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Velowino 2026

Wo bleiben eigentlich die Fotos für die wir uns brav zum Gruppenbild aufgestellt hatten?
@derArmin und @Fadenfischfan haben ihre Berichte im Unterwegs mit dem Klassiker versteckt, da ist auch ein Gruppenfoto dabei.
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Wo bleiben eigentlich die Fotos für die wir uns brav zum Gruppenbild aufgestellt hatten?
Sorry, hier sind meine wenigen Bilder natürlich besser aufgehoben 😉

Schönes Ambiente im Schlosshof:
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Ein Teil unserer Gruppe
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Auch ich war wieder begeistert von der Velovino.
Tolle Veranstaltung, tolle Orga und tolle Fahrradverrückte.
Zum dritten mal die 120er Runde gedreht. Weil diesmal die Sonne nicht so runter gebrannt hat, war es auch kein Problem. Ich bin sogar deutlich vor der Siegerehrung angekommen.

Und ich habe ein paar Mitforenten getroffen/kennen gelernt. :daumen:

Am beeindruckendsten fand ich am Ende den ältesten Teilnehmer der Veranstaltung: 89 Jahre. Da können wir noch viele Jahre Spass an unserem Hobby haben.

Und den Schönheitswetbewerb hat @petbo verdient gewonnen. Sein GIOS glänzt mehr, als alle meine Räder zusammen :daumen:

@Stahlrahmenbiker habe ich versprochen, ein paar Worte zur 120er Runde zu schreiben
 
Zuletzt bearbeitet:
@Stahlrahmenbiker habe ich versprochen, ein paar Worte zur 120er Runde zu schreiben

Vielleicht vorneweg: Die 120er und 80er Runde sind ziemlich identisch. Es kommt nur eine Zusatzrunde durch den Odenwald hinzu. Praktischer Weise kenne ich die Gegend recht gut, weil ich dort aufgewachsen bin.

Los geht es am 6:30 Bergauf auf dem Waldweg durch den Exotenwald, gleichb hinter dem Schloßpark. Die jungen Hüpfer geben dort gleich ordentlich Gas. Ältere Semester, denen die Waage jeden morgen unfreundliche Dinge erzählt, sollten sich jetzt zurückhalten und gleich daran denken, sich die Kraft einzuteilen.
Nach dem Exotenwald kommt eine kurze Abfahrt und dieses mal habe ich mich nicht verschaltet, weil gleich danach kommt eine Steile Auffahrt. Irgendwann spuckt einen der Oderwald dann aus und es geht flach Richtung Ladenburg.

Im Automuseum Carl Benz ist dann die legendäre Verpflegungsstation. Es soll Teilnehmer geben, die sich zur 40km Runde nur deshalb anmelden, um sich hier zu stärken. Morgens um Acht ist aber noch nichts los und man hat freie Auswahl. Auf jeden Fall den Thymianbraten probieren!

Nach dem Museum geht es zurück Richtung Ladenburg. (Achtung: Bei meiner ersten Velovino bin ich einfach geradeaus weiter gefahren bis ich an einer Brücke über den Nekar gelandet bin... Da habe ich erst gemerkt, dass etwas nicht stimmt)
Jetzt geht es in der Ebene am Neckar entlang bis Dossenheim. Und in Dossenheim beginnt der Anstieg zum Weißen Stein. Rein formal der längste Anstieg der Ausfahrt. Ich selber finde ihn jetzt nicht so anstregend, weil man ja noch frisch und fit ist. Mit seinen Kräften sollte man trotzdem sparsam sein. Besser, man legt sich nicht mit einem der jungen Fahrer auf seinem Carbonbike an, die hier trainieren. Letztes Jahr ist direkt vor mir einer ausgestiegen, weil er nicht mehr konnte. Es ist also durchaus ein ernst zu nehmender Anstieg.
Oben angekommen geht es noch mal hoch und runter, aber nach Unter- kommt Ober-Absteinach mit der zweiten Verpflegungsstation. Hier ist vor allem der super leckere selbstgebackene Kuchen sehr zu empfehlen.

Die 80km Fahren können es jetzt ruhig angehen lassen. Es geht (fast) nur noch bergab, zuerst ins Gorxheimer Tal und nach Weinheim. Hinter dem Schwimbad entlang wieder durch den Exotenwald, ums Schloss herrum ins Ziel.

Für 120km Fahrer geht es dagegen etwas bergauf bis Siedelsbrunn. Dann am Ortende rechts ab, auf den Waldweg und steil ins Tal. Unten angekommen links auf die Landstraße nach Ober-Schönmattenwag.
Dort geht es steil bergauf in die Raubach. Bei mir ist es jetzt etwa Mittagszeit und wenn die Sonne scheint, wird es langsam heiß. Dafür geht es durch den Wald und bleibt schattig bis Finkenbach, unten im Tal auf der anderen Seite des Bergrückens.

In meinen Augen kommt jetzt das schwerste Stück, von Finkenbach nach Airlenbach. Die Steigung ist moderat, aber jetzt brennt einem die Sonne auf den Helm und es zieht sich wie Kaugummi. Am Ortseingang von Falken-Gesäß (welch schöner Ortsname ;-)) ist ein Brunnen. Da sollte man seine Wasserflasche besser auffüllen. Oben geht es in den Wald, leicht Bergab und wieder Bergauf nach Olfen und wieder runter nach Affolterbach.

In Affolterbach ist bei der Freiwilligen Feuerwehr die letzte Verpflegungsstation. Die Jungs und Mädels von der FFW sind immer gut gelaunt und harren da den ganzen Tag auf die paar Hansel, die es bis hier her schaffen. Wichtig: Die Spendenkasse für die Jugenfeuerwehr steht hinten auf dem Tisch!

Jetzt geht es den Berg wieder hoch (teilweise Schotterweg), leicht runter und hoch zur Kreidacher Höhe.
Kurz nach Kreidach kommt dann die letzte Herausforderung: Links abbiegen, unter dem Viadukt der alten Überwaldbahn durch und dann geht es nochmal steil bergauf. Das hat mich die letzten Male dann geschafft. Am Sonntag war es aber, wegen dem durchwachsenen Wetter, kein großes Problem. Oben ist man dann am anderen Ende von Ober-Abtsteinach und es geht, wie bei der 80er, zurück nach Weinheim.

Meine Tipps:
-denkt an genügend Flüssigkeit
-passt auf die Motorradfahrer auf. Der Odenwald ist beliebtes Ausflugziel für Motorradfahrer aus dem Rhein-Mein-Neckarraum. Und nicht jeder weiß sich zu benehmen! Zwei besondere Deppen sind mir vom Sonntag in Erinnerung
-eigentlich fährt es sich besser nach den Schildern als nach GPS. Ich denke fast, was bei Komoot gespeichert ist, entspricht nicht 100% der aktuellen Strecke
-Dauphine Libéré schaffte 1999 den Mt. Ventoux mit einer 42-21 Übersetzung in 56min50sec. Das größte Ritzel hat er aber nur in Steilpassagen kurz benutzt. Bauchträger, wie ich, sollten trotzdem besser eine Bergübersetzung montiert haben.
-breite Reifen sind auch von Vorteil. Die Straßen sind nicht überall die Besten.
-ich nehme mittlerweile ein Hotel in der Nähe, hole die Startunterlagen schon am Samstag mit dem Rad ab und fahre dann auch morgens gleich per Velo an. Morgens um 6 Uhr findet man noch einen Parkplatz, später wird es aber komplizierter
-an sonsten natürlich die Basics: keine uralt Kette oder Reifen/Schläuche. Eine technische Durchsicht sollte man auch machen (letztes Jahr musste einer auf der 120er Runde ständig sein Tretlager nachziehen, obwohl er vorher in der Werkstatt war)
-es gibt keine technische Abnahme. Es liegt an jedem selber, wie "authentisch" er auf die Fahrt geht. (Die Hälfte der 120er Fahrer hatte dieses Jahr z. B. Klickpedale montiert)
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Die Ortsnamen wecken in mir Jugenderinnerungen. Ich bin in Ludwigshafen aufgewachsen, aber Oma, Opa, Tante und Onkel wohnten in Schönau, später in Altneudorf (auch so ein origineller Name). Ein Schulfreund und ich haben sie mit dem Rad besucht. Den Heimweg wählten wir über Wilhelmsfeld und schossen nach Schriesheim hinunter. Mein Freund hatte einen Tacho am Rad; er rief mir zu „Wir haben 50 drauf!“. Wie auf Kommando fing mein Rad an zu vibrieren und sich zu schütteln, dass ich mich kaum noch drauf halten konnte. In meiner Todesangst habe ich mir geschworen, nie, nie, nie wieder so schnell zu fahren.
 
@Stahlrahmenbiker habe ich versprochen, ein paar Worte zur 120er Runde zu schreiben

Vielleicht vorneweg: Die 120er und 80er Runde sind ziemlich identisch. Es kommt nur eine Zusatzrunde durch den Odenwald hinzu. Praktischer Weise kenne ich die Gegend recht gut, weil ich dort aufgewachsen bin.

Los geht es am 6:30 Bergauf auf dem Waldweg durch den Exotenwald, gleichb hinter dem Schloßpark. Die jungen Hüpfer geben dort gleich ordentlich Gas. Ältere Semester, denen die Waage jeden morgen unfreundliche Dinge erzählt, sollten sich jetzt zurückhalten und gleich daran denken, sich die Kraft einzuteilen.
Nach dem Exotenwald kommt eine kurze Abfahrt und dieses mal habe ich mich nicht verschaltet, weil gleich danach kommt eine Steile Auffahrt. Irgendwann spuckt einen der Oderwald dann aus und es geht flach Richtung Ladenburg.

Im Automuseum Carl Benz ist dann die legendäre Verpflegungsstation. Es soll Teilnehmer geben, die sich zur 40km Runde nur deshalb anmelden, um sich hier zu stärken. Morgens um Acht ist aber noch nichts los und man hat freie Auswahl. Auf jeden Fall den Thymianbraten probieren!

Nach dem Museum geht es zurück Richtung Ladenburg. (Achtung: Bei meiner ersten Velovino bin ich einfach geradeaus weiter gefahren bis ich an einer Brücke über den Nekar gelandet bin... Da habe ich erst gemerkt, dass etwas nicht stimmt)
Jetzt geht es in der Ebene am Neckar entlang bis Dossenheim. Und in Dossenheim beginnt der Anstieg zum Weißen Stein. Rein formal der längste Anstieg der Ausfahrt. Ich selber finde ihn jetzt nicht so anstregend, weil man ja noch frisch und fit ist. Mit seinen Kräften sollte man trotzdem sparsam sein. Besser, man legt sich nicht mit einem der jungen Fahrer auf seinem Carbonbike an, die hier trainieren. Letztes Jahr ist direkt vor mir einer ausgestiegen, weil er nicht mehr konnte. Es ist also durchaus ein ernst zu nehmender Anstieg.
Oben angekommen geht es noch mal hoch und runter, aber nach Unter- kommt Ober-Absteinach mit der zweiten Verpflegungsstation. Hier ist vor allem der super leckere selbstgebackene Kuchen sehr zu empfehlen.

Die 80km Fahren können es jetzt ruhig angehen lassen. Es geht (fast) nur noch bergab, zuerst ins Gorxheimer Tal und nach Weinheim. Hinter dem Schwimbad entlang wieder durch den Exotenwald, ums Schloss herrum ins Ziel.

Für 120km Fahrer geht es dagegen etwas bergauf bis Siedelsbrunn. Dann am Ortende rechts ab, auf den Waldweg und steil ins Tal. Unten angekommen links auf die Landstraße nach Ober-Schönmattenwag.
Dort geht es steil bergauf in die Raubach. Bei mir ist es jetzt etwa Mittagszeit und wenn die Sonne scheint, wird es langsam heiß. Dafür geht es durch den Wald und bleibt schattig bis Finkenbach, unten im Tal auf der anderen Seite des Bergrückens.

In meinen Augen kommt jetzt das schwerste Stück, von Finkenbach nach Airlenbach. Die Steigung ist moderat, aber jetzt brennt einem die Sonne auf den Helm und es zieht sich wie Kaugummi. Am Ortseingang von Falken-Gesäß (welch schöner Ortsname ;-)) ist ein Brunnen. Da sollte man seine Wasserflasche besser auffüllen. Oben geht es in den Wald, leicht Bergab und wieder Bergauf nach Olfen und wieder runter nach Affolterbach.

In Affolterbach ist bei der Freiwilligen Feuerwehr die letzte Verpflegungsstation. Die Jungs und Mädels von der FFW sind immer gut gelaunt und harren da den ganzen Tag auf die paar Hansel, die es bis hier her schaffen. Wichtig: Die Spendenkasse für die Jugenfeuerwehr steht hinten auf dem Tisch!

Jetzt geht es den Berg wieder hoch (teilweise Schotterweg), leicht runter und hoch zur Kreidacher Höhe.
Kurz nach Kreidach kommt dann die letzte Herausforderung: Links abbiegen, unter dem Viadukt der alten Überwaldbahn durch und dann geht es nochmal steil bergauf. Das hat mich die letzten Male dann geschafft. Am Sonntag war es aber, wegen dem durchwachsenen Wetter, kein großes Problem. Oben ist man dann am anderen Ende von Ober-Abtsteinach und es geht, wie bei der 80er, zurück nach Weinheim.

Meine Tipps:
-denkt an genügend Flüssigkeit
-passt auf die Motorradfahrer auf. Der Odenwald ist beliebtes Ausflugziel für Motorradfahrer aus dem Rhein-Mein-Neckarraum. Und nicht jeder weiß sich zu benehmen! Zwei besondere Deppen sind mir vom Sonntag in Erinnerung
-eigentlich fährt es sich besser nach den Schildern als nach GPS. Ich denke fast, was bei Komoot gespeichert ist, entspricht nicht 100% der aktuellen Strecke
-Dauphine Libéré schaffte 1999 den Mt. Ventoux mit einer 42-21 Übersetzung in 56min50sec. Das größte Ritzel hat er aber nur in Steilpassagen kurz benutzt. Bauchträger, wie ich, sollten trotzdem besser eine Bergübersetzung montiert haben.
-breite Reifen sind auch von Vorteil. Die Straßen sind nicht überall die Besten.
-ich nehme mittlerweile ein Hotel in der Nähe, hole die Startunterlagen schon am Samstag mit dem Rad ab und fahre dann auch morgens gleich per Velo an. Morgens um 6 Uhr findet man noch einen Parkplatz, später wird es aber komplizierter
-an sonsten natürlich die Basics: keine uralt Kette oder Reifen/Schläuche. Eine technische Durchsicht sollte man auch machen (letztes Jahr musste einer auf der 120er Runde ständig sein Tretlager nachziehen, obwohl er vorher in der Werkstatt war)
-es gibt keine technische Abnahme. Es liegt an jedem selber, wie "authentisch" er auf die Fahrt geht. (Die Hälfte der 120er Fahrer hatte dieses Jahr z. B. Klickpedale montiert)
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Danke für den sehr informativen Bericht, der mir richtig Lust macht statt meiner Premiere mit 55km nächstes Jahr die 80km zu fahren.
Den 432 HM Aufstieg von Dossenheim auf den Weissen Stein hatte ich ja interessehalber am heisseren Samstag in Angriff genommen. Mit 46/28 am TEBAG hat das gerade noch geklappt, für die ganze 80er Runde brauche ich aber mindestens einen Gang mehr.
Ich freue mich auf die VELOVINO 2027 😍!

PS: noch ein Tipp zur Anreise, Weinheim ist sehr gut mit der Bahn erreichbar, z. B. in 3 h von München aus per ICE!
 
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@Stahlrahmenbiker habe ich versprochen, ein paar Worte zur 120er Runde zu schreiben

Vielleicht vorneweg: Die 120er und 80er Runde sind ziemlich identisch. Es kommt nur eine Zusatzrunde durch den Odenwald hinzu. Praktischer Weise kenne ich die Gegend recht gut, weil ich dort aufgewachsen bin.

Los geht es am 6:30 Bergauf auf dem Waldweg durch den Exotenwald, gleichb hinter dem Schloßpark. Die jungen Hüpfer geben dort gleich ordentlich Gas. Ältere Semester, denen die Waage jeden morgen unfreundliche Dinge erzählt, sollten sich jetzt zurückhalten und gleich daran denken, sich die Kraft einzuteilen.
Nach dem Exotenwald kommt eine kurze Abfahrt und dieses mal habe ich mich nicht verschaltet, weil gleich danach kommt eine Steile Auffahrt. Irgendwann spuckt einen der Oderwald dann aus und es geht flach Richtung Ladenburg.

Im Automuseum Carl Benz ist dann die legendäre Verpflegungsstation. Es soll Teilnehmer geben, die sich zur 40km Runde nur deshalb anmelden, um sich hier zu stärken. Morgens um Acht ist aber noch nichts los und man hat freie Auswahl. Auf jeden Fall den Thymianbraten probieren!

Nach dem Museum geht es zurück Richtung Ladenburg. (Achtung: Bei meiner ersten Velovino bin ich einfach geradeaus weiter gefahren bis ich an einer Brücke über den Nekar gelandet bin... Da habe ich erst gemerkt, dass etwas nicht stimmt)
Jetzt geht es in der Ebene am Neckar entlang bis Dossenheim. Und in Dossenheim beginnt der Anstieg zum Weißen Stein. Rein formal der längste Anstieg der Ausfahrt. Ich selber finde ihn jetzt nicht so anstregend, weil man ja noch frisch und fit ist. Mit seinen Kräften sollte man trotzdem sparsam sein. Besser, man legt sich nicht mit einem der jungen Fahrer auf seinem Carbonbike an, die hier trainieren. Letztes Jahr ist direkt vor mir einer ausgestiegen, weil er nicht mehr konnte. Es ist also durchaus ein ernst zu nehmender Anstieg.
Oben angekommen geht es noch mal hoch und runter, aber nach Unter- kommt Ober-Absteinach mit der zweiten Verpflegungsstation. Hier ist vor allem der super leckere selbstgebackene Kuchen sehr zu empfehlen.

Die 80km Fahren können es jetzt ruhig angehen lassen. Es geht (fast) nur noch bergab, zuerst ins Gorxheimer Tal und nach Weinheim. Hinter dem Schwimbad entlang wieder durch den Exotenwald, ums Schloss herrum ins Ziel.

Für 120km Fahrer geht es dagegen etwas bergauf bis Siedelsbrunn. Dann am Ortende rechts ab, auf den Waldweg und steil ins Tal. Unten angekommen links auf die Landstraße nach Ober-Schönmattenwag.
Dort geht es steil bergauf in die Raubach. Bei mir ist es jetzt etwa Mittagszeit und wenn die Sonne scheint, wird es langsam heiß. Dafür geht es durch den Wald und bleibt schattig bis Finkenbach, unten im Tal auf der anderen Seite des Bergrückens.

In meinen Augen kommt jetzt das schwerste Stück, von Finkenbach nach Airlenbach. Die Steigung ist moderat, aber jetzt brennt einem die Sonne auf den Helm und es zieht sich wie Kaugummi. Am Ortseingang von Falken-Gesäß (welch schöner Ortsname ;-)) ist ein Brunnen. Da sollte man seine Wasserflasche besser auffüllen. Oben geht es in den Wald, leicht Bergab und wieder Bergauf nach Olfen und wieder runter nach Affolterbach.

In Affolterbach ist bei der Freiwilligen Feuerwehr die letzte Verpflegungsstation. Die Jungs und Mädels von der FFW sind immer gut gelaunt und harren da den ganzen Tag auf die paar Hansel, die es bis hier her schaffen. Wichtig: Die Spendenkasse für die Jugenfeuerwehr steht hinten auf dem Tisch!

Jetzt geht es den Berg wieder hoch (teilweise Schotterweg), leicht runter und hoch zur Kreidacher Höhe.
Kurz nach Kreidach kommt dann die letzte Herausforderung: Links abbiegen, unter dem Viadukt der alten Überwaldbahn durch und dann geht es nochmal steil bergauf. Das hat mich die letzten Male dann geschafft. Am Sonntag war es aber, wegen dem durchwachsenen Wetter, kein großes Problem. Oben ist man dann am anderen Ende von Ober-Abtsteinach und es geht, wie bei der 80er, zurück nach Weinheim.

Meine Tipps:
-denkt an genügend Flüssigkeit
-passt auf die Motorradfahrer auf. Der Odenwald ist beliebtes Ausflugziel für Motorradfahrer aus dem Rhein-Mein-Neckarraum. Und nicht jeder weiß sich zu benehmen! Zwei besondere Deppen sind mir vom Sonntag in Erinnerung
-eigentlich fährt es sich besser nach den Schildern als nach GPS. Ich denke fast, was bei Komoot gespeichert ist, entspricht nicht 100% der aktuellen Strecke
-Dauphine Libéré schaffte 1999 den Mt. Ventoux mit einer 42-21 Übersetzung in 56min50sec. Das größte Ritzel hat er aber nur in Steilpassagen kurz benutzt. Bauchträger, wie ich, sollten trotzdem besser eine Bergübersetzung montiert haben.
-breite Reifen sind auch von Vorteil. Die Straßen sind nicht überall die Besten.
-ich nehme mittlerweile ein Hotel in der Nähe, hole die Startunterlagen schon am Samstag mit dem Rad ab und fahre dann auch morgens gleich per Velo an. Morgens um 6 Uhr findet man noch einen Parkplatz, später wird es aber komplizierter
-an sonsten natürlich die Basics: keine uralt Kette oder Reifen/Schläuche. Eine technische Durchsicht sollte man auch machen (letztes Jahr musste einer auf der 120er Runde ständig sein Tretlager nachziehen, obwohl er vorher in der Werkstatt war)
-es gibt keine technische Abnahme. Es liegt an jedem selber, wie "authentisch" er auf die Fahrt geht. (Die Hälfte der 120er Fahrer hatte dieses Jahr z. B. Klickpedale montiert)
Anhang anzeigen 1794859
...danke für die präzise Beschreibung der 120km Strecke - jetzt kann ich mir etwas darunter vorstellen.
Vielleicht geht es sich nächstes Jahr terminlich aus und wir sind gemeinsam unterwegs.
Noch eine Frage dazu:
wieviele Starter waren in etwa auf der großen Runde unterwegs?

Was ich in Süddeutschland schon lange vermisse, ist eine Veranstaltung ala Historica mit vielen Kilometer (Ü150km) für einen langen Tag im Sattel und moderaten Steigungen für die wirklich alte Schätzchen. Keine Ahnung warum man immer so eine Heldenrunde mit vielen zweiprozentigen Steigungen und Wirtschaftswegeanteil aus einem Klassikerevent machen muss. Meine alten Räder beklagen sich schon lange über Arbeitslosigkeit...
 
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