neonerl schrieb:
Je breiter die
Reifen, desto mehr Schräglage ist möglich.
Aber je breiter die
Reifen, desto mehr Schräglage ist für die gleiche Kurvengeschwindigkeit auch nötig.
Das ist beim Motorradfahren wie beim Radfahren so.
Wie schnell Du um die Kurve kommst, hängt nicht nur von der Schräglage ab, sondern auch ob Du einen Hanging Off machst. D.h. Du Deinen Oberkörper nach innen legst.
Außerdem gilt grundsätzlich für 2-Räder, daß Du Kurven stärker anbremst und kurz vor erreichen des Scheitelpunktes die Bremse aufmachst um möglichst viel Schwung noch mitzunehmen.
Es gibt in Italien (hier habe ich es noch nicht gesehen) ein paar verrückte, die mit BMW Rädern und superdicken nichtprofilierten
Reifen Pässe hinunterfahren bis die Fußrasten (in der oberen Position) schleifen und zusätzlich über die Knie mit Schonern abstützen. Möglich ist also ziemlich viel.
Nur mit den dünnen Rennradreifen wirste wesentlich früher abschmieren.
Im übrigen kann man den Grenzbereich auch "hören". Der
Reifen fängt dann ganz leicht das wimmern an. Weiter sollte man nicht gehen.
Ich fahre den Conti 3000. In Mallorca ist ein "Gastfahrer" mit uns den Paß hinuntergefahren und in der einen Kurve hat sein
Reifen den Grip verloren. War irgendein billigeres Produkt.
viel blödsinn!
breite
reifen erlauben nicht mehr schräglage als schmale, weder beim motorrad, noch beim rennrad!
in kurven
bremsen ist nicht gerade sinnvoll, weder beim motorrad, noch beim rennrad!
mit dünnen
reifen schmiert man nicht schneller ab!
billige produkte schmieren auch nicht schneller ab!
beweise:
in spa mit 160er hinterad/120er vr nicht an eine aprilia 250er mit 145er hinten rangekommen!
beim motorrad kommt zusätzlich hinzu, das ein 200er hr ein deutlich höheres aufstellmoment hat, als ein 150er. deswegen sind die kleinhubraumigen geräte mit kleineren
reifen auch so flink. das hat aber nichts mit der schräglage zu tun (sondern mit radstand, gewicht, nachlauf..).
beim rr wird man wohl wenig vom vorhandenen größeren aufstellmoment zwischen 21er und 25er
reifen merken. dafür ist der unterschied zu klein.
wer in kurven bremst wird erleben, das sich ein einspuriges kfz (fahrrad ebenso - physik ist die gleiche) aufstellen will, also einem hineinlegen in die kurve entgegenwirkt.
es ist zwar möglich aber man muss das bike dann richtig in die kurve drücken, meist wird man dabei unsicher, der kurvenradius vergrößert sich!
dünne
reifen siehe oben.
wichtiger für das ankündigen des grenzbereiches ist die höhe der seitenwand.
beispiel am motorrad 120/50 lenkt sehr direkt, kein schwammiges fahrgefühl, aber schneller übergang zwischen perfektem grip und wegschmieren (selber schon auf der piste erlebt). 120/70 schwammigeres einlenken, aber ein deutlich spürbarer grenzbereich (langer übergang zwischen perfektem grip und wegschmieen).
billige
reifen sagen noch nichts über mischung des protektors, bodenbeschaffenheit (rauhigkeit, feuchtigkeit), temperatur des untergrunds, gefahrenen reifendruck aus.
ich arbeitete in der reifenbranche und bin motorradrennen gefahren.
doch warum fühlt sich das so an wie der herr neonerl geschrieben hat?
ein 25er rennradreifen ist nicht nur breiter als ein 21er, sondern auch instabiler in schräglagen. das ist ein vorteil, denn der
reifen kündigt seinen grenzbereich dadurch an, ohne direkt wegzuschmieren. daher das subjektive gefühl der sicherheit.
ein schmaler
reifen ist bei gleichem reifendruck unnachgiebiger, und daher ist der übergang von pefektem grip zu wegschmieren sehr eng.
die mögliche schräglage hängt rein von folgenden faktoren ab:
ist der protektor (lauffläche) bei der aktuellen temperatur des asphalts weich genug?
bieten die seitenwände und nylonlagen genügend verwindungssteifigkeit?
habe ich den passenden reifendruck?
wieviel grip bietet der untergrund?
körperhaltung (schwerpunkt) korrekt?
bedingt auch der radstand der fahrzeugs.
am schnellsten fährt man kurven, die man vorher anbremst und ohne zu
bremsen in einem zug durchrollt. dabei stellt sich nach einiger übung die maximale schräglage ein, und die ist meist tiefer als das der kopf des fahrers zulässt. schaut euch mal motorradrennen an

obwohl der vergleich hinkt (marterial, abmessungen...)
und nochmal: die reifenbreite sagt nur was über den übergang zwischen haftung und haftverlust aus.
denn letztenendes ist die kontaktfläche zwischen
reifen und straße nicht anders. wohl aber der bogenweg der reifenflanke/° schräglage

.
einfache geometrie eben.
schräglagen erfordern training (technik training). aber immer nur das fahren, was ich mir ohne überreaktion zutraue!
denn oft überreagieren fahrer (z. B.
bremsen) wenn sie in den psychischen grenzbereich kommen. das ist die meiste sturzursache.
wer will ist herzlich eingeladen mit mir einen bestimmten moselberg runterzufahren, und zu versuchen an mir dranzubleiben

und das egal bei welcher reifenbreite!
trainiert eueren popofakor
