AW: Projekt Ironman SUB-11
Worum geht's?
Während sich das halbe Forum bei diversen Wettkämpfen unterwegs war, stand bei mir das 1. "Big Day Training" auf dem Plan. In Friels Triathlon-Trainingsbibel wird folgendes Training einmal ca. 8 und einmal ca. 4 Wochen vor dem Ironman empfohlen: 60 Minuten Schwimmen, 5 Stunden Rennrad und abschließend 2 Stunden Laufen, alles im lockeren Tempo (jedenfalls für Anfänger wie mich). Die Einheiten sind unterbrochen von 90 Minuten Erholungspause, um sich nicht zu sehr zu erschöpfen. Das Ziel dieses Trainings ist, ein Gefühl einer 8-stündigen Belastung zu bekommen und zu testen, wie der Körper damit zurechtkommt.
Am Tag zuvor hatte der HdH spontan vorgeschlagen, sich (zumindest in Teilen) an dem Programm zu beteiligen, immerhin hat er ja 2 Wochen nach meinem Ironman eine Halbdistanz auf dem Plan.
Schwimmen
Zu Beginn fuhren wir am Morgen an den Langener Waldsee. Ins Wasser zur selben Uhrzeit wie beim Wettkampf zu kommen ging wegen der Öffnungszeiten nicht, aber viertel nach 8 ist nur etwas mehr als eine Stunde später als beim IM. Und dann eine Stunde lang entlang der Absperrung schwimmen, immer wieder hin und zurück. Schnell war ich nicht, aber im Gegensatz zum Vorjahr kam ich mit dem Neo und im Freiwasser gut zurecht und konnte schön durchkraulen. Der HdH schwamm nur einen Teil mit. Entsprechend meinem sonstigen Tempo im Training schätze ich die Stunde auf 2,2 km Schwimmen.
Am besten am Morgen war ein Pärchen, das ohne Neo, aber anhand der Kleidung eindeutig als Triathleten erkennbar, in den See ging. Sie vorneweg, er zögerlich hinter. Sie kommentierte: "Da sieht man wieder, wer hier eisenhart ist!"
Rad mit Aufreger
Danach fuhren wir wieder heim, aßen ein bischen und machten uns fertig für das Rad. Um die Verpflegung für den IM zu testen, hatte ich mich mit Iso, Riegeln und Gel von Powerbar eingedeckt, die beim Wettkampf gereicht werden. Ca. 11 Uhr brachen wir auf. Friel empfiehlt eine Strecke ähnlich der Wettkampfstrecke, dementsprechend hatte ich eine Route mit welligem Profil vorbereitet. Direkt auf dem Ironman-Kurs wollte ich nicht fahren, da ich keinen Bock hatte, mich um die Uhrzeit durch Frankfurt zu kämpfen. Und nur die Bergstraße runterrollern, wäre mir zu flach gewesen.
Das Radeln lief prima, nur machte uns der Wind ganz schön zu schaffen. Und natürlich blies er immer schön von vorn, zum Teil recht kräftig, so dass ich mich im ersten Drittel der Strecke viele Kilometer mit gerade mal um die 25 km/h über die Straßen kurbelte. Irgendwann war wie angekündigt die Schauerfront da, und an einer Bushaltestelle ließen wie den Regen vorbeiziehen und gönnten uns ein Päuschen
🙂
Ein paar Minuten später ging es weiter, und dann gab es den Aufreger des Tages. Dem HdH war die
Garmin 305 beim Ausziehen der Windjacke abhanden gekommen. Große Aufregung und Suchpause! Wir sind die fraglichen paar Hundert Meter entlang der Strecke mehrfach abgefahren/abgelaufen, bis ich die Uhr endlich am Rand entdeckte. Erst hatten wir befürchtet, dass andere Radler (da waren einige vorbeigekommen) die Uhr eingesteckt hatten, aber gottseidank hatte das niemand gemacht. Die Uhr war erst eine Woche alt, nachdem der Vorgängerin ein ähnliches Schicksal ereilt war. Erkenntnis: Das sogenannte Schnellwechsel-Kit ist gefährlich! Die Uhr geht zu leicht ab! Und die Stelle werde ich in Zukunft meiden, letztes Jahr hatte es da in einer Gruppenausfahrt einen Platten gegeben
🙂
Nachdem wir das verdaut hatten, ging es endlich weiter. Wir fuhren noch ein Tal hinauf, in dem uns mehrere größere Radlerpulks entgegenkamen -- da war wohl gerade RTF --, und mussten schließlich über den letzten echten Hügel, dann konnten wir heimfahren. Und ohne den heftigen Gegenwind fuhr es sich deutlich angenehmer. Unschön ware 2 Stiche vermutlich von Wespen, die ich mir unterwegs einfing, eine war wohl unten die Helmgurte geraten, die andere knallte voll auf die Stirn, beides verbunden mit lokalen stechenden Schmerzen.
Nach 4:56 h waren wir zu Hause, gerade rechtzeitig vor den dunklen Wolken, die heranflogen, ca. 17:15 Uhr war es geworden. Ca. 130 km im Schnitt von 26,5 km/h (Wind und die Suchpause hatten den Schnitt etwas verdorben) und etwas mehr als 1000 hm hatten wir wegpedaliert. Die 2. Pause lag vor uns und ging verdammt schnell vorbei. In der Zeit konnten wir die letzten Kilomter der Giro-Königsetappe gucken. (Können die den Contador endlich aus dem Verkehr ziehen? Das macht echt keine Freude mehr!)
Laufen
Jetzt nur noch Laufen. Der HdH wollte nicht die kompletten 2 Stunden mitlaufen, so dass wir zu einer 15-km-Runde starteten. Nach 3 km bekamen wir zum ersten Mal doch richtig Wasser ab. Ich empfand die Erfrischung aber als überaus angenehm. Wir liefen locker auf unserer Lieblingsstrecke zu einem kleinen See, und nach 15 km machte ich mich allein auf die letzten etwas mehr als 30 Minuten. Inzwischen hatte es doch angefangen, weh zu tun, so völlig spurlos geht so ein Tag ja nicht an einem vorbei
🙂 . Nach exakt 2 Stunden und 20,7 km, also fast einem Halbmarathon, war ich daheim, endlich.
Fazit
Insgesamt bin ich erstaunt, wie gut der Tag gelaufen ist. Bis auf die letzten Kilometer beim Laufen empfand ich das Training nie als wirklich anstrengend, es hat richtig Spaß gemacht! Heute, am Tag danach, fühle ich mich schon gerädert, das ist aber angesichts von 8 Stunden Sport in Ordnung.
Das Powerbar-Zeug habe ich auch gut vertragen. Plörre und Riegel haben einen etwas beißenden Nebengeschmack, wichtig war mir jedoch vor allem die Verträglichkeit. Auch dass die Riegelsorten alle sehr ähnlich schmecken, ist nicht schlimm. Die getesteten Gels sind lecker, die schlechte Erfahrung aus dem letzten Marathon ist damit Geschichte.