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Wird Ulle von den Medien verheizt?

Ähm, habt Ihr alle schlechte Laune oder ist das hier die normale Art, zu diskutieren?

Liegt das an der Hitze? Nichts zu tun? Todlangweilige 8h-Jobs? ;)
 
joerg_ffm schrieb:
Hallo Speedfreak, falls du irgend etwas von einem Job hörst, wo man nur brav seine acht Stunden absitzen muss - lass es mich wissen. Und häng's nicht an die große Glocke, sonst schnappt ihn mir einer weg. Danke, Jörg.

Das würdest du gar nicht wollen, so wie du schreibst. ;)
 
allesneumachtdermai schrieb:
Ähm, habt Ihr alle schlechte Laune oder ist das hier die normale Art, zu diskutieren?

Liegt das an der Hitze? Nichts zu tun? Todlangweilige 8h-Jobs? ;)

Nein, ich kann da nur nicht so mitreden, wie du ja gemerkt hast.
 
Speedfreak schrieb:
Bezog sich auf JU's Berufswahl. Die wenigsten von uns sind in Ihrem Beruf doch zum Erfolg verdammt und können daher gar nicht wissen, wie das ist. Die meisten hier anwesenden sitzen brav ihre 8h ab und feddisch.
Aber von anderen Leuten fordern, dass die einmal im Jahr brav die Tour gewinnen.

Entschuldige, aber das ist ja wohl ziemlich großer Blödsinn.

1. beleidigst du mit einer solchen Aussage eine Menge Forumsmitglieder, die sich glücklich schätzen können einen Job zu haben und jeden Tag aufs neue beweisen müssen, dass sie ihn zurecht haben. Oder gar selbständig sind und schon deshalb "zum Erfolg verdammt".

2. ist gerade ein Profi wie Jan Ullrich nicht zum Siegen verdammt. Der siegt doch schon seit einigen Jahren nicht mehr bei der Tour und bekommt trotzdem immer wieder hochdatierte Verträge. Weil er auch als erster, zweiter oder dritter Verlierer (nicht meine Meinung, aber offensichtlich die der Mehrheit hier?) offenbar interessant genug ist, damit Sponsoren Nutzen daraus ziehen können. Und das ist IMO dann auch ok so.
 
gümmeler schrieb:
... Wo sollen die Leute die Leistungssteigerung hernehmen, dass sie gegenüber dem letzten Jahr plötzlich um einiges stärker fahren sollen? ...
Gümmeler

Du unterstellst damit aber einfach, daß die Radprofis optimal trainieren und so wirklich 100% Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit ausreizen. Sicherlich ist dem aber nicht so. Krankheiten und Unfälle sorgen z.Bsp. dafür, daß Hochleistungssportler selten 100% erreichen.

Zudem entwickelt sich auch die Trainingswissenschaft weiter und man kann durch Umstellung des Trainings seine Leistung weiter steigern.

Ich sehe das an meiner Freundin, die 8 Jahre bei der Equipe Nürnberger fuhr, nie sprinten konnte und lediglich auf Berge konditioniert war. Durch Umstellung Ihres Trainings - ohne jegliche medizinische Maßnahmen !! - und Nutzung des SRM-Systems hat sie dieses Jahr in Cadolzburg einen Sprintsieg gegen eine ausgemachte Sprinterin wie Wiechmann herausgefahren. Auch in sonstigen Bereichen wie EZF hat sie gewonnen.

Man sollte also höllisch aufpassen, daß man Leistungssteigerungen nicht falsch interpretiert. Zudem kommt natürlich auch noch das lernen im taktischen Bereich dazu. Siehe Voigt, der jetzt auch nicht immer und um jeden preis attackiert und somit Körner für die wichtigen Attacken spart.
 
@joerg_ffm:

Sorry, habe ihn auch nicht im Angebot. Arbeite zwar in einem dem öffentlichem Dienst gleichgestellten Verhältnis, kann aber über die demnächst anstehende Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 40h auf 39? nur müde lächeln, weil ich dann pro Woche nur noch mehr Überstunden kassiere, die mir dann am Ende des Monats wieder weggestrichen werden.
Ich trage das ganze aber mit Fassung, weil mir meine Arbeit Spaß macht. Zum Erfolg verdammt ist unser Laden sowieso, den sonst gibt's bald kein Geld mehr.

So und damit beende ich die etwas unglückliche Jobdiskussion. War vllt. nicht gerade der beste Aufhänger. Wollte damit niemandem perönlich unterstellen, seinen Job nicht richtig zu erledigen, sondern nur nahelegen erst einmal auf sich zu schauen und dann zu vergleichen und die Leistung zu werten.
 
allesneumachtdermai schrieb:
Woher weißt Du, welches Potential er hat?

Setzt Deine rosarote Telekom/T-Mobile Brille ab und versuche Deine Umwelt mal richtig zu beobachten und schieb Ulles Abschneiden nicht auf die Medien.

Da wäre erstens sein eigenes Leistungsvermögen in der Vergangenheit und zweitens die Aussagen von so ziemlich jedem aus der Radsportszene, inklusive der Leute die mit ihm in einem Team fahren/fuhren. 2003 als er Druck hatte, weil seine sportliche Zukunft nicht gesichert war, da lief es auf einmal besser, als bei Telekom/T-Mobile.

Warum bloß?
 
@catweazl - ich habe eigentlich gar keine Absicht jemanden etwas zu unterstellen. Dass durch Änderung der Trainingsmethoden andere Effekte oder Verbesserungen (vielleicht auch das Gegenteil..) erreicht werden können, halte ich auch nicht für ausgeschlossen. Allerdings meine ich, dass die Trainingsmethoden der Spitzenfahrer, beispielsweise eines JU, doch ein enormes Leistungsniveau erreicht haben. Hinzu kommt die medizinische Betreuung (und nochmals, ich rede nicht von Doping). Meines Wissens, gehen die Fahrer von T-Mobile seit Jahren in der med. Uni- oder Sportklinik in Freiburg ein und aus und werden überwacht. Ist auch absolut richtig und angebracht. In Anbetracht dieser 'Ausreizung' sind die weiteren Möglichkeiten beschränkt. Die Suche nach Verbesserung (wie in jedem Beruf) sollte man nie aufgeben, doch zweifle ich, dass dadurch,e.g. ein Jan Ulrich dadurch im nächsten Jahr einem LA einfach am Berg davonfahren könnte und damit alle seine Fans in Glückseligkeit bringt.
Krankheiten und Unfälle möchte ich ebenso wenig ins Spiel bringen, wenn es darum geht, das Leistungsvermögen nach oben einzustufen. Krankheit und Unfälle bringen einen Fahrer leistungsmässig nicht voran, oder kann das Ende der Laufbahn bedeuten. Die eigene Erfahrung lehrt...
Dass Deine Freundin durch Umstellung im Training Fortschritte erreicht, stelle ich genau so wenig in Frage. Doch glaube ich, dass der Frauenrennsport noch nicht auf der gleichen Stufe ist, obwohl die selbe Trainingswissenschaft zur Verfügung steht. Die Konkurrenz bei den Männern ist doch wohl weit ausgeprägter. Des weiteren beziehe ich mich insbesondere auf die männlichen Spitzenfahrer.

Ich bin absolut einverstanden, dass viele Komponenten mitspielen, so auch die Taktik (leider kommt dies bei der heutigen Ohrwurmemethode zu kurz). Schön, wenn Deine Freundin durch Änderungen in der Trainingsplanung und vielleicht noch anderen Aspekten, gute Resultate und sogar Erfolge erzielt. Das wird sich doch wohl weiter positiv in ihrer Entwicklung beeinflussen und beflügeln.
Wünsche viel Glück + Erfolg
Gümmeler
 
allesneumachtdermai schrieb:
Woher weißt Du, welches Potential er hat?

Na ja, ich bin jetzt keiner, der das professionell beurteilen kann, aber es gibt immerhin genug Leute, die sagen, dass er nahezu optimale Voraussetzungen für den Radsport hat, was die "natürlichen Gegebenheiten" betrifft, wie Hebelverhältnisse, Regenerationsfähigkeit etc.

Abgesehen davon, dass ich auch ohne den Fall Dr. Jürgen Emig nicht daran glaube, dass es irgendeine interessenfreie Berichterstattung gibt - Ullrich sagt ja selbst vor jeder Tour, dass er gewinnen will und Armstrong schlagen will. Mal im Ernst, soll man dann von den Medien erwarten, dass sie sagen: "Och nö, lass mal, ein vierter Platz ist auch was schönes"?

Gruß
Holger
 
Ullrich eignet sich prima zum Verhöhnen. Er wird dafür bestraft, dass er die Erwartungen, die er geweckt hat, nicht einlösen kann. Und er ist immer so schön nett, überhaupt nicht cool und abgefuckt. Er möchte so gerne everybodys darling sein...
Dafür machen ihn die Medien zum Verlierer obwohl es noch zahllose andere loser gibt. Den Gewinner haben sie auch, was dazwischen ist, zählt nicht wirklich.
Die Medien haben ihr Ohr an des Volkes Ohr und Stimme. Sie sind von ihm abhängig wie der Junkie von der Droge. Stichwort: Quote.
Vox populi, vox Rindvieh.
Klingt bös', ist auch so gemeint.

(p.s. niemand hier muss sich persönlich angesprochen fühlen - es ist eher so eine allgemeine Einschätzung...)
 
Hannes schrieb:
Ullrich eignet sich prima zum Verhöhnen. Er wird dafür bestraft, dass er die Erwartungen, die er geweckt hat, nicht einlösen kann. Und er ist immer so schön nett, überhaupt nicht cool und abgefuckt. Er möchte so gerne everybodys darling sein...
Dafür machen ihn die Medien zum Verlierer obwohl es noch zahllose andere loser gibt. Den Gewinner haben sie auch, was dazwischen ist, zählt nicht wirklich.
Die Medien haben ihr Ohr an des Volkes Ohr und Stimme. Sie sind von ihm abhängig wie der Junkie von der Droge. Stichwort: Quote.
Vox populi, Vox Rindvieh.
Klingt bös', ist auch so gemeint.

:daumen:
Genau so sieht`s aus.

Cheers
H.
 
Manchmal greife ich gerne auf Wikipedia zurück und besonders gerne in diesem Falle:
"Ein Held (althochdeutsch helido) ist die (meist männliche) Hauptfigur einer Geschichte, Legende oder Sage, die über Kräfte verfügt, die weit über die eines normalen Menschen hinausgehen, so dass er zu schweren und großen "Heldentaten" in der Lage ist, die ihm Ruhm bescheren. Dabei ist nicht nur körperliche, sondern auch seelische Kraft gemeint. Helden stehen meist in einem Gegensatz zum Schurken oder Feigling (Neiding)."
Dem ist nichts hinzuzufügen.
 
Jetzt stellt euch doch mal vor, Ulle gewinnt die Tour und die nächsten zwei auch. Herzlichen Glückwunsch! Aber wäre er denn für die Medien und den 0815-Radsportfan noch interessant? Ich glaube nicht. So wie er ist ist er für den deutschen Medienmarkt perfekt.
Er rackert und leidet ist immer korrekt und nett, sein Lohn (Toursieg) bleibt ihm aber verwehrt.
Genauso geht es auch dem armen Fließbandarbeiter und Ottonormal-Bürger (wie immer man das schreibt), er rackert und müht sich, kloppt Überstunden um seine Familie über die Runden zu bringen und was hat er davon? Er wird gekündigt und verliert also, und wenn er nicht gekündigt wird hat er wenigstens Angst davor und muß einen Haufen Steuernzahlen und überhaupt "DIE" nehmen ihm alles weg, wo er doch so hart arbeitet und kämpft.
Ulle ist also die perfekte Identifikationsfigur, "uns Ulle" eben. Deswegen muß man seine "Nichtsiege" auch seitens der Medien so herauskehren, sonst ist doch die Parallele zum kleinen Mann nicht mehr gegeben.

Ich hoffe ich bin jetzt niemandem zu Nahe getreten, aber ich glaube das der Hase ein wenig in diese Richtung läuft.


KIKI
 
kiki schrieb:
Jetzt stellt euch doch mal vor, Ulle gewinnt die Tour und die nächsten zwei auch. Herzlichen Glückwunsch! Aber wäre er denn für die Medien und den 0815-Radsportfan noch interessant? Ich glaube nicht. So wie er ist ist er für den deutschen Medienmarkt perfekt.
Er rackert und leidet ist immer korrekt und nett, sein Lohn (Toursieg) bleibt ihm aber verwehrt.
Genauso geht es auch dem armen Fließbandarbeiter und Ottonormal-Bürger (wie immer man das schreibt), er rackert und müht sich, kloppt Überstunden um seine Familie über die Runden zu bringen und was hat er davon? Er wird gekündigt und verliert also, und wenn er nicht gekündigt wird hat er wenigstens Angst davor und muß einen Haufen Steuernzahlen und überhaupt "DIE" nehmen ihm alles weg, wo er doch so hart arbeitet und kämpft.
Ulle ist also die perfekte Identifikationsfigur, "uns Ulle" eben. Deswegen muß man seine "Nichtsiege" auch seitens der Medien so herauskehren, sonst ist doch die Parallele zum kleinen Mann nicht mehr gegeben.

Ich hoffe ich bin jetzt niemandem zu Nahe getreten, aber ich glaube das der Hase ein wenig in diese Richtung läuft.


KIKI

Hmm, naja. Also die Fließbandarbeiter, die ich kenne, identifizieren sich eher mit M. Schumacher als mit Ulle.
Im übrigen fehlen Ullrich nach Volkes Meinung gerade die sog. vielzitierten "deutschen Tugenden". Ich denke, Hannes trifft mit seiner Einschätzung der Situation exakt den Nagel auf den Kopf.

Cheers
H.
 
kiki schrieb:
Jetzt stellt euch doch mal vor, Ulle gewinnt die Tour und die nächsten zwei auch. Herzlichen Glückwunsch! Aber wäre er denn für die Medien und den 0815-Radsportfan noch interessant? Ich glaube nicht. So wie er ist ist er für den deutschen Medienmarkt perfekt.
Er rackert und leidet ist immer korrekt und nett, sein Lohn (Toursieg) bleibt ihm aber verwehrt.
Genauso geht es auch dem armen Fließbandarbeiter und Ottonormal-Bürger (wie immer man das schreibt), er rackert und müht sich, kloppt Überstunden um seine Familie über die Runden zu bringen und was hat er davon? Er wird gekündigt und verliert also, und wenn er nicht gekündigt wird hat er wenigstens Angst davor und muß einen Haufen Steuernzahlen und überhaupt "DIE" nehmen ihm alles weg, wo er doch so hart arbeitet und kämpft.
Ulle ist also die perfekte Identifikationsfigur, "uns Ulle" eben. Deswegen muß man seine "Nichtsiege" auch seitens der Medien so herauskehren, sonst ist doch die Parallele zum kleinen Mann nicht mehr gegeben.

Ich hoffe ich bin jetzt niemandem zu Nahe getreten, aber ich glaube das der Hase ein wenig in diese Richtung läuft.


KIKI


Das ist wohl der Grund, warum ich mich sogar nicht mir Herrn Ullrich identifizieren kann!!!

Im Ernst, ich kann deinen Standpunkt zwar akzeptieren, hoffe aber inständigst, das du damit ziemlich alleine stehst.
Wenn alle so schwarz und hoffnungslos denken, bleibt uns eigentlich nur noch der kollektive Selbstmord, ein Leben mit so einer Aussicht und in so einer Welt würde mir zumindest keine Freude bereiten.

Grüße
Wheeland
 
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