Heute bin ich erstmalig in meinem Leben ein "richtiges" Rennrad gefahren, wenn ich mal von dem "Senori" 26" Halbrenner absehe, den ich von Opa in um '80 aus der Metro mitgebracht bekommen hatte, als ich so etwa 10..12 Jahre alt war. Naja, das Ding hatte Licht, Schutzbleche, Gepäckträger, normal dicke
Reifen und diese Klemmkeile in den Pedalkurbeln, die immer nachgeben und knarzten und 3x4 oder 3x5 Gänge. Das Ding hielt nur 3-4 Jahre, dann wars Schrott weils auch "Motocross" auf einer "Hubbelbahn" im Wald (heute würde man das als Pumptrack bezeichnen) aushalten sollte, der andere Opa konnte 8er wieder gerade ziehen, bei dem gings dann irgendwann aber nicht mehr, das war dann nen 16er... Dann konnte ich mir das Hercules Pegasus kaufen, mit dem bin ich deutlich besser umgegangen, weil selbst verdient, und es war/ist auch von besserer Qualität, siehe weiter oben... Zurück zum Rennrad.
Ich habe heute die Hohlachse in die Vorderradnabe rein gebaut, mit den Kugeln "ordentlich Fett" rein, den Lauf derr Nabe "dicht aber frei" eingestellt. Dann ist mir aufgefallen, dass am Schaltwerk die Kettenspanner-Feder ausgehängt war und auch die Schraube um die sich der Kettenspanner dreht so locker war das das gleich auseinander fällt. War ein bisschen Gefuddel bis das wieder so war wie es sein soll. Hatte die Laufräder kurz im Zentrierständer, da alles gut.
Außerdem war der 5-Stern, auf dem die Kettenblätter befestigt sind, verbogen, so dass die Kettenblätter seitlich geeiert haben, der Steuerkopf hatte Spiel und klapperte und dann musste ich die Schaltung noch komplett neu einstellen. Das Rad muss zuletzt ohne Verstand einfach auf Verschleiß "benutzt" worden sein, ohne Rücksicht auf die filigrane Technik, naja, nun ist es mit wenig Aufwand wieder gut. Dann eben bei maximaler Hitze (ächz) eine Probefahrt 5km durchs Ort um mal zu sehen, ob sonst noch was ist.
Macht Spaß damit zu fahren, so schön leicht, man spürt bei knapp 7 Bar Druck auf den
Reifen jede Ritze in der Fahrbahn, das ist wie mit dem Mountainbike aufm Trail mit den Wurzeln. Richtig schnell bin ich erstmal nicht gefahren, zu den uralten
Reifen ist kein Vertrauen da, die haben diverse Risse und Vertiefungen und so. Welche nehme ich denn da, die Original-
Reifen sind
Schwalbe 28 x 1 5/8 x 1 / 1/16, was nehme ich da? Weißwand wäre wieder schön, und gibts eigentlich (Achtung, Rennradanfängerfrage) auch so dünne
Schläuche?
Aber immerhin weiß ich jetzt wo ich dran bin, es ist grundsätzlich wieder funktionsfähig. Den einen Bremszug muss ich wieder vor dem Lenker rumführen, Lackreiniger, Kratzer am Rahmen ausbessern, die rote Farbe der Speichen ausbessern, den originalen roten
Sattel wieder herrichten, dafür hatten die Handwerker im altesrad.net gute Tipps, das werde ich ausprobieren, und wenns net klappt, es gibt von Selle Italia einen roten Rennradsattel, der dem Original recht gut ähnelt, auf meinem perlweißen Alassio ist schon so einer drauf, kostet halt 50 Euro oder so, also fast so viel wie das ganze Rad bisher.