Simon Yates holt sich den zweiten Sieg im  Rosa Trikot. Froome holt sich dagegen den zweiten großen Rückstand ein. Und Maximilian Schachmann zeigt sich wieder stark.

Nach  der schweren Giro- Etappe gestern hatte Simon Yates es bereits angekündigt: Er wolle um mehr fahren als Bonuspunkte. Heute  setzte der Brite vom australischen Team Mitchelton-Scott das Vorhaben in die Tat um. Bei der Bergankunft in den umbrischen Abruzzen konnte er erneut alle anderen Favoriten distanzieren. „Ich versuche Zeit zu gewinnen, es war ein wirklich wirklich hartes Finale mit dem Kopfsteinpflaster, aber ich bin glücklich, die Etappe zu gewinnen. Ich bin immer noch komplett leer. Ich habe alles gegeben“, sagte Yates im Ziel.

Die 11. Etappe von Assisi nach Osimo war 156 km kurz und wurde schnell gefahren. Trotz zwei Bergen der 3. Kategorie und einigen Hügeln stand am Ende ein Schnitt von 45 km/h in den Büchern.  Es gab eine Fluchtgruppe, in der mit Luis Leon Sanchez (Astana) und Alessandro De Marchi (BMC) keine Außenseiter, sondern potentielle Etappensieger vertreten waren, die erst spät, 5 km vor dem Ziel, gestellt wurden.

Das Finale animierten dann Tim Wellens (Lotto-Fix All) und Klassikerspezialist Zdenek Stybar (Quick-Step). Beide haben sich während des 101. Giros schon oft als Attackierer auf den letzten Kilometern hervorgetan, Tim Wellens sogar mit dem Resultat eines Etappensieges. Diesmal machte ihm Yates einen Strich durch die Rechnung. Er zog nahe der der Flamme Rouge nach vorne und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. 560 Watt Durchschnittsleistung während der Attacke übermittelte Velon. Dumoulin (Sunweb) konnte den Schaden einigermaßen begrenzen und kam nur 2″ später ins Ziel.

In Schwierigkeiten brachte das harte Finale der Etappe erneut Chris Froome (Sky). Der vor dem Giro hoch favorisierte Brite verlor 40″ auf Yates. Selbst ein guter Platz im Gesamtklassement  ist derzeit für Froome nicht drin. Weiter nach vorne rücken kann dagegen Davide Formolo von Bora-Hansgrohe, der auf Platz 3 reinkam. Für Bora-Hansgrohe läuft es derzeit gut. Mit dem Österreicher Patrick Konrad hat das deutsche Team einen weiteren Fahrer in den Top10 der Etappe.

Die Top5 der Etappe

  1. Simon Philip Yates / Mitchelton-Scott
  2. Tom Dumoulin / Sunweb
  3. Davide Formolo / Bora-Hansgrohe
  4. Alexandre Geniez / AG2R-La Mondiale
  5. Domenico Pozzovivo / Bahrain-Merida

 

Die Top10 im Gesamtklassement nach der 11. Etappe

  1. Simon Philip Yates / Mitchelton-Scott / +0″
  2. Tom Dumoulin / Team Sunweb / +47″
  3. Thibaut Pino / Groupama-FDJ / +1’04“
  4. Domenico Pozzovivo / Bahrain-Merida / +1’18“
  5. Richard Carapaz / Movistar / +1’56“
  6. George Bennett / LottoNL-Jumbo / +2’09“
  7. Rohan Dennis / BMC / +2’36“
  8. Pello Bilbao / Astana / +2’54“
  9. Patrick Konrad / Bora-hansgrohe / +2’55“
  10. Fabio Aru / UAE-United Emirates / +3’10“

 

Die Trikots nach der 11. Etappe

Maglia Rosa: Simon Philip Yates / Mitchelton-Scott
Maglia Blanca: Richard Carapaz / Movistar
Maglia Ciclamino: Elia Viviani Quick-Step
Maglia Azurra: Simon Philip Yates / Mitchelton-Scott (getragen von Chaves)

Foto: Marco Alpozzi-LaPresse

Über den Autor

Jan Gathmann

Jan Gathmann leitet die Rennrad-News Redaktion von Wuppertal aus, der Stadt, die ihr Radstadion dem Fußball opferte. Er testet, interviewt und versucht Renngeschehen in Worte zu fassen. Jan ist gelernter Journalist, testet seit 20 Jahren Fahrräder (davor Autos) und schreibt darüber ebenso gerne wie über Menschen aus der Fahrradwelt, unter anderem schon für Trekkingbike, Velomotion und zuletzt beim RADtouren-Magazin. Er fährt am liebsten alles, was einen Rennbügel hat: vom Bahnrad bis zum Monster-Gravelbike. Jan liebt auch Schlamm, weshalb er gelegentlich auf dem MTB gesehen wird. Persönliche Palmarès sind ein beendetes C-Klasse Amateurrennen und ein 10. Platz bei einer Deutschen Fahrradkurier-Meiserschaft in Berlin.

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