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Mit 'Tret-Apnoe' entspannter lange Distanzen fahren?

VorneIstVerdammtWeitWeg

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Bringt es was gelegentlich oder dauerhaft quasi mit Tretaussetzern zu fahren?
Ich hatte jedenfalls letztens den Eindruck, dass ich mit der Methode alle 3 oder alle 5 Halbdrehungen einen stärkeren muskulären Impuls auf die Pedale zu geben und die anderen 2 bzw. 4 Halbdrehungen nur mit mässiger Kraft ziemlich zurückhaltend zu pedalieren entspannter bzw. ermüdungsfreier fahren kann.

Ursächlich war ein mp3-Player mit zufällig aufgespieltem 'Take-five' von P.Desmond.
Das Ganze scheint erstaunlich gut zu funktionieren, ausser natürlich es ist ein Berg im Weg oder gar der münsterländische Gegenwind.

Hat vielleicht jemand Erfahrungen damit auf langen Distanzen?
Sind ähnliche Knieprobleme zu erwarten wie beim Pedalieren mit konstant zu geringer TF?
Lohnt es sich evtl. das zu kultivieren?
Braucht es mehr Trainingsmusik in 3er, 5er oder gar 7er Takten?

Mein Eindruck ist jedenfalls, dass zumindest bei gelegentlicher Anwendung die Ermüdung bei Tretimpulsen gerade im 5er-Takt spürbar zurückgeht, ohne dass man komplette Pedalierpausen einlegen muss.
Also sogesehen eigentlich nur eine Semi-Tret-Apnoe.
Man könnte auch präziser formulieren: hat langdistanztaugliches intermittierendes Impuls-Pedalieren (zu ungeraden Metren) Perspektive?
 
Moin!
Halte ich für Unsinn. Wenn Du lange ermüdungsfrei fahren möchtest, musst Du wohl generell an Deinem Rhythmus arbeiten, insbesondere Trittfrequenz erhöhen und Trittleistung (vorerst) erniedrigen.
Rhythmuswechsel bedeuten so wie Du sie beschriebst immer die Notwendigkeit einer Beschleunigung. Dass diese deutlich kräftezehrender ist als das Halten einer Geschwindikeit x, sollte klar sein. Die Auswirkung auf lange Distanzen muss man also nicht mehr gesondert thematisieren.
Zu Knieproblemen verweise ich Dich auf meine erste Zeile und die Möglichkeit, per Cleat- , Sattel- und sonstiger geo/biometrischer Einstellung Erfolge zu erzielen.
Gruß
Christian
 
Ich verstehe was du meinst, aber die Trittfrequenz bleibt dabei gleich (ausser am Berg).
Die Idee kam auch nicht durch irgendwelche Beschwerden zustande, oder weil ich mit zu geringer Trittfreqenz fahre (meist um oder über 90).
Auch die Geschwindigkeit des Rades ändert sich bei der Methode nicht merklich- ausser am Berg natürlich, da geht das definitiv gar nicht.
Auf für mich längeren Distanzen (knapp 300) habe ich i.d.R. keine Probleme. Ich denke also die Einstellungen sind über die Jahrzehnte schon recht gut optimiert.
Ich habs halt nur noch nicht auf längerer Strecke ausprobiert und gedenke das - wenn überhaupt - erst im Frühjahr zu tun, da ich mir im Winter zu leicht irgendwelche Nebenhöhleninfekte zuziehe wenn ich zu lange durch die Kälte fahre.
Anwendungszweck scheinen eher solche 'Roulleur-Phasen', wo man auf ebener Strecke nicht richtig Gas gibt, aber auch nicht zu viel Geschwindigkeit liegen lassen will.
Es ist auch nicht so gedacht da jeden x-ten Tritt richtig mit vollem Druck reinzugehen, sonder eher so als kurzer Impuls, der dazu führt, dass die nächsten mit sehr wenig Kraft gemacht werden können ohne viel Geschwindigkeit liegen zu lassen.
Bei kompletten Tretaussetzern muss man ja tatsächlich immer hochbeschleunigen, das entfällt dabei.
Ich habs auch mal drinnen getestet, auf der festen Rolle geht das kaum bis gar nicht, auf der freien aber ziemlich gut.
Grouß Andreas
 
Hat vielleicht jemand Erfahrungen damit auf langen Distanzen?
Freilich! Schau´ Dich mal in Kleinstädten und Dörfern nach älteren Damen und Herren auf Dreigangrädern um. Drei Tritte, dann Pause, dann drei Tritte ... so kommt man ziemlich weit - sogar bis zum Bäcker am anderen Dorfende!

Lohnt es sich evtl. das zu kultivieren?
Braucht es mehr Trainingsmusik in 3er, 5er oder gar 7er Takten?
Unbedingt!
Im 3er-Takt tut es jeder slow-waltz. Zum 5er hattest Du ja selber schon einen Vorschlag; weitere 5er oder auch 7er bekommst Du z.B. über entsprechende Tanzmusik des Brauchtums, gerne als "Zwiefacher" bezeichnet. Für die Unterhaltungsmusik-Industrie noch eine völlig offene Marktlücke.

Man könnte auch präziser formulieren: hat langdistanztaugliches intermittierendes Impuls-Pedalieren (zu ungeraden Metren) Perspektive?
Ich denke ja. Alleine die Konzentrationsleistung, die man dafür aufzubringen hat, schafft eine gewisse Kurzweiligkeit und lässt so lange Distanzen kurz erscheinen. Am Berg dürften durch das Auslassen einzelner Tritte oder gar Trittfolgen auch sehr spannende Trainings- und Balance-Effekte erzielbar sein. In höchster Vollendung sollte man damit in der Lage sein, trotz eines zwischenzeitlichen Zurückrollens auch einen Mortirolo zu erklimmen. Wer das mal beherrscht, der ist auf einer normalen Passstraße vermutlich kaum mehr zu bezwingen. :daumen:
 
Das mit dem Zwiefachen ist natürlich ein interessanter Aspekt, der mir bislang vollständig entgangen war.
Es steht aber zu befürchten, dass es bei gebührend ausführlicher Anwendung trotz potentiell überlegener sportwissenschaftlicher Effektivität zum kompletten Trainingsstillstand infolge zu häufiger Hörstürze kommen könnte.
Damit ist mir ja dann auch nicht gedient.

Das ist aber natürlich eine Geschmacksfrage - süddeutsche Traditionalisten sind da sicherlich im Vorteil.
Ein Test mit älteren Aufnahmen von B.Cobham mit dem Mahavishnu Orchestra wäre evtl. lohnend, da sind wirklich vertrackte Taktwechsel zu bewältigen.
Draussen mit Verkehr ist das aber schon recht anspruchsvoll.
Vielleicht bleibe ich vorläufig noch eine Weile bei Take-Five, zumal ich feststellen konnte, dass sich die immanente Programmatik des Titels erst beim ausführlcihen und rhythmisch korrekten Pedalieren wirklich erschliessen lässt.

Zur Marktlücke:
Ja das denke ich auch! Vielleicht sollten geneigte pedalierende Volksmusikanten sich mal mit Tacx in Verbindung setzen und geeignete massentaugliche Kompositionen für jeweilige ungerade Impuls-Trainingsprogramme anbieten?
Man muss ja nicht soweit gehen, dass statt eines schönen alpinen Anstiegs plötzlich eine tanzende Trachtengruppe mit metrisch ungerader volkstümlicher Choreografie auf dem Screen erscheint, aber ...
Ich könnte in der 'Winterpause' auch selbst mal in die Tasten greifen und entsprechende Experimente anstellen.

Marketingtechnisch müsste das dann natürlich noch unterfüttert werden.
Ein spezifischer Trainings Effekt auf schnelle vs. langsame Muskelfasern etwa ist zwar in der Literatur seit längerem bekannt, aber gerade in konkreter Anwendung beim Pedalieren in ungeraden Metren meines Wissens noch völlig unerforscht.

Aber mal im Ernst:
gerade hier aber liegt ja möglicherweise das Geheimnis eines intermittierenden Impulspedalierens: die schnellen und langsamen Fasern werden durch intermittierenden wechselseitigen Einsatz zuverlässig vor Ermüdung insofern geschützt, als sich die jeweils anderen Fasern (schnell/langsam) ohne die uneffektiven 'echten' Tretpausen regelmässig kurz erholen können.
Das mag natürlich bezüglich der jeweiligen Anteile - in Abhängigkeit von der je individuellen Disposition - variieren und ggf. unterschiedliche Metren erfordern.

Die Berge hatte ich ja eigentlich eher ausgeklammert.
Die von dir vorgeschlagene impulsbefreite intermittierende vollständige Tritt-Apnoe an starken Steigungen könnte zwar interessant sein, ich möchte aber einwerfen, dass das Bike gerade beim balance-fördernden gravitativen Rückwärtsrollen unversehens zum schnöden Fixie degeneriert und damit auch stylistisch/asthetische Probleme aufgeworfen würden.
 
Erinnert mich an meine Kindheit und Karl May:D Old Shatterhand konnte auch ewig laufen, indem er mal das rechte, mal das linke Bein entlastete. Obskurerweise hat sich kein echter Läufer diese Weisheit zueigen gemacht.
 
Wo kriegt man das Zeug, das Ihr eingeworfen habt? :D:D:D

PS: Für weitere Erprobungen mit 5/8 und 7/8 Takten werdet Ihr bei rumänischer Volksmusik fündig. Oder deren Sublimationen von Bela Bartok. Oder einfach zum mittreten: Fanfare Ciocarlia. Für hohe Trittfrequenzen deren CD Radio Pascani.
Für die lange Gerade: Anoushka Shankar Live at Carnegie Hall.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erinnert mich an meine Kindheit und Karl May:D Old Shatterhand konnte auch ewig laufen, indem er mal das rechte, mal das linke Bein entlastete. Obskurerweise hat sich kein echter Läufer diese Weisheit zueigen gemacht.

Ich mache das beim Gehen so, immer abwechselnd, beim Laufen entlaste ich kurz sogar beide Beine! :D
 
Alle reden ständig von Intervallraining. Mehr ist das hier doch auch nicht... Nur eben anders getaktet. :D
 
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