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Welche Intervalle fahrt ihr? Und Warum?

Man könnte auch sagen, dass der Artikel in vielen Worten wissenschaftlich ausdrückt, was ich auch sage, wenn jemand das Gefühl hat, dass ihn kurze Intervalle mit xxx % gefühlt nicht genügend auslasten: "Dann tritt halt doller rein, Du Nase!" :rolleyes:

(Aber nein, "Literatur sagt, 115%, nicht 118 .." )
 

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Re: Welche Intervalle fahrt ihr? Und Warum?
Die Kernaussage des Artikel ist nicht, dass Format X für den einen und Format Y für den anderen besser ist. Er zeigt lediglich die unterschiedlichen metabolischen Effekte bei unterschiedlichen Fahrertypen auf und wie das bei der Intensitätsvorgabe zu berücksichtigen ist.
Danke für die Klarstellung. Aber ich fand diese Aussage im Artikel schon recht konkret formuliert (auf Grundlage der vorliegenden Evidenz?):

In short: when both athletes perform the exact same interval session — for example, 4×4 at their individual threshold, or 40/20 at 130% of their individual threshold — they do not receive the same aerobic stimulus.
And the reason is not their VO2max, but their VLamax.
The athlete with the lower VLamax — the one who is relatively weaker anaerobically — tends to achieve higher relative oxygen uptake during the same intervals. The more “aerobic” phenotype receives a stronger aerobic stimulus from the same training.
Ich interpretiere: Vorteil für „aerobe“ Typen (niedrige VLamax): Athleten mit einer niedrigen VLamax sprechen tendenziell stärker auf dieses Protokoll an, da sie bei der vorgegebenen Intensität eine höhere relative Sauerstoffaufnahme erreichen und somit einen stärkeren aeroben Trainingsreiz erfahren.

This is why choosing between Norwegian 4×4 and HIIT based on trends or general recommendations misses the point entirely. The right protocol depends on the athlete's individual metabolic profile.
Und hier wieder etwas abgeschwächt: Alles hängt vom individuellen Stoffwechselprofil ab.
 
Die Antwort auf die Frage wer wie am besten trainiert ist deren Geschäftsmodell. Dementsprechend steht die da nicht direkt drin.
Eigentlich sagen sie nur, dass die beiden Typen eine ähnliche Ausschöpfung der VO2max bei unterschiedlichen % der FTP/Mlss erreichen und man dementsprechend vorsichtig sein muss, auf dieser Basis Trainingsintensitäten vorzugeben. Für den Typ niedrige VLamax ist das mVn weniger problematisch, als für Fahrer mit hoher VLamax. Mit hoher VLamax ist eine kontrollierte Auslastung der Sauerstoffaufnahme schwerer bzw muss das kontrollierter erfolgen, weil die schnell zu glykolytisch und damit anaerob unterwegs sind und das Trainingsziel verfehlt wird.
Letztlich können aber beide Typen mit den gleichen Formaten arbeiten. Es muss bei der Ausgestaltung nur der jeweilige Typ berücksichtigt werden.
 
Bei Intervallen probiere ich seit Monaten ziemlich wild herum. Zeitweise hatte ich 4x8 gemacht, aber die sind so hart und verlangen viel Regenerationszeit bzw. Tapering, wenn man sie vernünftig bewältigen möchte. In meinem Alter ist das schon ein Thema (bald 47), daher probiere ich aktuell kürzere Intervalle (3-5 Minuten) und kürzere Gesamtbelastungszeiten. Dafür dann möglichst qualitativ hochwertig.

Meinem Verständnis nach ist das auch die Hauptsache: Intervalle machen, die man qualitativ auf möglichst hohem Niveau durchziehen kann für den optimalen Trainingsreiz. Kein Durchwuchten mit müden Beinen oder komplettes Abschießen (=Regeneration dauert zu lange). Das 2x pro Woche (1x Threshold und 1x Vo2max) und der Rest schön Grundlage. Viel mehr bekomme ich in meinem Alter auch nicht mehr auf die Kette, ohne dass die Qualität sofort leidet.

Bei Grundlagenfahrten hab ich lange den Fehler gemacht, nur auf die Durchschnittswatt zu schauen. Also die ganzen kleinen Rampen und Antritte hab ich ausgeblendet. Irgendwann wunderte ich mich, dass mir Intervals.icu für meine Grundlagenfahrten immer Schwellenfahrten unterstellt. Dann kam es mir: Die ganzen Antritte und kleinen Rampen waren Intervalle. Quasi ein minderwertiges Intervalltraining, das nur müde macht und nix bringt. Seit ich darauf bewusst achte, bin ich viel fitter, wenn es wirklich drauf ankommt. Aber das wissen erfahrene Fahrer natürlich schon alles. :oops:
 
Zeitweise hatte ich 4x8 gemacht, aber die sind so hart und verlangen viel Regenerationszeit bzw. Tapering, wenn man sie vernünftig bewältigen möchte.
Im Vergleich zu welchen anderen Intervallen? Ich empfinde die 4x8 muskulär viel entspannter als die 4x4.
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Im Vergleich zu welchen anderen Intervallen? Ich empfinde die 4x8 muskulär viel entspannter als die 4x4.
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Die 4x8 hab ich mit den klassischen 2 Minuten Satzpause gemacht. Bei 6 Minuten (wie bei dir) hab ich es nie probiert. Bei den 4x4 hast du sehr kurze Pausen, daher vermutlich deutlich härter?

PS: Aufgefallen ist mir gerade noch, dass du in den Satzpausen bei den 4x8 auch Zone 1 gefahren bist und bei 4x4 Zone 2. Also war die Dauerintensität insgesamt (gefühlt und wohl auch faktisch) deutlich höher als bei den 4x8. Im Grunde ist das 4x8 dann halt wohl auch mehr ein Schwellenworkout (dafür aber eher zu kurz) als ein VO2max-Workout. 🤷‍♂️
 
Zuletzt bearbeitet:
Zeitweise hatte ich 4x8 gemacht, aber die sind so hart und verlangen viel Regenerationszeit bzw. Tapering, wenn man sie vernünftig bewältigen möchte.

Im Vergleich zu welchen anderen Intervallen? Ich empfinde die 4x8 muskulär viel entspannter als die 4x4.

Ist das nicht ein passendes Beispiel zum Artikel? Also nicht unbedingt in der Extremform Sprinter vs. Ausdauertyp, aber insofern, als dass dem einen die Intervallform entspannter vorkommt. Allerdings sollte man auch immer dazuschreiben, mit wieviel Prozent, sonst ist es auch nicht wirklich vergleichbar. Noch besser wäre für die Vergleichbarkeit, wie man die FTP ermittelt hat.

Zudem frage ich mich, wenn eine Intervallform vom "Entwickler" vielleicht eher prozentual für einen Puncheur/Sprintertypen ausgelegt war - vielleicht sogar ohne dass es ihm bewusst war - dann guckt der "LD-Triathlet" womöglich blöd aus der Wäsche, weil er sich spätestens beim letzten Intervall einen (..bzw. es) abbricht.
 
Ich würde den Artikel nicht so dogmatisch verstehen wollen, sondern eher mit einer Tendenzaussage.

Wenn man eh überschwellig stark ist, kann man ggfls. weiter überschwellig trainieren, aber der Effekt ist nicht mehr so stark, weil man mit schwellennäheren Intervallen ggfls. die Schwelle besser "nachschieben" könnte, was einem dann auch später wiederum in den höheren Bereichen hilft.

Wenn man überschwellig eher seine Schwächen hat, dann kann man zwar quasi ewig um die Schwelle rum fahren, aber ggfls. könnte es einem mehr helfen, man würde mal versuchen überschwellige Reize zu setzen um die Limitierungen dort zu bearbeiten.

Ein nicht unbekanntes Forenmitglied sprach in diesem Zusammenhang gerne von push und pull (FTP nach oben drücken / von oben ziehen). Wer immer nur push macht profitiert vielleicht auch mal von ein bisschen pull und wer immer nur pull macht, dem würde ein bisschen push vielleicht weiter bringen.

Ich kenne aus meinem Umfeld für beide Zustände Beispiele wo das gut zutrifft.
 
Ich habe mal eine doofe Frage zum Verständnis. Wieso wird das 4x4 in dem Artikel mit nur 100% der Threshold durchgeführt? Ich hätte das jetzt mit 100% FTP gleichgesetzt (was mir sehr niedrig von der Belastung vorkommt), oder ist das schon falsch?

Oder kann man das nicht vergleichen, da das eine ein gemessener (Laktat) Wert ist und das andere die funktionale durchgeführte Wattleistung?

Wie kann man denn als Anfänger überhaupt vernünftig gewisse Bereiche für die Intervalle festlegen? Ich kenne meine FTP und meinen Max Puls. Kann ich damit überhaupt einen zuverlässigen GA1 und LT1 Bereich bestimmen?

Bei den intensiveren Bereichen fällt es mir da schon leichter.
Ich fahre z.B. gerne 5x3 Min am Berg. Da bin ich so bei 130% der FTP (laut Google wären eher 120% normal). Allerdings schwankt da in den 3 Minuten die tatsächliche Leistung durchaus enorm. Anfangs 130%, in der Mitte (etwas flacher) eher 120% und die letzten Sekunden eher 140%.

Macht es mehr Sinn hier möglichst konstant zu bleiben in der Leistung oder ist es am Ende nicht so entscheidend und der Durchschnitt ist als Messwert ausreichend?

Ich sehe das auf meinem Level (240 FTP) alles noch nicht so dramatisch, denn ich merke ja, dass ich kontinuierlich meine Leistung in allen Bereichen verbessere. Also ich fahre noch eher das was mir Spaß macht und manchmal auch einfach die 3 Anstiege auf meiner Route mit Schwelle, was dann quasi 3 unterschiedliche Intervallzeiten sind (8 - 20 Minuten pro Anstieg) und hab dabei meinen Spaß.

Trotzdem will ich nach und nach auch mehr strukturierte Einheiten einbauen und da fällt es mir besonders mit GA1 und LT1 bestimmen schon noch recht schwer. Wenn ich 2,5h GA1 mit 130-135 Puls fahre fühlt sich das sehr locker an und wäre in der Mitte von Zone 2 bei mir. Da kommt dann ca. 160 Watt raus, was eigentlich auch für GA1 noch passen sollte. Für LT1 müsste ich demnach irgendwo auf 145 Puls und 180 Watt gehen.

Kann man das auf dem Leistungsstand so grob stehen lassen ohne Laktattest, oder ist das am Ende dann doch Zufall in welchem Bereich man tatsächlich exakt trainiert hat?
 
Tja, da sind wir an einem Punkt, an dem die Meinungen so weit auseinander gehen, dass ich Dir eigentlich nur noch raten kann, Dich für einen der vorgeschlagenen Wege zu entscheiden und dann dem Prozess wenigstens mal für 2-3 Monate zu vertrauen und es auszuprobieren. Gerne auch beides, erst das eine, dann 2 Monate GA, dann das andere.

Was die beiden Vorredner geschrieben haben ist aus meiner Sicht schlichtweg falsch. Wir müssen das auch nicht erneut vertiefen, haben wir in diesem Forum ja schon oft genug getan.
Vielleicht 2-5 Sätze: Natürlich kann man Kennzahlen messen, natürlich ist das valide und Spezifität ist eines von vielen Trainingsprinzipien. Wer nur danach trainiert hat aus meiner Sicht (ich betone: aus meiner Sicht) die Grundprinzipien erfolgreichen Trainings nicht verstanden. Es geht eben nicht nur darum das zu trainieren, was es zB im Wettkampf (oder das eigene Leistungsprofil betreffend, oder, oder, oder ...) braucht, sondern sich ganz allgemein besser zu machen und zwar in all den Bereichen die Zulieferfunktionen für die spätere Performance haben. Natürlich sollte auch spezifisch trainiert werden, aber eben nicht das ganze Jahr über, das wäre ein wirklich unfassbar schlechter Ratschlag (ich betone es nochmal: aus meiner Sicht).

Noch ein paar Beispiele?
Nils van der Poel (Olympiasieger, (ehemaliger) WR Halter): Trainierte 80-90% des Jahres nicht in seiner Wettkampfpace
Ingebrigtsen: Da gilt das Gleiche, eher über 90%
Abrahamsen bzw. Uno X: Kaum Sprinttraining, über 90%
Studie über drei Grand Toour Podiums: Wieder das gleiche Muster
Seilers Studien: Wieder das gleiche Muster
Die norwegischen Triathlon Champs: Wieder das gleiche Muster

Immer und immer wieder das gleiche. Es werden die beiden Schwellen nach oben gebracht (die kennt man eben nur wenn man sie misst) und dann, aber erst dann wird wettkampfspezifisch trainiert. Das eint eben nahezu alle erfolgreichen Ausdauersporler:innen. Das kann man ignorieren, muss man aber nicht ...
Ohne das weiter zu vertiefen: du hast nicht verstanden, was ich geschrieben habe.
 
Ich habe mal eine doofe Frage zum Verständnis. Wieso wird das 4x4 in dem Artikel mit nur 100% der Threshold durchgeführt? Ich hätte das jetzt mit 100% FTP gleichgesetzt (was mir sehr niedrig von der Belastung vorkommt), oder ist das schon falsch?

Die haben für den Vergleich eine vereinfachte Modellierung benutzt, zum besseren Kontrast zwischen den Intervall-Arten und den Athleten. Eigentlich gehen "die Norweger" eher nach % HFmax und nach Zielbereichen bezogen auf die VO2max. Aber so konnte man die Unterschiede der Athleten besser verdeutlichen. Auch bei den Norwegern (und bei allen anderen eh) landet man bei 4x4 eigentlich über 100%.
 
Unabhänging vom Verhäŧnis LT1/VT1 zu LT2/VT2(/CP/FTP)?
Nicht ganz - aber in den wenigsten Fällen spielt das eine signifikante Rolle. Man kann es, glaube ich, ganz gut an dem "Upper End" betrachten. Auch bei Athleten mit einem MLSS von über 400W fahren wir GA unter 240W, je nach sonstigem Programm können das 220W sein (Rekom gerne auch mal 180W), da sind wir also eher sogar im Bereich 55% (oder knapp darunter). Der LT1 liegt da deutlich über 300W. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass es "Intensität" im GA Training bräuchte um Anpassungen zu erzielen. Aber ja, wir fahren halt auch nicht "nur" 2h GA, das gehört zur Wahrheit dazu.
Ergänzung: Und es werden dann eben auch gezielte Intervalle am oberen Ende gefahren, das kann dann eben auch mal über 300W und dennoch LIT sein.
 
Macht es mehr Sinn hier möglichst konstant zu bleiben in der Leistung oder ist es am Ende nicht so entscheidend und der Durchschnitt ist als Messwert ausreichend?
Du bewegst Dich in den 3 Minuten - auch wenn Du schwankst - komplett im VO2max-Bereich, das ist der Sinn und Zweck, und damit ist grundsätzlich alles fein. Wenn die Schwankungen bis runter auf 100 gingen, dann wär's vielleicht was anderes. Und wenn Du Dich irgendwie auf 3 Minuten eingegrooved hast, auch gut. Du könntest die Härte, und ggf. die Nähe zu 4x4 noch etwas über Pausenlänge und Pausen-Intensität steuern. Das erste 3er ist vermutlich noch nicht so ganz das Gelbe vom Ei, der Körper braucht halt etwas, bis er im richtigen Bereich ist, da sind 4er etwas kontinuierlicher. Aber bevor ich mich zu Sachen zwinge, auf die ich weniger Bock habe, oder die nicht so "in den Hausberg passen" würde ich lieber das machen, was löppt.


..und genau das hätte ich dann auch noch gesagt, wichtig, dass noch ein paar längere Elemente im FTP-Bereich dazugewürzt werden, und genau das machst Du ja:
Also ich fahre noch eher das was mir Spaß macht und manchmal auch einfach die 3 Anstiege auf meiner Route mit Schwelle, was dann quasi 3 unterschiedliche Intervallzeiten sind (8 - 20 Minuten pro Anstieg) und hab dabei meinen Spaß.
 
Die 4x8 hab ich mit den klassischen 2 Minuten Satzpause gemacht. Bei 6 Minuten (wie bei dir) hab ich es nie probiert. Bei den 4x4 hast du sehr kurze Pausen, daher vermutlich deutlich härter?

PS: Aufgefallen ist mir gerade noch, dass du in den Satzpausen bei den 4x8 auch Zone 1 gefahren bist und bei 4x4 Zone 2. Also war die Dauerintensität insgesamt (gefühlt und wohl auch faktisch) deutlich höher als bei den 4x8. Im Grunde ist das 4x8 dann halt wohl auch mehr ein Schwellenworkout (dafür aber eher zu kurz) als ein VO2max-Workout. 🤷‍♂️
2 Minuten Pause stammt von Seiler, richtig. Das reicht mir nicht, um meine HF runterzufahren. Die Belastung ist mit 105-108% FTP an der oberen Schwellen-Grenze und kann bei zu kurzen Pausen in ein hartes VO2Max Workout abgleiten, weil die HF dauerhaft extrem hochgehalten wird. Denn die Gesamtbelastung sind 32 Minuten. Je kürzer die Pausen, desto höhere die HF.

Ich versuche bei meinen Workouts die Pause bei 50% der Intervall-Länge zu belassen (Tabata 30/15 oder 40/20 mal außen vor, wo man bewusst die HF pusht). Mit 4 Minuten Pause braucht meine HF die ersten 4 Minuten des 8 Minuten Intervalls, um auf die HF am Ende des Vorintervalls zu kommen. Die weiteren 4 Minuten des Intervalls steigt die HF dann weiter etwas an. Um die Belastung weiter zu drücken bspw. zur Eingewöhnung nach längerer Zeit Pause baue ich 1 Minute Pause nach 4 Minuten Intervall ein. Fühlt sich das leicht an, lasse ich die Pause weg. Vll sind das ja Ideen, wie Du die 4x8 anpassen kannst und weiter Spaß dran hast.
 
Du bewegst Dich in den 3 Minuten - auch wenn Du schwankst - komplett im VO2max-Bereich, das ist der Sinn und Zweck, und damit ist grundsätzlich alles fein. Wenn die Schwankungen bis runter auf 100 gingen, dann wär's vielleicht was anderes. Und wenn Du Dich irgendwie auf 3 Minuten eingegrooved hast, auch gut. Du könntest die Härte, und ggf. die Nähe zu 4x4 noch etwas über Pausenlänge und Pausen-Intensität steuern. Das erste 3er ist vermutlich noch nicht so ganz das Gelbe vom Ei, der Körper braucht halt etwas, bis er im richtigen Bereich ist, da sind 4er etwas kontinuierlicher. Aber bevor ich mich zu Sachen zwinge, auf die ich weniger Bock habe, oder die nicht so "in den Hausberg passen" würde ich lieber das machen, was löppt.


..und genau das hätte ich dann auch noch gesagt, wichtig, dass noch ein paar längere Elemente im FTP-Bereich dazugewürzt werden, und genau das machst Du ja:
Die 3 Minuten sind eher pragmatisch entstanden, da bei mir in der nähe ein einsamer leichter Anstieg ist wo keine Autos fahren und ich somit richtig pushen kann.

Problem ist, je besser ich werde, desto kürzer wird das Intervall (Anfangs waren es 3:30 pro Intervall und jetzt brauche ich noch ca. 3:10 - 3:15 pro Intervall.

Also kann ich das grundsätzlich beibehalten, sollte aber nach einem längeren Berg suchen (davon gibt es genug in meiner Nähe, aber nicht ganz so perfekt ohne Verkehr oder dann schon richtige Rampen mit 15%+)

Oder macht es Sinn, die Intervalle bewusst etwas gedrosselt zu fahren (also wieder eher Richtung 3:20+) und dafür die Erholung Bergab kürzer / intensiver zu halten? also sagen wir 3:20 on und 2 min off?

Also ich will mich auf diesen einen Berg jetzt nicht zu sehr versteifen, aber es ist halt mein Referenz Berg der auch genau auf meiner kurzen Referenz Hausrunde liegt. So kann ich die die Intervall Strecke gleich immer als all out mit testen :)
 
2 Minuten Pause stammt von Seiler, richtig. Das reicht mir nicht, um meine HF runterzufahren. Die Belastung ist mit 105-108% FTP an der oberen Schwellen-Grenze und kann bei zu kurzen Pausen in ein hartes VO2Max Workout abgleiten, weil die HF dauerhaft extrem hochgehalten wird. Denn die Gesamtbelastung sind 32 Minuten. Je kürzer die Pausen, desto höhere die HF.

Ich versuche bei meinen Workouts die Pause bei 50% der Intervall-Länge zu belassen (Tabata 30/15 oder 40/20 mal außen vor, wo man bewusst die HF pusht). Mit 4 Minuten Pause braucht meine HF die ersten 4 Minuten des 8 Minuten Intervalls, um auf die HF am Ende des Vorintervalls zu kommen. Die weiteren 4 Minuten des Intervalls steigt die HF dann weiter etwas an. Um die Belastung weiter zu drücken bspw. zur Eingewöhnung nach längerer Zeit Pause baue ich 1 Minute Pause nach 4 Minuten Intervall ein. Fühlt sich das leicht an, lasse ich die Pause weg. Vll sind das ja Ideen, wie Du die 4x8 anpassen kannst und weiter Spaß dran hast.

Genau, 2 Min. wäre die von Seiler empfohlene Pausenlänge. Man kann entweder die Pause verlängern oder/und die FTP auf 103-105% reduzieren, wenn nan das 4. Intervall nicht mehr sauber schafft. Ich hab beides probiert. Ansich mag ich das harte 4x8, aber es ist halt für Profis gedacht von der Belastung her und man muss seine Leistungsfähigkeit schon gut im Griff haben/kennen, damit es nicht im Fiasko endet. Ich hab für mich festgestellt, dass ich bei kürzeren Vo2max-Sessions schneller regeneriere und die Belastung besser steuern kann. War ein Intervall grenzwertig, kann man es meist noch sinnvoll beenden, bei den 8 Min. platzt man oder stampft es durch. Nicht ideal.

Aber ist ein tolles und forderndes Workout. Ohne Frage! 🙂👍
 
Oder macht es Sinn, die Intervalle bewusst etwas gedrosselt zu fahren (also wieder eher Richtung 3:20+) und dafür die Erholung Bergab kürzer / intensiver zu halten? also sagen wir 3:20 on und 2 min off?

Natürlich kannst Du Dir auch Gegebenheiten suchen, die mehr den Intervall-Standards entsprechen, persönlich finde ich das "spielerische Element" wichtiger als die perfekte Wiederholung, oder gar den "Zwang", immer bestimmte Prozente oder Längen zu erfüllen. Daher mag ich auch den ERG-Modus auf der Rolle nicht. Wenns gut läuft, lege ich ne Schippe drauf, zur "Belohnung" beim nächsten Mal vielleicht etwas weniger.. bei Rückenwind ist "mein Moor" 8-9 Minuten lang, bei Gegenwind halt 2 Minuten länger. Auf Zwift ist ein Zeitfahren mal länger, mal kürzer. Das ist so nicht wirklich strukturiert, aber mit dem gewissen Gefühl dafür kann man daraus auch ein schönes Gesamtkonzept aus vielen Elementen basteln. Jeder muss für sich herausfinden, was ihn am besten bei der Stange hält. Übermotivierte, überstrukturierte Strohfeuer gibt's und gab's genug.
 
Bei Grundlagenfahrten hab ich lange den Fehler gemacht, nur auf die Durchschnittswatt zu schauen. Also die ganzen kleinen Rampen und Antritte hab ich ausgeblendet. Irgendwann wunderte ich mich, dass mir Intervals.icu für meine Grundlagenfahrten immer Schwellenfahrten unterstellt. Dann kam es mir: Die ganzen Antritte und kleinen Rampen waren Intervalle. Quasi ein minderwertiges Intervalltraining, das nur müde macht und nix bringt. Seit ich darauf bewusst achte, bin ich viel fitter, wenn es wirklich drauf ankommt. Aber das wissen erfahrene Fahrer natürlich schon alles. :oops:
Ot - aber Du beschreibst sehr gut was auch schwächeren Fahrern passiert wenn sie stärkeren in einer Gruppenausfahrt durch hügeliges Terrain folgen. Im Windschatten in der Ebene noch alles gut, aber dann kommen die kleinen Rampen, die die vorne rücksichtsvoll nur mit bisserl mehr wumps treten - und hinten geht es voll drüber, mit weniger Windschatten da langsamer so richtig Anschlag...
 
Ot - aber Du beschreibst sehr gut was auch schwächeren Fahrern passiert wenn sie stärkeren in einer Gruppenausfahrt durch hügeliges Terrain folgen. Im Windschatten in der Ebene noch alles gut, aber dann kommen die kleinen Rampen, die die vorne rücksichtsvoll nur mit bisserl mehr wumps treten - und hinten geht es voll drüber, mit weniger Windschatten da langsamer so richtig Anschlag...

BIn mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe. Der Stärkere würde halt in dem Fall nicht effektiv trainieren, da er mit angezogener Handbremse fährt. Der Schwächere könnte eher einen Trainingsreiz setzen, da er ans Limit gehen muss. Wenn ich - um bei mir zu bleiben - Grundlage fahre und immer wieder über Kuppen bügle, bin ich weit weg von einer gezielten Ausbelastung, also kein starker Trainingsreiz, aber die Summe dieser stumpfen Reize ermüden halt trotzdem irgendwann. Spürt man dann aber meist erst, wenn man selbst ans Maximum gehen möchte und die Zielwerte nicht sauber trifft, weil die Frische fehlt.
 
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