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Reisebericht /// München - Venedig

firlie

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München – Venedig
560 Kilometer / 4 + 1/2 Tage


10.07. 18.07.2016

Nach 2 relativ flachen Radfernreisen in den letzten beiden Jahren, immer Richtung Norden, sollte es nun endlich mal so richtig bergig werden. Und wenn schon - dann natürlich gleich über die Alpen drüber weg !
Mit dem Roadbook von Kai Wewior hatte ich sofort ein wunderbares Ziel und die perfekte Strecke:
http://www.buecher.de/shop/muenchen...ay/products_products/detail/prod_id/42504312/

Das war im Januar 2016 und ich laborierte da immer noch mit meinem linken Knie herum. 3 Besuche bei „KnieSpezialisten“ brachten 3 unterschiedliche Ergebnisse. Einer wollte sofort mit dem Messer ... , der 2te wusste gar nicht was er machen sollte und der 3te sagte, hier mach ich nix dran.
ICH wusste immerhin, dass ich starten will und das ist das Wertigste was man haben kann !
Ziel und Strecke waren also gesteckt. Unterkünfte wollte ich mir, wie bei meinen letzten RadFernReisen, immer unterwegs suchen. Bedenken hatte ich dabei nur hinsichtlich des Sprachproblems, denn Sächsisch versteht bekanntlich nicht jeder ! Blieb dann noch die Fahrkarte von Dresden nach München und die Retour. Die DB bietet leider erst 3 Monate vor Reisebeginn den Service eines Kaufes und ich bibberte bis dahin schon etwas, denn ich hatte ein fixes Datum für An - und Abreise geplant.






Wie nun alles verlaufen ist und was alles geschah - wens interessiert, in den folgenden Kapiteln gibts darauf eine Antwort ...
 
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firlie

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München - Bad Tölz
Sonntag, 10.07.2016 / 65 km



Noch vor dem Mittag wollte ich mit dem Zug in München sein



.... leider machte die DB da nicht mit. Wegen Bauarbeiten auf der Strecke und der dadurch eingetretenen Zugverspätung verpasse ich meinen Anschlusszug in Hof und habe dort 2 Stunden Aufenthalt. Ein kurzer Trip ins Stadtzentrum, ausgiebiges Frühstück (Salat aus der Mitropa mit reichlich Zusatzstoffen) versüßen mir die Zeit und irgendwann gegen 13Uhr komme ich bei 32°C in Bayerns Hauptstadt an. Heiß, schwül und ein hektisches Gewusel aus unzähligen Menschen.



Dieses Generve kenne ich ja schon von anderen großen Städten und deshalb sehe ich zu, dass ich runter an die Isar und auf meinen Radweg komme.
Auf gutem aber meist weniger gutem Radweg - manchmal mache ich den Mountainbiker - geht es fast immer an der glasklaren Isar entlang. Dort scheint sich halb München zu amüsieren. Es wird gebaden, gegrillt, gesonnt - kurzum, der Bayer fühlt sich wohl hier an so einem heißen Tag.




Nach einem fürstlichen Mahle auf "Burg Hotel& Restaurant Grünwald" erblicke ich bei Kilometer 25 die schemenhafte Silhouette der Alpen.





Kurz darauf geht es in rasanter Abfahrt zum "Isarwerkanal" hinunter.

 
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firlie

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Bei Geredsried geht es dann weg vom Wasser und ein paar deftige Steigungen erwarten mich. Doch oben angekommen entschädigt der Blick für alles. Das Gebirge liegt nun sichtbar in voller Pracht vor mir



... und gegen 17 Uhr rolle ich nach Bad Tölz hinunter. Schnell ist eine Unterkunft gefunden und nach dem Frischmachen geht es in ein zünftiges Bayrisches Wirtshaus.
Der vergehende Tag lockt mit herrlichem Licht zum Fotografieren. Fliegenfischer in der Isar geben ein herrliches Motiv.






Mit einbrechender Dunkelheit bin ich dann zurück in der Unterkunft, schreibe noch Tagebuch und bins zufrieden, denn das war heute ein optimaler Einstand, so kanns bleiben !!!
 
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Bad Tölz - Matrei am Brenner
Montag, 11.07.2016

132 km / 1800 Hm



6 Uhr Start in einen super Morgen. Es geht immer entlang der Isar, die leider ihren Flair verloren hat. Sie ist nur noch begradigter Wildbach ohne Schönheit.





Es weht mächtig Wind, aber es fährt sich gut. Nach 25 Kilometern ein Vorgeschmack auf das, was mich in den Alpen erwarten soll. Prozentig geht es nach oben. Dann ein Tunnel





.... und ich stehe vor dem atemraubenden Panorama des "Sylvensteinstausees".





Das Lunchpaket wird niedergemacht, die Landschaft genossen. Bis "Achensee" zieht es sich dann weiter nach oben. 2 mal versuche ich dem ausgeschilderten Radweg zu folgen und verlasse die Hauptverkehrsstraße. Ein großer Fehler das, denn ich lande auf teilweise gerölligen MTB Wegen und muss auch schieben. Begeisterung bei der Ortsdurchfahrt "Achenkirch" und wenig später das nächste Highlight, der "Achensee". Ein Traum mit glasklarem Wasser und die Kulisse der Berge.



Ein langer Weg führt mich am Ostufer des Sees entlang und ich komme aus dem Schwärmen nicht heraus !
 
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In Maurach am Achensee mache ich noch ein letztes Foto:



Wenig später ist der Pass erreicht und es geht in schneller Fahrt hinab ins Inntal. Atemraubende Ausblicke auch hier. 2 Radler kommen mir noch oben entgegen, total fertig - und in der Tat, diesen Pass möchte ich vom "Inn" nicht hinauf fahren, zumindest heute nicht !





Nach fast 10 Kilometern rasanter Abfahrt bin ich in "Wiesing" und mache im nächsten Ort, in "Jenbach", erst einmal Rast an einem Supermarkt. Hier treffe ich ein Radlerpärchen, das in 3 Wochen in "Rom" sein will.
Man !!! - da werde ich gleich richtig neidisch auf die Strecke und das Ziel !
Stupide zieht sich der Radweg am Inn bis Innsbruck.



Der Fluss ist schmutzig und führt Hochwasser. Wenige schöne Aussichten bieten sich mir ...



... und vor der großen Stadt, ich mache noch einmal Halt, erfahre ich durch mein daheimgebliebenes Frauchen die Botschaft, das Wetter soll umschlagen. Es ist von Temperatursturz die Rede und von viel, viel Regen. Angesichts dessen beschließe ich die Innenstadt auszulassen und fahre via Navi direkt die „Alte Brennerstraße“ an um dann bis "Matrei" zu kommen.
Das Navi leistet gute Dienste und ruckzuck bin ich auf der "Alten Brennerstraße".



Die Faszination ist groß !!! Und auch der Stolz ! Nach 25 Jahren Reisefreiheit endlich zum 1ten Male auf dem "Brenner" !
... und dann gleich mit dem Fahrrad !!!
Es fährt sich ausgezeichnet. Die Steigungen sind human und durchaus machbar. Auch hier wunderherrliche Ausblicke ins Land und auf die BrennerAutobahn. Leider kommen immer mehr Wolken dazu.



"Matrei" erreiche ich gegen 16 Uhr



und habe sofort Glück mit einer Bleibe für die Nacht.
Die Pension Steiner bietet Unterkunft und Frühstück für 55,- €. Ich bins zufrieden und ziehe ein. Wäsche, Supermarkt und Restaurantbesuch im Hotel Krone. Der Salatteller ist mit 14,50 € überteuert, schmeckt aber gut. Ein anschließender Kurztrip durch den Ort und zu seinen Kirchen beeindruckt mich schwer. Moderne Urnen in Verbindung mit der alten Kirchenarchitektur
- ich sah nie Ansprechenderes !



Kurzer Tagebucheintrag, einige Sachen geordnet und dann ab in die Falle.
....mit den ersten Regenschauern schlafe ich ein ...
 
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Matrei am Brenner - Niederdorf
Dienstag, 12.07.2016
118 km / 1500 Hm



Dieser schei... Regen ! Hatte gedacht, ich komme in diesem Jahr drumrum, aber Pustekuchen. Die Daheimigen hatten es verkündet, gestern Abend fing es an, in der Nacht hat es geschüttet und heute Morgen, ich will gerade los, kübelt es erneut.



Verspätet also Richtung "BrennerPass". Doch gegen 7, als ich losfahre, rollt es gut an und eine wirkliche, deftige Steigung gibt es dann nur zwischen Gries und Brenner. Immer wieder sehe ich nach oben auf die Brennerautobahn. Es ist faszinierend die vielen Autos und LKWs dort entlangkriechen zu sehen.





Gegen 8 Uhr bin ich in „Brenner“ und irgendwie hatte ich mir das alles ganz anders vorgestellt. Es gibt ein haufen Outdoorgeschäfte, einen Bahnhof, paar Häuser und dann bin ich auch schon "drüber".



Vom 1370 Meter hohen BrennerPass geht es wunderbar bergab. Auch wenn der Himmel zugezogen ist halte ich immer wieder an und bestaune diese Landschaft ! Vor "Gossensaß" habe ich mir irgendwelchen Müll aufs Navi geladen. Anstatt dem ausgeschilderten Radweg zu folgen fahre ich einen geteerten Weg hinunter, der dann nicht mehr weitergeht. Zum Glück gibt es einen schmalen Pfad den ich mountainbikemäßig hinunter fahren kann.





Gegen 9:30 dann die Altstadt von Sterzing. Herrlich ! - aber jede Menge Menschen. Etwas außerhalb suche ich mir ein Plätzchen und verzehre mein Frühstück.
Mit der Weiterfahrt kommt auch der Regen wieder. Die "Eisack" ist schmutzig und übervoll. Auf die Radwege hat es allerlei Schlamm gespült und bis "Franzenfeste" hört dieses Gemiste auch nicht auf ...





 
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Dann endlich "Franzenfeste" - was für eine Festung ! Doch genau hier gießt es wieder wie aus Kübeln, Eimern, Kannen ...




Gegen 13 Uhr kommt dann doch die Sonne durch. Ich bin irgendwo zwischen Brixen und Brunneck. Sofort ist es warm und schwül. Mein Tagesziel lege ich mit "Toblach" fest und ja, da ist es wieder, das Kilometergefresse auf Deibel komm raus. Ich wollte das nicht mehr machen habe für mein Tun aber die Ausrede des schlechten Wetters.



In"Bruneck" schaue ich nur fix auf die Einkaufstraße der Altstadt. Wie zu erwarten, jede Menge Massen - also weiter. Danach das "Tal der Rienz". Herrlich schattig und idyllisch. 2 beleuchtete Tunnel sind eine Attraktion. 5 Kilometer hinter Bruneck dann ein Sportplatz mit Beköstigung mitten im Wald. Es leppert mich gar sehr und so gönne ich mir einen Cappuccino und ein Eis. Auch andere Radler, Fernradler, treffe ich hier. Nieder- Mittel - und Oberolang sind die nächsten Orte. Dort tanke ich noch mal Wasser nach. Ganz nebenbei steht der Hinweis auf den "KronPlatz" am Wegesrand (Plan de Corones - 2275 Meter hoch) und der war mehrmals Ankunfts/ZielOrt beim Giro.






Es ist ein ewiges Auf und Ab, manchmal muss ich mich auch quälen und als sich dann erneut der Regen meldet, das ist bei Niederdorf, da habe ich die Faxen dicke und sage: " Für heute reichts !"




In Niederdorf finde ich gleich beim ersten Versuch eine sehr gute Unterkunft. 40,- € inklusive Lunchpaket - da kann man nicht meckern. Ansonsten entpuppt sich der Ort als "Totes Nest". Ich finde nur ein Gasthaus, den "Adler" und der hat erst ab 19 Uhr warmes Essen im Angebot. Ich will nicht warten und bestelle Salat und Apfelstrudel. Doch es schmeckt und macht satt. Ein kleiner Rundgang durch den Ortskern (es fängt dabei schon wieder an zu regnen !) beendet den Tag. Ich bin ziemlich fertig, freue mich aber schon auf den kommenden Tag, der mich in die Dolomiten führen wird.

 
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Niederdorf - Belluno
Mittwoch, 13.07.2016
109km / 1000 Hm



Ein vernebelten Morgen begrüßt mich gegen 6 Uhr am 4ten Tag. Doch schon bald zeigen sich blaue Flecken zwischen dem Gewölk. Eine halbe Stunde später, am Toblacher See, sind die Konturen der mächtigen Dolomitenberge zu sehen. Ich habe das große Glück und kann am
"3 Zinnen Blick" NaturKino erleben. Die "Zinnen" zeigen sich dabei leicht vernebelt in herrlichem Licht zwischen den Bergen. Eigentlich hatte ich sie später erwartet, um so erstaunter und euphorischer bin ich jetzt, ob dieses Anblickes.








Es geht auf schotterigem Wege immer weiter leicht bergauf. Stellenweise ist der Weg ausgewaschen und es ist manchmal ein Balanceakt mit den schmalen Reifen nicht in eine Spurrinne zu kommen. Dazu muss ich immer wieder nach links und rechts zu den steil aufragenden Bergen blicken. Dieses Tal in dem ich fahre und die Berge - es ist einfach der Hammer und ich schwebe auf Wolke 7.




Nach dem malerischen "Dürrensee" folgt irgendwann der "Passo di Cimabanche" (1529 m) - auch Pass von Schluderbach geheißen.
Hier mache ich Rast, esse etwas und bin jetzt eigentlich drüber, über die Alpen!






Ich verlasse Südtirol und fahre nun in "Venetien" ein. Was ich noch nicht weiß, ich passiere hier die Sprachgrenze und war bis jetzt alles deutsch und ausgeschildert, alle des Deutschen mächtig, so werden mich fortan einige Sprachprobleme begleiten !
Hinterm Pass ist der Radweg weiterhin schottrig und steinig. Anscheinend hat man diesen auf einer alten Bahnstrecke verlegt. 2 Tunnel und ein Stationshäuschen lassen darauf schließen.



 
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Ist es anfänglich noch recht blau über mir, so verdunkeln nahe "Cortina" zunehmend dunkle Wolken den Himmel. Doch es geht bergab. Es geht immer weiter bergab und das soll noch ewig so weiter- gehen denn auf über 30 Kilomter führt dieser Radweg ins "Pievetal" hinab.



Vor der Olympiastadt "Cortina d Ampezzo" (Olympia/Winter -1956) geht mein Holperweg in feinsten asphaltierten Radweg über. Es ist eine Lecke hier zu fahren doch leider ist nun auch der Regen da. Die großen, spektakulären Bergmassive kann ich durch die vielen Wolken nur erahnen, leider auf fast der ganzen Abfahrt ...



Gegen 10 bin ich in "Dogana Vecchia" . Dort trinke ich an einem Rasthaus an der Straße einen Cappuccino und fahre im strömenden Regen weiter. Meine Regenkleidung macht sich erstaunlich gut, die neu angebrachten Schutzbleche halten auch viel Wasser von mir fern - doch es ist eben kein Vergnügen und wenn ich jetzt beim Bericht schreiben diese gigantischen BergSilhouetten sehe, die hier über 3000 Meter hoch sind, - man, was habe ich da verpasst, da muss ich unbedingt wieder hin !







In "Peaio", einem kleinen Dorf, muss ich mich für eine halbe Stunde an der Kirche unterstellen, es kommt wie aus Kübeln von oben und es gibt ein Gewitter der Superklasse. Durch das Herumgestehe wird mir kalt und ich ziehe Armlinge, ein zweites Shirt und die Radjacke drüber. Wie zum Hohn kommt wenig später die Sonne heraus ...



Aber ich will nicht klagen, Klärchen wärmt mich ordentlich durch und gibt endlich einen Blick auf die Bergkulisse frei. Der Radweg mit der Bezeichnung "Der lange Weg der Dolomiten" - den ich nun seit 30 Kilometern bergab fahre - ist total neu und so scheint es auch mit dem "La Tappa", das als Begegnungszentrum für Einheimische und Touristen direkt am Radweg errichtet wurde. Hier bin ich kurz nach Mittag. Eine Gruppe deutscher Radler ist gerade am Aufbrechen, ich versuche mich derweil mit einer Essens Bestellung. Ein einziges Wort kann ich deuten und das heißt "Pasta". Die "Cola" ist in der Sprache identisch, nur mit der dazugehörigen Zitrone, da hapert es. Ich einige mich mit der Bedienung auf "Lemon" und das ist eines der wenigen Wörter in Englisch, das wir beide verstehen. Ich entledige mich meiner Regenkleidung und lege Strümpfe und Schuhe auf die von der Sonne angestrahlten Steine zum Trocknen. Nach reichlicher Rastzeit und ziemlich harter "Nudeln" rolle ich gen "Valle die Cadore" und kurz darauf ins "Piavetal" .

 

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Auf einer stillgelegten Hauptstraße rolle ich gegen 14 Uhr ins Flusstal des "Piave. Die bewaldeten Hänge und steilen Bergmassive, tja, ich sehe nicht viel davon, erahne aber, dass es hier bei gutem Wetter wunderbar sein muss. Es ist trüb und immer wieder kommt der Regen. Die kleinen Ortschaften, meist nur wenige Häuser, faszinieren mich total. Alte Architektur und viel davon scheint verwaist. Typisch und auffallend sind die Fensterläden an allen Gebäuden, die mich bis hinein nach Venedig begleiten sollen und deren Sinn und Zweck ich erst dort, bei sonnigem, heißen Wetter, so richtig begreifen werde.





Ja die alten Häuser. So ähnlich hatte ich es mir hier vorgestellt. Natürlich gab es genug Vorahnungen, aber letztlich ist es noch mal um Nummern größer, das alles live zu sehen.
.... wenn diese urigen Gebäude erzählen könnten !!!!
Mein Radweg ist durchweg super ausgebaut. Dort, wo er nicht auf den meist wenig befahrenen Straßen verläuft, hat man auf alte Wege wunderbaren Asphalt aufgezogen. Es ist noch ein ganzes Stück bis Belluno aber es rollt gut !



Doch immer wieder Regen, Regen, Regen.
Der Piave führt braunes Wasser und die Wolken verhüllen die teils wilden Berghänge und das Gefels. Ich wähne mich fast am Ziel, da kommt erneut eine Wand aus Wolken und Regen. Dann, bei der Einfahrt in die Vororte von Belluno, Windbruch. Das ist nicht von heute und ich bin froh, nicht in dieses Unwetter hinein gekommen zu sein.





Ins Tagebuch schreibe ich: "Bei der Einfahrt in die Stadt ist es hektisch. Ich fahre umher, finde recht schnell die Altstadt, habe aber keinerlei Peilung. Die gewohnten Hinweise auf Pensionen oder Hotelschilder fehlen vollkommen. Alles ist in Italiano geschrieben. Zum Glück fahre ich an der Touristeninformation vorbei, gehe hinein und da ist es zunächst wieder, das Sprachproblem.
2 Studentinnen sitzen da und ich versuche mit meinem sächsischen Englisch, oder besser, den 3 Worten die ich spreche, nach einer Unterkunft zu fragen. Aber irgendwie verstehen wir uns, auch sprechen die Mädels ein bisschen Deutsch. Ein ausgehändigter Stadtplan und die Reservierung via Anruf führen mich ins "Casa per Ferie Al Centro". Ich lobe mir diese helfenden TouristenInformationen !!!





Das Hotel liegt mitten im Altstadtzentrum in einem Hinterhof und ist von außen nicht zu sehen. Einfach, schlichtweg schlicht die Ausstattung des Zimmers. Statt TV liegt eine Bibel auf dem Nachtschrank, doch für 32,- € ist das alles hinnehmbar. Eine Sonderbarkeit, in Italien gibt es kein "Zudeckbett" wie wir es kennen. Ein "Stoffbezug" liegt nur auf dem Bett und ich weiß bis heute nicht, wie diese Sache zu nutzen ist ...



Fast symbolisch präsentieren sich bei meinem Abendspaziergang und der Suche nach etwas zu Essen die hängenden Regenschirme in einigen Gassen. Die hätte ich die letzten Tage und Stunden bitter nötig gehabt !



Mit dem Essengehen, das ist dann so eine Sache. Überall nur kleinere Bars in denen die Einheimischen ihren Kaffee und ein Gläschen trinken. Ich weiche notgedrungen in die Selbstbedienung des Hotels aus, doch das gebotene Essen ist nichts, wirklich nichts.
Wie einer Eingebung folgend, frage ich beim Salat nach dem Fleisch, was da obenauf liegt. Es wäre Thunfisch - Oh Gott !!! - den esse ich nun wirklich nicht zum Salat.
2...3 Müsliriegel in mich reinschiebend, schreibe ich auf dem Zimmer noch Tagebuch und fasse den Entschluss, morgen bis Venedig durchzuziehen. Nicht um jeden Preis, aber eigentlich doch ....

 

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Belluno - Mestre - Venedig
Donnerstag, 14.07.2016
200km / 1670 Hm

Checkout ist bei der Hotelrezeption mit 6 Uhr vereinbart. Vereinbart deshalb, weil, die Dame an der Rezeption mir das große Eisentor am Eingang öffnen muss, sonst komme ich mit meinem Rad nicht hinaus ! Es grumelt in den Bergen und zwar mächtig. Der Himmel ist ein einziges Spektakel aus Gewölk und Blitzen. Ich mache sofort, dass ich in die Spur komme. Es muss heute mit Venedig klappen, schon allein des Wetters wegen. Außerdem geht es laut Roadbook fast nur noch bergab bzw. die letzten 100 Kilometer völlig flach bis nach Mestre.



Es rollt gut und nach einer Stunde habe ich 20 Kilometer weg. Dann kommt vor "Cesiomaggiore" der Hammer in Form eines Stiches der es in sich hat, vor allem, wenn man nicht damit rechnet. Der Ort selber beherbergt ein Fahrradmuseum und jede der Straßen hier ist nach einem berühmten Rennradfahrer benannt.





Ich passiere diesen fahrradbesessenen Ort und sofort werden die Höhenmeter zunichte gemacht. Rechts und links habe ich jetzt die sanften und bewaldeten Höhenzüge - und vor mir, ich will es nicht glauben, kommt ein bisschen Blau durchs Gewölk. Um 8 bin ich in "Feltre" und direkt in der kleinen historischen Altstadt. Fantastisch!!! Die alten Gemäuer die ich so liebe, auch habe ich einen wundervollen Blick in ein Seitental.





 

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Nach Feltre kommt ein Alptraum und noch heute, wenn ich daran denke, schüttele ich nur mit dem Kopf. Im Tagebuch steht in großen Buchstaben "Ich Hornochse !" - Als ich nämlich aus der Altstadt von Feltre hinaus fahre achte ich nicht richtig aufs Navi und fahre 10 km zurück.
Ich merke es nicht, wundern tue ich mich aber schon, es geht immer bergauf und die Wolken werden wieder mehr. Das bisschen Himmelblau, das hatte ich doch bisher immer vor mir ....?! So richtig schießt es mir dann in "Santa Giustina", denn hier steht eine markante Kirche, direkt an der Straße. Laut fluchend mache ich kehrt und Gott sei Dank geht es jetzt bergab. 20 Kilometer umsonst gefahren - man, wo hätte ich jetzt schon sein können !
Aber meine Philosophie des Ausgleichs bestätigt sich wieder einmal. Als ich dann erneut in Feltre bin, reißt der Himmel vollens auf, sofort wird es warm. In einem Supermarkt hole ich mir mein Frühstück und finde kurz darauf in dem kleinen Ort "Arten" ein Bank, die mir eine sagenhafte Aussicht ins Land gibt. Hier mache ich ein lange Rast und genieße ! Schlimmer kann es nicht mehr kommen. Die Berge sind hinter mir, das schöne Wetter über mir und mein Missgeschick kann ich deshalb sofort ausblenden.



Recht schnell gelange ich zum "Lago di Corlo" und fahre damit ins Paradies ein. Anders lässt es sich nicht ausdrücken. Denn nach all dem Regen, dem Grau, der Verfahrerei ist es hier mit diesem vielen Grün, dem blauen Himmel und dem glasklaren Wasser der Himmel auf Erden.






Am See entlang komme ich bald zu einem letzten finalen Anstieg. Dass ich mich hier, direkt am Steilhang des Sees, noch mal so schinden muss, das ahnte ich nicht. Es zieht sich und es ist steil. Aber es lohnt sich. Oben angekommen, ein Örtchen mit ein paar Häusern "Incino" geheißen. Der Blick geht ins Brenta-Tal ...

 

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.... und dann diese wirklich spektakuläre Abfahrt, von der im Roadbook so geschwärmt wurde - ja, das ist was, das hat was, ich bin glücklich wie lange nicht !
Unten quere ich die "Brenta" auf einer Betonbrücke und schwärme weiter. Der Fluß murmelt vor sich hin, dann diese satte Flora dazu ...





Es geht weiter auf ruhigem Weg, dem Brenta-Radweg, und es geht bergab.
Man, man, man - was bin ich happy !!!



Nach und nach kommen kleine Siedlungen mit den typischen Häusern, auch Palmen und Olivenbäume sehe ich in Natura und in Massen. Die kleinen hässlichen Grillen zirpen ohrenbetäubend in den Bäumen (es ist mir unverständlich, wie die Menschen diesen Lärm aushalten !). Immer wieder kommen mir Radfahrer, vor allem Rennradler entgegen. In "Valstagna" ist dann schon tiefste Zivilisation und auch der Tourismus zu Hause. Junge WildwasserKanuten vergnügen sich in der Brenta und es ist eine Lust denen zuzuschauen.



Die Sonne gibt nun um die Mittagszeit alles und das ist dann bald schon wieder zu viel des Guten. Treten muss ich bis "Bassano del Grappa" kaum, es rollt einfach. Schnell gelange ich dort zur "Ponte Vecchio", der ältesten Segmentbrücke der Welt.

 

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Wie immer fehlt es an Zeit zur Besichtigung. Ich will, ich muss es bis Venedig schaffen !

Die letzten 70 Kilometer führen durch flaches Land und wie ich finde, ist es total eintönig und öde. Eigentlich reiht sich eine Siedlung an die nächste und von Landschaft ist nicht viel zu sehen.





Auch zieht es sich. Meine Schulter und der Arm melden sich mit Schmerzen und ich bin froh, als ich dann in Mestre eine Abkühlung in Form eines Eises bekomme. Das kleine Navi schafft mir Klarheit im dichten, hektischen Stadtverkehr und gegen 17 Uhr stehe ich an der "Ponte della Liberta", der Brücke, die vom Festland auf die Laguneninsel führt.
Bis rüber nach Venedig sind es zwar noch fast 10 Kilometer, doch die muss ich eh fahren, wie ich schnell feststelle. Ein Zurück geht nicht, Einbahnstraße ! - ich würde in den Gegenverkehr kommen. Nach einem Jubelschrei und einigen Fotos fahre ich los und erlebe nach 2/3 des Radweges eine böse Überraschung. Kein Schild kündete am Anfang davon und nun stehe ich vor dem Verbot der Weiterfahrt.






Mühsam quäle ich mich zwischen Straße und Radweg die letzten Meter. Später werde ich wissen, dass ich die Straße hätte nehmen können. Doch der Deutsche ist bieder und die Vorsicht in Person :) !
Ich schleppe und schiebe also bis ans Ende der Straßenbrücke, sehe dort im Getümmel sofort 2 deutsche Radlerinnen die auf der Straße zurück ans Festland wollen aber genau wie ich ganz ratlos sind. Es gibt nämlich keinen Radweg zurück. Die 2spurige Autostraße ist hektisch und wir fragen uns, ob wir uns in diesen Selbstmord stürzen sollen. Eine der beiden kann formidabel Italiano und befragt einen Einheimischen an der Straße. Der lacht sie nur aus und sagt:

"Im Zweifelsfall nicht lange fragen, einfach die Straße nehmen !".

Die Radlerinnen waren übrigens am Bodensee gestartet und sind via Salzburg nach Venedig gefahren. Ich bin natürlich gleich voller Neid ob dieser herrlichen Strecke, doch 3 Wochen für eine solche Unternehmung sind einfach zu viel Zeit ...

Es ist gegen 18 Uhr, als wir wieder in Mestre sind. Die beiden haben gestern noch ein Hotel mit ihrem Smartphone gebucht, können also in aller Ruhe einchecken. Ich dagegen stehe ohne da. Nachdem ich 2 Hotels abgeklappert habe, macht sich Hektik breit, doch bei Nummer 3, dem "Regit" - 500 Meter hinter dem Bahnhof gelegen, habe ich Glück. 230 € für 2 Nächte sind zu verkraften, mein Rad kann ich auch unterstellen. Nach dem Einchecken gegen 19:30 Uhr ist dann Eile geboten. Ich habe Hunger und will noch in einen Supermarkt. Mit grottenschlechtem Englisch frage ich mich durch, werde fündig und kaufe das Nötigste ein. Eine Lokalität zum Essen finde ich dagegen wieder nicht und lande notgedrungen bei
Mc Donald im Bahnhof. Aber der Hunger treibt alles hinein, mir ist es auch egal denn ich bin fix und fertig und will endlich nur noch Abschalten.
Im Hotel schreibe ich noch Tagebuch und mit einer riesigen Vorfreude auf fast 3 Tage VENEDIG schlafe ich ein.
 

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Venedig
Donnerstag – Sonntag

Fast 3 volle Tage liegen nun vor mir um Venedig zu entdecken und es wird eine wunderschöne Zeit !!!
Die Unterkunft finde ich für die ersten beiden Tage im "Regit". Die Nacht zum Sonntag, vorher gebucht, verbringe ich im "Plaza", direkt vor dem Bahnhof.






Die HotelPreise sind zwar deftig und das Frühstück eher mau, aber ich habe Urlaub, will genießen und zufrieden sein.
Die Bahn bringt mich für 1,25 € pro Fahrt in 10 Minuten auf die Insel und dort ist man sofort im Geschehen.




Natürlich tobt hier der Bär und es gibt Plätze, da ist es vor Menschen nicht auszuhalten. So streife ich den Markusplatz nur kurz, auf die berühmte "Ponte di Rialto" lasse ich mich mit der Masse schieben und auch am Samstag, als die Venediger das "Fest Del Redentore" feiern, mache ich mich vor dem großen Feuerwerk vom Acker und fahre ins Hotel zurück. Diesen Trubel brauche ich nicht !




Mir haben es die Gassen, die Häuser und sonstigen Bauten angetan und ruhige Orte gibt es genug. Ich durchstreife die Insel eher planlos, verlaufe mich dabei auch 3 mal und es ist alles so bildgewaltig, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Die vielen kleinen Geschäfte in den Gassen haben fast durchgängig offen, so scheint es jedenfalls, und an den Kanälen, die alles teilen, kann ich mich nicht satt sehen. Am schönsten ist es ganz früh und im abends im Dunkeln. Man merkt, das Gros der Touristen hat sich da zurückgezogen und es ist einfach wunderschön.
Ich liebe Venedig !





Am Sonntag nutze ich den öffentlichen Wasserbus. Das Tagesticket für diesen "Vaporetto"kostet 20 €. Da ich diese überfüllten Boote schon beobachtet habe, steige ich direkt am "Piazzale Roma" ein und bekomme so einen Sitzplatz. Wir schippern den "Canal Grande" hinunter und dann hinüber zum "Lido".





Auf dem LIDO leihe ich mir ein Rad und erkunde so diese vorgelagerte Insel.
Eigentlich trage ich mich mit dem Gedanken in die Fluten der "Schönen Blauen Adria" zu springen, doch alle Strände sind in privater Hand, daher, alles ist eingezäunt und man muss Eintritt zahlen. Eine Badehose habe ich nicht dabei und so erübrigt sich dieses Unternehmen. Auch ist das Wasser sichtlich nicht so wunderbar, wie es überall verkündet wird.

PS: Bitte das originelle FahrradKörbchen beachten :) !





Nach meiner Rückkehr vom "Lido" war ich total verschwitzt. Ein paar Abwaschtücher aus dem Supermarkt und eine stille Ecke im nahegelegenen kleinen Park halfen mir beim Frischmachen. Das Rad hatte ich aus der „Garage San Marco“ geholt, wo ich es untergestellt hatte.



2 Stunden musste ich nun noch auf den Zug warten, der mich gegen 20 Uhr nach München fahren sollte. Dabei sollte mir zu guter Letzt noch fast das Herz stehen bleiben. Auf der großen Abfahrtstafel war mein Zug nicht aufgeführt. Auch das Bahnpersonal wusste nicht weiter und ich sollte doch bis 10 min vor der Abfahrt warten, dann würde auf der Tafel schon etwas erscheinen. Pustekuchen ! 3 Minuten vor der Angst und Abfahrt hetze ich in die Auskunft, die gerade dicht machen will. Eine, die einzige !!! - kompetente Person auf dem Bahnhof Santa Lucia verweist mich selbstbewusst zu einem Zug, der schon mindestens 2 Stunden auf dem Gleis steht. Die Zugnummer und auch der Zielbahnhof, mit Wien angegeben, stimmt nicht mit meiner Fahrkarte überein und ich bleibe bis zur Abfahrt skeptisch. Doch alles wird gut ! Dieser Zug ist tasächlich der meinige und wird in Salzburg geteilt. Ein Teil fährt dann nach Wien und der Rest nach München.
Die 9 Stunden NachtFahrt werden grauenvoll.
Wir sitzen zu sechst im Abteil und können uns kaum bewegen. Uniformierte, schwer bewaffnet, kontrollieren 2 mal. Auch der Hinweis des Bahnpersonals, auf die Sachen aufzupassen, ist kein Witz. Irgendwann nach 6 Uhr am Montagmorgen (18.07.) ist München erreicht, und über Hof geht es zurück nach Dresden.

17 Stunden Zugfahrt zurück in die Heimat waren neben dem vielen Regen während des Radelns das einzige Negative an einer Traumtour, die wohl bis jetzt die schönste war. Natürlich gab es auch langweilige Abschnitte, wie das Inn - oder Piavetal, das mag aber auch am Regen gelegen haben. Umso intensiver dann Highlights wie der "Zinnenblick" oder das Brendatal und natürlich das Ziel, Venedig.
560 Kilometer bin ich in 4 + 1/2 Tagen gefahren, habe dabei etliche Tausend Höhenmeter überwunden. Noch vor einem halben Jahr graute mir vor den Bergen und jetzt bin ich strahlend, glücklicher Bezwinger der Alpen !

PS. Das Knie hat gehalten. Hatte erstaunlicherweise keinerlei Schmerzen oder Beschwerden :) !
 
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Das Wort zum Schluss !

561 Kilometer / 4200 Höhenmeter gibt Kai Wewior in seinem Büchlein an. Bei mir waren es laut Navi 625 km/ /7600 Hm. Letzteres ist natürlich immer eine Auslegungssache.
Geplant hatte ich, alles in 6 Tagen abzufahren. Der Regen zwang mich, kräftiger in die Pedale zu treten, denn in Venedig sollte schönes Wetter sein – was auch so war.

Landschaftlich und von den Radwegen her ist diese Strecke ein Traum ! Alternativ gibt es diese Strecke mit reichlich Information:

http://www.muenchen-venezia.info/

Wers mit dem Rennrad nachfahren will, dem empfehle ich robustere Reifen zu verwenden. Gerade am Beginn, an der Isar entlang, war der Weg doch etwas ruppig und auch später in den Dolomiten gab es einige Teilstücke, die gar schottrig waren.

Unterkünfte sind unterwegs leicht zu finden, nur für Venedig sah ich berechtigterweise ein Problem und hab vorher in Mestre vorgebucht. Das ist das Gescheiteste, was man machen kann. Die (Hotel)Preise sind moderater und ruckzuck (10 min) ist man mit der Bahn auf der Insel.

Radfahren ist in Venedig tabu, auch wenn es nirgends als Verbot steht. Eine immer wieder auftauchende Frage im Netz war das Unterstellen des Rades in Venedig. Die:

http://www.garagesanmarco.it/

ist hiefür zu empfehlen. Sicher kostet das einiges Geld (10,- € /Tag) aber das Rad ist sicher !

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Ohne Frage war dies das bisher schönste RadAbenteuer für mich. Gesagt muss werden, ich habe vorher keines der Orte live gesehen. War bisher weder in München, Bad Tölz ... und noch niemals in Italien, ergo, ich kannte auch Venedig nur von Bildern.

Vielleicht bleibt einer am Bericht hängen, vielleicht schaut sich ein anderer nur 2..3 Bilder an. Sollte ich mit Wort oder Bild jemanden zu einer RadFernFahrt animiert haben, dann wäre das der Lohn für diesen arbeitsaufwendigen Bericht.



-firlie-


ENDE
 

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85Kg Bergfloh
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Tolle Bilder , klasse Bericht !
Hab mich auf einigen Bilder wiedergefunden.....
Bin Ende Mai fast die gleiche Stecke gefahren , nur das ich ab Feltre nach Trient und dann nach Bozen
gefahren . Von da hab ich ne super Verbindung nach München .
War echt ne Traum Tour , wenn auch nicht ganz ohne !
Würde ich aber immer wieder so fahren .
Gruß aus Bochum
 

kendo05

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Freut mich, dass es diesmal ganz ohne Knieprobleme ging.

Der viele Regen hast Du auf den schönen Bildern sehr fotogen in Szene gesetzt. Was jetzt das echte auf dem Radsitzen betrifft, hast Du aber wirklich richtig Pech gehabt.

Ein Rätsel ist mir nach wie vor, wie Du immer wieder diese Bilder beim Fahren von Dir selbst machst. Mit Selbstauslöser sind das doch echte Glückstreffer, oder? Oder funktioniert Funkauslöser auf die Distanz?
 
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