• Hallo Gast, wir suchen den Renner der Woche 🚴 - vielleicht hast du ein passendes Rennrad in deiner Garage? Alle Infos

Rahmenschalthebel vs. STI?

Klassik-Renner schrieb:
@ghostrider: Es stand die Behauptung im Raum, dass Rahmenschalthebel ein Aufmerksamkeits-Killer sind, die Konzentration stören und dazu führen, dass man Schlangenlinien fährt.

Dies sind alles Punkte, die wir dem Schaltvorgang beim Auto nie anlasten würden - obwohl er motorisch komplizierter ist: Der linke Fuß muss die Kupplung treten und gleichzeitig müssen rechter Arm und Hand die richtigen Bewegungen ausführen.

Richtig. Weil sich Deine vorherige Antwort völlig auf die Frage nach fehlender Aufmerksamkeit bezog, war mein Beitrag thematisch fehl am Platz und daher bitte auch nicht soooo ernst zu nehmen. Auf den wahren Kern desselben komm ich gleich.

Im Grunde sind wir uns ja einig (deshalb hab ich das im letzten Beitrag nicht erwähnt)- denn daß man bei der Bedienung des Autos mehr Dinge gleichzeitig tun muß, um einen Gang zu wechseln, tut der Aufmerksamkeit des Fahrers im Verkehr keinen Abbruch. Sind komplizierteste Handlungsabläufe einmal so verinnerlicht, daß sie mehr oder weniger automatisch ablaufen, kosten sie auch kaum mehr Konzentration, als solche mit vermeintlich niedrigerem Schwierigkeitsgrad.

Autofahren ist also, wenn man es einmal kapiert hat, kaum schwerer als Fahrradfahren. Und weil die dort anfallenden Aufgaben auf mehr Gliedmaßen verteilt werden, ist es von den motorischen Anforderungen her sogar viel einfacher. Des Autofahrers Hände müssen nicht gleichzeitig bremsen, lenken und schalten- eine Hand macht sogar gar nichts anderes als lenken- des Radlers Hände hingegen schon, und zwar beide, u.U. alles gleichtzeitig. Darauf wollte ich hinaus, hatte nur keine Lust auf lange Erklärungen.

Was aber auch wahr ist: die Bedienung von Rahmenschalthebeln (im folgenden RSHn) vermindert gleichzeitig stets die Kontrolle über das Rad. Das weiß jeder, der mal versucht hat, am Berg im Wiegetritt seine RSH zu betätigen oder beim Schalten zu sprinten oder voll zu bremsen. Daß besonders Kinder davon überfordert sein können und in der Hitze des Gefechts plötzlich Schlangenlinien fahren, weil eine Hand nach dem RSH greift, wundert sicher keinen.

Ob die Ursache für diese Schlangenlinien nun in mangelnder Konzentration zu suchen sind oder nicht, spielt für mich keine Rolle, Schlangenlinie bleibt Schlangenlinie, und wenn man diese mit STIs beseitigen kann, dann ist es gut so.
 

Anzeige

Re: Rahmenschalthebel vs. STI?
Genau wegen dieser von euch genannten Kombination von STI/Ergopower für das Schaltwerk hinten und einen Rahmenschalthebel für die vorderen Kettenblätter frage ich.
Hätte ich vielleicht sogar im ersten fred schon schreiben sollen.

Da ich im relativ flachen Bremer Umland wohne und eine 2x9fach Ultegra an mein zukünftiges Rennrad bauen werde (hoffentlich kommen die Teile bald, damit's losgehen kann), denke ich, dass ich nicht soo oft das Kettenblatt wechseln muss. Oder? Wie oft schaltet man bei relativ flachen Straßen vorn auf das kleinere Blatt?
 
Rahmenschalthebel und STI!

07-21-04.armstrong.jpg

Herr Armstrong nutzte diese Kombination vorzugsweise in Alpe d'Huez. Im Alltag schaltete er auch das vordere Kettenblatt mit STIs (wenn überhaupt).
15.jpg
 
Damals ist es bei Rennen auch öfter passiert, dass die Fahrer am Berg, im Wiegetritt, versehentlich mit den Knieen die Schalthebel berührt haben und somit ungewollt geschaltet haben. Das passiert mit LSH nicht mehr.
 
derFlo schrieb:
Wie oft schaltet man bei relativ flachen Straßen vorn auf das kleinere Blatt?

flaches land, aber viel wind :)

ich schalte oft vorne, aber nur, weil meine meist benutzten übersetzungen (geschw. ~33, tritttempo ~80) zwischen den beiden kettenblättern liegen.
das kommt durch "normale" kurbel 53-42 in kombination mit kassette die mit 13 zahn anfängt (sachs).
mit 11 zahn hinten odet compact-kurbel hätte ich das problem nicht.
 
derFlo schrieb:
Wie oft schaltet man bei relativ flachen Straßen vorn auf das kleinere Blatt?
nett. bei dir als einsteiger stell doch mal die frage andersrum. bis ca: 35 biste mit dem kleinen gut bedient. schraub doch erstmal gar keinen umwerfer vorn dran. is ne gute übung und machen auch noch viele im winter. bis du die kohle für den sti zusammenhast, is das io. oder gehts im endeffeckt nicht darum?
bald fahren wir zusammen.:D
sach bescheid, wenn du werkzeug brauchst.
 
kiko schrieb:
nett. bei dir als einsteiger stell doch mal die frage andersrum. bis ca: 35 biste mit dem kleinen gut bedient. schraub doch erstmal gar keinen umwerfer vorn dran. is ne gute übung und machen auch noch viele im winter. bis du die kohle für den sti zusammenhast, is das io. oder gehts im endeffeckt nicht darum?
bald fahren wir zusammen.:D
:D Im Endeffekt geht's darum. Zumindest so ähnlich. ;) Nämlich um "Geht das auch in dieser Kombination mit links kein STI, rechts STI oder ist das blöd und verdirbt einem den Spaß/funzt nicht?". Denn die mir zur Verfügung gestellten Teile enthalten keinen linken STI, sondern halt einen Bremshebel und Rahmenschalthebel für vorn. Solche Sockel sind ja am Peugeot-Rahmen schon dran.
Bisher hab ich keinen 2fach STI bei der ebucht auftreiben können. Oder die kosten dann schon n paar Tage vor Ende sehr viel.:ka:
 
jo. die sind immer schweineteuer. geht aber auch mit rahmenhebel. nen einfachen linken bremshebel treiben wir schon auf.
kleine rechnung:
übersetzung39/12
90U/min
2,1m ablauf
= ca:37km/h
denke, die musst du erstmal machen.
 
Den linken Bremshebel und den Rahmenschalthebel bekomm ich ja. Das ist kein Problem.
Ich wollt halt nur wissen, ob das irgendwelche richtig blöden Nachteile hat. :D
 
Dirk U. schrieb:
Damals ist es bei Rennen auch öfter passiert, dass die Fahrer am Berg, im Wiegetritt, versehentlich mit den Knieen die Schalthebel berührt haben und somit ungewollt geschaltet haben. Das passiert mit LSH nicht mehr.
ist mir auch schon passiert :mad:

Kabelbinder schrieb:
Udn tatsächlich fahren ein paar Profis einen Rahmenschalthebel für den vorderen Umwerfer. Das macht aus den genannten Gründen durchaus Sinn. Lance hatte ebelfalls so eine Kombination.
war ausschließlich zum gewichtsparen, war irgendwo mal ein link hier im forum zu einer offiziellen seite.
 
Danke. Frage beantwortet. :D

Irgendwann diese Woche müsste ich dann mal los und den Rest der Teile besorgen. Der Großteil sollte dann (hoffentlich endlich mal!) in der kommenden Woche eintreffen. :blabla:
 
derFlo schrieb:
Genau wegen dieser von euch genannten Kombination von STI/Ergopower für das Schaltwerk hinten und einen Rahmenschalthebel für die vorderen Kettenblätter frage ich.
Hätte ich vielleicht sogar im ersten fred schon schreiben sollen.

Da ich im relativ flachen Bremer Umland wohne und eine 2x9fach Ultegra an mein zukünftiges Rennrad bauen werde (hoffentlich kommen die Teile bald, damit's losgehen kann), denke ich, dass ich nicht soo oft das Kettenblatt wechseln muss. Oder? Wie oft schaltet man bei relativ flachen Straßen vorn auf das kleinere Blatt?

Ohne jetzt exakt deine Strecken zu kennen... aber ich behaupte mal dass man beim Einsatz einer Kassette mit 12-27 oder einer Kompaktkurbel auf "1-fach" vorne umrüsten kann und sich die Diskussion über evtl. Schalthebel für vorn damit erübrigt... Oder habt ihr etwa doch Berge? ;)
 
mein 'taeglich-zur-arbeit-rad' hat rahmenschalthebel.
einziger schaltvorgang ist auf der strecke 1 - 2 mal mittleres auf groszes kettenblatt wechseln und hinten mal 1 ritzel hoch oder runter.

da ich nur auf radwegen fahre ist das auch okay.

wenn ich allerdings laengere strecken ueber land fahre, mit einem huegeligen streckenprofil und entlang von landstraszen, fahre ich allerdings nur gern mit STI's. es geht schneller, es ist sicherer, es ist entspannter :D

natuerlich ist das rad mit den STI's ein ganzes stueck schwerer, aber was solls. das hauptgewicht ist der fahrer und da ich unter 65kg bin, stoeren mich die 400g mehr nicht :D
 
fjmi schrieb:
war ausschließlich zum gewichtsparen, war irgendwo mal ein link hier im forum zu einer offiziellen seite.


Wohl kaum, zumindest nicht "ausschließlich".

Denn mit dem Material, dass Armstrong zur Verfügung steht, bekommt er sein Rad auch mit zwei STIs auf das zulässige UCI-Minimalgewicht. Dafür muss er die die hier genannten Nachteile eines RSH nicht in Kauf nehmen. Es muss für ihn also noch einen anderen Vorteil gegenüber eines STI für den vorderen Umwerfer geben ...

Das ist folgender: Im Gegensatz zu einem STI verfügt der RSH über keine Rasterung. Das bedeutet, dass der Umwerfer tufenlos regulierbar ist, was SInn macht, wenn ich das Ganze Spekturm der Kassette ausnutzen will. Das kann gerade bei Bergetappen Sinn machen.

Übrigens gibt es bei einem Fahrrad durchaus anderer Möglichkeiteiten, Gewicht zu sparen, als ausgerechnet auf einenpraktischen STI zu sparen
 
Ich frag mir nur: woher bekommt man linke Bremshebel, die für die Hand-auf-Bremshebelgummi-Haltung genauso geformt sind wie rechte STIs? Mir würden unterschiedliche Formen auf den Geist gehen...
 
Klassik-Renner schrieb:
@ghostrider: Es stand die Behauptung im Raum, dass Rahmenschalthebel ein Aufmerksamkeits-Killer sind, die Konzentration stören und dazu führen, dass man Schlangenlinien fährt.

Dies sind alles Punkte, die wir dem Schaltvorgang beim Auto nie anlasten würden - obwohl er motorisch komplizierter ist: Der linke Fuß muss die Kupplung treten und gleichzeitig müssen rechter Arm und Hand die richtigen Bewegungen ausführen.

Du würfelst jetzt aber alles zusammen und verkochst es zu einem ungeniesbarem Brei.

Lies dir meinen Beitrag nochmal genau durch. Einerseits spreche ich von Kindern und zusätzlich spreche ich davon, wie ich als ambitionierter Hobbyfahrer den Einsatz von Rahmenschalthebeln sehe. Ich persönlich !

Du maßt dir an, es für den Rest der Welt zu beurteilen. Von mir aus, aber bitte nicht Dinge behaupten, die ich so nie gesagt habe.

Außerdem sind die Abläufe in einem Auto, mit denen auf dem Rad nicht vergleichbar.

Aus folgenden Gründen:
Ein Fahrrad hat 2 Räder, eine Auto vier. In einem Auto habe ich Hände und Füsse einzig und allein zum Bedienen der automatisierten Vorgänge zur Verfügung. Auf dem Rad muss ich nebenher zur Fortbewegeung die Kurbel treten und noch das Gleichgewicht halten.

Also ist der Vergleich absolut unzulässig.

L.
 
Kabelbinder schrieb:
Wohl kaum, zumindest nicht "ausschließlich".

Denn mit dem Material, dass Armstrong zur Verfügung steht, bekommt er sein Rad auch mit zwei STIs auf das zulässige UCI-Minimalgewicht. Dafür muss er die die hier genannten Nachteile eines RSH nicht in Kauf nehmen. Es muss für ihn also noch einen anderen Vorteil gegenüber eines STI für den vorderen Umwerfer geben ...

Das ist folgender: Im Gegensatz zu einem STI verfügt der RSH über keine Rasterung. Das bedeutet, dass der Umwerfer tufenlos regulierbar ist, was SInn macht, wenn ich das Ganze Spekturm der Kassette ausnutzen will. Das kann gerade bei Bergetappen Sinn machen.

Übrigens gibt es bei einem Fahrrad durchaus anderer Möglichkeiteiten, Gewicht zu sparen, als ausgerechnet auf einenpraktischen STI zu sparen

Ein Rahmenschalthebel ist exakt dosierbar. Ein linker STI hat einen Auslösemechanismus, wo die Kette vom Umwerfer einen Schlag bekommt und so auf's kleine Kettenblatt fällt-----oder auch nicht. Denn auch bei einem exakt eingestellten Umwerfer passiert es, dass der STI hin und wieder die Kette komplett runterreißt. Das kann ein Rennfahrer nun gar nicht gebrauchen. Deshalb hat der Armstrong diese Lösung gewählt.


L.
 
Zurück