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Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

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Frauenzimmer

Ich schreibe ich im Fachbereich »Design« eine Arbeit über die Entwicklung von Rennrädern für Frauen sowie über die Bedürfnisse von Frauen an ein Rennrad im zeitlichen Wandel. Möglicherweise könnt ihr mir helfen, indem ihr noch gute Tipps habt?

Fragen, die ich mir in der Arbeit unter anderem stelle, sind: Welche Bedürfnisse hatten Frauen früher? »Durften« sie überhaupt eigene Bedürfnisse äußern oder waren gesellschaftliche Konventionen maßgeblich? Und welche Bedürfnisse haben Frauen heute speziell an ein Rennrad? Warum fahren noch immer so wenig Frauen Rennrad, obwohl sich da in den letzten Jahren augenscheinlich einiges getan hat. Werden die Bedürfnisse der Frauen vom Markt bedient?

Seit Beginn des 19.Jh werden normale Damenräder (also nicht Rennräder) ja mit einem tiefer gebogenen Oberrohr versehen, damit Frauen auch in langen schweren Röcken Radfahren können (ohne die Unterschenkel »entblößen« zu müssen. :) Rennräder für Frauen gab es zur Entstehungszeit des Rennsports (meines Wissens) nicht. Denn Radfahren allgemein, und erst recht das Rennfahren galt für Frauen als zutiefst sittenwidrig. Die Radpionierinnen – die »Aufsässigen« unter den Damen – fuhren zum Entsetzen der Herren einfach auf Herrenrennrädern.

Leider hört die Betrachtung des Damenrads in der Literatur meistens nach der Jahrhundertwende auf und geht eher auf Damenfahrräder allgemein – als auf die Entwicklung des Rennrads für Frauen ein.

Generell suche ich Material, anhand dem ich die Produkt-Entwicklung von Damenrennrädern nachvollziehen kann.
Habt ihr vielleicht gute Tipps? Wie sahen die ersten Damenrennräder aus, an die ihr euch erinnern könnt? Hatten Damenrennräder bspw. in den 70ern oder 80ern noch ein tiefgebogenes Oberrohr? Was waren die größten Veränderungen, die euch auffielen? Wann gab es die ersten richtigen Damenrennräder?

Vielleicht hat auch jemand einen guten Web-Tipp, wo ich mir Kataloge von Rennrad-Herstellern runterladen kann, um die Entwicklung der Produktpalette über einen längeren Zeitraum zurück zu verfolgen. Ideal wäre sowas wie http://www.mtb-kataloge.de/ – also Kataloge aus »prähistorischer Zeit« nur eben für Rennräder. Hat jemand Tipps?
Welche Hersteller waren, was Frauenrennräder angeht, besonders fortschrittlich und welche nicht?
Welche Frauenrennräder haltet ihr für besonders gelungen und welche nicht? Und warum?

Oder vielleicht habt ihr auch noch gute Literatur-Vorschläge zum Thema Entwicklung des Rennrads allgemein?

Tipps und auch eine Diskussion wären wirklich prima! Danke! Melli
 

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Re: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Brandaktuell, aber welche halbwegs ambitionierte Frau mit Verstand und Geschmack würde denn so einen Krüppel fahren wollen? Das grenzt ja schon an Beleidigung.
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Ich kann mich noch an mein erstes "Damenrennrad" erinnern. Wurde mir zumindest als solches im LAden verkauft:

Ein dunkelblaues Motobekane
Das "Oberrohr" war zweigeteilt und fielsteil nach unten ab
Der Lenker war gebogen wie ein breites U
5 Gang Kettenschaltung.

Hatte nicht wirklich etwas mit einem Rennrad zu tun, auch wenn es dranstand. War so Mitte bis Ende der 80er


Ansonsten: Was mich an aktuellen Damenrennrädern stört, ist das Design. Warum müssen überall Blümchen, Schnörkel oder Farben wie Rosa und Pink dran sein?
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Dass viele, wenn nicht sogar die meisten Rennräder für Frauen eher »lieblich« gestaltet sind, ist auch mein Eindruck. Und auch wenn der Rahmen eher schlicht und NICHT mit großflächigen Blümchenmustern versehen sind, so ist dann DOCH noch irgendwo am Oberrohr (oder sonstwo) ein kleines Blümchen oder ein kleiner Schnörkel aufgemalt. Ich denke das hat u.a. auch viel mit Orientierungshilfe zu tun. Die Frau soll, wenn sie in den Radladen kommt, auch wenn sie sich nicht auskennt, das Rad direkt einordnen können: »Alles klar, das ist ein Frauenrad.«
Zu welcher Zeit hast du das Motobecane gekauft? 80er?
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Und das DeRosa ist ja schlimm. Das ist ja nicht einmal ein Rennrad. Oder soll es den Frauen etwa als solches verkauft werden? Ich würde das jetzt eher als Fitness-Rad einstufen. Aber auf der Webseite steht es ja in einer Reihe mit den Rennrädern.
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Auch als Nichtfrau mal ein Kommentar:
In den ausgehenden 70er Jahren kamen die von Shalimah genannten Mixte-Rahmen auf, als Kompromiss aus tieferem Durchstieg und Steifigkeit. Das Oberrohr wurde durch zwei Rohre ersetzt, welche in leichtem seitlichen Schwung am Sattelrohr vorbei zum hinteren Ausfallende liefen (hier nachzulesen).
Zwischenzeitlich (80er und 90er) kamen ja auch mal die 571er Laufräder in Mode, worauf dann auch Rennräder für kleinere Menschen (nicht ausdrücklich Frauen) aufgebaut wurden. Leider scheint der Markt das nicht honoriert zu haben, daher ist die Versorgung von Menschen unter 1,7m mit proportional ausgewogenen Rahmengeometrien heute wieder sehr schlecht. Das wird auch an der fortschreitenden Zentralisierung der Teilefertigung liegen.
 
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Vielen Dank, Kampfgnom. Und diese Mixte-Rahmen wurden wirklich auch bei Rennrädern eingesetzt? Hatten diese Räder für Frauen dann auch einen Rennlenker? Das Rad, das Shalimah beschrieben hat, hatte ja einen U-förmigen Lenker. Oder hatten FrauenRENNräder in den 70ern generell U-förmige Lenker?

Das Raleigh auf dem Bild bei Sheldon Brown scheint ja ein Rennrahmen zu sein oder nicht?

Und Kommentare von Nicht-Frauen sind absolut willkommen! :)
 
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Ok, also waren diese Halblenker nicht unbedingt bei Frauenrädern gängig, sondern allgemein auch bei Herrenrädern, vermute ich (?)
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Durchaus. Bei Frauenrädern wurden sie halt häufig als Ersatz für den 'zu sportlichen' Rennlenker benutzt. Etwas breiter für mehr Kontrolle und ohne die tiefen Griffpositionen. Da wurden dann gerne auch die Schalthebel zum Vorbau verlegt, ich such mal ein Foto...

Edith hat eins gefunden

Ediths Schwester noch eins
Und ein gutes Stichwort ist auch die Bezeichnung 'Trainingslenker'
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Mich würde mal interessieren wieso Räder für Frauen heute immer noch einen tiefen Einstieg bieten obwohl so gut wie niemand mehr einen Rock trägt und schon gar nicht beim radfahren.
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Ich sach jetzt mal so:

Rennräder für Frauen gab es bis in die 90-er nicht.
Frauen fuhren auf den Rennrädern ihrer ältern Brüder, den abgelegten Rennrädern ihrer Freunde oder auch mal auf dem alten Rennrad ihrer Väter.

Man konnte so ein 'Damenrennrad' daran erkennen, dass die Sattelstütze fast ganz im Sitzrohr versenkt war, weil der Bruder, Freund oder Vater, der Erstbesitzer des Rades war, oft einen Kopf größer war, als die Schwester, Freundin, Tochter, die es geerbt hatte.

Dementsprechend zu lang waren dann Oberrohr und Vorbau.
Somit waren die ersten konstruktiven Maßnahmen beim Umstricken breitere, weichere Sättel am einen Ende und ein kürzerer Vorbau am anderen Ende des Oberrohres.

Spezielle Damengeometrien mit einem rel. verkürzten Oberrohr und ggfs. längeren Steuerrohr, um eine höhere Lenkerposition und somit weniger Überhöhung und damit eine schmerzfreiere Sitzposition zu erlauben, haben - meiner Erinnerung nach - die Amerikanischen MTB-Hersteller als Erste in eine Marktnische gesetzt. Die speziellen Damen-Rennradrahmen kamen erst in Folge der Entwicklung zu Damenrahmengeometrien bei MTBs.

Der oben diskutierte flache Lenker wurde als s. g. "Trainingsbügel" auch an Herrenrahmen verbaut, war aber an Mixte-Rädern obligat, wobei Mixte-Räder aber zu keiner Zeit (an die ich mich erinnern könnte) als Damen-Rennräder galten, sondern als sportliches Damenrad mit Kettenschaltung.
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Weil es manche Frauen wohl immer noch unschicklich finden, das Bein über den Sattel zu heben. Außerdem: Mach das mal mit nem Minirock :D

@ Kampfgnom: So wie das Peugeot in deinem zweiten Link sah mein Motobecane aus. Nur in dunkelblau :)
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Ich sach jetzt mal so:
Man konnte so ein 'Damenrennrad' daran erkennen, dass die Sattelstütze fast ganz im Sitzrohr versenkt war, weil der Bruder, Freund oder Vater, der Erstbesitzer des Rades war, oft einen Kopf größer war, als die Schwester, Freundin, Tochter, die es geerbt hatte.

Also waren das sozusagen »Nicht-intentionale-Damenrennräder«. :) Auch interessant.

Die speziellen Damen-Rennradrahmen kamen erst in Folge der Entwicklung zu Damenrahmengeometrien bei MTBs.
Kannst du dich noch daran erinnern welche Hersteller sozusagen Pioniere bei der Entwicklung spezieller Damenrennräder waren? Ich würde jetzt zB mal eher auf die Amis tippen als auf die Italiener :)
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Also waren das sozusagen »Nicht-intentionale-Damenrennräder«. :) Auch interessant.


Kannst du dich noch daran erinnern welche Hersteller sozusagen Pioniere bei der Entwicklung spezieller Damenrennräder waren? Ich würde jetzt zB mal eher auf die Amis tippen als auf die Italiener :)

Hallo!
Eine Intention war schon vorhanden, denn diese Räder waren für den Verkauf an sportliche Frauen entwickelt worden und zwar aus marktwirtschaftlichen Gründen. Das in den Jahren davor gewonnene Selbstvertrauen der Frauen, wurde konsequent von Radherstellern bedient.
Meine Frau kaufte 1985 ein Raleigh(USA?) mit Positronschaltung, ich glaube 7-fach, und Trainingsbügel. Ein instabiles Flatterteil btw. Das war in unseren Kreisen Hipp:rolleyes: Rennrad fährt sie dennoch nicht:)
Tüss
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Dieser Rahmen war wohl eine ganze Weile sehr beliebt - meine Frau hatte auch mal das Motobecane mit diesem Rahmen und 5-Gang-Kettenschaltung.
Im zarten Alter von 15 (bin jetzt 48:D) hatte ich auch mal ein Herrenrad mit so einem Rahmen (geteiltes Oberrohr in weinrot-metallic !!) und einer Sachs Torpedo 3-Gang-Nabenschaltung. Hat mir damals allerdings eher doofe Sprüche unter den Gleichaltrigen eingebracht ...
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Kannst du dich noch daran erinnern welche Hersteller sozusagen Pioniere bei der Entwicklung spezieller Damenrennräder waren? Ich würde jetzt zB mal eher auf die Amis tippen als auf die Italiener :)
Klaro! Die MTBs waren ja auch keine Montanarabicicletti, sondern Montenbaix aus Amiland. Meiner Erinnerung nach bauten die Firmen, die mit den speziellen MTB-Geos für Frauen begonnen hatten, in Folge auch ihre RR mit kürzerem Oberrohr für diese Marktnische. Ich müsste mal recherchieren, meine mich aber an Gary Fisher, Specialized und Trek erinnern zu können.
 
AW: Frauen auf Rädern. Bitte helfen!

Principia hat damals® auch schnell nachgezogen und ein Rad mit 571er LR und kleinen Rahmengrößen herausgebracht. Ich bekomme den Typ leider nicht mehr zusammen... Hatte im Gegensatz zum 650 SC keine Tria-Geometrie sondern eine klassische mit 73/73° und einer kleinsten Oberrohrlänge von 500mm.
 
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