Das ist aber der
Azimuth und nicht der
VTA oder SRA.

Steht die Nadel von vorne betrachtet nicht senkrecht in der Rille (Azimuth) hat es Kanalungleichheiten. Steht die Nadel mit Ihrer Kontaktfläche (also von der Seite betrachtet) nicht in einem ähnlichen
Winkel wie der Schneidstichel ( 20 plus minus 5 Grad) in der Rille (das ist der SRA), dann werden nicht alle in der Rille gespeicherten Informationen aufgenommen und die Abtastverzerrungen sind nicht "optimal". Diese Einstellung ist aber auch davon abhängig in welchem Winkel die Nadel auf den Nadelträger "geklebt" wurde. Einstellen kann man dies über die
Tonarmhöhe (VTA), welche gleichzeitig übrigens
Überhang und resultierende Auflagekraft beeinflusst.
Darüber hinaus gibt es noch
Schiefstellung des Diamanten durch z.B. verdreht in der Headshell montierte Tonabnehmer bzw. immer dann, wenn der Nadelträger nicht exakt parallel bzw. besser formuliert deckungsgleich zur gedachten Mittellinie durch die Headshell verläuft. Damit steht dann die
Nadel verdreht in der Rille und es gibt Laufzeitunterschiede zwischen rechtem und linkem Kanal sowie insgesamt höhere Abtastverzerrungen. Diese Fehljustage passiert insbesondere dann, wenn eine Schablone zur Justage eingesetzt wird, welche nicht die Geometrie des Tonarmes respektiert - also eigentlich immer dann der Fall, wenn die Schablone nicht die Hersteller-Null-Punkte aufweist oder man unbedingt versucht den Tonarm nach Stevenson, Baerwald und CO. oder für einen weiteren Abspielbereich (Einlauf- zu Auslaufrille) einzustellen, obwohl er dafür nicht "konstruiert" wurde. Mathematisch bzw. geometrisch ist das die Funktion über Überhang, Offset bzw. Kröpfung und die Nullpunkte.
Die moderne Technik (hier DSP) bietet so viele Möglichkeiten und das Schicke an solchen Lösungen ist auch, dass die Funktionalitäten durch Anpassung bzw. Erweiterung der Software auch noch nachträglich erweitert sowie verbessert werden können.
Ich bin gespannt, was da beim Waxwing in Zukunft noch kommt.
P.S.: Für optimale Ergebnisse sollte der Frequenzgang des Tonabnehmers über den gesamten Frequenzbereich linear verlaufen - also eine vollkommen gerade Linie aufweisen. Das EPC-205C MK II-L sticht aus der 205er MK II Serie ein bisschen heraus; es ist der Vertreter mit geringer Ausgangsspannung und geringerer Impedance (250 Ohm anstatt 3600 Ohm), geringerem Gleichstromwiderstand (30 Ohm anstatt 500 Ohm) und geringerer Induktivität (40 mH anstatt 500 mH). An einem 47k Ohm Eingang und
200 pF Gesamtkapazität liegt die Hochtonresonanz damit außerhalb des hörbaren Bereiches (56kHz).
Solange also die Kabelkapazität 150 pF nicht übersteigt, sollte das mit der Originalnadel einen linearen Frequenzgang ergeben; wie sich da die SAS verhält wäre spannend auszumessen. Die SAS Nachbauten weisen zumindest bzw. belegt eine abweichende Nadelnachgiebigkeit auf. Ob sie ansonsten mechanisch und elektrisch dem Original nahe kommen hat imho noch keiner wirklich stichhaltig überprüft.