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Das Älteste seiner Art? - Aufbau eines Peugeot PA 10 Bicyclette Course Amateur

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vent

Auch wenn ich mit dem Wiederaufbau noch nicht sofort starte eröffne ich schon einmal den Thread dazu, damit das Rad auch wirklich als nächstes drankommt.

Seitdem ich das Rad vor nunmehr anderthalb Jahren gekauft habe, habe ich die Augen nach einem zweiten Exemplar mit dem alten Rahmendekor (noch ohne Schachbrettmuster) offengehalten. Und keins gefunden, was bei einem Peugeot PA 10 schon etwas heißen will... Blau-gelbe PX 10 gibt es dagegen vergleichsweise wie Sand am Meer. :cool: Mittlerweile glaube ich, dieses hier könnte womöglich sogar das älteste verbliebene Exemplar sein.

Während die Peugeot PA 10 der 70er Jahre regelmäßig als ganz einfache Rennräder ("gerade schon ein Rennrad") gesehen werden, handelt es sich im Gegensatz dazu hier um ein ganz frühes Exemplar aus einer Zeit, als Peugeot gerade erst einmal zwei Rennräder im Programm hatte. Bis zumindest 1959, evtl. sogar länger, gab es allein das PX10.

Im 1963'er Katalog (zu 1960-62 konnte ich keine finden) taucht dann erstmals ein zweites Rennradmodel auf. Nunmehr gibt es das

- PX 10 "Bicyclette Course Super Professionnel" und das
- PA 10 "Bicyclette Course Amateur".


www.peugeotshow.com

Demnach war das PA 10 damals gar kein schlechtes Rennrad. Zur Auswahl gab es lediglich "das ganz Teure", und "das Andere". :) Die weiteren Rennradmodelle von Peugeot (wie P 10, PR 10, PS 10 etc) kamen erst nach und nach ab Ende der 60er Jahre auf. - Das P 10 unterhalb des PA 10, das PY 10 über dem PX 10, und der Rest dazwischen.

Den Dekoren zufolge stammt mein Exemplar aus den Jahren 1961-63; die Ausstattung stimmt mit dem 63'er Katalog überein. ...Und: Es ist vollständig original erhalten... *freu" :)

In Sachen Fotos gibt's erst einmal nur einen kleinen Apéritif. Der Rest kommt später, sobald ich mit dem Wiederaufbau anfange.

 

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Re: Das Älteste seiner Art? - Aufbau eines Peugeot PA 10 Bicyclette Course Amateur
Und es geht los. Hier ein paar Fotos des Rades (weitere Fotos gibt's in meinem Album). Ziel ist der Aufbau eines grasgrünen Fixies ... :idee:... von der Originalsubstanz soviel wie möglich zu erhalten. Teile, die allerdings unrettbar hie sind, dürfen auch weg. Da ich den Aufbau "nur nebenbei" mache, kann die Geschichte allerdings dauern.









 
Bis auf das Tretlager ist es jetzt zerlegt, und die metallenen Kleinteile baden in Ballistol (dann muss ich nachher hoffentlich nicht so viel polieren :) ). Der Lack trägt zwar etliche Spuren der Zeit, aber zum Glück sind bei der Demontage keine bösen Roststellen aufgetaucht. Auch unter den OR-Schellen ist alles in annehmbarem Zustand.

Meine erste Frage: Die Decals befinden sich nicht unter einer Schicht schützendem Klarlack, und sind sictbar verwittert. Hat da jemand Bedenken, dass sie einer Behandlung mit Lackreiniger und Politur nicht standhalten könnten?

 
Ich würde gar nichts polieren.
Das Rad ist in meinen Augen perfekt in seinem Gebrauchszustand.
Aufpumpen ölen Finger weg!
 
Die Substanz ist ja noch fort formidable. Hier gibt es eigentlich gar nix dran zu machen, außer originale Bremszughüllen zu suchen und vllt. auch noch Hütli.
Die Dekore sind sehr empfindlich, da würde ich gar nix dran machen. Schiebebilder neigen ja zu fragilité auch lange nach dem Trocknen.
Im Gegensatz zur Prospektabbildung ist die Luftpumpenhalterung aber am Oberrohr.
 
Die Decals befinden sich nicht unter einer Schicht schützendem Klarlack, und sind sictbar verwittert. Hat da jemand Bedenken, dass sie einer Behandlung mit Lackreiniger und Politur nicht standhalten könnten?
Sehr schönes Projekt. Aber Lackreiniger ist viel zu abrasiv. Ich würde da auch nicht mal polieren. Einmal mit einem öligen Lappen drüber und fertig. Oder ein bißchen Wachs.
 
Ok, dann lasse ich lieber die Finger vom Lackreiniger. Allerdings gibt es jetzt doch ein gravierendes Problem:

Die rechte Lagerschale sitzt fest. Richtig fest. Die Linke habe ich zwar mit viel Gewalt losbekommen, allerdings auch nicht so wie vorgesehen: Der Konterring saß derart fest, dass ich zur Rohrzange greifen musste. 2 Mann mussten den Rahmen festhalten, 1 drehen. Der Konterring hat sich keinen mm bewegt, sondern nach viel Gezerre allein die Lagerschale. Samt Konterring. Den werde ich auch wohl nie mehr runterbekommen. Neue Lagerschalen sind ja kein Problem, allerdings will ich die rechte Schale in dem Zustand auch nicht so stecken lassen.

Wenn jemand da 'ne gute Idee hat...
 
Ok, dann lasse ich lieber die Finger vom Lackreiniger. Allerdings gibt es jetzt doch ein gravierendes Problem:

Die rechte Lagerschale sitzt fest. Richtig fest.

Wenn jemand da 'ne gute Idee hat...

Spann die Lagerschale in den Schraubstock und dreh am Rahmen. Ne dritte und vierte Hand ist dabei ganz hilfreich.
Im gut sortierten Radladen gibt es auch ordentliche Schlüssel für die rechte Lagerschale, die mit ner Sicherung gegen Abrutschen durchs BB gespannt werden.

Und dann natürlich vorher ausgucken, wierum gedreht werden muss...:idee:

Jader
 
Hatten wir das nicht kürzlich erst...? Finde es nicht mehr, aber die Variante mit der Standbohrmaschine hat mir am besten gefallen. Schale spannen, von der anderen Seite mit der Spindel drücken und dazwischen den Rahmen drehen. Evtl. kann Würth Rost Off Blue Ice helfen, reichlich von innen auf die Lagerschale. :)
 
Wow... :( So, den Campa-Tretlagerschlüssel habe ich jetzt geschafft. Nur die Lagerschale sitzt weiterhin artig an ihrem Platz...

Danke für die Tips - ich werde mich die Tage mal auf die Suche nach einem passenden Schraubstock machen. Das Mist-Teil muss doch irgendwie zu lösen sein...

Bei dem Bj 2x Rechtsgewinde = linksrum auf.
 
Wow... :( So, den Campa-Tretlagerschlüssel habe ich jetzt geschafft. Nur die Lagerschale sitzt weiterhin artig an ihrem Platz...

Danke für die Tips - ich werde mich die Tage mal auf die Suche nach einem passenden Schraubstock machen. Das Mist-Teil muss doch irgendwie zu lösen sein...

Bei dem Bj 2x Rechtsgewinde = linksrum auf.

Dann probier es doch mal falschrum...
 
Dann probier es doch mal falschrum...

Werd' ich machen, wenn er sich linksrum nicht muckt.

Merkwürdige Sache... Die Sattelstreben haben keine Entlüftungsbohrungen, und wenn man den Rahmen schwenkt, hört man sehr viel feinen ... Ja, was? darin rieseln. Hört sich an wie eine Handvoll Sand. Rost kann es eigentlich nicht sein, denn Sattel- und Oberrohr sehen für das Alter von innen richtig gut aus - leichte Rostansätze hier und da, aber größtenteils blank...
 
Peugeot hat damals "Aufkleber" benutzt vom "varnish fix"-Typ, ich kenne nur das englische Wort dafür. Leider sind die genauso empfindlich wie Abziehbilder. Wenn Du wirklich unbedingt die Patina wegreinigen willst:p:cool: , frage mal in Restaurationsbetrieben oder Museen nach, womit die ihre QTips tränken anfeuchten.
 
Der Schraubstock hat geholfen! :) Bis auf einen kleinen Lackplatzer hat es dankenswerter Weise keine Blessuren gegeben. Dies ist der aktuelle Zustand:




... Und noch eine Empfehlung des Küchenchefs: Innenlager in Rostlöser an WD40, dazu einen Steuersatz mit Ballistol-Dressing. Wenn ich den Konterring auch auf diese Weise nicht von der Lagerschale lösen kann, muss wohl eine neue Lagerschale her. *grummel* :confused:




Dazu habe ich mich entschlossen, den Lackreiniger einmal an der Gabel auszuprobieren. Da das Rad scheinbar Jahrzehnte lang gestanden haben muss, sieht der Lack sehr schmutzig aus. Sofern die Farbe anschließend deutlich heller und schöner aussieht, bekommt auch der Rahmen eine entspprechende Kur.

Einen öligen Lappen möchte ich nicht verwenden, da der Lack eigentlich noch ganz schön erhalten ist, ohne allzu viele Blessuren und Rostansätze. Ein öliger Lappen hat leider den Nachteil, dass das Rad den Staub und Schmutz beinahe magisch anzieht.
 
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