Rennrad-News

Giro d’Italia 2018 – Etappe 18
Schachmann der beste Kletterer der Ausreisser

Maximilian Schachmann (Quick-Step) hat die 18. Etappe des Giro d’Italia gewonnen. Am Anstieg zur Skistation Prato Nevoso siegte der Deutsche aus einer Fluchtgruppe heraus. Im Gesamtklassement rücken Dumoulin und Froome dem führenden Yates jetzt dichter auf den Leib.

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Die Fluchtgruppe des Tages auf der Etappe nach Prato Nevoso war groß und erfolgreich. 12 Fahrer hatten sich bereits 140 km vor dem Ziel an der Spitze zusammengefunden. Mit in der Fluchtgruppe befand sich mit dem Deutschen Maximilian Schachmann (Quick-Step) der ehemalige Träger des Weißen Trikots bei diesem Giro. Auch Christoph Pfingsten von Bora-Hansgrohe rechnete sich Chancen in der Flucht aus.

https://twitter.com/giroditalia/status/999658056387612672

Der letzte Anstieg nach Prato Nevoso ging 14 km mit einer relativ gleichmäßigen Steigung von 7% im Schnitt bergauf. Die letzten Serpentinen des Anstiegs tragen dabei die Namen berühmter Profi-Rennfahrers. Wegen der Gleichmäßigkeit des Berges war mit Attacken vor allem aus den Kurven zu rechnen. Dem aktuell zweitplatzierten Giro-Vizesieger Tom Dumoulin sollte die Steigung liegen. „Ich bin genauso stark in den Bergen wie im Vorjahr, aber da ist einer, der ist stärker“, hatte der Niederländer vor der Etappe gegenüber Eurosport gesagt. Er spielte damit auf Simon Yates an, der nicht so viel Zeit wie erwartet im Zeitfahren verloren hatte.

Bereits in der Anfahrt zum Anstieg setzte sich Boy Van Poppel von Trek-Segafredo aus der Spitzengruppe ab. Aber Mørkøv von Quick-Step hielt das Tempo für Schachmann hoch und rollte Van Poppel schnell auf. Mit 8,7 km zu fahren setzte Ruben Plaza eine Attacke, die sowohl Schachmann als auch Pfingsten locker konterten. Nachdem Schachmann das Tempo weiter hoch hielt, dünnte sich die Gruppe erneut aus, bis nur noch der Italiener Cattaneo mit den beiden Deutschen am Berg alleine war. Und Schachmann ließ das Tempo nicht sinken, bis nur noch Cattaneo sein Hinterrad halten konnte.

https://twitter.com/BORAhansgrohe/status/999632494554165248

Im Feld kontrollierte Movistar das Tempo, wohl um das Weiße Trikot für Carapaz wieder zu holen, bis Pello Bilbao, Wout Poels und Ben O Connor vorne rausfuhren. Vorne rollte unter der Flamme Rouge Ruben Plaza sogar nochmal an die taktierenden Spitzenreiter heran. Da setzte Schachmann – tatsächlich in einer Kurve – die letzte entscheidende Attacke und fuhr alleine ins Ziel.

https://twitter.com/giroditalia/status/999672767686594561

Hinten löste sich derweil Miguel Angel Lopez aus dem Feld. Es ging nochmal ums Gesamtklassement. Froome machte den versprochenen Vorstoß und attackierte, nahm Dumoulin und Pozzovivo mit, während Yates absackte. Er machte dann in der Verfolgung seiner 3 Konkurrenten einen schwachen Eindruck. Am Ende konnte Dumoulin seinen Rückstand gegenüber dem Rosa Trikot auf 28″ verkürzen. Froome machte ebenfalls entsprechend Zeit gut. Auch Superman Lopez konnte sich um einige Plätze nach vorne schieben und Patrick Konrad (Bora-Hansgrohe) löste Bennett in den Top10 ab.

Die Top5 der 18. Etappe

  1. Maximilian Schachmann / Quick-Step/
  2. Ruben Plaza / Israel Cycling Academy
  3. Mattia Cattaneo / Androni Cioccatoli
  4. Christoph Pfingsten / Bora-Hansgrohe
  5. Marco Marcato / UAE United-Emirates

Die Top10 im Gesamtklassement nach der 18. Etappe

  1. Simon Philip Yates / Mitchelton-Scott / +0″
  2. Tom Dumoulin / Team Sunweb / +28″
  3. Domenico Pozzovivo / Bahrain-Merida / +2’43“
  4. Chris Froome / Team Sky / +3’22“
  5. Thibaut Pino / Groupama-FDJ / +4’24“
  6. Miguel Angel Lopez / Astana / +4’54“
  7. Rohan Dennis / BMC / 5’09“
  8. Pello Bilbao / Astana / +5’54“
  9. Richard Carapaz / Movistar / +5’59“
  10. Patrick Konrad / Bora-Hansgrohe / +7’05“

Stimmen aus dem Peloton (gegenüber Eurosport)

Maximilian Schachmann: „Ich fühle mich natürlich toll. Ich glaube, jeder stimmt zu, dass das ein extrem harter Giro ist. Das macht es noch schöner, hier oben zu stehen. Es ist immer schön, wenn einer gewinnt. Egal wer aus dem Team, wir haben einen sehr guten Team-Spirit. Einen großen Anteil an diesem Sieg hat Michael Mørkøv, er hat einen großen Anteil an allen Siegen, die wir einfahren“.

Tom Dumoulin: „Es war ein guter Tag heute, aber es kommen noch zwei Tage, und die werden härter sein als heute“.

Simon Yates: „Ich hatte nicht die tollsten Beine heute. Ich habe Sekunden verloren. So ist das. Ich bin immer noch vorne“.

Die Trikots nach der 18. Etappe

Maglia Rosa: Simon Philip Yates / Mitchelton-Scott
Maglia Blanca: Miguel Angel Lopez / Astana
Maglia Ciclamino: Elia Viviani Quick-Step

Der Ausgang heute verspricht Spannung für die extrem harte Bergetappe, die morgen auf dem Programm steht. Was ist euer Tipp für die Top3 des Gesamtklassements nach dem morgigen Tag?

Foto: Marco Alpozzi-La Presse
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