• Hallo Gast, wir suchen den Renner der Woche 🚴 - vielleicht hast du ein passendes Rennrad in deiner Garage? Alle Infos

NRW plant striktes Verbot für Mountainbiker: Viele Trails stehen vor dem Aus

Anzeige

Re: NRW plant striktes Verbot für Mountainbiker: Viele Trails stehen vor dem Aus
Mal von den komischen Vergleichen die wieder gezogen werden und der irritierend großen verständnisvollen Zustimmung hier zu einem solchen Gesetzentwurf abgesehen, stelle ich mir die Frage, ob diese 3,5m Regelung nicht einen Großteil von sogar asphaltierten Radwegen durch Waldstücke in Zukunft von Ihrem bisherigen Sinn und Zweck befreit...
 
Und wieviel der shreddenden Shredde Ricos hast du im echten Leben in einem Wald in NRW schon gesehen? Ich bin viel mit dem MTB in den Wäldern unterwegs und die Anzahl außerhalb der Bikeparks ist exakt gleich NULL
Moin in die Runde,
ich arbeite seit 1978 in der Forstwirtschaft und fahre auch seit 1978 Rad und seit Ende der 80ziger auch MTB.
In diesen Jahren habe ich Dutzende von "Spassvögeln" getroffen, die ohne Sinn und Verstand kreuz und quer durch den Wald fahren oder laufen, urplötzlich aus Ecken kommen und sich einen Dreck um Absperrungen kümmern, die eigentlich auch ihrer Sicherheit dienen sollen (Holzeinschlag). Ich habe es mittlerweile aufgegeben darauf hinzuweisen welche Risiken und Gefahren damit verbunden sein können.
Und was die leidige Diskussion von Vollerntern und anderen Grossmaschinen angeht, kann ich aus meiner Erfahrung nur folgendes sagen : das ist Stand der Technik, da dreht keiner mehr das Rad zurück! Diese Maschinen fahren auf dauerhaft festgelegten Gassen und wenn eine Durchforstung abgeschlossen ist, herrscht in diesen Bereichen die nächsten 10 und mehr Jahre Ruhe. Sie arbeiten schnell und effektiv, damit ist eine Beeinträchtigung auch nur von kurzer Dauer. Ein Unternehmer der mit einer Maschine im 6stellingen Bereich, mit mehr als einer 1 vorne in der Forstwirtschaft arbeitet, hat grosses Interesse daran gute Arbeit abzuliefern weil ihm sonst die RAL beim nächsten Audit auf die Füsse tritt.
Der Wald ist heute ein Stück weit mehr gefordert als vor 10 oder 15 Jahren, Nutz,-Schutz und immer mehr Erholungsfunktion haben sich immens verändert.
Noch kostet der Eintritt in den Wald kein Geld, wer weiß wie lange noch.
Die Forst steht momentan vor Problemen: wie kann sie den Besucher auf neue Probleme hinweisen und sensilibieren und wie kommt sie aus der Verantwortung im Fall des Falles raus. Noch haben wir,bis auf einige Ausnahmen, Betretungsrecht. Nun sind aber in den letzten Jahren immer mehr Schadsymtome aufgetreten Buchenkomplexkrankheiten,Eschensterben usw., die ein neues Denken erfordern
Vielleicht ist das hier ein Versuch schon eimal Fakten zu schaffen für eine neue Forstpolitik.

Grüsse aus Ostwestfalen und weiter viel Spass im Wald wobei auch immer
Hubertus
 
Das ist zu erwarten, daß sich da etwas tut. Wenn man ansieht wie stark der Radverkehr im Wald zunimmt und welche "schweren Geräte" da aufgefahren werden. Dazu noch die Respektlosigkeit mancher "Sportsleute" gegenüber der Natur. Schade daß es immer die Keule braucht.
Ja. Da können wir uns bei den ebikern bedanken. Ohne Motor wären 90% weniger Biker im Wald
 
Bin auch viel im Wald unterwegs. Schüttle auch immer den Kopf, wenn "starke Männer" Wanderer/Spaziergänger vom Weg "wegschrecken" durch lautes Rufen oder Vorbeirösten. Dann kommt es natürlich irgendwann zwangsläufig zu solchen Gesetzesgebungen. :-/ Ist halt nicht anders als das Verhältnis Radfahrer <-> Auto auf der Straße, nur dass da der Radf. da der Schwächere ist ... daher immer im Zweifelsfall bremsen, so geil die Abfahrt auch ist, sich ankündigen und bedanken, egal wie die Leute drauf sind.

Finde ich auch nicht gut. Aber: Diese genannten Wanderer haben oftmals vorher in ihrem X5, mit dem sie zum Waldparkplatz fahren, einen Rennradler angehupt und geschnitten und erwarten dann im Wald totalen Respekt.
 
Bei Schutz des Waldbodens habe ich aufgehört zu lesen und musste laut lachen was ein Schwachsinn. Was Harvester anrichtet ist natürlich nebensächlich.

Ich selbst habe auch Waldflächen und da fällt auch manchmal ein Baum wegen Windbruch etc. dann braucht man eine Holzrückung und hin und wieder muss man bei der Bestandsprüfung evtl. weitere Bäume entnehmen aber und das ist der Punkt durch den Harvester würde ich mehr Geld „verdienen“ weil es schneller geht - jedoch verzichte ich dankend und lass alles auf schonendste Art und Weise rausholen. Bin ich deswegen ein heiliger? Mitnichten jedoch würde ich mir wünschen, dass man diesem Beispiel folgt und den Harvester nur dann nimmt, wenn es keine andere Option mehr gibt.

Der Staatsforst ist meist der Feind des Waldbodens was ich hier schon alles gesehen habe (Bayern) wie hier gehandelt wird, muss man nur mit dem Kopf schütteln. Aber es geht am Ende nur ums Geld, auch wenn der Staat gerne den Umwelt-Naturschutz hervorhebt und wie viel man dafür tut - was habe ich herzlich gelacht. Aber der MTB‘ler zerstört die Waldböden und ist schlecht fürs Ökosystem… da schwillt mir der Kamm! Aber in NRW sieht man leider wie man relativ leicht mit absoluten Nonsens solche Verbote auf den Weg bringen kann. Man braucht nur genug Zustimmung und Gegner für MTB‘ler während der Harvester entspannt seine Runden dreht whataboutism par excellence 😄👍🏻
 
Unsere Regierung macht sich jeden Tag unbeliebter. :crash:
wies die Regierung wurde doch explizit dafür gewählt, um das leben der mitmenschen zu verschlechtern, ohne das es einem selbst dadurch auch nur einen hauch besser geht.

Ach weh die Harvestergeschichte wieder. Die Welt braucht dringend noch mehr Whataboutism.
Whataboutism ist auch so ein absolutes Unwort. es ist richtig und wichtig dinge die man kritisiert in ein Verhältnis zu setzen.

und hier zeigt sich: der schaden den MTB fahrer im wald anrichten ist im verhältnis zum schaden durch zum beispiel den forstbetrieb gering. also warum will man jetzt das eine verbieten?
 
Die Grundzüge der Regelungen sind ja noch verständlich, wie mans dann detailiert ausführt, völlig hanebüchen.
Wir reden in mind. 50% der Fälle des Waldes von Wirtschaftswald. Da geht es nicht um Erholung, Naturschutz oder ähnliches, sondern um reine wirtschaftliche Interessen.
Daher sind die Geschichten bzgl. Harvester auch schwachsinnig, ja die zerstören sicher den Waldboden mehr als wir mit unseren Reifen, aber wie schon gesagt, meistens eher so alle 20 Jahre mal und nicht dauerhaft/permanent. Und ohne die Bewirtschaftung des Waldes gäbe es auch keine fahrbaren Wege/Trails.

Das man vielleicht die "Zerstörung" von Anpflanzungen wie hier schon genannt wurde verhindern will, ist ein absolut berechtigtes Ziel, aber das geben bereits die jetzigen Gesetze her. Zwar ist das Betreten des Waldes an jeder Stelle erlaubt, ABER beim Betreten reden wir von zu Fuß und nicht mit dem Rad, das Befahren ist nur an dafür geeigneten Stellen erlaubt. Aber klar es fehlt am Personal zum Kontrollieren, also prinzipiell alles verbieten.. (Spoiler: Auch die neuen Regeln wird keiner überwachen können; soll der Förster jedes Mal die Polizei rufen, wenn einer einen Singletrail fährt?)
NB: Der neuen Regelung würde selbst in meiner Region mit Schotterautobahnen ohne Ende vermutlich die Hälfte dieser Schotterautobahnen zum Opfer fallen, da die meistens keine 3,5m Breite haben.

Die Forstlobby leistet ganze Arbeit jegliche Waldbesucher zu vertreiben. Siehe Bundeswaldgesetzentwurf aus 2023. @Redaktion was wurde eigentlich aus dem Bundeswaldgesetz, wo man das Aufzeichnen eines neuen Weges als Anlegen eines Weges definieren wollte

1778793921317.png
 
In diesen Jahren habe ich Dutzende von "Spassvögeln" getroffen, die ohne Sinn und Verstand kreuz und quer durch den Wald fahren oder laufen, urplötzlich aus Ecken kommen und sich einen Dreck um Absperrungen kümmern, die eigentlich auch ihrer Sicherheit dienen sollen (Holzeinschlag).
Was genau ändert man daran mit dem geplanten Gesetz. Leute die sich schon jetzt nicht für Regeln interessieren, werden es dann tun?
3,5m Mindestbreite soll zukünftig ein befestigter Weg im Wald haben müssen, damit man ihn mit dem Fahrrad benutzen darf...
Warum klatschen dazu so viele hier Beifall? In einem Radforum...🤦‍♂️
Noch kostet der Eintritt in den Wald kein Geld, wer weiß wie lange noch.
Was ist denn das für eine Denkrichtung?
Der Wald ist doch nicht nur zum Holz ernten da.
 
das ist Stand der Technik, da dreht keiner mehr das Rad zurück! Diese Maschinen fahren auf dauerhaft festgelegten Gassen und wenn eine Durchforstung abgeschlossen ist, herrscht in diesen Bereichen die nächsten 10 und mehr Jahre Ruhe. Sie arbeiten schnell und effektiv, damit ist eine Beeinträchtigung auch nur von kurzer Dauer.
Die Beeinträchtigung ist eben gerade nicht von kurzer Dauer, wie jeder der im Forst tätig ist, spätestens seit Mitte der 2000er wissen sollte:
"Einmal ist keinmal"
Dies gilt nicht für die Befahrung von Waldböden. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei tiefgründigen Böden (also guten Standorten) bei der ersten Überfahrt der Boden so verdichtet wird, dass bei Wiederholung der Befahrung auf der gleichen Fahrspur nicht weiter verdichtet wird. Es ist alles bereits passiert! (Schäffer, J. 2002).

Die Untersuchung einer Waldfläche, mehr als 25 Jahre nach ungeregelter Befahrung im Zuge einer Windwurfaufarbeitung, hat unter den Fahrspuren immer noch eine deutliche Beeinträchtigung des Wurzelwachstums ergeben. (Schäffer, 2003).
 
@FranzAm Richtig. Und viele Schutzgebiete schließen die Bewirtschaftung nicht aus.

Hier verschwimmen leider bei vielen Posts die Grenzen zwischen Meinung und Tatsachenbericht.
 
Auch spannend, dass hier zwischen MTB und eMTB unterschieden wird. Macht auf dem Trail in Summe null Unterschied. Ob da jetzt 5 Kilo mehr runterbügeln... Man schafft halt mehr Abfahrten durch die schnellere Auffahrt.
 
Interessant ist die Entscheidung auch vor dem Hintergrund, dass die Verkaufszahlen im MTB-Bereich seit Jahren extrem rückläufig sind bzw. sein sollen. Meine einzige Erklärung ist nur, dass es wohl durch Corona dennoch noch einen merklichen Schub auch im MTB-Bereich gab, so dass es dennoch zu viele Leute im Wald sind.
 
Interessant ist die Entscheidung auch vor dem Hintergrund, dass die Verkaufszahlen im MTB-Bereich seit Jahren extrem rückläufig sind bzw. sein sollen. Meine einzige Erklärung ist nur, dass es wohl durch Corona dennoch noch einen merklichen Schub auch im MTB-Bereich gab, so dass es dennoch zu viele Leute im Wald sind.
Ich es sehe es bei uns in der Gegend. Da hat die Idiotendichte einfach zugenommen. Ob es an Corana liegt, den E-Bikes oder an der allgemeinen Vedummung - k.A.
Inzwischen ist es immer mehr: "Jetzt und ich". Rücksicht nehmen ist eindeutig rückläufig
 
MTB geht bei uns deutlich zurück. eMTB holt deutlich auf, und die deutliche Mehrheit wird wohl das Gravel werden.

Die Formulierung "zu viele Leute im Wald" finde ich in einer Zeit, in der alle zu viel am Handy hängen und die Naturverbundenheit zurückgeht, sehr schwierig. Ich wünsche mir viele Leute im Wald. Nur gibt es zu wenig Lenkung durch fehlende Angebote von legalen Trails. Genehmigungsverfahren werden enorm erschwert und bereits etablierte Strecken ausgehebelt, siehe zB das Drama um die Deisterfreunde. Da ist die NRW Novelle nur ein Punkt von vielen.
 
Interessant ist die Entscheidung auch vor dem Hintergrund, dass die Verkaufszahlen im MTB-Bereich seit Jahren extrem rückläufig sind bzw. sein sollen. Meine einzige Erklärung ist nur, dass es wohl durch Corona dennoch noch einen merklichen Schub auch im MTB-Bereich gab, so dass es dennoch zu viele Leute im Wald sind.
Der Schub betrifft E-MTB´s, die normalen Bikes nicht. Die laufen so schlecht das viele Händler das sogar aufgeben. Der Ärger mit "Radfahren im Wald" ist dort wo ich gern unterwegs bin/gewesen bin leider eindeutig am E-MTB festzumachen, die erlebe ich als ganz anderes Publikum, zu 99%. Während die wenigen trainierenden MTB´ler versuchen ein gutes Bild abzugeben, grüssen und stark genutzte Wanderrouten meiden sind E-Fahrer fast immer mit voller Unterstützung auch an Fußgängern vorbei unterwegs, und sind fast nur rund um die bekannten Ausflugsziele zu treffen. Bei 90% E-Fahrer bleibt für Passanten ein übles Bild, die unterscheiden nicht wer da fährt, für die sind alle bekloppte Radfahrer.
 
Zurück