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Rixe Vintage-Rennrad – Modellbestimmung, Recherche, Restauration, zeitlicher Einordnung - 60er/70er?

Johannes777

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Hallo zusammen,
bin gerade neu in die Welt der alten Stahlrenner dazugekommen und habe mir gleich mal dieses reparatur-und restaurierungsbedürftige Rixe-Rennrad als Projekt zugelegt.
  • Rahmen: Rixe, Stahl, Rahmennr. 2699602
  • Hinterrad: Campagnolo-Nabe, Campagnolo-Schnellspanner, Felge mit Mavic-Aufkleber
  • Vorderrad: ATOM-Nabe (Made in France), Felge mit Weinmann-Aufkleber, Shimano „Close“ Schnellspanner
  • Schaltung:
    Schalthebel: Campagnolo
    Umwerfer: Campagnolo
    Kassette: evtl. (goldfarbene Elemente)
  • Kurbel / Antrieb:
    Kurbel: nichts erkennbar
    Kettenblätter: nichts erkennbar
  • Bremsen: Weinmann Vainqueur 999
  • Cockpit:
    Lenker: Cinelli (66–42)
    Vorbau: Philippe
  • Pedale: Roto Italy (ein Lager leichtgängig, eines schwergängig)
  • Sattel: nichts erkennba
  • Reifen: vorne: Schwalbe, hinten: unbejannt, beide: porös und unbrauchbar
Wahrscheinlich sind der Satte und die vorderen Kettenblätter nicht mehr orginal. Auch beim vorderen Laufrad könnte ich mir vorstellen, dass es ausgetauscht wurde oder könnte es auch sein, dass zwei verschieden montiert wurden?

Wegen der Komponenten Zusammensetzung und den gold gelblichen Stellen am Rahmen und vor allem um das Rixe Logo herum, kam die KI auf die Idee, dass das Rad evtl. aus den 60ern sein könnte, da die Verfärbung auf irgendwelche Beschläge aus Messin/Kupfer/Bronze/o.Ä. hindeuten könnten. Kann das sein oder ist das quatsch?
Und weiß vielleicht jemand wie man irgendwelche Infos über das Orginal-Modell herausfinden könnte? Habe versucht ein bisschen zu recherchieren, aber in den wenigen Rixe-Katalogen online bisher nicht das richtige gefunden bzw. erkannt.
Außerdem ist eine Speiche kaputt. Das kann man mit einem passenden Werkzeug wahrscheinlich reparieren, oder?

Vielen Dank schon mal für jede Hilfe.
Viele Grüße
Johannes:)
 

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Die " Kassette"is ein Schraubkranz
Speiche kann man nicht reparieren ,nur austauschen
Wenn du Grand Sport Campa googelst dann findest du die Dekade wann die gebaut wurden,das wäre ein Hinweis zum Alter des Rades
 
Das ist ein damaliges Topmodell von Rixe. Könnte ein Modell Type Andre Bertin sein. Glückwunsch zu dem Fang. Die sind zudem recht selten.

Die Ausstattung mit Gran Sport Schalterei und Naben, Weinmann Bremsen, Philippe Vorbau ist wahrscheinlich ebenfalls original. Der Aufkleber auf den Bremsen weist dabei auf Anfang bis Mitte der 60er Jahre hin.

Die Farbgebung ist zeitgenössisch, aber da ist nix mit Bronze/ Messing/ Kupfer sondern die Muffen wurden damals halt farblich gülden ausliniert. Da erzählt die KI halt Quatsch.
 
Vielen Dank für die Antworten:)

Wahrscheinlich wäre es für eine Restauration cool das Modell zu kennen, damit man es möglichst orinalgetreu hinbekomm, oder?
Eventuell ist es Rixe Mod.116 Herren-Sportrad SATELLIT-„Super“ auf S.4 hier: https://www.velopedia.online/Document/Show/996

@Don_Camillo Da du meintest, dass so eine Rixe ehr selten ist, habe ich mich auch gefragt, ob es sündhaft wäre die Teile abzumachen und teils zu verkaufen, teils an ein anderes altes Rennrad hinzumachen, bei dem mir die Rahmenfarbe besser gefällt.

Ansonsten könnte ich mir auch vorstellen es möglichst so zu lassen wie es ist. Es also zu reinigen, neu zu fetten und wieder zusammenbauen und den Rahmen vielleicht neu zu lackieren oder zumindest auszubessern, wenn das möglich ist und ich passende Farben finde, mit denen man auch pinseln kann. Oder ist es besser den Rahmen genau so zu lassen wie er ist?

Vielen Dank und beste Grüße
Johannes
 
Vielen Dank für die Antworten:)

Wahrscheinlich wäre es für eine Restauration cool das Modell zu kennen, damit man es möglichst orinalgetreu hinbekomm, oder?
Eventuell ist es Rixe Mod.116 Herren-Sportrad SATELLIT-„Super“ auf S.4 hier: https://www.velopedia.online/Document/Show/996

Modell 113 oder 116 wäre möglich. So ein Radl ist ein Gebrauchsgegenstand. Ich würde den unpassenden (weil sehr deutlich zu neu) Rennbügel, Sattel, ggf. die Sattelstütze und die vordere Nabe tauschen. Entweder gegen ein Teil der Marke, die schon am Radl verbaut ist (also Nabe Campagnolo Gran Sport 3-teilig, Rennbügel von Philippe, Sattel irgendwas in Kernleder wie z.B. Brooks Professional, B15 oder B17 oder französisch von Ideale) oder eben zeitgenössisch aka periodenkorrekt (also aus den 60er Jahren).

Dann noch den Rahmen und die Anbauteile säubern, wienern und leicht aufpolieren.

@Don_Camillo Da du meintest, dass so eine Rixe ehr selten ist, habe ich mich auch gefragt, ob es sündhaft wäre die Teile abzumachen und teils zu verkaufen, teils an ein anderes altes Rennrad hinzumachen, bei dem mir die Rahmenfarbe besser gefällt.

Der Rahmen ist selten, die Anbauteile nicht wirklich. Also ...

... den Rahmen vielleicht neu zu lackieren ...

Alles, nur das bitte auf keinen Fall. Damit zerstörst Du den Wert und zwar unwiederbringlich.

Ausbessern? Ja, vorsichtig. Aber putze den Rahmen doch erstmal und sei bitte bei den Decals vorsichtig. In der Zeit gab es diese auch als sog. Wasserschiebebilder und wenn die mit Wasser und Lappen oder scharfen Reinigern in Berührung kommen, dann sind die ganz schnell hin.
 
Alles klar, vielen Dank dir für die Tipps @Don_Camillo :) Werde ich so ungefähr machen dann👍
Das Rad/ der Rahmen gefällt mir eh immer besser je länger ich drüber recherchiere und es dabei im Wohnzimmer steht😂💫
Die gelb-goldene Farbe dann lieber auch nicht ausbessern, oder? Könnte mir vorstellen, dass es ganz cool aussähe, wenn die wieder ein bisschen mehr ist. v.a. um die Marke vorne herum und auch in den Linien der Muffen etwas mehr. Aber will den historischen Wert des Rahmens ja auch nicht zerstören.

Der Rennbügel ist der Lenker, oder? Da passt dann nur das Lenkerband nicht und sollte durch ein passenderes ersetzt werden oder ist der Lenker selbst auch nicht passend?
Vielen Dank nochmal
 
Passend ist immer so eine Sache, wenn du bequem damit fahren kannst, ist er passend. Zeitlich passend ist der Lenker nicht. Du hast da mMn einen Cinelli 66 Campione del Mondo aus den 80ern. In den 60ern (auch da gabs ein Model) war das Cinelli Logo ein anderes, verspielteres. Bei den späteren ist da „lediglich“ der Cinelli Schriftzug und die beiden Zahlen (66 wegen des Namens, 44 die Breite, glaube ich).
Altes Logo (Quelle velobase):

1767579166143.jpeg


Alter Campione del Mondo Schriftzug (Quelle s.o.):
1767579206600.jpeg
 
Die gelb-goldene Farbe dann lieber auch nicht ausbessern, oder?

Ja, das würde ich eher sein lassen. Das nennt sich Cromovelato und in GB und dann nicht auf Chrom auch gerne mal flamboyant. Das ist ein eingefärbter Klarlack auf Chrom (Cromovelato) oder silbernem Unterlack (flamboyant) und ganz schwer bis unmöglich auszubessern. Bei Cromovelato kommt hinzu, dass der eingefärbte Klarlack nur ganz schlecht auf Chrom haftet.
 
Es kann auch Charme haben wenn du den Rahmen bewusst nur konservierst ohne zu versuchen alles wieder wie neu aussehen zu lassen.

Du hast da ein mehr als 60 Jahre altes tolles Rennrad. Das Alter darf man ihm durchaus ansehen. Wenn du versuchst alles auf neu zu machen ist es uninteressant.

Neu machen geht immer, aber es wird nie so wie es war. Details wie die Decals bekommt man meistens nie wieder so hin. Den Originalzustand gibt es nur einmal.

Das Problem bei Neulack ist zudem immer dass es am Ende komisch aussieht wenn der Rahmen glänzt wie frisch aus dem Laden, aber die Anbauteile nach wie vor Patina haben. Kratzer und Anrostungen bekommst du bei solch einem alten Rad nie vollständig weg. Besser daher wenn es stimmig wirkt.

Hier ein Beispiel:
Vorher:
IMG_3276.jpeg


Und nachher:
IMG_3086.jpeg


IMG_3274.jpeg
 
Zuletzt bearbeitet:
Die falschen Anbauteilen,sind ein Hinweis das daß Rad 60 Jahre am laufen gehalten wurde,irgendwann waren die ab Werk verbauten Teile nicht mehr lieferbar
Somit ist das Rad authentisch aus meiner Sicht
Aber jeder hat nen anderen Blickwinkel
 
Die falschen Anbauteilen,sind ein Hinweis das daß Rad 60 Jahre am laufen gehalten wurde,irgendwann waren die ab Werk verbauten Teile nicht mehr lieferbar
Somit ist das Rad authentisch aus meiner Sicht
Gegen diesen Blickwinkel spricht ja auch überhaupt nichts. Im Grunde genommen appelliert ja jeder Hinweis auf eine behutsame Restaurierung (z.B. bloß kein kein Neulack) auch darauf so viel wie möglich vom aktuellen Zustand zu erhalten und ggf. erstmal nur "unpassende" und defekte Teile zu ersetzen.

Der derzeit verbaute Sattel und auch der Lenker/ Rennbügel wären für mich solche (störenden) "Fremdkörper". Die Vorderradnabe dagegen nicht unbedingt; hier würde ich es wohl von der Felge abhängig machen. Wären die Felgen vorne und hinten ident, würde ich die Atom-Nabe vorne lassen, wären die Felgen unterschiedlich, würde ich die vordere Nabe passend zur Hinteren tauschen und einheitliche Felgen verbauen.

Der Vorbau ist ziemlich kurz. Wenn dessen Länge allerdings nicht passen sollte, dann macht es auch keinen Sinn daran fest zu halten; Authentizität hin oder her. Allerdings würde ich dann - und so verstehe ich behutsame Restaurierung/ Instandsetzung - gegen ein zeitgenössisches Modell und Cockpit tauschen.
 
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