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Die Kunst der Abfahrt – gibt es da Gesprächsbedarf?

Arthur2021

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Gerade lese ich in einem völlig anderen Zusammenhang von dem Problem heißlaufender Bremsen. Das bringt mich auf die Idee, mal die "Kunst der Abfahrt" zu thematisieren. Es soll also überhaupt nicht um heißlaufende Bremsen allein gehen, die sollen auch nicht im Vordergrund stehen oder eine hohe Priorität haben, sondern es soll um alle Aspekte gehen, die dazu beitragen, daß
  • wir mit weniger Angst den Berg runter fahren
  • Kurven besser an- und durchfahren
  • den Unterschied zwischen der Situation mit Verkehr und ohne Verkehr (also Rennen) verstehen und die jeweiligen Möglichkeiten und Gefahren kennenlernen
  • ein paar physikalische Zusammenhänge verstehen, die uns helfen, souveräner mit "angsteinflössenden" Situationen umzugehen.
Mit dem letzten Punkt kommen wir dann auch auf die heißlaufenden Bremsen zurück.

Besteht da Interesse, oder wisst Ihr schon alles?
 
Keine ahnung aber des öfteren wird mir im Nachhinein Angst und bang wenn ich auf Strava bergab nach einer Ausfahrt mehr Pokale auf Segmenten gesammelt hab als bergrauf😂 dann seh ich mir besser die Topspeed werte garnicht mehr an...
Es sind in meiner familie zwar alle froh das ich keine Hobby Motorradrennen mehr fahre allerdings sind 200++kmh auf abgesperrter rennstrecke im Lederquand mit 120ps weit ungefährlicher als 70kmh mit radklamotten auf öffentlichen Straßen 🤔

Wichtig beim schnell Kurven fahren ist gleich wie beim Motorrad linienwahl und Blickführung denke ich..
Auch bei gefahrensituationen den kurvenausgang im Blick zu behalten ist oberstes Gebot sonst kommt es oft ungewollt zum sturz durch schreckbremsung oder gar der flucht ins Gelände obwohl sichs mit drücken des bikes oder linienkorrektur warscheinlich ausgegangen wäre.. war auch schon beim Motorradl so dass die reifen mehr grip haben als man sich traut

Mit überhitzten der Bremsen hatte ich bisher keine großen Probleme Felgenbremse mit alufelgen sind da sofern ich nur kurz vor Kurven brems..

An meinem cyclocross/pendelrad (disc) hatte ich mit Gepäck auf schotter bergab schon öfter Fadingprobleme aber noch nie ein versagen des systems..

Sonst ein schönes winterthema beim öden indoortraining können die abfahrt-skills schonmal verloren gehen....

Zum üben schonmal bei den zwift abfahrten mitbremsen😁😂

Lg Reini
 
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Keine ahnung aber des öfteren wird mir im Nachhinein Angst und bang wenn ich auf Strava bergab nach einer Ausfahrt mehr Pokale auf Segmenten gesammelt hab als bergrauf😂 dann seh ich mir besser die Topspeed werte garnicht mehr an...
Es sind in meiner familie zwar alle froh das ich keine Hobby Motorradrennen mehr fahre allerdings sind 200++kmh auf abgesperrter rennstrecke im Lederquand mit 120ps weit ungefährlicher als 70kmh mit radklamotten auf öffentlichen Straßen 🤔

Wichtig beim schnell Kurven fahren ist gleich wie beim Motorrad linienwahl und Blickführung denke ich..
Auch bei gefahrensituationen den kurvenausgang im Blick zu behalten ist oberstes Gebot sonst kommt es oft ungewollt zum sturz durch schreckbremsung oder gar der flucht ins Gelände obwohl sichs mit drücken des bikes oder linienkorrektur warscheinlich ausgegangen wäre.. war auch schon beim Motorradl so dass die reifen mehr grip haben als man sich traut

Mit überhitzten der Bremsen hatte ich bisher keine großen Probleme Felgenbremse mit alufelgen sind da sofern ich nur kurz vor Kurven brems..

An meinem cyclocross/pendelrad (disc) hatte ich mit Gepäck auf schotter bergab schon öfter Fadingprobleme aber noch nie ein versagen des systems..

Sonst ein schönes winterthema beim öden indoortraining können die abfahrt-skills schonmal verloren gehen....

Zum üben schonmal bei den zwift abfahrten mitbremsen😁😂

Lg Reini
Naja, du scheinst ja ein echter Crack zu sein. Wenn du die Situationen jetzt sozusagen "katalogisieren" oder ordnen solltest und dann sagen, welches die wichtigsten sind (nicht unbedingt die gefährlichsten), was würdest du Anfängern auf dem Rennrad mitgeben? Und eine Bitte: Du hast ja sehr vielseitige Erfahrungen, aber damit ich als derjenige, der den Thread angefangen hat, auch mitreden kann: Bitte erstmal beim Rennrad und auf der Straße bleiben, ok?
 
Naja als crack würde ich mich nicht bezeichnen, flott zu fahren macht allerdings schon spass...
Ich kam noch nicht in den Genuss auf abgesperrter Strecke mitm rad zu fahren daher gehe ich bei der linienwahl davon aus das ich nur meinen fahrstreifen ausnutze und die kurve von aussen zum scheitelpunkt durchfahre und mich wieder nach aussen treiben lasse , auf geraden möglichst laufenlasse und vor kurven mit beiden Bremsen Bremse..
In Linkskurven den nötigen Abstand zur Fahrbahnmitte einhalte da sonst durch die Schräglage der kopf/Oberkörper in den gegenverkehr ragt vorallem wenn plötzlich Lkw trekker oder Bus entgegenkommen sehr gefährlich ...
Vor rechtskurven vergewissern ob ich nicht überholt werde bevor ich nach aussen aushole...
Sonst wie gesagt das a und o ist meiner meinung nach Blickführung zum kurvenausgang hin..

Lg
 
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Sonst wie gesagt das a und o ist meiner meinung nach Blickführung zum kurvenausgang hin..
Ist auch mein Credo. Überhaupt: Die Bewegung folgt stets den Augen. Und die sind eben nicht - scherzhaft formuliert - auf das Vorderrad fixiert, sondern wandern, übrigens nicht gleitend, sondern schrittweise mit Abstand voran. Also z.B solange ich den Kurvenausgang noch nicht sehe, fixiere ich den Scheitelpunkt, sobald ich den Ausgang der Kurve sehe, natürlich diesen und habe den Scheitelpunkt nur noch im Augenwinkel, ein Stück vor dem Kurvenausgang kümmere ich mich schon um die Weiterfahrt inkl. ungefährem "Plan" für das Anfahren der nächsten Kurve usw.
 
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Für mich auch ein wichtiger Punkt: Nur vor der Kurve bremsen und nicht in der Kurve. Ist nicht zwingend am schnellsten aber definitiv am sichersten.
 
Interessantes Thema, als, im Wettkampf, ängstlicher Bergabfahrer beobachte ich das ganzen mal, sicher kann ich was lernen :)

Im Training klappt das Kurvenfahren bergab komischerweise gut.. Wobei, vielleicht fehlt auch einfach der Vergleich und ich fahr auch im Training grottig bergab :D
 
Wie der Themenstarter schon richtig beschrieben hat, ist die Blickführung das "A & O". Auch ich fahre seit 1979 Motorrad und habe auf abgesperrten Rennstrecken meine Kniepads angeschliffen. Von daher ist mir die Blickführung sowie die richtige Linienwahl ein Begriff.
Ein typischer Anfängerfehler ist der stoische Blick aufs Vorderrad denn dann fährt man in der nächsten Kehre unweigerlich ins Grüne. Die meisten Unfälle auf Baumalleen passieren dadurch, dass der Fahrer wie das Kaninchen mit der Schlange nur den Baum fixiert und genau an diesem auch landet.

Das mit der Blickführung mag im Training noch ganz gut funktionieren, im Rennen sieht das aber schon wieder ganz anders aus. Hier muss man nicht nur seine Linie, sondern auch die der anderen Mitfahrer im Blick haben.
Wenn sich aber alle an ihre "Linie" halten, ist das auch keine Hexerei.

Angst ist nicht nur bergab ein schlechter Begleiter. Besser als Angst ist Respekt und das Vertrauen ins eigene Können. Vielleicht hilft dem ein- oder anderen auch ein Fahrsicherheitstraining, dass z. B. bei uns vom ADFC angeboten wird.
Und wie der Themenstarter schon erwähnte: Der Grip der Reifen ist oft besser als man denkt.
 
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Das mit der Blickführung mag im Training noch ganz gut funktionieren, im Rennen sieht das aber schon wieder ganz anders aus. Hier muss man nicht nur seine Linie, sondern auch die der anderen Mitfahrer im Blick haben.
Wenn sich aber alle an ihre "Linie" halten, ist das auch keine Hexerei.

Angst ist nicht nur bergab ein schlechter Begleiter. Besser als Angst ist Respekt und das Vertrauen ins eigene Können. Vielleicht hilft dem ein- oder anderen auch ein Fahrsicherheitstraining, dass z. B. bei uns vom ADFC angeboten wird.
Und wie der Themenstarter schon erwähnte: Der Grip der Reifen ist oft besser als man denkt.
Zu diesen beiden Aspekten – Unterschied Training vs. Rennen und "Angst" – würde ich gerne etwas schreiben, habe aber nur Zeit für eines der beiden Themen, also denke ich, das mit der Angst ist das wichtigere.

Hier muß man tatsächlich, auch wenn sich das ein wenig nach "Definitionshuberei" anhört, Angst von Respekt bzw. Vorsicht abgrenzen, wie Rolle das ja auch gemacht hat. Ähnlich wie ein anderer User bereits schrieb, habe ich heute am meisten Angst bei Jedermannrennen, wenn es richtig, richtig bergab geht. In Lizenzrennen kommt das nicht so oft vor, weil ich mir eigentlich keine bergigen Rennen aussuche, und wenn es trotzdem mal "gefährlich bergab" geht wie bspw. in Stolberg, weiß ich, wie ich mich da im Fahrerfeld zu bewegen habe und an welchen anderen Fahrern ich mich orientieren muß. Aber bei den Jedermännern ist das anders, da muß ich selbst wissen, was die Abfahrten und die Kurven vertragen und wo ich Sicherheitsabschläge für unvorhergesehenes Einbauen muß.

Mein Weg weg von der Angst war glaube ich ziemlich untypisch. Als ich mit knapp 15 mit Radrennen anfing, war ich auf der Penne gerade in einem Stadium, mich in eine Art "Intellekuellen-Dünkel" hineinzusteigern und alles ausschließlich rational beurteilen zu wollen. Und in einem Haufen von 100 Leuten oder mehr Rad an Rad nebeneinander wie hintereinander mit tw. Abständen (in einer Reihe von bis zu 20, 30 Jungs) von 20 - 30 cm zu fahren, fand ich im Prinzip unvernünftig. Andererseits wollte ich diesen Sport machen und habe ja auch gesehen, daß es funktioniert – bei den Profis, bei anderen usw. Trotz der vielen Stürze, im Prinzip geht es also, mußte ich eingestehen.

Also habe ich mir genauestens Überlegt, worauf man achten muß, habe geübt am Hinterrad der Kumpels, habe mir bestimmte Tricks angeeignet usw. Vieles bezieht sich dabei auf die Rennen, von daher möchte ich das dann aufgreifen, wenn ich zum Unterschied zwischen Rennen und Training komme.

Jedenfalls ist es mir gelungen, mich dann im Training in Kurven usw. aber eben auch in Abfahrten sowohl im Rennen als auch im Training so zu bewegen, daß das Ganze für mich immer berechenbarer erschien. Und die Fälle, wo es dann nicht geklappt hat, hat man halt in der Statistik entsprechen "eingeordnet" und seine Blessuren getragen wie ein klassischer Held. In meinem stärksten Jahr als Jugend und Juniorenfahrer hatte ich 23 Platzierungen unter den ersten 10 und 7 Stürze in 35 Rennen, das war in meinen Augen damals eine sehr "gesunde" und ausgewogene Statistik, die Welt war damit wieder in Ordnung.

Erst in den letzten sagen wir 15 - 17 Jahren habe ich einen Zustand erreicht, wo ich fast jede "Ausnahmesituation" rechtzeitig erkenne und reagiere. Das funktioniert im Rennen interessanterweise besser als im Training. Aber dazu dann später.
 
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Interessantes Thema, als, im Wettkampf, ängstlicher Bergabfahrer beobachte ich das ganzen mal, sicher kann ich was lernen :)

Im Training klappt das Kurvenfahren bergab komischerweise gut.. Wobei, vielleicht fehlt auch einfach der Vergleich und ich fahr auch im Training grottig bergab :D

Im Training fährt man natürlich auch oft für sich alleine oder in geordneter Gruppe. Wenn im Rennen im Feld scharf bergab gefahren wird ist das natürlich nochmal eine andere Sache, weniger Platz, viele Fahrer evtl. Positionskämpfe etc.

Das wichtigste ist die richtige Fahrlinie, vorausschauende und saubere Fahrweise. Ich fahre im Rennen auch fast immer andere Reifen wie im Training, nach über 10 Jahren Rundstreckenrennen und Kriterien ist man beim Kurvenfahren sowieso irgendwann relativ schmerzbefreit :D .
 
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