Grade das sollte man vielleicht lassen. Hab auch lange Zeit ine Nasedusche benutzt - war auch voll davon überzeugt - letztes Jahr im Januar bis März war ich glaub ich 6 mal krank gewesen. Ich ab zum HNO und er sagte mir ich soll das mit der Nasendusche mal schön sein lassen - mit der Nasedusche drückt man sich die Bakterien nämlich so richtig schön in den Kopf rein. Seitdem war ich nicht mehr krank gewesen.
"Bakterien in den Kopf rein drücken"? Nicht ganz nachvollziehbar. Macht man das mit den käuflichen Nasenduschen, dann läuft das Salzwasser ins eine Nasenloch rein, nach ein paar Zentimetern um die Nasenscheidewand herum und aus dem anderen Nasenloch raus. Ein Teil läuft hinten in den Rachen und aus dem Mund wieder raus. Den sollte man nicht in die Luftröhre bekommen.
Ich mache es seit Jahren einfacher: Ein Glas Wasser, Emser Salz rein (jedes andere tut es auch, aber man gönnt sich halt mal was), über dem Waschbecken Nase ins Glas, ansaugen und rauslaufen lassen. Nein, nicht ins Glas zurück, sondern ins Becken.

Durch den Unterdruck des Ansaugens sollte nichts in die Nebenhöhlen geraten.
Es gab mal eine Feldstudie, für die hat man 1000 BW-Soldaten in Kasernen untersucht. 500 haben über einen längeren Zeitraum täglich die Nase mit kaltem Salzwasser gespült, die andere Hälfte nicht.
Ist ja keine schlechte Probandengruppe, weil die alle halbwegs ähnlich leben und ernährt werden. Die Nasenspüler hatten signifikant weniger grippale Infekte als die Nichtspüler.
Thema Unterdruck:
Ganz schlecht ist das Naseputzen mit Papiertüchern, noch viel schlechter mit mehrfach benutzen Taschentüchern. Das bringt erstens ständigen neuen Kontakt mit den Erregern, zweitens verteilt man die Erreger an die Umwelt, drittens wird durch den Überdruck beim Schneutzen die Rotze in die Nebenhöhlen gedrückt.
In Quarks & Co gab es mal einen Versuch, bei dem man einem Menschen mit einer Tropfvorrichtung eine UV-leuchtende Farbe unter die Nase hat sickern lassen. Dann gab es eine halbe Stunde Party, nix wildes, sondern ganz harmloses Händeschütteln, Rumsitzen, Trinken und Chips essen. Das Bild beim Ausschalten des Lichts und Einschalten der Schwarzlicht-Lampe war nicht schön. Echt nicht.
Auf die Straße rotzen ist im bewohnten Umfeld auch nix, weil die Rotze trocknet und die Erreger vom Wind hochgeweht werden, in die Höhe der Kindergesichter.
Besser, aber hier sozial unerwünscht: Hochziehen und runterschlucken. Die Magensäure macht die Erreger zuverlässig platt.
Noch ein ernüchterndes Ergebnis einer Metastudie über das Stärken der Abwehrkräfte: Es gibt keine Einzelmaßnahme, mit der man die Abwehrkräfte als solche steigern kann. Weder spezielle Vitaminzufuhr, noch Abhärten durch Wechselbäder, noch Nahrungsergänzungsmittel, noch kalte Duschen, noch Spaziergänge bei Pisswetter, noch Hausrezepte, noch fernöstliche Wurzel-Aufgüsse oder Kräutersüde.
Es hilft ein Zusammenspiel von gesunder vielseitiger Ernährung, mäßigem Sport, genügend Schlauf und Vermeidung von Schadstoffen wie Alkohl und Nikotin. Also die ganze altbekannte aber völlig unattraktive Leier vom gesunden Leben...
Infektionsschutz, der wirkt: Händewaschen. Wenn man nach Hause kommt, als erstes Hände waschen. Aber nicht mit Domestos oder Kernseife und Sagrotan, sondern mit ph-neutraler Waschlotion. Gemeinsam benutze Seifenstücke vermeiden. Durch häufig gewechselte Handtücher oder Papierhandtücher reduziert man die Keimzahl weiter.
Vor dem Kochen, nach dem Klo, die alte Leier...
Ich wünsche allen eine gesunde Zeit!