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Neuer RLS Schutz für Fahrradhelme: Bei Sturz löst sich die Schale

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Re: Neuer RLS Schutz für Fahrradhelme: Bei Sturz löst sich die Schale
Du hast ja nicht ganz unrecht; wenn ich mich recht entsinne, entsprach die erste Helmchenprüfnorm einem Fall mit Kopfdummy aus 6 Fuß Höhe - das wäre bei mir, sollte ich im Stand gerade umfallen, schon grenzwertig
:) .
Das Hauptproblem mit Fahrradhelmchen ist jedoch, daß das ursprüngliche "coup/contrecoup"-Verletzungsmuster, welches je nach betroffener Hirnregion mit schwersten oder überhaupt keinen relevanten Residuen einhergehen konnte, durch einen diffusen axonalen Schaden ("DAI") ersetzt wurde, der häufig in "vegetable life" endet - habe ich selbst mehrfach auf "Intensiv" miterlebt. Dieser Schadenstyp wird durch das rotatorische Moment, bei dem sich die dem Rotationszentrum näher liegenden Hirnanteile dem eingeleiteten Drehimpuls schneller folgen als der Cortex - und das ist genau das, was viele Helmchen machen.
Jede Entwicklung, die das abmildert, ist ausdrücklich zu begrüßen; spannend wären für mich Messungen mit MIPS und RLS in einem Helm (hypothetisch muß das nicht zwingend besser sein!)...
Daß ein Helm, der die Schutzwirkung eines F1/Motorsporthelms haben soll, genau so aussehen würde, wie so ein Helm halt aussieht, inklusive Nackenabstützung, ist trivial - ich denke aber, aktuelle MIPS-Helme sind gegenüber dem nackten Kopfe ein klarer Vorteil.
Natürlich sind Helme sinnvoll und jede Entwicklung ist zu begrüssen - aber es gibt eben auch massive Rückentwicklungen - so eben die Unart das Riemensystem nichtmehr einstellen zu können.

Die selben Hersteller die sich dadurch 5Cent ersparen spielen dir dann vor dass sie alles tun um Helme sicherer zu machen.


Nebenbei-eine Geschichte aus meinem Leben an die ich sehr oft denke:

Ich war mal auf Rehab und hab dort einen jungen Mann getroffen der massiv beeinträchtigt war, die Kontrolle über Arme und Beine war kaum vorhanden, dadurch an allen Gelenken Knorpelschäden, der Kopf total schief, Halswirbelsäule deformiert, er sprach nur sehr schwer usw - sein Zustand war also wirklich extrem.

Im Gespräch stellte sich raus dass er einen Radunfall hatte, ich hab ihn dann gefragt ob er einen Helm getragen hat und er sagte ja. Ich meinte darauf "da hattest du aber Glück im Unglück". Und dann bekam ich Gänsehaut denn er entgegnete mir - "schau mich an - ich hatte kein Glück - der Helm hat verhindert das passiert was passieren sollte - ohne Helm hätte es für mich besser geendet". Und diese Aussage tat er obwohl er sogar einen Job und eine Freundin hatte -also für seinen Zustand eigentlich noch gut im Leben stand....trotzdem empfand er sein Leben nichtmehr als lebenswert.....
 
Ok. Also besser keinen Helm. Gibt dir also zu denken :rolleyes:

Was ich nicht gesagt hab.....

Ich find es nur immer wieder unterhaltsam wenn Leute sich wegen dem Ding am Kopf echt sicherer fühlen und gleichzeitig dann beim Radfahren Fotos machen oder telefonieren, mit halb defekten Rädern rumkurven oder nichtmal ansatzweise sowas wie Radbeherrschung haben.
 
Was ich nicht gesagt hab.....

Ich find es nur immer wieder unterhaltsam wenn Leute sich wegen dem Ding am Kopf echt sicherer fühlen und gleichzeitig dann beim Radfahren Fotos machen oder telefonieren, mit halb defekten Rädern rumkurven oder nichtmal ansatzweise sowas wie Radbeherrschung haben.
Da gebe ich dir vollkommen Recht
 
Da gebe ich dir vollkommen Recht
Das Hauptproblem aus medizinischer Sicht mit den Helmchen ist eher, daß Autofahrer bei Helmchenträgern größere Risiken eingehen. Ich trage bewußt im Gelände und auf dem Rennrad Helm, aber wenn ich im Dorft unterwegs bin, keinen Helm. Es gibt zig-Studien, die zeigen konnten, daß Autofahrer Helmchenträger knapper passieren als Nacktkopfträger...
 
Das Hauptproblem aus medizinischer Sicht mit den Helmchen ist eher, daß Autofahrer bei Helmchenträgern größere Risiken eingehen. Ich trage bewußt im Gelände und auf dem Rennrad Helm, aber wenn ich im Dorft unterwegs bin, keinen Helm. Es gibt zig-Studien, die zeigen konnten, daß Autofahrer Helmchenträger knapper passieren als Nacktkopfträger...
auf den trottel der die studie gelesen hat und glaubt verlass i mi lieber ned.
 
Was manche Leute für Ergüsse haben, wenn sie einen Artikel lesen ist ja das Eine aber muss die Soße dann auch noch allen unter die Nase gerieben werden?
 
Du hast ja nicht ganz unrecht; wenn ich mich recht entsinne, entsprach die erste Helmchenprüfnorm einem Fall mit Kopfdummy aus 6 Fuß Höhe - das wäre bei mir, sollte ich im Stand gerade umfallen, schon grenzwertig
:) .
Das Hauptproblem mit Fahrradhelmchen ist jedoch, daß das ursprüngliche "coup/contrecoup"-Verletzungsmuster, welches je nach betroffener Hirnregion mit schwersten oder überhaupt keinen relevanten Residuen einhergehen konnte, durch einen diffusen axonalen Schaden ("DAI") ersetzt wurde, der häufig in "vegetable life" endet - habe ich selbst mehrfach auf "Intensiv" miterlebt. Dieser Schadenstyp wird durch das rotatorische Moment, bei dem sich die dem Rotationszentrum näher liegenden Hirnanteile dem eingeleiteten Drehimpuls schneller folgen als der Cortex - und das ist genau das, was viele Helmchen machen.
Jede Entwicklung, die das abmildert, ist ausdrücklich zu begrüßen; spannend wären für mich Messungen mit MIPS und RLS in einem Helm (hypothetisch muß das nicht zwingend besser sein!)...
Daß ein Helm, der die Schutzwirkung eines F1/Motorsporthelms haben soll, genau so aussehen würde, wie so ein Helm halt aussieht, inklusive Nackenabstützung, ist trivial - ich denke aber, aktuelle MIPS-Helme sind gegenüber dem nackten Kopfe ein klarer Vorteil.
Da hätte ich mal eine grundsätzliche Frage - rein basierend auf (hoffentlich) gesundem Menschenverstand: Den Schutz vor bzw. das Abmildern von Rotationskräften bei einem Sturz wurde als erstes von MIPS aufgegriffen und versucht in ein Produkt (Zustellteil) umzusetzen.

Für die Markteinführung von MIPS mussten die Schweden dazu erst einmal ein Problembewusstsein auf Verbraucherseite schaffen (wie auch bei den Helm-Marken die sie als Partner gewinnen wollten), bevor sie ihre Lösung vermarkten konnten. Das Ganze wurde, klassisch dem Gore-Tex Ingredient Branding Vorbild nach, mit einer omnipräsenten Marketing-Kampagne begleitet.

Seit dieser Zeit ist das Thema Rotationskräfte bei Stürzen überhaupt erst präsent (soweit ich mich erinnern kann). Das hat gut funktioniert und hat die Helm-Marken unter Druck gesetzt, Helme mit MIPS anzubieten - ein lehrbuchmäßiges Pull-Marketing.

Was ich mich immer gefragt habe ist, inwieweit bei all dem die bereits existierenden Schutzfunktionen des menschlichen Körpers selbst in Betracht gezogen wurden? Dazu habe ich nie etwas gehört. Vielleicht auch deswegen, weil es ihren "case" weniger klar und überzeugend gemacht hätte?

Vorhanden ist ja bereits eine Möglichkeit der Verschiebung der unterschiedlichen Weichteil-Schichten zwischen Schädeldecke und Kopfhaut und Haardecke (je nach Haarlänge) untereinander/gegeneinander.

Die Versuchsreihen und -tests die ich dazu gesehen habe, haben immer mit klassischen Kopf-Dummies (wie sie auch Virginia Tech verwendet) gearbeitet - also kahlen Schädeln mit Sensoren innen. Diese berücksichtigen diese biofidelen Eigenschaften nicht welche nur durch Tests mit THOR oder noch besser mit THUMS Simulationen gemessen werden können.

Darum war für mich bis jetzt - und da macht RLS keine große Ausnahme - jeglicher zusätzliche Rotationsschutz zum größten Teil eine Marketingstory.

Wenn man einen Helm mit MIPS oder RLS bekommt, für einen Preis der ins eigene Budget für einen generell guten Helm passt, ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Aber man sollte sich im Klaren sein, dass die zusätzliche Schutzwirkung mindestens abstrakt ist (außer ich habe verpasst, dass MIPS inzwischen Tests mit THUMS Simulationen durchführt..).
 
Da hätte ich mal eine grundsätzliche Frage - rein basierend auf (hoffentlich) gesundem Menschenverstand: Den Schutz vor bzw. das Abmildern von Rotationskräften bei einem Sturz wurde als erstes von MIPS aufgegriffen und versucht in ein Produkt (Zustellteil) umzusetzen.

Für die Markteinführung von MIPS mussten die Schweden dazu erst einmal ein Problembewusstsein auf Verbraucherseite schaffen (wie auch bei den Helm-Marken die sie als Partner gewinnen wollten), bevor sie ihre Lösung vermarkten konnten. Das Ganze wurde, klassisch dem Gore-Tex Ingredient Branding Vorbild nach, mit einer omnipräsenten Marketing-Kampagne begleitet.

Seit dieser Zeit ist das Thema Rotationskräfte bei Stürzen überhaupt erst präsent (soweit ich mich erinnern kann). Das hat gut funktioniert und hat die Helm-Marken unter Druck gesetzt, Helme mit MIPS anzubieten - ein lehrbuchmäßiges Pull-Marketing.

Was ich mich immer gefragt habe ist, inwieweit bei all dem die bereits existierenden Schutzfunktionen des menschlichen Körpers selbst in Betracht gezogen wurden? Dazu habe ich nie etwas gehört. Vielleicht auch deswegen, weil es ihren "case" weniger klar und überzeugend gemacht hätte?

Vorhanden ist ja bereits eine Möglichkeit der Verschiebung der unterschiedlichen Weichteil-Schichten zwischen Schädeldecke und Kopfhaut und Haardecke (je nach Haarlänge) untereinander/gegeneinander.

Die Versuchsreihen und -tests die ich dazu gesehen habe, haben immer mit klassischen Kopf-Dummies (wie sie auch Virginia Tech verwendet) gearbeitet - also kahlen Schädeln mit Sensoren innen. Diese berücksichtigen diese biofidelen Eigenschaften nicht welche nur durch Tests mit THOR oder noch besser mit THUMS Simulationen gemessen werden können.

Darum war für mich bis jetzt - und da macht RLS keine große Ausnahme - jeglicher zusätzliche Rotationsschutz zum größten Teil eine Marketingstory.

Wenn man einen Helm mit MIPS oder RLS bekommt, für einen Preis der ins eigene Budget für einen generell guten Helm passt, ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Aber man sollte sich im Klaren sein, dass die zusätzliche Schutzwirkung mindestens abstrakt ist (außer ich habe verpasst, dass MIPS inzwischen Tests mit THUMS Simulationen durchführt..).
Hallo,
biomechanisch ist der Schädel ein Exoskelett, die Verschiebbarkeit v.a. der sog. Kopfschwarte ist minimal. Haare mögen verschieben, aber bauen keine Kraft ab.
 
Hallo,
biomechanisch ist der Schädel ein Exoskelett, die Verschiebbarkeit v.a. der sog. Kopfschwarte ist minimal. Haare mögen verschieben, aber bauen keine Kraft ab.
Danke für die Info. Wenn ich das mal im Selbstversuch mache, lande ich bei der Kopfhaut schon bei ca. 10mm "Verschiebbarkeit". MIPS hat eine Beweglichkeit von 10-15mm. MIPS baut Rotationskräfte nicht ab, sondern leitet diese nur ab - wie eine Haarschicht, wie du sagst.
 
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