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Grunellis Garage: Rahmenbau und andere Basteleien

Nicht am Rennrad. Fürs Gelände gibts fette Walzen und nicht bebremsbare Felgen en masse. War aber wohl auch nur ein Strohfeuer, aber ein ganz großes.
 

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Re: Grunellis Garage: Rahmenbau und andere Basteleien
Der Meerglas Brevet war eine wunderbare Möglichkeit das Rad ausführlich zu testen. Mit An- und Abreise habe ich ca. 350km in 3 Tagen auf dem "Mistkäfer" zurückgelegt und kann mir so ein erstes Urteil über das Rad und 650b erlauben.

Als ich das Projekt began, war für mich klar, dass Low Trail nicht mein Ding ist und somit bekam das Rad eine moderate Mid to High Trail Geo:

HTA: 72,3°
Vorbiegung: 55 mm
Nachlauf: 52 mm
STA: 73,5
OR cc: 555
BB drop: 65
Reifen: Panaracer Gravelking Semi Slicks SK+

Das Rad wurde auch gleich auf 584x48er Reifen ausgelegt, da ich einen spürbaren Abstand zu 622x40 wollte, was ich üblicherweise fahre. Hätte ich das Rad auf 42er reifen ausgelegt, wäre der HTA mit 72° etwas flacher geworden, um die geringere Stabilisierung durch die reifen zu kompensieren (Stichwort pneumatischer Nachlauf).

Der Plan ging wunderbar auf, das Rad fuhr sich mit und ohne Gepäck stabil und freihändig. Davon konnte sich auch der liebe @il_basso überzeugen, der die An- und Rückfahrt aus Berlin geplant hat und auch selbst ein paar mal auf dem Rad saß.

Das erste was mir auffiel war eine gewisse Trägheit bei der Anreise mit Gepäck. Bei überwiegend Asphalt und ca 15 kg Zuladung vorne bei 85kg Körpergewicht, sind 1,8 bar vorne und 2 bar hinten zu wenig. Der geringe Druck dämpft alles weg und man gleitet über die Hindernisse nur so drüber aber die Beine werden schneller müde.

Nur mit Fronttasche (ca 3 kg Zuladung) fühlten 1,8 bar vorne und 2,2 bar hinten deutlich schneller an aber auch da konnte @il_basso mir bestätigen, dass sich das Rad schwerfälliger fuhr als sein Rando, trotz dessen, dass der Mistkäfer ca 1 kg weniger wog.

Die Rückreise habe ich dann mit 2 bar vorne und 2,2 bar hinten angetreten und es fuhr sich stabil und etwas schneller als auf der Hinreise, aber gefühlt immer noch langsamer als 622x40. Positiv war aber, dass ich mir gar keine Gedanken mehr über den Untergrund machen musste und einfach drüber brettern konnte 😁.
Als ich das Fahrverhalten mit den 650b Spezialisten besprach, wurde der Reifen als Hauptschuldiger identifiziert und zu Rene Herse Reifen geraten, weil sie deutlich leichter und schneller sind.

Und genau hier beginnt mein persönliches kleines Dilemma. Einerseits mag ich die Optik dieser wuchtigen Reifen sehr und wenn ich den Rahmen nochmal bauen würde, wären es Standardrohrdimensionen statt OS, aber gleichzeitig ist das Fahrgefühl einfach nicht meins und der Kauf von sündhaft teuren Reifen, um dieses zu verbessern nicht mein Ansatz.

Meine Räder sollen keine Porsche oder Ferraris sein, sondern eher ein Skoda Octavia oder VW Passat, die selbst in der Grundausstattung (günstige Komponenten) gut performen und das habe ich bisher nur bei High Trail und 700c erlebt, Auch als ich die Räder der anderen Fuhr (es war alles dabei, Low und High Trail, 650b und 700c und sogar ein 20 zoll Minibike!) kam mir vieles zu wackelig (shimmy) vor, wobei ein wenig Frontload das ganze eventuell beruhigt hätte.

Ich glaube am Ende kann ich sagen, dass es ein höchst subjektives Thema ist und beides seine Vor und Nachteile hat, wobei diese durch persönliche Gegebenheiten mehr oder weniger ins Gewicht fallen:

650b700c
Vorteile- mehr Komfort, dank größerer Reifen

- kürzeres Oberrohr möglich

- weniger Toe Overlap

- Low Trail einfacher umsetzbar
- gute Felgen und Reifen sind günstig und überall zu bekommen

- Mini Vs können verwendet werden

- Insgesamt leichteres System
Nachteile- 584x48 wiegt ca 500g mehr als 622x40

- Mini V Brakes nicht möglich, eingeschränkte Bremsauswahl

- gute Felgen schwerer zu bekommen und teurer als 700c

- gute Reifen sind teuer
- Toe Overlap bei kleinen Rahmen und steileren Winkeln

Für mich persönlich überwiegen die Vorteile von 700c deutlich, sodass ich mich darauf fokussieren werde, um den perfekten Rahmen für mich zu bauen :).
Wieso sind mini v brakes bei 650b nicht möglich. Gibt es dafür nur dicke reifen?
 
Wieso sind mini v brakes bei 650b nicht möglich. Gibt es dafür nur dicke reifen?
Sie sind prinzipiell möglich aber nur mit reifen bis 584x38, wenn man mit Schutzblechen fahren will.

@klemenb hat es ja schon durchklingen lassen: 650b hat sich nicht flächendeckend durchgesetzt und bleibt eine Nische oder eine Lösung für kleine Rahmen und kurze Oberkörper.
Bzgl der Felgen und Reifen, wird die Auswahl wohl in der nächsten Zeit kleiner werden, aber ganz verschwinden werden sie nicht.

Mit 32" schwingt das Pendel in die andere Richtung, der Sweetspot bleibt 700c. Hier ist die Marktpenetration zu stark und auch technisch macht es Sinn, weil man mit dem Felgenmaß alles vom Rennrad bis zum MTB abdecken kann.

Und wenn die Hersteller mehr verkaufen wollen, sollen bitte einfach gute, geöste 700c Felgen in vernünftiger Breite mit stabilem Felgenstoß in leicht und silber produzieren!
 
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Sneak Peak 😬
 
Hmm,
Mein Verständnis von 650B ist eigentlich ganz einfach:
Wenn man sehr breite Reifen (z.B. 42mm) fahren will, echte, funktionale Schutzbleche möchte und Wert auf einen schmalen Q-Faktor legt, dann wir es mit 700C eng. Hinter dem Tretlager und je nach Rahmenhöhen auch vorn am Fuss.

Da bietet 650B eine Lösung. 26" wäre auch eine Lösung gewesen, aber die Bikeindustrie profitiert natürlich davon, wenn alte Laufräder plötzlich unnütz werden ;-)

650B hilft an dieser Stelle gleichzeitig Gewicht zu sparen - bei Felgen und Reifen.

Wenn man die Moden der MTBler verfolgt, dann sieht man aber, dass am Ende doch das grössere Rad besser über schlechtes Geläuf rollt.
Für Straßenfahrer ist aber eher interessant, das so ein sehr breiter Reifen seinen Fahrer weniger ermüdet, aber bergauf auch ordentlich walkt. Auch mit teuren Herse-Reifen empfinde ich das bergauf träger als mit Schmalreifen. Andererseits haben mir diese Breitreifen auch schon so manche Abfahrt mit schlechtem Asphalt auf's Vortrefflichste verwandelt :-)

Ich bin auf meinem Graveler mit RH57 und 48mm Stoppelreifen dennoch gern mit 650B unterwegs. Das ist aber eher so ein Psychoding. Ich fühle mich im groben Gelände (das Rad ist mein MTB-Ersatz) "im Rad" wohler als "auf dem Rad".

Für alles bis 35mm käme ich nicht auf die Idee was Anderes als 700C zu herzunehmen.

Einen Graveler auf MTB-Basis mit 26" habe ich auch noch. Liegt es an der Laufradgrösse, dass ich damit tendenziell langsamer bin oder hat das andere Gründe?! Ich weiss es nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Grunelli
Was das Fahrverhalten (mit/ohne Gepäck. Geradeaus/Kurven, schechte/gute Wege, etc..) angeht, finde ich deine Beobachtungen super spannend und zweifle auch nichts davon an.

Aber für mich ist das immer ein Kompromiss. Ich habe bergauf und geradeaus auf grobem Geläuf nix Besseres gefahren als 42er oder 48er Herse- oder Pari-Moto-Slicks. Auf dem gleichen Weg bergab hätte ich mir aber durchaus Stollen gewünscht. Auch hier kenne ich die Herses - die sind top. Kommen aber in Sachen Komfort nicht an die Slicks ran. Dafür fährt dann der Wagemut etwas mit ;-)

Eins ist ja klar:
Komfort UND Gepäck ist auch ein Kompromiss. Lange Strecke, schlechtes Geläuf, weniger aktives Fahren - hier macht die breite Pelle das Rennen. Schmaler ist härter, aber auch agiler.

Noch ein Punkt:
Die breiten Dingen profitieren von einer breiten Felge. Ist die eher schmal (und das Gesamtgewicht eher hoch), dann wird der Bereich des "idealen" Luftdrucks sehr schmal. Nun ja, es soll alles weg "federn", aber doch nicht "rumwalken".

Make your Choice ;-)
 
Eins ist ja klar:
Komfort UND Gepäck ist auch ein Kompromiss. Lange Strecke, schlechtes Geläuf, weniger aktives Fahren - hier macht die breite Pelle das Rennen. Schmaler ist härter, aber auch agiler.
Das wollte ich auch schon schreiben! Ich glaube 15kg (hast du ja auch getestet) sind eine Sache fürs Reiserad.
Ein Randonnneur (schnell! PBP etc.) lotet da eher einen Grenzbereich in der Mitte aus.
Nach Heine ists ein Sportwagen mit Licht, Schutzblechen und kleinem Frunk fürs Notwendigste.
Eben die Ranndonneurtasche am Lenker. Sobald Lowrider ins Spiel kommen, wirds ein Kompromiss den man nur versteht, wenns wirklich um ein Rad für Alles gehen soll....
 
Vielen Dank @skandsen und @klemenb, dass ihr das Thema nochmal aufgreift.
Wir sind uns alle einige, Fahren mit Gepäck ist anderes als ohne und kein Rad kann für beides gleich gut ausgelegt sein. Der Kompromiss, der beides gut kann war die gewählte mid/high Trail Geometrie, die ich von meinen Kuwaharas schon sehr gut kenne. Somit lässt sich alles auf den Reifen reduzieren und da schien der Gravelking SS+ die falsche Wahl gewesen zu sein.

Ich wollte ihn unbedingt haben, weil er bei mir in 700cx38 super funktioniert und echt schnell ist, aber vlt muss ich mich dem doch mehr öffnen und andere 650bx48er reifen probieren.
Beim Brevet wurden mir die Pari Motos nahegelegt, dich ich Preislich für vertretbar halte. Aber was gibt es sonst noch so AUßER Rene Herse? Slicks und Semi Slicks mit Gripp bei Nässe (bei den Gravelkings gegeben) sind bevorzugt, oder irgendwas anderes, dass auch auf Asphalt super funktioniert :)
Pannenschutz ist mir auch wichtig, denn das haben alle über RH Reifen gesagt: tubeless mit viel Dichtmilch ist Pflicht, weil sie keinen Pannenschutz haben.
 
Vielen Dank @skandsen und @klemenb, dass ihr das Thema nochmal aufgreift.
Wir sind uns alle einige, Fahren mit Gepäck ist anderes als ohne und kein Rad kann für beides gleich gut ausgelegt sein. Der Kompromiss, der beides gut kann war die gewählte mid/high Trail Geometrie, die ich von meinen Kuwaharas schon sehr gut kenne. Somit lässt sich alles auf den Reifen reduzieren und da schien der Gravelking SS+ die falsche Wahl gewesen zu sein.

Ich wollte ihn unbedingt haben, weil er bei mir in 700cx38 super funktioniert und echt schnell ist, aber vlt muss ich mich dem doch mehr öffnen und andere 650bx48er reifen probieren.
Beim Brevet wurden mir die Pari Motos nahegelegt, dich ich Preislich für vertretbar halte. Aber was gibt es sonst noch so AUßER Rene Herse? Slicks und Semi Slicks mit Gripp bei Nässe (bei den Gravelkings gegeben) sind bevorzugt, oder irgendwas anderes, dass auch auf Asphalt super funktioniert :)
Pannenschutz ist mir auch wichtig, denn das haben alle über RH Reifen gesagt: tubeless mit viel Dichtmilch ist Pflicht, weil sie keinen Pannenschutz haben.
Ich habe hier noch einen Satz WTB Horizon in 47c rumliegen. Den habe ich mal günstig in den Kleinanzeigen gefunden. Leider habe ich (noch) kein Rad, wo sie passen. D.h. ich konnte sie noch nicht testen. Es sind allerdings Drahtreifen.
Das Paar könnte ich dir zum Testen (für Versandgebühr) überlassen.

Edit: Wenn du sie nach dem Testen behalten möchtest, werden wir uns sicherlich auf einen Preis einigen können. Bis ich ein entsprechendes Rad besitze, dauert es noch...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe hier noch einen Satz WTB Horizon in 47c rumliegen. Den habe ich mal günstig in den Kleinanzeigen gefunden. Leider habe ich (noch) kein Rad, wo sie passen. D.h. ich konnte sie noch nicht testen. Es sind allerdings Drahtreifen.
Das Paar könnte ich dir zum Testen (für Versandgebühr) überlassen.

Edit: Wenn du sie nach dem Testen behalten möchtest, werden wir uns sicherlich auf einen Preis einigen können. Bis ich ein entsprechendes Rad besitze, dauert es noch...

Hab grad mal nachgeschaut und er ist schon mal leichter als der Panaracer, kann mir einer sagen, ob die Karkasse weicher oder gleich ist?
 
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