Tja, da sind wir an einem Punkt, an dem die Meinungen so weit auseinander gehen, dass ich Dir eigentlich nur noch raten kann, Dich für einen der vorgeschlagenen Wege zu entscheiden und dann dem Prozess wenigstens mal für 2-3 Monate zu vertrauen und es auszuprobieren. Gerne auch beides, erst das eine, dann 2 Monate GA, dann das andere.
Was die beiden Vorredner geschrieben haben ist aus meiner Sicht schlichtweg falsch. Wir müssen das auch nicht erneut vertiefen, haben wir in diesem Forum ja schon oft genug getan.
Vielleicht 2-5 Sätze: Natürlich kann man Kennzahlen messen, natürlich ist das valide und Spezifität ist eines von vielen Trainingsprinzipien. Wer nur danach trainiert hat aus meiner Sicht (ich betone: aus meiner Sicht) die Grundprinzipien erfolgreichen Trainings nicht verstanden. Es geht eben nicht nur darum das zu trainieren, was es zB im Wettkampf (oder das eigene Leistungsprofil betreffend, oder, oder, oder ...) braucht, sondern sich ganz allgemein besser zu machen und zwar in all den Bereichen die Zulieferfunktionen für die spätere Performance haben. Natürlich sollte auch spezifisch trainiert werden, aber eben nicht das ganze Jahr über, das wäre ein wirklich unfassbar schlechter Ratschlag (ich betone es nochmal: aus meiner Sicht).
Noch ein paar Beispiele?
Nils van der Poel (Olympiasieger, (ehemaliger) WR Halter): Trainierte 80-90% des Jahres nicht in seiner Wettkampfpace
Ingebrigtsen: Da gilt das Gleiche, eher über 90%
Abrahamsen bzw. Uno X: Kaum Sprinttraining, über 90%
Studie über drei Grand Toour Podiums: Wieder das gleiche Muster
Seilers Studien: Wieder das gleiche Muster
Die norwegischen Triathlon Champs: Wieder das gleiche Muster
Immer und immer wieder das gleiche. Es werden die beiden Schwellen nach oben gebracht (die kennt man eben nur wenn man sie misst) und dann, aber erst dann wird wettkampfspezifisch trainiert. Das eint eben nahezu alle erfolgreichen Ausdauersporler:innen. Das kann man ignorieren, muss man aber nicht ...