Solche
Reifen nannte man früher "Drahtreifen", auch wenn der Draht heute meist durch Aramidfasern ersetzt ist, dann nennt man sie traditionell "Faltreifen", da man sie im Gegensatz zu Drahtreifen mit Metalldraht falten kann, heute nennt man die Faltreifen auch und meist neudeutsch "Clincher". D.h. das Rad hat Faltreifen/Clincher.
Schlauchreifen/Tubular sind die zugenähten/geklebten. Deren Vorteil ist, dass Laufräder damit superleicht aufgebaut werden können und man damit auch platt weiterfahren kann, bis das Teamauto das Ersatzrad bringt, während bei platten Clinchern beim Weiterfahren der
Reifen von der Felge springt, was übel ausgeht. Daher wurde bei den Pros bis vor ein paar Jahren nur Schlauchreifen gefahren (was übrigens auch die erste Reifenart für Fahrräder war und sich über 130 Jahre im Rennsport gehalten hat!). Amateure/Hobbyisten, die was auf sich hielten, fuhren natürlich auch Schlauchreifen. Ich habe auch noch solche Laufräder und einen Vorrat an
Reifen und Kleber im Keller

Klassische Rennräder aus dem letzten Jahrhundert haben daher häufig noch Schlauchreifen. Nachteil ist der Aufwand bei Montage und Flicken, daher sind sie heute nur noch auf der Bahn und beim Cyclocross im Einsatz, da dort extrem hohe bzw. niedrige Drücke gefahren werden, die mit tubeless nicht gehen (Schlauchreifen können aufgrund des geschlossenen Systems quasi alle Drücke ab und bleiben dabei sicher auf der Felge).
Allerdings gibt es auch schon lange für weniger anspruchsvolle Amateure auch Laufräder mit Faltreifen wie an dem Coppi-Rad. Man muss dann schon sehr genau hinsehen, um zu erkennen, was montiert ist.
Heute fährt man halt stattdessen tubeless mit Insert, wobei das Insert eine sehr wichtige Rolle spielt, denn nur damit kann man auch auf Tubeless-
Reifen platt weiterfahren (man hat dann ohne Druck quasi einen Vollgummireifen). Allerdings muss man das immer noch selbst montieren, im Lieferzustand bei tubeless ist das nicht dabei.
Nochmal zu dem Rad. Das ist schon OK und da bei dir der Cent nicht den Unterschied macht und du gerne Garantie und Händlerservice hast, halte ich das für eine echte Option. Normalerweise schraubt man als Alteisenfan natürlich selbst. Du könntest dem Händler ja sagen, dass du seine Dienste in Anspruch nehmen wirst und nach einem Preisnachlass fragen.
Leider weiß ich nicht, obwohl ich da ja auch mal gelebt habe, ob es in deiner Gegend Händler gibt, die sich auf alte Rennräder spezialisiert haben und die auch fachgerecht warten. Wenn ja, würde ich da mal hinfahren und mir zeigen lassen, was die so haben. Aber auch die sind dann teurer als wenn du so ein altes Schätzchen günstig bei
Ebay oder Kleinanzeigen.de oder hier im Forum etc. findest. Bei Kauf im Netz musst du dich dann aber auch um alles selbst kümmern.
Das einzige was für mich an dem Rad nicht gehen würde da schon deutlich zu modern, sind die
Bremsen. Die würde ich alsbald durch Chorus Monoplaner oder Cobalto ersetzen und die Bremszüge nicht unter das
Lenkerband verlegen. Delta-
Bremsen wären auch schön, aber mittlerweile extrem teuer und pain in the ass in der Einstellung und Bremsleistung.
Mit dem Rad kannst du dann auch auf die Eroica-Veranstaltungen gehen. Die erfordern nämlich Räder bis 1986
oder vergleichbar, und ausreichend vergleichbar ist das allemal, wenn du das mit den
Bremsen änderst.
Wenn es natürlich um echte Klassikerliebhaberevents geht, müsstest du was noch älteres mit historisch voll korrekter Ausstattung erwerben, mindestens vor Mitte der 80er in allen Teilen, besser noch älter, aber das ist dann schon wieder ein anderes Hobby.