Im neuen Buch "Tour de France: Kein Berg zu hoch, kein Weg zu weit" ist ein aufschlussreiches Kapitel über Doping im Radsport enthalten, das mir die Augen geöffnet hat. Kurzum: Im Radsport gehört(e) Doping von Anfang an ganz selbstverständlich mit dazu. Und zwar immer und jederzeit. Früher offener, da es nicht verboten war, später zunehmend verdeckt. Es darf davon ausgegangen werden, dass das bis heute nicht anders ist. Alles andere wäre unplausibel.
Ich persönlich vermute, dass im Amateursport ebenfalls Doping betrieben wird, wenn man bedenkt, wie viel persönlicher Ehrgeiz hier teilweise mit im Spiel ist. Von systematischem Doping gehe ich aber nicht aus, dafür braucht es Netzwerke, Geld und Einfluss. Andererseits sind die Kontrollen auch durchlässiger, was Privatleuten vermutlich Spielräume eröffnet.
Selbst halte ich nichts von Leistungssteigerung durch hochpotente Mittel, die noch dazu gesundheitlich alles andere als unbedenklich sind. Ich will mit meinem Körper arbeiten und mit dem Potential, was "natural" da ist. Mir geht es aber auch nicht ums Gewinnen (wobei das jeder natürlich mitnehmen würde), sondern um die Sache selbst. Und es beruhigt mich ungemein, dass die Mehrheit der Hobbysportler hier mit mir einer Meinung sein dürfte.