bis ich mir ein passendes "
Werkzeug"= einen Zahnstocher ausgedacht habe um die Nippel auf die Speiche zu drücken und dann fest zu drehen. Muss mir vielleicht mal so einen Nippelbit besorgen (die verbauten Nippel haben nicht die klassische Aufnahme für Schlitzschraubendreher, sondern so einen kleinen Vierkant).
Vor zwei Jahren hatte ich meine
Einspeichabteilung aufgerüstet. Dazu gehörten auch extra Werkzeuge für diesen Zweck (muss man nicht haben, weiß ich wohl, aber ich habe Spaß an solchen Sachen

):
Für's Aufnehmen der Nippel und die ersten Umdrehungen auf der Speiche dann den "Mulfinger" (oben, den habe ich schon länger) oder das Teil mit dem Draht an der Spitze. Der Mulfinger funktioniert gut, der andere vielleicht noch besser, muss ich sehen.
Was denn nun besser für mich funktioniert hat, da wollte ich schon lange drüber schreiben. Heute habe ich einen Tag frei. Eine gute Gelegenheit, mal wieder tiefer in Raketenwissenschaft einzusteigen!

Beim Umspeichen von
Felgen, bei denen die alten Speichennippel mit verharztem Leinöl (oder anderen Mitteln) zäh bis fast zum Ende an den Speichen klebten, fand ich einen extra Nippeldreher zum Lösen am hilfreichsten. Schraubendreher oder Nippelbit funktionieren natürlich auch.
Wenn der Nippel lose genug ist, kann man den Rest mit dem Muqzi Speichennippelwerkzeug (
aktuell 0,99 Euro auf Aliexpress) runterdrehen, ohne dass der Nippel irgendwo hinfällt.
Die verharzten Nippel habe ich gegen neue ausgetauscht.
Am besten ist das Teil von Muqzi aber für den Felgentausch an Laufrädern geeignet, bei dem die Nippel sich leicht lösen (also nicht verharzt oder zu oxidiert sind) und gleich weiterbenutzt werden.
Mit dem Ende ohne Draht kann man die ersten Umdrehungen nach dem Lösen machen, soweit bis das andere Ende mit dem Draht in den Nippel reinpasst. Damit dreht man den Nippel dann ganz runter und legt beides zur Seite. Man fädelt die Speiche um und kann ohne Fummelei den Nippel wieder aufdrehen, wechselt nach ein paar Umdrehungen wieder das Ende, und schraubt den Nippel soweit wie man möchte.
Das Teil ist 6 mm dünn. Mit einmal über den Daumen rollen hat man mehrere Umdrehungen. Es hat sehr guten Grip. Bei meinem habe ich eine Führung aus Holz in das Ende ohne Draht geklemmt.
Wenn man wollte, könnte man mit einem 4 mm Schlüssel sogar Drehmoment aufbringen, habe ich aber nie gebraucht.
Der Draht bricht mit der Zeit, Ersatzteile sind dabei oder bestellt man extra.
Es gibt noch andere Modelle mit diesem Draht-Nippel-Haltemechanismus, die allerdings nicht gut geeignet sind. Der Grip und die Beidseitigkeit des Muqzi machen es für mich zum
Werkzeug der Wahl. Ein Modell mit Schraubendrehergriff gibt es auch. Das halte ich für eine Fehlkonstruktion. Dann, wenn man Kraft über den Griff anwenden wollte, wenn die Speiche schon ein wenig gespannt wäre, ginge es nicht mehr, weil die Speiche soweit im Nippel steckt, dass kein Platz mehr für den Draht wäre.
Beim Neu-Einspeichen eines Laufrades benutze ich das Muqzi Teil nicht.
Vorab benutze ich immer so einen Nippelschüttler:
Dort nimmt man die Nippel auf, was mit dem Muqzi Teil auch geht, aber es gibt noch handlichere Werkzeuge dafür:
Das obere nennt sich Mulfinger
Nipple Loading Tool, das untere ist von BSC und heißt
Lacing-Tool-LZ-14-2.
- Nippel aus dem Nippelschüttler aufnehmen,
- einmal leicht auf den Tisch klopfen
- und der Nippel fällt bestimmt nicht mehr runter.
- Für ein wenig Drehmoment reicht die Klemmung auch.
Das Tool von BSC funktioniert für mich viel besser weil es länger ist. Und es hat den breiteren Kopf, so dass man es besser abstellen kann, wenn es zwischendurch nötig sein sollte.
Wenn man einen Bit erübrigen kann, lässt sich sowas auch ohne Geld mit Hausmitteln selber basteln. Bit in einen Akkuschrauber / Bohrmaschine einsetzen und mit der Flex über Try and Error soweit das Ende ausdünnen, bis es passt.
Bei den Nippeln bin ich zu Prym mit Sechskant übergegangen, stilecht aus den 80ern (denke ich).