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Tipps zur Streckenwahl Oberitalien (Kaltern bis Domodossola) gesucht

5roller

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Hallo zusammen,

ich plane gerade meine Rennrad-Bikepacking-Kreditkarten-Tour (also mit Hotel/Pension/B&B/Jugendherbergsübernachtungen).
Start ist Samstag 30.5., ICE-Fahrt ist gebucht mit Ankunft Chur 14.22 Uhr (oder je 10 min früher bei Ausstieg Sargans oder Landquart).
Erste Etappe geplant bis Bergün, am nächsten Morgen Albulapass (bei Pass-Sperrung mit der Bahn) und Ofenpass bis zur ersten bezahlbaren Unterkunft im Vinschgau. Danach über Meran bis zum Kalterer See.
Ab da ist es für mich Terra Incognita - Rückfahrt ist jedenfalls gebucht am 07.06. 13.45 h ab Brig oder Visp. Meine grobe Planung (Veltliner Tal, Comer See und Lago Maggiore) hat noch etwas "Luft" (bei max. 130 km + 1200 HM/Tag bzw. 90km + 2000 hm/Tag).
Ich weiß das ich die hohen Pässe ohne "Plan B" (Bahn/Shuttle) so früh im Jahr meiden muss. Ich möchte so viel wie möglich auf der Alpensüdseite fahren und so wenig wie möglich in der teuren Schweiz übernachten. Am liebsten fahre ich gute Radwege wie Vinschgau-, Etsch- und Pustertalradweg und meide dichten motorisierten Verkehr auf Schnellstraßen. Einige km auf Feinschotter sind mit meinen 28 mm GP5000 natürlich auch machbar. Für die Übernachtungen suche ich mir gerne etwas größere Orte aus, wo ich mir ein paar Sehenswürdigkeiten anschauen kann oder auch einfach nur die Auswahl zwischen 3 - 4 Cafés/Restaurants habe und es einen Supermarkt gibt.

Für Tipps zu Strecke, Wind- und Wettereigenheiten oder Unterkünften gerade zu den Abschnitten ab Südtirol über die Seen (z.B. welche Seeseite sich besser fahren lässt) bis Domodossola vor dem Simplonpass am letzten Tag wäre ich also sehr dankbar.
Planung: https://www.komoot.com/de-de/collection/4037356/-von-landquart-nach-visp?ref=collection

Danke schon mal + viele Grüße aus dem Tal
 

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Re: Tipps zur Streckenwahl Oberitalien (Kaltern bis Domodossola) gesucht
Hilfreichster Beitrag geschrieben von sibi

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Hallo zusammen,

ich plane gerade meine Rennrad-Bikepacking-Kreditkarten-Tour (also mit Hotel/Pension/B&B/Jugendherbergsübernachtungen).
Start ist Samstag 30.5., ICE-Fahrt ist gebucht mit Ankunft Chur 14.22 Uhr (oder je 10 min früher bei Ausstieg Sargans oder Landquart).
Das Rheintal zwischen Landquart und Chur ist von der Umgebung her schön, aber der Rhein selber begradigt und das Tal relativ stark besiedelt und entsprechend Verkehr. Von Chur nach Bergün kannst du entweder durchs Rheintal oder über Lenzerheide fahren, wobei aber die Höhenmeter-sparende Abfahrt ins Albula-Tal über Brienz gesperrt ist und du auf jeden Fall nach Tiefencastel runter musst.
 
Zuletzt bearbeitet:
@private_ron Danke - bezahlbares Einzelzimmer verfügbar 👍
@sibi Ob ich in Sargans, Landquart oder Chur aussteige kann ich spontan nach Lust, Wetter oder Verspätung der Bahn entscheiden. Sind dann zwischen 55km/1350 Hm und 83km/1550Hm. Im besten Fall schau ich mir auch noch etwas von der Via Mala an. Also definitiv nicht Lenzerheide.
 
Leider hat die Bahn meine seit 4 Monaten gebuchte Anreise spontan storniert und empfiehlt mir nach Alternativen zu suchen. Damit habe ich diese Wochenende ein paar schöne Stunden am Rechner, am Telefon und im Online-Chat mit Isabelle von der SBB (autom. Übesetzung von ihrem Französisch) verbracht. Ergebnis: 3x Umsteigen, ich komme auf jeden Fall später an (mit Glück 19 Uhr im Hotel) und meine durchgehende Fahrradstellplatzreservierung ist weg. Im Bereich der SBB muss ich mit IR fahren (ohne Möglichkeit der Steiiplatzreservierung). Daher meine Frage nach Euren Erfahrungen mit der Fahrradmitnahme in der Schweiz: Großzügig dimensioniert und kulantes und hilfreiches Personal oder am WE überfüllt und gnadenlose Schaffner? Dann säße ich nämlich nachmittags in Zürich fest.
Darüber hinaus bin ich noch offen für Tips zur Streckenwahl an Comer See und Lago Maggiore. Bei einzelnen Abschnitte wird ausdrücklich gewarnt. Eine durchgehende Präferenz für die jeweils besser geeignete Seeseite konnte ich noch nicht ausmachen. Ich komme aus Sondrio/Veltlin und habe Como als Tagesziel, am nächsten Tag muss ich bis Verbania, dann nach Domodossola. 90 km und 1200 HM wären jeweils möglich um noch Reserven bzw. Zeit für anderes zu haben.
 
Leider hat die Bahn meine seit 4 Monaten gebuchte Anreise spontan storniert
Ist der (reservierungspflichtige) Zug wirklich gestrichen oder hat die Bahn nur die Fahrzeiten verschoben. Die Meldung habe ich auch im zweiten Fall bekommen, weil der Nahverkehr vorher bzw. nachher geänderte Fahrzeiten hatte, aber die wichtige ICE-Fahrt bleibt (hoffentlich) bestehen.
Daher meine Frage nach Euren Erfahrungen mit der Fahrradmitnahme in der Schweiz: Großzügig dimensioniert und kulantes und hilfreiches Personal oder am WE überfüllt und gnadenlose Schaffner?
Sie ist im Nahverkehr gut dimensioniert, aber an Großkampftagen (z.B. wenn der Nationalfeirtag am 1. August ein langes Wochenende macht) natürlich auch am Rande der Möglichkeiten. Wie gestern im überfüllten RE von Frankfurt nach Siegen haben aber alle Reisenden und das Zugpersonal mitgeholfen, dass alle reingekommen sind.
Dann säße ich nämlich nachmittags in Zürich fest.
Schön, aber teuer. S-Bahn oder Nahverkehr Richtung Konstanz, Waldshut oder Basel? Oder gibt es noch einen Fahrrad-Platz im Night-Jet der ÖBB (dort suchen)?
 
Gestern im SBB Intercity von Brig nach Basel gab es einen Fahrradwagen, der seinen Namen verdient hatte. ca. ein Dutzend Stellplätze (bzw. Hängeplätze) für Räder, die allerdings auf dem Abschnitt DD bis ca. Bern auch fast komplett belegt waren (fast nur Rennräder und Gravelbikes). Bei Sonntagnachmittag und schönem Wetter erwartbar, es haben einfach viele einen schnellen RR-Ausflug nach Italien oder ins Wallis gemacht. Meine grundsätzliche Einschätzung wäre, dass eine Fahrradmitnahme in der Schweiz in RE/IR/IC-Zügen außerhalb von Stoßzeiten (touristisch bzw. Berufsverkehr) problemlos sein sollte. Am Wochenende besteht in allen IC, wochentags auf bestimmten Linien eine Reservierungspflicht. Wochenenden würde ich aber für Radtransport eh nach Möglichkeit meiden.

Was ich auf der Achse Mailand - Domodossola - Simplon - CH/D grundsätzlich und absolut meiden würde, sind die Trenitalia Eurocities. Es gibt hier IIRC nur minimale Stellplatzmöglichkeiten für Räder und diese Plätze sind meist gnadenlos zugestellt mit den üblichen katastrophal überdimensionierten Rollkoffern, die Züge auch oft wirklich überfüllt mit Touris aus Asien, die von Mailand via Simplon Richtung Schweizer "Premium-Ziele" wie Zermatt oder Berner Oberland ansteuern bzw. retour. Das macht schon ohne Rad oder Gepäck keinen Spaß mehr. Zum Glück gibt es hier, aber auch auf der Achse Mailand - Lugano - Zürich, wo ich die Situation ähnlich einschätze, auch immer Alternativen zum EC in Form von "geringerwertigen" Zügen der SBB/BLS usw.

Zu deiner Routenführung kann ich nur Folgendes anmerken: für die Uferstraße am Lago Maggiore solltest du was das Fahren zwischen/neben Autos/Campern/Motorräder/Lieferwagen usw. betrifft, absolut schussfest sein. Ich persönlich würde da niemals Rad fahren wollen und finde das unmittelbare Ufer des LM angesichts der touristischen Blechlawinen und Menschenmassen an schönen Tagen bzw in der Saison auch wenig attraktiv. Ich würde tatsächlich so wenig wie möglich am Ufer entlang fahren wollen. Am Comer See war ich nur einmal, schätze die Situation aber auch nicht viel besser ein. Sofern Strecken entlang des Sees notwendig sind, würde ich die mit dem Schiff/Fähre zurücklegen. Fahrradmitnahme sollte außer auf den Tragflächenbooten fast immer möglich sein. Damit kannst du die Ausblicke auf den See auch wirklich genießen.
 
Darüber hinaus bin ich noch offen für Tips zur Streckenwahl an Comer See und Lago Maggiore. Bei einzelnen Abschnitte wird ausdrücklich gewarnt. Eine durchgehende Präferenz für die jeweils besser geeignete Seeseite konnte ich noch nicht ausmachen. Ich komme aus Sondrio/Veltlin und habe Como als Tagesziel, am nächsten Tag muss ich bis Verbania, dann nach Domodossola. 90 km und 1200 HM wären jeweils möglich um noch Reserven bzw. Zeit für anderes zu haben.
Comer See sind wir vom Splügenpass kommend die komplette Westseite nach Como nachmittags ziemlich gut runtergekommen – am Anfang glaub so gute 10km an der Hauptstraße da war noch bissl mehr los, dann
is man oft auf kleinen Nebenstrassen unterwegs, Tunnel konnte man afaik auch alle umfahren. Alles in allem eigentlich recht entspannt.
 
Ist der (reservierungspflichtige) Zug wirklich gestrichen oder hat die Bahn nur die Fahrzeiten verschoben. Die Meldung habe ich auch im zweiten Fall bekommen, weil der Nahverkehr vorher bzw. nachher geänderte Fahrzeiten hatte, aber die wichtige ICE-Fahrt bleibt (hoffentlich) bestehen.

Sie ist im Nahverkehr gut dimensioniert, aber an Großkampftagen (z.B. wenn der Nationalfeirtag am 1. August ein langes Wochenende macht) natürlich auch am Rande der Möglichkeiten. Wie gestern im überfüllten RE von Frankfurt nach Siegen haben aber alle Reisenden und das Zugpersonal mitgeholfen, dass alle reingekommen sind.

Schön, aber teuer. S-Bahn oder Nahverkehr Richtung Konstanz, Waldshut oder Basel? Oder gibt es noch einen Fahrrad-Platz im Night-Jet der ÖBB (dort suchen)?
Dieser ICE ist tatsächlich komplett gestrichen. Vor Jahren hatte ich den von Dir beschriebenen Fall auch schon einmal, hatte keine Ahnung und habe sogar komplett neu gebucht (unterwegs kurz vor der Rückfahrt, nur mit Handy). NightJet leider auch voll.
 
Scheint ja ein super praktisches Verkehrsmittel zu sei, diese Bahn. Deshalb, mit dem Auto anreisen und Rundfahrten planen.
Nicht mein Ding - mir geht es ja nicht nur ums Radfahren selber sondern auch ums Reisen/unterwegs sein aus eigener Kraft leicht ausserhalb der Komfortzone.
 
@johnny68: Danke für die ausführliche Antwort. Simplon ist als Passfahrt am letzten Tag eingeplant, wird nur im Katastrophenfall per Zug zurückgelegt.
@alle: Wenn ich Deine und @elAutores Antwort kombiniere ist meine bisherige Planung um den Comer See sinnvoll. Lago Maggiore Westufer am vorletzten Tag wäre dann (früh)morgens möglich. Oder besser die südwestliche Alternative durch das Toce-Tal?
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@johnny68: Danke für die ausführliche Antwort. Simplon ist als Passfahrt am letzten Tag eingeplant, wird nur im Katastrophenfall per Zug zurückgelegt.
@alle: Wenn ich Deine und @elAutores Antwort kombiniere ist meine bisherige Planung um den Comer See sinnvoll. Lago Maggiore Westufer am vorletzten Tag wäre dann (früh)morgens möglich. Oder besser die südwestliche Alternative durch das Toce-Tal?
Die ursprüngiche Variante Val Cannobina/Maggia-Tal ist bei gutem Wetter sicherlich deutlich reizvoller. Das Toce-Tal ist zwar auch von schönen Bergen umrahmt, hat aber einen viel weiteren Talboden und ist viel stärker besiedelt. Das ist jetzt nicht alles hässlich, es gibt viele kleine Ortschaften und auch hübsche Ecken und auf den Nebenstraßen schon auch schöne Abschnitte, aber stellenweise eben auch Gewerbe und Industrie. Ich würde diese Variante bei schlechtem Wetter wählen oder wenn du Zeitdruck haben solltest.
 
Hallo 5roller,
falls Du etwas Zeit haben solltest beim Abschnitt nach Verbania: Es gibt am Westufer eine schöne Umfahrung der Küstenstraße von Cannero nach Verbania (war mal Teil einer Giro-Etappe) - oder auch anders herum. Küstenstraße mit dem Rad ist da je nach Tageszeit und Richtung nicht so angenehm, wegen des vielen Verkehrs.
Die Variante ist zwar mit etwas mehr Höhenmetern verbunden, aber landschaftlich sehr schön, mit sehr wenig Verkehr und Pinien-Duft...
Hier wird der Abschnitt ganz gut beschrieben:
https://www.outdooractive.com/de/route/rennrad/cannobio/giroetappe-rund-um-cannero/110875382/
 
@5roller
Hast du schon in Erwägung gezogen, das Bike in den zulässigen Maßen zu verpacken (240 Liter Mülltüten). Das würde die Zugauswahl erheblich vergrössen, weil du keinen Stellplatz mehr brauchst.
 
Hallo 5roller,
falls Du etwas Zeit haben solltest beim Abschnitt nach Verbania: Es gibt am Westufer eine schöne Umfahrung der Küstenstraße von Cannero nach Verbania (war mal Teil einer Giro-Etappe) - oder auch anders herum. Küstenstraße mit dem Rad ist da je nach Tageszeit und Richtung nicht so angenehm, wegen des vielen Verkehrs.
Die Variante ist zwar mit etwas mehr Höhenmetern verbunden, aber landschaftlich sehr schön, mit sehr wenig Verkehr und Pinien-Duft...
Hier wird der Abschnitt ganz gut beschrieben:
https://www.outdooractive.com/de/route/rennrad/cannobio/giroetappe-rund-um-cannero/110875382/
Danke - sieht toll aus und kann ich je nach Form und Tageszeit am dritt- oder vorletzten Tag einbauen.
 
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