AW: Chainsuck
Hallo,
so weit ich weiss bildet das Material, das beim Kettenblattverschleiss von der Kette "weggedrückt" wird irgendwann seitliche Grate, an denen sich die Kette verhaken kann. Geschieht dies auf der Unterseite, wo nur die Spannung des Schaltwerks die Kette vom Kettenblatt zieht, wird die Kette mit hochgezogen, was dann zum Chainsuck führt.
Bei MTBs kann dafür aufgrund der stärkeren Erschütterungen als beim Rennrad auch schonmal eine ausgeleierte Schaltwerksfeder oder eine Fehleinstellung des Umwerfers sein. Dann springt die KEtte runter und verhakt sich irgendwo an der Kurbel.
Und ich glaube zwei andere Dinge tragen auch noch dazu bei:
1. verschlissene Kettenblätter neigen ja zu diesen Haifischflossenartigen Zähnen, d.h. auf der beanspruchten Seite werden sie rundgeschliffen/rundgedrückt und
2. eine gelängte (austauschreife) Kette.
Es findet ja eine Anpassung des Kettenblatts an die länger gewordene, da verschlissene, Kette an. Jedes Mal, wenn sie in die Zähne gedrückt wird, schleift sich dort etwas an Material ab. Dies geschieht jedoch in erster Linie auf der beanspruchten Seite.
Auf der Unterseite des Kettenblatts ist die Situation eine andere: Hier muss die Kette widerstandslos aus den Zähnen ausrasten können. Das Problem ist jedoch, dass die Rückseite der Zähne, auf die es hier nun ankommt, nicht so stark abgeschliffen wurde wie die Vorderseite, welche für die Kraftübertragung beim Kurbeln beansprucht wird.
Es begegnet nun also eine überlängte Kette auf eine unverformte Zahn-Rückseite. Doch statt zu springen, wie sie es oben täte, klemmt die Kette hier schon seit einer halben Umdrehung zwischen den Zähnen, weshalb sie schwerer ausrastet, was dann zum Chainsuck führt. Das könnte dann aber glaube ich nur in dieser form auftreten, wenn die Kette zum "richtigen" Zeitpunk entlastet wird.