Man unterscheidet unlegierte, niedrig- und hochlegierte Stähle (nach der chem. Zusammensetzung, man kann auch nach Verwendung unterteilen).
"Un"legierte Stähle müssen dabei allerdings nicht wirklich unlegiert sein, die Bezeichnung sagt nur aus, dass die genauen Legierungsbestandteile und Massenanteile nicht spezifiziert sind. In diese Klasse fallen z.B. die üblichen "Baustähle", z.B. St37, St52 etc. (ups, Entschuldigung, natürlich S235, S335 etc.

). Dabei steht die Zahl für die Festigkeit (alte Norm z.B. St37 =370N/mm² Mindestzugfestigkeit, neue Norm z.B. S235 = 235 N/mm² Mindeststreckgrenze).
Die niedrig legierten Stähle enthalten definierte Anteile von Legierungselementen mit einem maximalen Massenanteil von je 5%.
In dieser Gruppe sind die sog. CrMo-Stähle zu Hause, z.B. der 42CrMo4. Die Bezeichnung folgt der Zusammensetzung des Stahls und bedeutet "42"=0,42% Kohlenstoffgehalt, "Cr[...]4"=4/4=1% Chrom, "Mo"= Molybdänanteil bis 1%.
Leider sagt diese Norm nichts über die Festigkeit des Werkstoffs aus, welche aber auch vom Verarbeitungszustand abhängig ist.
Hochlegierte Stähle beginnen in ihrer Bezeichnung mit einem "X", z.B. "X5CrNi18-10".
Sie enthalten min. 10% Legierungselemente. Die Norm bezieht sich ebenfalls auf die Zusammensetzung des Stahls. Im Beispiel "X"= hochlegiert, "5"= 0,05% Kohlenstoff, "Cr[...]18"= 18% Chrom, "Ni[...]10"= 10% Nickel.
Dieser Stahl ist ein austhenitischer, nichtrostender Stahl und der Standardstahl für die Besteckindustrie.
I.A. sind CrMo-Stähle deutlich fester als Baustähle zu ungunsten der Bruchdehnung/des Umformvermögens.
Baustähle werden eigentlich nur im Billigsegment und für robuste Reiserahmen benutzt (letzteres ist Philosophie

).