Ich bräuchte einmal die Hilfe der Schwarmintelligenz.
Ich baue mir seit drei Jahren meine Laufräder (und auch die Fahrräder mit 30 Jahre alten, selbst lackierten Rahmen aus Reynolds Stahl) selbst auf und fahre damit seitdem ich dieses Hobby habe bei gutem Wetter wöchentlich ca. 100 km bis 200km. Ich bin damit sehr glücklich. Bis letzten Freitag: Da machte es „knack“, und eine Speiche an meinem Stadtrad ist gebrochen (Zugspeiche, links, Kopf innen), als ich von einem abgesenkten (!) Bordstein auf die Straße fuhr – also eine minimale Stufe. Dieses Rad hat etwa 3000 km hinter sich und ist damit mit kleinem Vorsprung mein meistgefahrenes und meistbeanspruchtes Rad.
Es ist eine
Mavic A719 Reiseradfelge (19 mm, Hohlkammer, verschweißt, doppelt geöst). Die Felge ist bis 130 kg Systemgewicht zugelassen. Die Speichen sind
DT Swiss Competition 2.0/1.8/2.0 mm. Das Laufrad habe ich vor drei Jahren mit einer FH-R7000 Nabe (130 mm) aufgebaut (3-fach gekreuzt, Zugspeichen Kopf innen). Alle Teile waren neu.
Das Fahrrad mit 63er Rahmen ist selbst etwa 12 kg leicht, ich bin es mit 130 kg leider nicht. An dem Tag hatte ich zusätzlich noch eine ca. 10 kg schwere Satteltasche dabei, die auf der Nichtantriebsseite befestigt war.
Das Rad wurde vor ca. 1000 km von mir neu zentriert (eigentlich nicht nötig) und von mir auch nachgespannt. Auf der Antriebsseite haben die Speichen 1100 bis 1200 N Spannung, obwohl
Mavic nur max. „90 kg“ für die Felge freigibt, damit ich auf der Nichtantriebsseite überhaupt sinnvolle Spannungen bekomme. Die Spannungen links liegen nur bei 480 bis 570 N – aber ich kann das leider nicht anders ausgleichen. Ich fahre mit 28-mm-
Reifen und 6 bar; das ist für Felge und
Reifen grundsätzlich in Ordnung.
Nun frage ich mich, warum mir das passiert ist. Ich dachte, ich mache alles richtig (abgesehen von der niedrigen Spannung links und dem hohen Systemgewicht), aber ich sehe nicht, was ich konkret verbessern könnte. Für mich ist das Radfahren sehr wichtig, ich möchte es nicht aufgeben. Die Speiche ist nicht im Bogen gerissen, sondern der Kopf am Ende des Bogens ist abgerissen.
Hat jemand eine Theorie dazu?
Ich habe Fotos gemacht. Was mich schon länger beschäftigt: Die DT-Swiss-Speichenköpfe liegen bei mir niemals wirklich plan auf der Nabe. (auf meinen Fotos habe ich den Bestfall dokumentiert - die Nabe ist eine andere, aber das Problem ist das gleiche) Außerdem ist der Bogen nicht lang genug für meine Naben, sodass ich die Zugspeichen beim Einspeichen alle leicht biegen musste, damit sie im richtigen Winkel stehen und exakt zur Felgenbohrung zeigen. Dieses Biegen habe ich in keinem Tutorial oder Video gefunden.
Jedoch: Wenn ich die Zugspeichen nicht „zur Mitte biege“, stimmt der Winkel nicht. Das Foto zeigt neue, unverbogene Speichen und wie weit sie "abstehen".
Hat jemand einen Rat für mich? Habe habe diese Nabe und diese Speichen "genau so" an 3 meiner Räder montiert - nichts schützt mich davor, daß das Problem an meinem Rennrad bei 50km/h als Nächstes auch passiert. Ich hätte gerne mein gutes Gefühl zurück - mit einfach Speiche tauschen ist es nicht getan.