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Gibt es auch Leute, die von Wachs wieder zurück auf Öl sind?

Wachs hat ja per se andere physikalische Eigenschaften als Öl. Mit anderen Worten: dass Öl Staub und Dreck anzieht, ist keine Frage des Preises oder des richtigen Auftragens, sondern eine Produkteigenschaft.

Theorie und Praxis, Teil 1: "Saubermann Wachs"

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Diese 35-Euro-pre-waxed Kette ist 200 Kilometer auf einem nagelneuen Antrieb gelaufen und hat nicht mal einen Hauch von Luftfeuchtigkeit gesehen. Den anhaftenden Dreck kann man entgegen anderslautender Empfehlung des Herstellers nicht einfach mit einem trockenen Tuch abwischen, das Zeug klebt wie Juchten und hing auch zwischen den Ritzeln, an den Schaltröllchen usw. Die Glieder bewegen sich nur äußerst unwillig gegeneinander, das Schaltverhalten hatte, nun ja, "Luft nach oben", etwas laut war es auch. Sagen wir mal so: Selbst wenn die Kette dank Wachs ewig halten würde, hätte ich keinen Bock auf einen so versifften und schlecht laufenden Antrieb. Andererseits kann das alles gar nicht sein, weil Wachs theoretisch dank einer physikalischen Eigenschaften weder Staub noch Dreck anzieht, man kann da eigentlich gar nix falsch machen ...

Theorie und Praxis, Teil 2: "Dreckmagnet Öl"

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Diese 15-Euro-Kette ist knapp über 1.000 Kilometer an meinem "Fango-Crosser" gelaufen. Pflege: nach der Fahrt und nach dem Ölen Kette mit einem trockenen Lappen abwischen (was im Unterschied zur pre-waxed-Kette sehr gut funktioniert). Ansonsten keine Reinigung. Laut Theorie müsste die Kette dank der physikalischen Eigenschaften des Öls ja nur so vor Dreck starren und schon halb runtergeritten sein, aber irgendwas mache ich vermutlich falsch ...

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Theorie und Praxis, Teil 3: "Dreckmagnet Öl" (Forts.)

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Diese 18-Euro-Kette sieht schon etwas mitgenommener aus, sie halt allerdings auch schon 2.800 Allwetter-Kilometer runter, darunter im letzten Winter auch reichlich Schnee, Eis und Streusalz. Natürlich sieht sie nicht wie neu/geleckt aus, aber angesichts der minimalistischen Pflege (wie oben, d.h. trockenwischen, ölen, trockenwischen) eigentlich ganz okay und sauberer/appetitlicher als die 200 Km im Trockenen gefahrene pre-waxed-Kette allemal. Und wenn diese Kette am Ende bei 4.000 Km noch ein wenig schmutziger ihre Glieder streckt, werde ich mir garantiert keinen Kopf darüber machen, ob sie mit irgendwelchen Heißwachs-Kochorgien vielleicht doppelt so lange gehalten hätte. Zumal man mit Wachs ja eh nicht mal im Regen fahren darf ...

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Wachs ist großartig. Ich brauche keine Entfetter oder andere Schweinereien, die im übrigen sicherlich über 90 % der Fälle einfach irgendwie im Abwasser landen, obwohl sie eigentlich Sondermüll wären.

Genau das meine ich: es werden angebliche "Probleme" konstruiert, wo gar keine sind. Es braucht für die Pflege eines Antriebs mit Öl keine "Entfetter" o.ä. Du brauchst einen trockenen Lappen und ein gutes Öl (s.o.)
 
Wenn ich das allea richtig durchforstet habe, gibt es folgende mögliche Fehlerquellen für gewachste Ketten, die dennoch Schmutz ziehen und nicht mit einem Lappen einfach abzuwischen sind.

1. Die Kette und auch der restliche Antrieb (Leitrollen, KB, Ritzelblock) sind nicht komplett rückstandsfrei entfettet.

2. Das Wachs enthält irgendwie doch einen Schmutz ziehenden Anteil - Da bin ich aber kein Chemiker, um sagen zu können, was das sein könnte.
 
Wenn ich das allea richtig durchforstet habe, gibt es folgende mögliche Fehlerquellen für gewachste Ketten, die dennoch Schmutz ziehen und nicht mit einem Lappen einfach abzuwischen sind.

1. Die Kette und auch der restliche Antrieb (Leitrollen, KB, Ritzelblock) sind nicht komplett rückstandsfrei entfettet.

2. Das Wachs enthält irgendwie doch einen Schmutz ziehenden Anteil - Da bin ich aber kein Chemiker, um sagen zu können, was das sein könnte.
Richtig. Es gibt Flüssigwachs, das klebrig ist und deswegen Dreck zieht (=> meiden!). Außerdem gibt es Heißwachs mit Zusätzen (Graphit, Graphen etc.), die lediglich nach Schmutz aussehen, aber in Wirklichkeit keine Verschmutzung sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe 2 Jahre Cyclon Flüssigwachs hinter mir und bin wieder zu Atlantic Kettenfett mit PTFE zurückgekehrt, das ich schon jahrelang nutze. Im ersten Jahr lief es mit dem Wachs vielversprechend, sauber, klebt nicht, zieht keinen Dreck an, Reichweite ca. 800km. Warum auch immer, nach ca. 1,5 Jahren fing die Kette an zu knarzen nach ca. 50km Fahrt. Häufiger wachsen hat nicht geholfen. Seitdem ich wieder zurück zum Öl bin, ist Ruhe im Antrieb. Wenn man die Kette ölt (mit dünnflüssigem Öl) und danach gut abwischt, bleibt sie fast so sauber wie Wachs. Außerdem hält Öl bei Regen länger.

 
Müsste ich neu starten, dann würde ich bei Öl bleiben. Nachdem aber schon so viele gewachste Ketten herumliegen bleibt es derzeit beim Wachs.

Zeit erspare ich mir mit der gewachsten Kette keine und ob die dann etwas länger hält oder nicht spielt für mich keine Rolle.
 
Muss Flüssigwachs nicht erst einige Stunden aushärten? Das wäre unterwegs blöd.
Unterwegs kann man aber auch nicht spontan nachölen. Das saut nur die Kette ein und hat kaum einen Effekt.
Öl braucht auch seine Zeit um zwischen die Laschen zu kriechen.

Deshalb auch niemals vor der Fahrt ölen, sondern spätesten am Abend vorher und dann auch mehrfach trockenwischen.

Genau das ist der Fehler den viele machen und dann behaupten Wachs wäre so viel sauberer und hält länger - weil falsch geölt wird.
 
Unterwegs kann man aber auch nicht spontan nachölen. Das saut nur die Kette ein und hat kaum einen Effekt.
Öl braucht auch seine Zeit um zwischen die Laschen zu kriechen.

Deshalb auch niemals vor der Fahrt ölen, sondern spätesten am Abend vorher und dann auch mehrfach trockenwischen.

Genau das ist der Fehler den viele machen und dann behaupten Wachs wäre so viel sauberer und hält länger - weil falsch geölt wird.
+1

Mache ich auch so.
 
Will am WE Ölwechsel am Mopped machen und dachte mir...🤔 nimm doch mal Flüssigwachs...vielleicht rasselt dann die Steuerkette nicht so...nun bleib ich doch besser bei Öl....
Wenn du beim Mopperl Öl wechselst....jetzt wird das Wetter eh wieder schön, das machst am besten neben einem idyllischen Bach. Da geht der alte Dreck viel schneller weg als mit dem blöden Entsorgen.

Im rumänischen Hinterland machen das alles so, selbst gesehen!
 
Ich habe es bestimmt schon dreimal an anderer Stelle erwähnt:

Alter Topf, Wachs seit vier Jahren im Topf, Bremsenreiniger für drei Euro alle drei bis vier Jahre und eine Flasche Squirt ebenfalls alle drei bis vier Jahre. Ich wachse drei Mal pro Jahr heiss, dazwischen verwende ich Squirt (alle 250-350km) und habe null Probleme. Die Ketten halten ewig.

Übrigens: Squirt löst sich praktisch von selbst, sobald Bremsenreiniger ins Spiel kommt. Ich habe keinerlei Probleme mit Schmiererei oder anderen Themen.

Der ganze Spass kostet mich, aufs Jahr heruntergerechnet, keine zehn Euro. Und das für vier Bikes.

Ein Bike wird konstant im Winter und unter allen Bedingungen gefahren. Auch dort: null Probleme.

Hier werden Probleme konstruiert, die keine sind. Falls es doch Probleme gibt, liegt es vermutlich an der Anwendung.

Wer lieber Öl verwendet, soll das tun. Das interessiert doch niemanden. Aber ständig gegen andere zu wettern, nur weil ihr das Wachsen nicht hinbekommt, ist einfach nur nervig.
 
Ich habe es bestimmt schon dreimal an anderer Stelle erwähnt:

Alter Topf, Wachs seit vier Jahren im Topf, Bremsenreiniger für drei Euro alle drei bis vier Jahre und eine Flasche Squirt ebenfalls alle drei bis vier Jahre. Ich wachse drei Mal pro Jahr heiss, dazwischen verwende ich Squirt (alle 250-350km) und habe null Probleme. Die Ketten halten ewig.

Übrigens: Squirt löst sich praktisch von selbst, sobald Bremsenreiniger ins Spiel kommt. Ich habe keinerlei Probleme mit Schmiererei oder anderen Themen.

Der ganze Spass kostet mich, aufs Jahr heruntergerechnet, keine zehn Euro. Und das für vier Bikes.

Ein Bike wird konstant im Winter und unter allen Bedingungen gefahren. Auch dort: null Probleme.

Hier werden Probleme konstruiert, die keine sind. Falls es doch Probleme gibt, liegt es vermutlich an der Anwendung.

Wer lieber Öl verwendet, soll das tun. Das interessiert doch niemanden. Aber ständig gegen andere zu wettern, nur weil ihr das Wachsen nicht hinbekommt, ist einfach nur nervig.
Beeindruckend, du kannst wahrscheinlich auch über Wasser gehen ;-)

Wozu dann all die Youtube Clips, wo erklärt wird, was man alles falsch machen kann beim wachsen, während im Hintergrund Produkte um in Summe 300 Euro herumstehen? Zugegeben, das gibt's vereinzelt auch beim ölen.
 
Unterwegs kann man aber auch nicht spontan nachölen. Das saut nur die Kette ein und hat kaum einen Effekt.
Öl braucht auch seine Zeit um zwischen die Laschen zu kriechen.

Deshalb auch niemals vor der Fahrt ölen, sondern spätesten am Abend vorher und dann auch mehrfach trockenwischen.

Genau das ist der Fehler den viele machen und dann behaupten Wachs wäre so viel sauberer und hält länger - weil falsch geölt wird.
Das stimmt so nicht. Optimal ist natürlich auch beim Öl eine gewisse Einwirkzeit, es schmiert aber dennoch ausreichend. Beim Wachs ist das jedoch völlig nutzlos. Öl hat eben die fantastische Eigenschaften (hohe Viskosität, niedrige Oberflächenspannung) von selbst in Spalten zu kriechen. Eine Wachsemulsion tut das nicht.
 
Außerdem gibt es Heißwachs mit Zusätzen (Graphit, Graphen etc.), die lediglich nach Schmutz aussehen, aber in Wirklichkeit keine Verschmutzung sind.
experimentiere noch oder gehe stufenweise wieder zurück zum Öl...

Nur eine Frage hat die Ki noch:
Sind Sie bereit, Ihr Kettenschmierungs-Experiment mit diesem hochreinen Labor-Graphit anzugehen, oder brennt Ihnen noch eine Frage zum exakten Mischungsverhältnis im Kochtopf auf der Seele?

 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann die Kritik an dem Thema gut nachvollziehen. Verhältnismäßig großer Aufwand verglichen mit dem klassischen Öl ohne viel Mehrwert zu bieten. Zudem treiben es die Firmen aktuell wirklich auf die Spitze um, in meinen Augen, noch mehr Geld vom Konsumenten abzuknöpfen als vorher.

Gewachste Ketten für 50-90€ (Preise s. R2-Bike), irgendwelche Startersets für 240€ und ständig neue Additive um den Prozess dann doch noch weiter zu vereinfachen ist in meinen Augen Marketing auf ähnlichem Level wie die 10-15 Watt Aero-Einsparungen bei dem neuen Rahmenset oder so.

Dennoch werde ich weiter auf "mein" Setup setzen, ich habe jeweils zwei Ketten für meine Räder mit deutlich über 5000km die nahezu keinen Verschleiß haben. Ein Mal im Jahr werden die Ketten gekocht/gereinigt und neu gewachst (20€ Wachspott vom Versender) und anschließend nur noch mit Dynamic Wachs behandelt. Kosten über die letzten 4-5 Jahre lagen damit bei ca. 10€ pro Jahr inklusive Anschaffungskosten des Wachses - die Ketten (Sram Force) sind nicht mit eingerechnet. Ob es mit Öl im Endeffekt großartig anders wäre weiß ich nicht aber so funktioniert es bisher gut.
 
Unterwegs kann man aber auch nicht spontan nachölen. Das saut nur die Kette ein und hat kaum einen Effekt.
Öl braucht auch seine Zeit um zwischen die Laschen zu kriechen.

Deshalb auch niemals vor der Fahrt ölen, sondern spätesten am Abend vorher und dann auch mehrfach trockenwischen.

Genau das ist der Fehler den viele machen und dann behaupten Wachs wäre so viel sauberer und hält länger - weil falsch geölt wird.
Wer kennt es nicht, in der Gruppe hat bestimmt einer 'ne quietschen Kette. Also ran an die Tanke, etwas Motoröl aus 'ner leeren Öldose und Ruhe ist. Ob die Kette dann dreckig ist, kann der Betroffene dann daheim checken...
 
Wenn ich das allea richtig durchforstet habe, gibt es folgende mögliche Fehlerquellen für gewachste Ketten, die dennoch Schmutz ziehen und nicht mit einem Lappen einfach abzuwischen sind.

1. Die Kette und auch der restliche Antrieb (Leitrollen, KB, Ritzelblock) sind nicht komplett rückstandsfrei entfettet.

2. Das Wachs enthält irgendwie doch einen Schmutz ziehenden Anteil - Da bin ich aber kein Chemiker, um sagen zu können, was das sein könnte.
3. Die gewachste Kette wurde nicht bei Neumond von einer Jungfrau (mwd) aufgezogen.
 
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