ob man bei längeren Touren in gemischten Gegenden wirklich etwas nachhaltig kaputt machen kann?
Guck Dir doch den dicken Norweger oben in den Beispielen an, oder Pogi, der knallert momentan die Berge auch einfach mal mit bis zu 6 Watt/Kg hoch. Beide werden dadurch vermutlich nicht schlechter.
Ich finde es erschreckend, wie teilweise schon eine regelrechte "Zonen-Angst" herrscht, dass man bloß nicht - auch nur kurz - irgendwelche Bereiche verlassen dürfe.
Sicherlich rührt es daher, dass man sich seinen Stoffwechsel etwas umkrempelt, wenn man zu Beginn des Fettstoffwechseltrainings (
..auch hier, unterscheide "ihn" zu trainieren heißt nicht zwangsläufig, "in ihm" zu trainieren) erstmal ordentlich Schwelle fährt. Aber dann wars das auch schon.
Trotzdem habe ich das Gefühl, daß ich mich stetig verbessere.
Ist doch erstmal die Hauptsache. Wie schon gesagt, auf Jahrzehnte gesehen ist auch ein Ziel, weder irgendwann im Burnout noch im Boreout zu enden. Und ich muss sagen, dass ich fast keinen Sportler kenne, der nach Phasen intensivem strukturierten Trainings, mit beneidenswerten Entwicklungen, irgendwann in einem Jammertal gelandet ist.. weil es einfach nicht ewig so weitergehen kann. Denn strukturiert (dazu gleich mehr) heißt oft, dass man selbst die Kontrolle abgibt, was das Thema "Lust und Laune" angeht. Ob an eine App oder einen Coach.
Kann es sein, daß strukturiertes Training für Hobbygurken wie mich vollkommen überbewertet wird?
Hier dann die Frage, was eigentlich strukturiertes Training ist? Sich ein Ziel setzen und "mit Plan" darauf hinarbeiten, heißt es landläufig. Trotzdem kann auch ein Training wie Du oder ich (mit meinem bekloppten Ansatz) strukturiert sein. Nur, dass man sich nicht von einer App oder einem Coach steuern lässt, sondern - ich zum Beispiel - einerseits variabel mein Körpergefühl einbaue, gleichzeitig aber jedes Woche bestimmte Einheiten unterbringe. Auch eine Art von Struktur.
Und auch wenn ich mich relativ stark wegschrotte, so bin ich doch recht konsequent mit Ruhetagen/Abbruch, sobald die Beine nicht wollen wie sie sollen. - Und das kann und wird absolut unvorhersehbar passieren, das kennen auch die Strukturierten (..wie viele geplante und vorbereitete FTP-Tests laufen auf einmal doch nicht so richtig..!?).
Das Wichtigste an allen Trainingskonzepten, mit denen man irgendwie weiterkommen will, ist also letztlich die richtige Balance aus Belastung, Volumen und Erholung. Und das schaffen viele einfach nicht allein aufgrund des Körpergefühls, bzw. werden ständig dadurch getriggert, dass sie ja auch einfach fahren können, alles ein bisschen länger, "
schadet ja nicht".. jein, je nachdem, was sie drumherum noch so treiben. Auch noch so easy Grundlagenfahrten ermüden den Körper und sorgen dafür, dass man bei HIT dann wiederum nicht so gut performen kann. Dazu das Thema, dass man sich - weil es so im Plan steht - durch die Trainings zwingt, obwohl die Sinuskurve des Biorhythmus irgendwie grad so ganz gegenläufig schwingt. Oder, wie oft findet man hier die Frage,
"was soll ich machen, im Plan steht heut 5h Grundlage, aber Schwiegermutter kommt zum Kaffee".. ja mein Gott, dann fahr halt 6 Stunden, damit Du wirklich sicher bist, sie nicht zu sehen!!