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Mein Alltag als Radkurier

gammeldoener

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Hallöle,

Ich bin der gammeldoener und ein paar haben in den vergangenen Jahren bestimmt schonmal den ein oder anderen Post von mir gelesen, ich bin mittlerweile 33 Jahre alt und seit 2005 im Verein aktiver Radsportler.. meine Jugend verbrachte ich im Kader, irgendwann war ich tatsächlich im Nationalkader gelandet und war mit Politt, Schachmann und einigen anderen heutigen deutschen Topfahrern am Wochende auf den Rennen unterwegs..
Bei mir hats nicht bis ganz oben gereicht weil ich irgendwann einfach keine Motivation mehr hatte mein ganzes Leben dem Radsport zu widmen, mich mit dem neuen Bundestrainer damals nicht verstanden hab usw..
Ich fahr einfach gerne Rad und das ist auch heute noch so, aber um die letzten % rauszukitzeln hab ich mich nicht gänzlich hingeben wollen und kiffen und Party war halt auch ganz schön interessant irgendwann nachdem ich mehrere Jahre ein Leben in Abstinenz geführt hab. 😇

Mit Anfang 20 hab ich dann studiert, Sport natürlich und nach dem Abschluss in verschiedensten Berufen gearbeitet, mein letzter Job war als Sporttherapeut im Maßregelvollzug, da hab ich zB. MTB Touren geguidet für die Knackis, Yogastunden usw. gegeben.. Das war auch teilweise lustig, aber generell halt nichts für mich weil man auch täglich mit den tiefstmöglichen Abgründen der menschlichen Psyche konfrontiert ist.

Durch eine glückliche Fügung bin ich jetzt in einer pathologischen Praxis angestellt und fahre täglich eilige medizinische Proben durch die Gegend und komme so schon von Mo-Fr auf etwa 250-300 Wochenkilometer wovon ich die meisten mit nem 30 kg Einspuranhänger absolviere.. und ja, meine Grundlagenausdauer ist auf jeden Fall am wachsen und ich bin glücklich, doch nochmal meinen Lebensunterhalt mit Radfahren zu finanzieren.

Fragt mich gerne irgendwas, ich dachte mir dass ich hier einfach mal außergewöhnliche Ereignisse verewige, hab schon fast ein Reh umgesemmelt, fast auch mal ne Oma, hab auch viel über mich und mein Leben reflektiert da ich ja jetzt viel Zeit allein auf dem Rad auf der Arbeit verbringe was mir einfach richtig gut tut..
Es war schon immer auch ein Traum von mir mal als Radkurier zu arbeiten und jetzt hab ich wirklich mal das Gefühl endlich kein riesen Opfer bringen zu müssen was meine Lebenszeit angeht wenn ich der Lohnarbeit nachgehe..

Ein schönes Wochenende wünsche ich!
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Re: Mein Alltag als Radkurier
Hast Du einen PCS-Eintrag? ;)
Da musste ich doch erstmal googlen was das ist ;)

Also ne, hab ich nicht.. soweit ich weiß gabs das zu meiner aktiven Zeit auch so noch nicht, war nur in den entsprechenden UCI Ranglisten zu finden aber meinen Klarnamen hau ich hier nicht öffentlich raus ^^ so große Sachen hab ich auch nicht gewonnen, klar mal sowas wie Landesmeister bin ich geworden aber wie (fast) alles im Leben, hab ich auch das Training laut meiner Trainer einfach nicht ernst genug genommen.🤡

Hatte übrigens letzte Woche Urlaub und bin auch nur 1x was länger gefahren, wollt eigentlich auch n FTP Test fahren aber war dann doch spontan feiern und so gabs eben cardio im Club:D.

Heute dann wieder ganz normal gestartet, jedoch mit nem 2-3 km längeren Weg, der dafür aber komplett die Innenstadt meidet und mir viele Ampeln spart, sodass ich nur zwei-3 Minuten länger brauche.. und ich jetzt einfach 90% der Zeit durch die Natur fahre.

Fahre ja jetzt seit März und meine Durchschnittsgeschw. mit Anhänger ist schon etwa 4-5km/h gestiegen, dementsprechend passt das auch wenn ich jetzt einfach mehr km in der gleichen Zeit fahre. :D

Ich freu mich auf jeden Fall und wünsch eine schöne Woche!
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(Das Bild ist vom 16.4 und ich mach morgen mal ein neues, mittlerweile ist die Atmosphäre (und die Natur im Wald) eine ganz andere, alles so dicht grün.. herrlich!
 
Also ne, hab ich nicht.. soweit ich weiß gabs das zu meiner aktiven Zeit auch so noch nicht, war nur in den entsprechenden UCI Ranglisten zu finden aber meinen Klarnamen hau ich hier nicht öffentlich raus ^^ so große Sachen hab ich auch nicht gewonnen, klar mal sowas wie Landesmeister bin ich geworden aber wie (fast) alles im Leben, hab ich auch das Training laut meiner Trainer einfach nicht ernst genug genommen.🤡
Wann genau bist Du denn mit Politt und Schachmann zusammen gefahren?
 
Nicht exakt die gleiche Stelle aber dennoch einfach wow, es geht immer so schnell im Frühling..


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Interessant! Mit Hänger oder Gepäcktasche fahre ich auch im Frühjahr öfters, irgendwie hab ich da einen größeren Trainingseffekt.

Dass sich das nicht schon als „marginal gain“ durchgesetzt hat?! 😀
 
Interessant! Mit Hänger oder Gepäcktasche fahre ich auch im Frühjahr öfters, irgendwie hab ich da einen größeren Trainingseffekt.

Dass sich das nicht schon als „marginal gain“ durchgesetzt hat?! 😀
Ja nice, gewiss bringts ein bisschen was den Hänger hinter sich herzuziehen, wird jedoch nicht allzu viel Trainingseffekt auf die Ausdauer haben, denn wenn er erstmal rollt dann könnte ich ihn glatt vergessen (zumindest im flachen, was ich ja zu 90% fahre. 😁)

Was ich als deutlich anstrengender und ermüdender empfinde ist das zusätzliche Ausbalancieren des 30kg Einspuranhängers.

Die ersten Wochen war ich Freitagnachmittags einfach immer völlig im Sack.. hab mich gefragt warum, bis ich gecheckt hab, dass es eher neuromuskuläre Müdigkeit ist und nicht nur von den Kilometern kommt, hatte auch ordentlich Muskelkater im gesamten Oberkörper, (extrem im Schultergürtel und sogar im Bizeps?! und quasi die gesamte Wirbelsäulenfaszie inkl ISG und Beckenboden entlang..) bei den Beinen war dann tendenziell schon alles in Ordnung weil die sich schneller dran gewöhnten.

Bestimmt wohl ein marginal gain aber nicht wirklich zielgerichtet - außer man will core stability und n kräftigeren Oberkörper, aber das zielgerichtet trainieren ist dann wohl doch eher effizienter, ich finds aber trotzdem nice das auf Arbeit zu machen😄.

Einen anderen Gedanken den ich heute noch dazu hatte:

Das fahren mit Anhänger entschleunigt mich einfach enorm.

Ich bin noch nie in meinem Leben einen so hohen Anteil an Grundlage gefahren und so wenig hohe Intensität, und ich erkenne jetzt erst wie viel entspannter Radfahren sein kann, da ich es mit dem Hänger hinten dran dann doch eher gediegener angehe und mir so klar geworden ist, dass mein innerer Leistungsdruck viel häufiger in der Vergangenheit mitgefahren ist als gut für mich war.

Somit teile ich nun die bahnbrechende Erkenntnis:
Weniger Druck auf der Pedale > mehr Regulation fürs Nervensystem, jedoch weniger Dopamin fürs Oberstübchen.

Leider finde ich Dopamin ganz schön geil. Aber immerhin mit 33 schon gemerkt, dass für mich persönlich langsamfahren irgendwie gesünder ist. Naja, ehrlicherweise wusste ich das schon vorher, ich habs nur fast nie gemacht.🤦‍♂️

Bei allen, die es bis hierhin geschafft haben, bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit und wünsch noch ne schöne kurze Restwoche. 😁🚴‍♂️
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit Anfang 20 hab ich dann studiert, .......... und ich bin glücklich, doch nochmal meinen Lebensunterhalt mit Radfahren zu finanzieren.


Es war schon immer auch ein Traum von mir mal als Radkurier zu arbeiten und jetzt hab ich wirklich mal das Gefühl endlich kein riesen Opfer bringen zu müssen was meine Lebenszeit angeht wenn ich der Lohnarbeit nachgehe..
Und du bist jetzt mit 33 Jahren gewillt das so in dein Leben rein zu planen?
 
Coole Sache, aber die Fröhlichkeit Deiner Beschreibung lässt den Schluss zu, dass Du wohl nicht oder kaum im mittel- bis großstädtischen Bereich fahren musst? :D
 
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