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seltsamer Speichenriß

lowridervonquaeldich

Allesfahrer
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Dachte eigentlich, daß mich Speichenbrüche nicht mehr überraschen können. Die jeweiligen Bruchbilder geben ja einen deutlichen Hinweis auf die zugrundeliegende Ursache und erleichtern so die dauerhafte Behebung.

Aber kürzlich kam ich doch ins Staunen. Da ist eine Speiche (gerade, konifziert (2,0 x 1,6 x 2,0)) mitten im Alu-Speichennippel gerissen. D.h. ein Teil der Speiche steckt noch im Nippelkopf und der Rest incl. 3 mm Gewinde im Bereich der Schlüsselaufnahme. Wenn man sich die Bruchflächen ansieht, kann man erkennen, daß der Alu-Nippel wohl schon angerissen war. Das sieht dann so aus:
gerissene Speiche 1.jpg

gerissene Speiche 2.jpg

Dummerweise würde ich nur gerne verstehen, was hier genau passiert ist. Hat jemand eine Idee?
 
Hallo,

in Moskau leben sieben Millionen Menschen und ein Elefant. Letzte Nacht hat es den Elefanten erwischt.

Mir ist mal eine Lasche einer Kette gerissen, einfach so, habe nicht einmal stark beschleunigt.

Kette (KMC 7-/8-fach) wurde eingeschickt und ersetzt.

Und denke besser nicht darüber nach was alles hätte passieren können...

Gruß
 
Hallo Oliver,

ich führe den Speichenbruch auf den älteren Nippelanriss zurück. Durch den angerissenen Nippel kann die Speiche im Bereich des Gewindes arbeiten. Je nach zufälliger Ausrichtposition des Anrisses zur Felge kann die Speiche an dieser Stelle bei jeder Radumdrehung durch den Lastwechsel ein wenig "hin- und hergebogen" werden. Die durch das Gewinde vorgegebene "Kerbe" im Speichenmaterial erledigt mit der Zeit dann den Rest bis zum Bruch.

Eigentlich ganz logisch, oder?

Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,

das dürfte die Erklärung sein.
Ziemlich sicher ist dieses Rennrad auch bei gepökelten Straßen gefahren worden. Daß Alu Nippel auf Salz empfindlich reagieren ist ja nichts neues und könnte den Anriß ausgelöst haben. Wobei ich eigentlich eher erwarten würde, daß die Nippelköpfe aufblühen. Immerhin hält sich da das Salzwasser deutlich länger und die Eloxierung ist eh schon beschädigt.

Wenn die Überlegung korrekt ist, besteht jedoch die Gefahr das demnächst weitere Speichen auf diese Art den Geist aufgeben. Entweder ausprobieren oder vorsorglich alle Nippel austauschen. Was meinst du?

Gruß, Oliver
 
Daß Alu Nippel auf Salz empfindlich reagieren ist ja nichts neues und könnte den Anriß ausgelöst haben. Wobei ich eigentlich eher erwarten würde, daß die Nippelköpfe aufblühen. Immerhin hält sich da das Salzwasser deutlich länger und die Eloxierung ist eh schon beschädigt.

Korrodierte Alunippel sehen IMO anders aus.

Es könnte aber auch sein, daß der Nippel schon beim Einspeichen beschädigt wurde und es entweder niemandem aufgefallen ist, oder er sich erst später vollständig zerlegt hat.

Mir ist es schon gelungen einen Alunippel während des Radaufbaus zu zerstören. Einfach durch schlampiges Ansetzen des (eigentl. guten) Werkzeugs.
 
Ich denke nicht, dass der ursächliche Anriss am Alunippel ein Korrosionsschaden ist, das sieht anders aus. Der wurde meiner Meinung nach bei der Montage beschädigt.
 
Und wie soll der Nippel an der Stelle bei der Montage einen Anriß abbekommen und sich dann noch Spannung aufbauen lassen?
Wenn die Speiche nur bis hier hin geht, ist diese noch völlig schlapp. Wenn Spannung drauf ist, geht die Speiche einige mm weiter rein. Wenn der Alu Nippel beim Einspeichen hier einen Riß hat, sollte beim Zentrieren unter Spannung der Vierkant abgedreht werden.
Mit schlechtem Werkzeug ist es einfach den Alu Nippel rund zu drehen und irgendwann reißt es auch den Kopf ab. Aber so etwas?
 
update: Gerade habe ich beim diesem Laufrad alle Nippel gegen schwarze Messing-Nippel ausgetauscht. Beim Lösen haben sich noch 2 weitere Speichen auf identische Art und Weise verabschiedet. Die Arbeit hat sich also gelohnt.
 
Ja, das sieht nach nem Dauerbruch wegen der Kerbwirkung des Gewindes aus.
Ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass du den Nippel nicht verdreht hast.
Das Problem hier ist wahrscheinlich, dass die Speiche nicht die gesamte Gewindelänge ausnutzt.
Deshalb hat der Nippel am Speichenende stärker gearbeitet als üblich. Die Speichen sollten 2 - 3mm länger sein.
Kerbwirkungen an Gewinden sind nicht zu unterschätzen. Das war mit ein Grund, warum die alten Gewindeschäfte der Gabeln auf Klemmung umgestellt wurden.

Grüsse, Michl
 
@miichl: Das versteh ich nicht. Für einen Dauerbruch müßte sich die Speiche im Nippel doch bewegen können. Oder? Das Ding ist jedoch mitten im Nippel und nicht am Gewindeansatz gebrochen.
Die Länge der Speichen paßt übrigens auch. Wenn die 2 mm länger wären ließe sich das Laufrad nicht mehr ordentlich spannen / zentrieren.
 
Die Speiche sollte bis zum Ende des Gewindes im Nippel reichen, um diesen zumindest im Gewindebereich bei Biegebelastungen zu stabilisieren.
Wenn du von oben drauf schaust, sollte die Speiche nicht allzu weit innerhalb des Nippels enden.

Speichenbrüche sind i.d.R. immer Dauerbrüche, da die Speiche bei jeder Umdrehung einmal be- und einmal entlastet wird, das summiert sich eben.
Am Nippel ist das nicht anders. Zur Zugbelastung kommt je nach Einspeichart durch das Antriebsmoment auch noch eine Biegebelastung dazu. Ich vermute mal, es handelt sich um das Hinterrad. Aber wenn der Nippel etwas schräg in der Öse sitzt, hast du die Biebebelastung auch schon alleine durch den Zug.

Grüße, Michl
 
Bei zu kurzer Speiche würde einfach der Nippel unterm Kopf reißen, aber nicht die Speiche.

Ich denke auch dass der Nippel ungünstig angewinkelt in der Felge saß, sprich Biegbelastung auf Speiche und Nippel einwirkten. Aus dem Grund sollte man den Nippelsitz in der Felge auch vorher fetten, damit der Nippel sich da seine Position suchen kann.
 
Hatte dasselbe Schadensbild mit einem Messingnippel. Vorne. Denke, der Nippel lag nicht gut in der Öse und irgendwann hat es ihn dann geliefert.
 
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