Meinem Eindruck nach hat die ganze Branche Schwierigkeiten, Gore wurde hier ja schon genannt, und dass es Rapha nicht gut geht, ist auch länger bekannt. Rapha plant nun, die Vertriebsstruktur zu verschlanken, nachdem das achte Geschäftsjahr in Folge Verluste eingefahren wurden.
https://road.cc/content/news/rapha-shuts-manchester-clubhouse-and-four-us-branches-317587
Dass man von anderen Firmen nichts hört oder liest, heißt zudem auch nicht, dass diese gute Geschäfte machen.
Es sind in den letzten ca. 10 Jahren eine ganze Reihe neuer Bekleidungsmarken erschienen, oft mit hochpreisigen Produkten. Der Wettbewerb ist in dem Markt unzweifelhaft härter geworden, trotz des Fahrradbooms. Dass der Fahrradboom durch die Corona-Pandemie angefeuert wurde und danach deutlich abgeebbt ist, weil der Markt weitgehend gesättigt ist, ist auch bekannt.
Wenn man sich volkswirtschaftliche Daten ansieht, wird außerdem deutlich, dass das Konsumklima in den großen Märkten nicht besonders günstig ist. In der EU und im Euroraum wächst der reale (=preisbereinigte) private Konsum deutlich langsamer als die realen Einkommen - im ersten Quartal 2025 ging er sogar zurück. Die Menschen reagieren auf die verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten offenbar vor allem mit einer Ausdehnung der Spartätigkeit. In den USA wächst das BIP zwar stärker, für die privaten Haushalte sieht es aber nicht gut aus. Die Lage am Arbeitsmarkt ist dort nach den Massenentlassungen der Trump-Administration angespannt, der Absatz hochwertiger und teurer Konsumgüter läuft daher schlecht, z.B. sind die Kfz-Neuzulassungen um 8% zurückgegangen. In GB sieht es trotz ganz ordentlicher BIP-Zahlen beim privaten Konsum auch nicht besser aus.
Long Story Short: Marktsättigung, mehr Wettbewerb und Verbraucher, denen das Geld nicht mehr so locker sitz, da wäre es nicht verwunderlich, wenn noch mehr Bekleidungsmarken Schwierigkeiten bekommen.