Das Thema LT1 ist ja sehr beliebt, insbesondere bei denjenigen, die auf dem Rad Strecke machen wollen. Vielleicht hilft das hier denen weiter, vielleicht gibt es aber auch sehr stichhaltige Gegenargumente / Erfahrungswerte. Das soll keine Werbung, sondern Quellenangabe sein.
Die Analyse- und Trainingsplattform Xert behauptet, sie könne aus reinen Leistungsdaten und einem Critical Power Modell mathematisch ableiten, in welcher Gegend dieser LT1 liegt. Das Grundprinzip von Xert in Kürze: Sobald in einer Ausfahrt W' auf 0 oder darunter gebracht wird, berechnet Xert das CP-Modell des Athleten neu, da W' per Definition nicht kleiner 0 sein kann. Das heißt dann "Breakthrough" und es wird ein neues CP/W'/Pmax-Modell für die komplette Aktivität kalkuliert, aus der sich dann eine komplette individuelle Leistungskurve für den Athleten ableitet.
Jetzt kommt aber das, was mich wundert, dass ich es nirgendwo anders gefunden habe bisher: aus dieser "Signatur" leitet Xert auch mathematisch eine Näherung für den LT1 ab, die mir zugleich irgendwie logisch aber auch vollkommen absurd erscheint.
Den genauen Rechenweg behält Xert für sich, aber am Ende ist die Formel zur Berechnung dieser LTP sehr simpel:
"TP-HiE/0,4" bzw. wegen etwas anderer Begrifflichkeiten bei Xert:
CP-W'/0,4
(je höher die anaerobe Kapazität, desto niedriger der LT1 bei gleicher Schwellenleistung)
Critical Power = Threshold Power
anaerobe Kapazität (W') = High Energy Energy
Bei Athletica.ai, aerotune oder anderen Anbietern zur Erstellung von Leistungsprofilen ist das Prinzip wahrscheinlich ähnlich, aber mathematisch nicht so elegant. Dort wird ja behauptet, aus Leistungsdaten mit irgendeiner "KI" die Laktatbildungsrate VLaMax ermitteln zu können und dann ein ähnliches Ergebnis beschrieben: je niedriger die VLaMax, desto höher liegt LT1 bei gleicher Schwelle.
Anfänger haben im Vergleich zur Schwelle meist eine hohe anaerobe Kapazität, weshalb der relative Abstand zwischen Schwelle und LT1 eher groß ist, bei Profis mit sehr hoher Schwelle relativ zur anaeroben Kapazität wandert der LT1 aber relativ immer näher an den LT2.
Mir ist vollkommen klar, dass "LT1" nicht so definiert sein kann, weil eine Laktatschwelle nur durch Laktatmessung gemessen werden kann. Aber vielleicht ist es dennoch als Näherung nützlich für viele, die gerade beim Low intensity training im Dunkeln tappen, wo die individuelle Obergrenze liegt, die man im LIT nicht überschreiten will?
Die Analyse- und Trainingsplattform Xert behauptet, sie könne aus reinen Leistungsdaten und einem Critical Power Modell mathematisch ableiten, in welcher Gegend dieser LT1 liegt. Das Grundprinzip von Xert in Kürze: Sobald in einer Ausfahrt W' auf 0 oder darunter gebracht wird, berechnet Xert das CP-Modell des Athleten neu, da W' per Definition nicht kleiner 0 sein kann. Das heißt dann "Breakthrough" und es wird ein neues CP/W'/Pmax-Modell für die komplette Aktivität kalkuliert, aus der sich dann eine komplette individuelle Leistungskurve für den Athleten ableitet.
Jetzt kommt aber das, was mich wundert, dass ich es nirgendwo anders gefunden habe bisher: aus dieser "Signatur" leitet Xert auch mathematisch eine Näherung für den LT1 ab, die mir zugleich irgendwie logisch aber auch vollkommen absurd erscheint.
https://www.baronbiosys.com/sweet-spot-threshold-and-polarized-training-by-the-numbers/Lower Threshold Power (LTP) is a modeling artifact that indentifies the lowest level TP will reach when all Endurance Energy stores are depleted. In practice, LTP appears to mimic LT1. From a modeling perspective, LTP corresponds to the point at which Endurance Energy is not being depleted and thus does in principle align with LT1 which characterizes the point at which anaerobic energy systems begin to engage in supplying energy to working muscles. Anaerobic energy is supplied by your carbohydrate stores exclusively and this is the main source of Endurance Energy.
Den genauen Rechenweg behält Xert für sich, aber am Ende ist die Formel zur Berechnung dieser LTP sehr simpel:
"TP-HiE/0,4" bzw. wegen etwas anderer Begrifflichkeiten bei Xert:
CP-W'/0,4
(je höher die anaerobe Kapazität, desto niedriger der LT1 bei gleicher Schwellenleistung)
Critical Power = Threshold Power
anaerobe Kapazität (W') = High Energy Energy
Bei Athletica.ai, aerotune oder anderen Anbietern zur Erstellung von Leistungsprofilen ist das Prinzip wahrscheinlich ähnlich, aber mathematisch nicht so elegant. Dort wird ja behauptet, aus Leistungsdaten mit irgendeiner "KI" die Laktatbildungsrate VLaMax ermitteln zu können und dann ein ähnliches Ergebnis beschrieben: je niedriger die VLaMax, desto höher liegt LT1 bei gleicher Schwelle.
Anfänger haben im Vergleich zur Schwelle meist eine hohe anaerobe Kapazität, weshalb der relative Abstand zwischen Schwelle und LT1 eher groß ist, bei Profis mit sehr hoher Schwelle relativ zur anaeroben Kapazität wandert der LT1 aber relativ immer näher an den LT2.
Mir ist vollkommen klar, dass "LT1" nicht so definiert sein kann, weil eine Laktatschwelle nur durch Laktatmessung gemessen werden kann. Aber vielleicht ist es dennoch als Näherung nützlich für viele, die gerade beim Low intensity training im Dunkeln tappen, wo die individuelle Obergrenze liegt, die man im LIT nicht überschreiten will?
) sind die Tests kaum nötig und (aus meiner Sicht) unter Athlet:innen vollkommen überbewertet.