlenwerk, dass die verschiedenen Apps so ausgeben ist eine tolle Marketingstrategie, nicht mehr und nicht weniger.

Aber: Deine Beschreibung und das was der Garmin Dir hier anzeigt passt erstmal mehr zusammen als es für dich auf den ersten Blick scheint. Du bist im Sommer mehr Volumen gefahren, hast also evtl. sinnvoll Trainingsstress aufgebaut. Dann nimmst Du raus, da wird Dir der Garmin eine Zeit lang Höchstform anzeigen, wenn Du diese Zeit aber überschreitest wechselt er in Unproduktiv. Er bewertet hier ja Dein Training und nicht Deine Form. Er möchte, dass Du wieder mehr trainierst um Dich weiter zu verbessern. Das wird auf Dauer nämlich nur mit Volumen funktionieren. Dass Du Deine Bestwerte gerade verbesserst passt auch dazu, da Du ja gerade über mehr Frische als im Sommer verfügst.
Übrigens: Dass der Garmin Unproduktivität anzeigt kann auch an der Verteilung der Intensitäten liegen.

So oder so bleibt aber: Dass mit solchen Geräten, Apps wie TP oder KI meiner Meinung nach wie vor keine sinnvolle Trainingsplanung möglich ist. Du kannst Dich keinesfalls einfach blind auf diese Zahlen verlassen. Wenn Du diesen Anspruch an Garmin hast, kannst Du nur enttäuscht werden.
 
Das entspricht ja exakt dem physiologisch sinnvollen 80/20-Ansatz, den wir Amateure oft vernachlässigen, weil wir immer zu hart trainieren. Ballern ist halt schöner und wer fährt schon LIT in der digitale Welt? ...

Und wer viel im „Graubereich“ (Junk Miles) fährt, wird natürlich mit extrem langer Erholungszeit bestraft. Aber das ist ja auch physiologisch korrekt: Viel Aufwand für wenig Ergebnis.
Achtung: Da sind Ungenauigkeiten vorhanden ...

Es ist nicht so, dass Zone 2 effektiver wäre als zB Zone 3 wenn es um das Herausarbeiten von im Ausdauersport gewünschten Parametern geht. Vielmehr gibt es Studien von u.a. Seiler, Gallo und Sandbakken, die genau das Gegenteil zeigen. In Bezug auf Vo2max gilt je intensiver, desto besser (Ausnahme: Zone 6). Für den LT1 gilt bis zu Zone 4 mehr Wirkung. Für den LT2 gilt das Gleiche wie für VO2max.
Jetzt kommt das große Aber: In Zone 2 kann man mehr Energie umsetzen, einfach weil man es länger fahren kann. Der 80/20 Ansatz trifft für ganz hohe Umfänge zu, nichtmal da wenn man es ganz genau nimmt, wenn man sich das Training der besten der Welt anschaut, stößt man nämlich eher auf einen pyramidialen Ansatz, aber gut.
Das bedeutet NATÜRLICH nicht, dass lockeres GA Training nicht seine Wirkung hat, das hat es unbedingt, aber die sogenannten "Junk Miles" sind ein Mythos, der immer wieder wiederholt wird, wissenschaftlich aber nicht haltbar ist.

Um es nochmal klar zu sagen: Ich bin ein großer Fan von Zone 2 (in beiden gängigen Definitiosmodellen), aber ganz pauschal 80/20 zu empfehlen greift zu kurz. Zumal Seiler mit 80/20 die Aufteilung in Trainingstage meint und das noch nichts über die Intensitätsverteilung aussagt. Das Problem geht ja schon damit los, dass die meisten Sportler:innen gar nicht wissen bei welcher Intensität genau die 80% (Zone 2) genau aufhören. Das wirft mir ein FTP-Test nämlich nicht aus.
 
Er möchte, dass Du wieder mehr trainierst um Dich weiter zu verbessern. Das wird auf Dauer nämlich nur mit Volumen funktionieren. Dass Du Deine Bestwerte gerade verbesserst passt auch dazu, da Du ja gerade über mehr Frische als im Sommer verfügst.

Das kann schon sein, dass hier eine verzögerte Superkompensation oder dergleichen der Fall ist, leider gab es ja im Spätsommer dann zwei Brüche (1x Urlaub und 1x Krankheit), die meinen ganzen Aufbau ziemlich durcheinander gewirbelt haben. Garmin hat die Schwankungen meines Erachtens auch nicht gut vertragen.

Muss aber ergänzen, dass Garmin mir aktuell auch empfiehlt, mich weniger zu belasten. Ich bin also unproduktiv (angeblich) und überlastet lt. Garmin. Fühle mich aber super fit und echt stark. Hab gestern neue Bestwerte über 5 und 10 Minuten getreten. Daher ist vermutlich auch die Vo2max lt. Zwift und Intervals.icu deutlich gestiegen, bei Garmin hat sich hingegen kaum was getan (nur +1 und damit weiterhin 2 unter dem noch vor drei Wochen behaupteten Bestwert, der mir jetzt von Zwift genannt wird).

Wenn ich Garmin richtig interpretiere, dürfte ich diese Woche nur noch etwas leicht aerob trainieren, hoch aerob und anaerob bin ich jeweils deutlich über dem Soll liegend. Das Problem ist aber, dass ich leicht aerob ewig strampeln müsste, bis ich vor Langeweile tot vom Bock kippe, damit sich der Balken füllt und ich das Gefühl habe, irgendwas in Richtung Anstrengung getan zu haben.

Für mich funktionieren im Winter auf dem Bock offenbar kurze und knackige Intervalle (so hart wie möglich) und in der Tat obere Zone 2 bis Zone 3 Fahrten ganz gut. So bekomme ich in überschaubarer Zeit den nötigen Trainingsstress zusammen. Die Workouts stelle ich mir inzwischen (seit dieser Woche) selbst zusammen und über Intervals.icu plane ich den Trainingsload. Garmin blende ich vorerst komplett aus, schau mir die Werte nur noch aus Neugier an, nicht mehr in der Hoffnung, daraus etwas ableiten zu können. Schade eigentlich.
 
Ich gebe zu, dass mir Garmin Werte sehr egal sind - ich trage auch keine wearables - messe keinen Ruhepuls; wenn ich mich "undefiniert" nicht gut fühle, starte ich zumindest ein Training und wenn mir nach 30 Minuten kein Aspekt des Trainings Freude bereitet oder ich mich schlecht(er) fühle breche ich eben ab...ich glaube solche Abbrüche kann ich an einer Hand abzählen. Das einzige was ich neben den Trainingsdaten messe ist die Temperatur (zwecks Zyklustracking) und immer mal wieder tracke ich meine Ernährung.

Allerdings attestiert mir Garmin überwiegend Formauffbau - meine Coaches scheinen also Garmin-valide Trainingskonzepte zu haben 🙃
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Achtung: Da sind Ungenauigkeiten vorhanden ...

Im Grunde gebe ich dir total recht. Kommen wir aber zum 'Aber': Das angewendete Trainingsmodell muss zwingend zum jeweiligen Athleten (Alter, Regenerationsfähigkeit, Alltagsbelastung etc.) und vor allem zum Ziel passen.

Ich habe es ja in meinem Thread schon gesagt: Mir bringen Intervalle aktuell überhaupt nichts. Sie sind für meine langfristige Zielsetzung AKTUELL sogar kontraproduktiv. Das heißt nicht, dass sie generell keinen Sinn ergeben – im Gegenteil –, aber die individuelle Betrachtung zeigt bei mir eben ganz andere Baustellen.

Dazu aber eine Frage: Baut sich die Zone 2 durch Zone 2 nicht automatisch selbst auf? Wenn ich durch die Anpassungen effizienter werde, trete ich doch bei gleicher Herzfrequenz (also gleichem metabolischen Aufwand) nach ein paar Monaten deutlich mehr Watt. Der metabolische Reiz bleibt gleich, aber der mechanische Output steigt ja automatisch mit. Habe ich dadurch nicht eine ganz natürliche Progression der Härte, ohne dass ich die Zone verlassen muss?

Ich bin zudem ganz klar der Meinung, dass viele Leute viel zu hart trainieren und damit einen Haufen 'Junk Miles' anhäufen. Sicherlich trainieren viele vielleicht auch zu leicht, aber auf der anderen Seite birgt ein 'zu leichtes' Training nicht das Risiko, sich komplett an die Wand zu fahren.

Deswegen habe ich generell eine gewisse Aversion gegen pauschale Trainingspläne entwickelt, weil sie selten die wirklichen Bedürfnisse des 'Athleten' (wenn man sich so nennen darf) abbilden.

Manchmal habe ich das Gefühl, es wird trainiert wie ein 'Profi', aber mit den Möglichkeiten eines blutigen Amateurs. Das führt dann direkt ins Übertraining. Das Argument was man dann öfters hört ist: "Ja, ich habe halt Bock drauf..." ja.....aber du schadest dir ggf. mehr als es dir nützt...

Meine Ansicht, die aber nicht allgemeingültig sein soll, um das klarzustellen.
 
Im Grunde gebe ich dir total recht. Kommen wir aber zum 'Aber': Das angewendete Trainingsmodell muss zwingend zum jeweiligen Athleten (Alter, Regenerationsfähigkeit, Alltagsbelastung etc.) und vor allem zum Ziel passen.

Ich habe es ja in meinem Thread schon gesagt: Mir bringen Intervalle aktuell überhaupt nichts. Sie sind für meine langfristige Zielsetzung AKTUELL sogar kontraproduktiv. Das heißt nicht, dass sie generell keinen Sinn ergeben – im Gegenteil –, aber die individuelle Betrachtung zeigt bei mir eben ganz andere Baustellen.

Dazu aber eine Frage: Baut sich die Zone 2 durch Zone 2 nicht automatisch selbst auf? Wenn ich durch die Anpassungen effizienter werde, trete ich doch bei gleicher Herzfrequenz (also gleichem metabolischen Aufwand) nach ein paar Monaten deutlich mehr Watt. Der metabolische Reiz bleibt gleich, aber der mechanische Output steigt ja automatisch mit. Habe ich dadurch nicht eine ganz natürliche Progression der Härte, ohne dass ich die Zone verlassen muss?

Ich bin zudem ganz klar der Meinung, dass viele Leute viel zu hart trainieren und damit einen Haufen 'Junk Miles' anhäufen. Sicherlich trainieren viele vielleicht auch zu leicht, aber auf der anderen Seite birgt ein 'zu leichtes' Training nicht das Risiko, sich komplett an die Wand zu fahren.

Deswegen habe ich generell eine gewisse Aversion gegen pauschale Trainingspläne entwickelt, weil sie selten die wirklichen Bedürfnisse des 'Athleten' (wenn man sich so nennen darf) abbilden.

Manchmal habe ich das Gefühl, es wird trainiert wie ein 'Profi', aber mit den Möglichkeiten eines blutigen Amateurs. Das führt dann direkt ins Übertraining. Das Argument was man dann öfters hört ist: "Ja, ich habe halt Bock drauf..." ja.....aber du schadest dir ggf. mehr als es dir nützt...

Meine Ansicht, die aber nicht allgemeingültig sein soll, um das klarzustellen.

No offense: Du widersprichst mit hier ja nicht, sondern wiederholst im Kern etwas das ich hier bereits seit Jahren immer wieder in verschiedenen Threads vertrete. :)

Was mich gestört hat: Du hast das Polarized Training als besonders sinnvoll dargestellt, das ist so einfach kaum vertretbar. Du schreibst es ja selbst: Es muss auf den einzelnen Athleten / Athletin angepasst werden. Am Polarized System ist vieles richtig und gut, es wird aber halt seit Jahren als das non plus ultra durchs Internet getrieben. Das ist wissenschaftlich so nicht haltbar, da muss schlichtweg genauer hingeschaut werden. Gleichzeitig argumentierst Du, dass man nicht einfach Training von Profis übertragen kann (vollkomen richtig!), übersiehst da, dass Seilers 80/20 Ansatz genau das ist. Eine (mehrere) Studie(n), die sich einfach nur empirisch angeschaut hat wie die besten der Welt zu ihrer Zeit trainiert haben und daraus hat er Muster herausgearbeitet. Deiner Argumentation folgend wäre 80/20 also schon gar nicht etwas, was man so einfach auf Amateursportler übertragen kann.
Und ja, ich gebe Dir recht, viele trainieren dauerhaft zu "intensiv", obwohl sie in den meisten Fällen so gut wie nie richtig intensiv trainieren.
 
wirklichen Bedürfnisse des 'Athleten' (wenn man sich so nennen darf) abbilden.

Da steckt viel Potential für Missverständnisse drin.

Wenn ich heute, mit ü40 und einem halbwegs normalen Job und Leben etc., meine halbwegs ambitionierte Ziele als Hobbysportler erreichen zu wollen, dann bezeichne ich mich selbst nicht als Athlet. Das darf natürlich jede/r für sich selbst entscheiden!

In meiner Jugend war ich mal sowas; also habe Sport gemacht mit ambitionierten Zielen. Das hieß ganz klar; ich will etwas gewinnen und wenn ich von etwas träume, dann ist das Olympia — das größte was man erreichen könnte ist das ausgewählte Ziel. Dafür habe ich deutlich mehr trainiert und deutlich krasser die Prioritäten in meinem Leben gesetzt als heute. Um es mal zu quantifizieren; ich habe jeden Tag etwas gemacht was mit Training zu tun hatte, jeden einzelnen, teilweise auch zwei Einheiten, dazu fast jedes Wochenende ein Wettkampf oder Turniere oder sonst irgendwas — über Jahre. In Stunden kann ich das kaum ausdrücken. Das war viel… 20 Std./Woche reichen da eher nicht. Das Ziel war; bestmöglich sein, Profi werden/sein. Entsprechend war das Training. Da hatte intensiv eine ganz andere Bedeutung und „Ruhe“ ebenso.

Heute, 25 Jahre später, bin ich ein Amateur, der nie bei Olympia war, im Studium zu viel geraucht und getrunken hat, und habe meinen Siegeswillen im Wettkampf auf die wöchentliche Runde mit den Vereinskollegen oder auf einen völlig unbekannten Radmarathon ohne Zeitmessung verschoben. Zum Glück habe ich das mit dem Rauchen und Trinken aufgegeben 😅
Um da als „ambitionierter Hobby-Typ“ durchzugehen reicht ein Bruchteil des Aufwands, verglichen mit meinem Jugendtraining.

Und nun endlich zu meinem Punkt (sorry für die lange Einleitung):
Ja, man trainiert als Hobbysportler manchmal auch viel (neben Job & Co.), vielleicht auch mal zu viel, zu intensiv, ineffektiv etc. Aber; ganz viele Hobby-Radler haben (meiner Erfahrung nach) keine Vorstellung davon wie hart man sich eigentlich prügeln kann und was Ausbelasten bedeutet. Oft geht da noch viel mehr — nur muss man das zum Einen wirklich wollen und dann zum Anderen auch entsprechend umsetzen und in das komplexere Leben einsortieren. Die Leute in meinem Umfeld, die das wirklich (mit 40+) machen, trainieren viel, hart, oft — zeitlich in ähnlichen Bereichen wie ein Sportler auf professionellem Niveau.
 
Zwift (und auch Intervals) schätzen die VO2max grob über die 5 min Leistung. Für die meisten wird das auch relativ gut hinhauen, gibt ne Studie zu der Formel.

VO2max ~ 16,6 + (8,87 x CP5 w/kg)
Das passt ziemlich exakt zu meiner VO2max fürs Laufen lt. Garmin. Habe das gerade einmal mit einer geschätzten W/kg lt. Strava über 5min auf einem meiner Hausanstiege nachgerechnet.
 
Ich gebe zu, dass mir Garmin Werte sehr egal sind - ich trage auch keine wearables - messe keinen Ruhepuls; wenn ich mich "undefiniert" nicht gut fühle, starte ich zumindest ein Training und wenn mir nach 30 Minuten kein Aspekt des Trainings Freude bereitet oder ich mich schlecht(er) fühle breche ich eben ab...ich glaube solche Abbrüche kann ich an einer Hand abzählen.
Ebenso pragmatischer wie guter Ansatz. So ähnlich halte ich das auch. Besonders wichtig ist der Punkt, dass ein Aspekt des Trainings Freude bereiten soll. Natürlich kann es immer mal sein, dass man nicht die Beine für ein sehr anspruchsvolles Training hat, dann kann man aber in den allermeisten Fällen die Intensität reduzieren und die Zeit trotzdem nutzen - und sei es auch, um bei einer Ausfahrt die Natur zu genießen oder bei einer Rolleneinheit sein Lieblingsalbum oder irgendeine Playlist zu hören. Das liefert dann vielleicht nicht den gewünschten spezifischen intensiven Trainingsnutzen, mit Grundlageneinheiten macht man aber eigentlich nie etwas verkehrt und vielfach wird man sich nach so einer Einheit einfach besser und entspannter fühlen als vorher. Davon profitiert man nicht nur selber, sondern auch das eigene Umfeld.

Ich habe es vor Längerem auch mal mit der Messung der HRV probiert, wirklich sinnvolle Steuerungsansätze fürs Training, über das hinaus, was man auch so beobachten kann, habe ich aber nicht festgestellt.
Das ständige in sich hineinhorchen und die lückenlose Selbstüberwachung durch irgendwelche Wearables führt ohnehin eher zu Problemen, als dass sie eine Lösung darstellt. Das liegt schon allein schon an dem aus Sozial- und Naturwissenschaften bekannten Problem, dass das Beobachten, Überwachen und Messen eines Phänomens, dieses nicht selten verändert. Dies trifft natürlich erst recht auf Selbstbeobachtung und Selbstüberwachung zu. Nicht selten ist der Fokus auf das eigene Befinden bzw. das, was einem irgendein Wearable hinsichtlich Trainingsbereitschaft ausspuckt, nichts weiter als Prokrastination.
 
Es ist nicht so, dass Zone 2 effektiver wäre als zB Zone 3 wenn es um das Herausarbeiten von im Ausdauersport gewünschten Parametern geht. Vielmehr gibt es Studien von u.a. Seiler, Gallo und Sandbakken, die genau das Gegenteil zeigen.[…] Für den LT1 gilt bis zu Zone 4 mehr Wirkung.

Jetzt kommt das große Aber: In Zone 2 kann man mehr Energie umsetzen, einfach weil man es länger fahren kann. Der 80/20 Ansatz trifft für ganz hohe Umfänge zu, nichtmal da wenn man es ganz genau nimmt, wenn man sich das Training der besten der Welt anschaut, stößt man nämlich eher auf einen pyramidialen Ansatz, aber gut.
In diesem Thread reden wir ja über die Leute mit begrenztem Zeitbudget. Wenn ich unbegrenzt Zeit zum trainieren habe, steigt Zone2 überproportional an, einfach weil an Intensitäten schlicht nicht mehr geht. Aber für die meisten Menschen ist die Frage wichtiger, ob es besser ist, bei „halbem“ Zeitbudget entweder am unteren Ende LIT abzuschneiden, oder alles (LIT, MIT, HIT) gleichmässig zu kürzen. Diese Frage wurde für mich noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Aber vielleicht läuft es darauf hinaus, was man am Ende haben will: Gutes Sprinten, gute Ausdauerleistung, ne gute Fettverbrennung, oder von allem ein bisschen, dafür nix so richtig. Und dann muss man sich halt auf das fokussieren.
Das bedeutet NATÜRLICH nicht, dass lockeres GA Training nicht seine Wirkung hat, das hat es unbedingt, aber die sogenannten "Junk Miles" sind ein Mythos, der immer wieder wiederholt wird, wissenschaftlich aber nicht haltbar ist.
Naja Junk Miles sind Einheiten, die Dich Deinen Zielen halt nicht näher bringen. Wenn Du Fettverbrennung haben willst, aber KH Verbrennung trainierst, dann sind das eben Junk Miles. Davon hatte ich letztes Jahr eine Menge. Will nicht sagen, dass die keinen Effekt hatten, aber halt nicht den, den ich haben wollte.
Ich trainiere dieses Jahr anders; ich spüre, dass sich da was ändert, aber ich rätsele noch, was das ist und wie ich damit umgehe - also was und ob / wie ich mein Training anpasse.
Das Problem geht ja schon damit los, dass die meisten Sportler:innen gar nicht wissen bei welcher Intensität genau die 80% (Zone 2) genau aufhören. Das wirft mir ein FTP-Test nämlich nicht aus.
Das genau ist auch mein Problem; zumal ich davon überzeugt bin, dass für „Zone 2“ viel wichtiger ist, mit welchem Krafteinsatz / Drehmoment Du in die Pedale trittst, als welche Leistung, HF oder Laktat dabei herauskommen. Das sind alles nur Versuche, um zu messen und zu beschreiben, und eine Wiederholbarkeit zu ermöglichen, die aber sehr sehr Athletenspezifisch ist.
In Bezug auf Vo2max gilt je intensiver, desto besser (Ausnahme: Zone 6). […] Für den LT2 gilt das Gleiche wie für VO2max.
Also intensiver, solange bis man in Zone 6 reinrutscht?
 
Also intensiver, solange bis man in Zone 6 reinrutscht?
Ja, das hat die Studie herausgefunden. Wohlgemerkt bei gleichem Zeiteinsatz in der jeweiligen Zone. Genau da kommen wir dann an praktische Grenzen. Es dürfte offensichtlich sein, dass es leichter ist im Bereich des FTP mehr Zeit anzusammeln als in Zone 5. Und in Zone 3 leichter als in Zone 4. Und in Zone 2 leichter als in Zone 3. :)
 
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