AW: +++Campa Lagerschalen und Loctite+++
Achtung, nicht weitersagen, verboten, macht man einfach nicht:
Ich war auch auf der Suche nach Loctite 222, fand aber nichts und hörte daher auf mein Bauchgefühl gegen Campa Manuals (wo alles drinsteht, bis auf "Rad nicht benutzen") und den "Verstand" des Maschbaustudenten im damals 6 Semester:
Gewinde fetten, da du ein gut vorbereitetes Tretlagergehäuse hast, lassen sich die Schalen recht weit leicht einschrauben. Ich hatte aber auch nicht das UT-
Werkzeug und mein HT-2 passte nicht. Die UT-Schalen haben einen großen Vorteil gegenüber HT-2. Die 16 Nuten liegen auf einem vergrößerten Durchmesser und sind durchgehend. Man kann also mit einem Lappen, den man darum legt fest eingreifen und sie mit einiger Kraft einschrauben. Ob das 35 oder 17,3 Nm sind und links vielleicht 22,4 interessiert nur das Campa Manual. Fakt ist, es hält alles, es klappert nichts, es läuft alles geschmeidig, so wie es im Campa Manual drinsteht. Viel Spass beim Fahren!
Guten Morgen,
ich fahre sowohl 4-Kant- als auch UT-Kurbel von Campa. UT war eine Reaktion von Campa auf die Forderung nach mehr Steifigkeit und modernere Technik sowie Gewichtsreduzierung. Die gewählte Lösung mit geteilter Welle ist ja technisch aufwendig, evtl. um andere, bereits patentierte, Lösungen zu umgehen. Ich sehe bei UT in der Forderung nach einer sehr sauber ausgeführten Bearbeitung des Tretlagergehäuses eine potenzielle Schwachstelle, wenn man sich nicht daran hält.
Einmal ist die Tretlagerbreite recht eng einzuhalten, damit die gewellte Federscheibe auf der Loslagerseite eine Vorspannung aufbauen kann. Das soll Geräusche verhindern.
Noch wichtiger ist eine gute Planparallelität der Aussenseiten und die Fluchtung der Gewinde.
Warum das jetzt?
Die beiden Wellenteile werden über eine Hirthverzahnung mit einer Schraube und starker Tellerfeder verbunden.
Ein Versatz bzw. Fluchtungsfehler in den Lagerschalen führen zu einer umlaufenden Biegewechselbelastung. Wird die Zentralschraube nicht richtig festgezogen, versagt sie vorzeitig. Daher gab es recht kurz nach Erscheinen der UT-Kurbel einen Warnhinweis von Campa als Zusatz zur Bedienungsanleitung. Dort wird nochmal extra auf das Anzugsmoment von 42-60 Nm hingewiesen. Das Moment erzeugt eine Vorspannung, so dass eine Schwellbelastung statt einer Wechselbelastung entsteht. Schwellende Belastungen sind ja lt. Wöhler besser zu ertragen als wechselnde Belastungen, vor allem bei einer Schraube.
Das nur zum besseren Verständnis der Montagemethoden für die UT-Schalen:
Campa gibt mehrere Empfehlungen, wobei Methode A-handfester Anzug und Loctite 222- der Vorzug gegeben wird.
Handfest reicht, weil sich die Lagerschalen nicht lösen können, da sie von den Wellenhälften zusammengehalten werden. Das Loctite 222 (niedrigfest) dient m. E. zu folgenden Zwecken:
1.Verhindert Kontaktkorrosion
2. Verhindert Geräuschbildung
3. erlaubt durch den handfesten Anzug eine minimale Ausrichtung nach Anzug der Schraube, die die Wellenteile verbindet und kompensiert dadurch noch geringste Fluchtungsfehler.
Ich denke, dass eine nicht passende Tretlagergehäusebearbeitung selbst bei passendem Moment dazu führt, dass die Schraube vorzeitig versagt durch eine wechsende Belastung.
Die Methode von Onkel Hotte habe ich auch an meinem Rad angewendet, allerdings hatte ich mir das
Werkzeug gekauft. Vor allem ist der lange Inbus sinnvoll wg. des Anzugsmomentes.
Im TF gibt es einen Beitrag zum Thema:
Hilfe, mein Ultra Torque Bolzen ist gebrochen
http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?t=130090
Evtl. denke ich auch in die falsche Richtung. Dann korrigiert mich bitte.
Gruß, Axel