AW: Preis-wert ?
Gutes Material kostet gutes Geld und gute Arbeit kostet ebenso und erst recht gutes Geld.
Natürlich gibt es allerorten esoterische Wunderteile, die nur durch Marketingblabla einen Mehrwert vorgaukeln, der real gar nicht erfahrbar ist.
Mir ist der notorische Schnäppchenjäger allerdings nicht weniger suspekt: Die doch recht verbreitete Meinung für wenig mehr als ein Backschisch mindestens "Profimaterial" zu erhalten. Dieses ewige "noch billiger" wird einem letztendlich doch teurer kommen, weil man den
Reifen öfter wechseln muß, oder den Händler, weil dieser am Preiskampf pleite gegangen ist ( oder notorisch an seinen überzogenen ZEG-PReisen festhält... nur ein Beispiel ohne Gewähr auf Aktualität), oder weil man nur noch alles in einer Einheitsgröße serviert bekommt, weil der Hersteller in Shen Zhen so große Mindestabnahmemengen fordert, dass dem Produzenten nichts anderes übrig bleibt.
Da gab es das Beispiel des Autoreifens: das Ding ist doch gar nicht so viel anders aufgebaut als ein Fahrradreifen ( ich weiß, ich weiß, da gibt es Unterschiede), sprich es kostet die gleiche Zeit, die gleiche Maschinenkapazität, die gleichen Handgriffe. Lediglich die Masse des Materials ist kleiner. Und weil der Rohstoffpreis noch am wenigsten Einfluß auf den des Endproduktes hat... ( Zudem sind an hochwertigen Fahrradreifen mehr Handarbeit von Nöten).
Und für Schuhe gilt doch ähnliches. Ein rahmengenähter Schuh ist eben teurer, als ein in Form gespritzter Gummistiefel.
Klar gibt es auch Rennradschuhe, deren Emotionaler oder besser gesagt Marketingverbrämter Preis nicht durch die tatsächliche Qualität gerechtfertigt wird. Aber für lau gibt es eben doch nur billig verklebte 08/15 Dinger.
Bei aller berechtigter Kritik am Luxus Chi Chi: beim Runterschrauben des Preises sollte man nicht vergessen, dass hinter einem Produkt irgend jemand steht, der das Zeug im Akkord oder pro Stunde ( oft saumäßig) bezahlt, oder handwerklich oder manufakturiell mit entsprechendem Aufwand herstellt. Und das kostet den geneigten Konsumenten eben etwas, vor allem wenn das Zeug keine Halbwertzeit von 12:00 Uhr bis mittags haben soll.