Motobecanes Beitrag zum Aero-Hype Anfang der 80er Jahre : Motobecane Profil 3 ( 1983 ).
Interessant ist, dass man zwar sehr auf Aerodynamik ( Rohre mit Tropfen-Profil und Verwendung der
Shimano 600AX Gruppe ), dabei aber wenig auf das Gewicht geachtet hat.
Als Rahmen-Werkstoff hat man einen relativ einfachen SA204 Stahl gewählt. SA204 ( früher SAE 2040 ) war/ist eigentlich schon eher das, was man hier im Forum als Wasserrohr abtun würde. Der Stahl wird heute hauptsächlich für den Bau von Kesseln und Druckbehältern verwendet. Es ist ein niedrig legierter Kohlenstoffstahl mit ca. 0,2% C, 0,9% Mn und 0,6% Mo, je nach Herstellungsverfahren mit bis zu 620 N/mm² Rm. Dies ist z.B. etwas niedriger als Reynolds 531, aber auch deutlich höher als gemeiner Baustahl. Der Molybdaen-Zusatz verleiht ihm dabei eine gute Zähigkeit und der Stahl lässt sich sehr gutmütig schweissen. Der SA 204 ist in der Bruchdehnung dem Reynolds 531 absolut ebenbürtig.
Für den Rahmenbau musste man daher eine etwas höhere Wandstärke wählen. Ich kann diese bei Interesse morgen im Labor mit einem US-Gerät ermitteln.
Der Rahmen wiegt somit bei RH 53 cm satte 2280g ; erstaunlich leicht ist dagegen die Gabel mit "nur" 600g.
P.S. : für werkstofftechnisch Interessierte - eine direkte europäische Entsprechung des SA 204 ( früher SAE 2040 ) gibt es nicht. Ein europäischer vergleichbarer Stahl ist der 16Mo3 mit der Werkstoffnummer 1.5415.
Hier kann man sich den seit Jahrzehnten bewährten Stahlschlüssel zur Hilfe nehmen.
und findet dann hier z.B. die chemische Analyse :
LG Michael