Mit einer geschickten Attacke und einer furiosen Abfahrt am Poggio hat Vincenzo Nibali den Klassiker Mailand – San Remo gewonnen. Caleb Ewans und Arnaud Demare mussten sich in einem Herzschlagfinale knapp geschlagen geben. Die Mailand – San Remo Ergebnisse und die Rennzusammenfassung.

Mailand – San Remo wurde ein Rennen vom Regen in die Sonne. 174 Fahrer waren in Mailand an den Start des ersten Radsport-Monuments in diesem winterlichen Frühjahr gegangen. Weil nur noch 7 Fahrer pro Team zugelassen waren, ging ein gegenüber den Vorjahren verkleinertes Feld auf die Strecke. Wie die Teams mit der Situation taktisch umgehen würden, war eine der spannenden Fragen bei dieser 109. Austragung, eine andere, ob der hoch gehandelte Favorit Peter Sagan in diesem Jahr den Sieg im Weltmeistertrikot schafft.

Doch vor dem Finale, das bei Mailand – San Remo gewöhnlich mit dem Poggio beginnt, standen 294 harte Km für die Rennfahrer. Als das Feld nach 183 Km mit Beginn der Eurosport-Übertragung auf der Via Aurelia unterwegs ist, hängen dunkle Wolken über der Adria. Es schüttet wie aus Kübeln. Der deutsche Sunweb-Fahrer Nikias Arndt ist an dieser Stelle bereits aufgrund eines Sturzes ausgeschieden. Vor dem Feld hat sich eine Spitzengruppe formiert, die sich vollständig aus Profesional Continental-Teams rekrutiert. Sie führt mit 3:43 min Vorsprung.

Rund 90 km vor dem Ziel setzt der Regen aus. Mit 52 Km Abstand zum Zielstrich reißt der Himmel auf, die Sonne kommt heraus, und die Traumstraße Richtung San Remo, die sich entlang der Strände der Adria schlängelt, ist in das passende Licht für das Finale getaucht. In dem wird es eine Rolle spielen, dass die Straßen abgetrocknet sind.

Vor dem Capo Mele, dem ersten von fünf kurzen Anstiegen vor San Remo, macht Bora-Hansgrohe das Tempo. Auch BMC zeigt sich vorne mit Ambitionen. Sprinter Marcel Kittel hält sich zu diesem Zeitpunkt bereits hinten im Feld auf. Währenddessen kontrolliert vorne die Mannschaft FDJ-Groupama für ihren Sprinter Arnaud Demare.

Im Anstieg zur Cipressa, dem höchsten Berg der fünf Scharfrichter, muss Kittel das Feld dann am Fuß bereits ziehen lassen. Erneut zeigt sich FDJ-Groupama sehr präsent. Man hält die Geschwindigkeit moderat hoch, um den Teamkapitän Demare kräfteschonend über den Berg zu bringen. Das passt Vorjahressieger Kwiatkowski (Sky) nicht, der einen Teamkollegen in die Führung schickt, um das Tempo selektiver zu machen. Auch André Greipel zeigt sich in dieser Rennphase weit vorne.

Das Finale

Trotz des Einsatzes von Sky kommt noch ein großes Feld auf das 9 Km lange flache Stück zwischen den beiden selektiven Anstiegen Cipressa und Poggio. Ähnlich wie bei einer Sprintvorbereitung ist die Anfahrt auf den Poggio umkämpft. FDJ-Groupama und Mitchelton-Scott halten das Tempo hoch. Peter Sagan ist da etwas isoliert. Vorne zu sehen dagegen sind Nils Politt (Katusha-Alpecin) und Greipel mit einem Helfer. Dann ein Sturz noch vor dem Anstieg aufgund einer Hindernisses. Es trifft ausgerechnet Mark Cavendish, der bereist mit gebrochenen Rippen an den Start gegangen ist. Er bleibt an einem Prellbock auf einer Verkehrsinsel hängen und schleudert weit über den Asphalt.

Markus Burghardt fährt zu Beginn des Bergsprints auf den Poggio nach vorne. Jean Pierre Drucker überholt und setzt sich ab vom Feld, wird aber gestellt. Dann, 7,2 Km vor dem Ziel, setzt Nibali eine Attacke. Der Italiener, der bekannt ist für seine Abfahrtskünste, kommt alleine über die Kuppe. Im Feld führen nur Daniel Oz und Peter Sagan nach. Sky ist auch vorne mit dabei. Später überholt noch Matteo Trentin. 4,1 Km vor dem Ziel hat Nibali noch 12 Sekunden Vorsprung. Matteo Trentin und Sagan sind dahinter die ersten beiden Fahrer. Hinten sammeln sich die Helfer der Sprinter. Trentin wird gestellt. Quick-Step macht einen Sprintzug auf. 300 m vor dem Ziel liegt Nibali noch vorne – und zieht es durch. Nibali gewinnt in einem Herzschlagfinale rund drei Radlängen vor Caleb Ewans auf der Via Roma.

Der Zieleinlauf

1. Vincenzo Nibali, Bahrain-Merida – 7 Std 18 min 43 cec
2. Caleb Ewan, Mitchelton-Scott
3. Arnaud Demare, FDJ-Groupama
4. Alexander Kristoff, UAE Team Emirates
5. Jürgen Roelandts, BMC
6. Peter Sagan, Bora-Hansgrohe
7. Michael Mathews, Team Sunweb
8. Magnus Cort Niesen, Astana Pro Team
9. Sonny Colbrelli, Bahrain-Merida
10. Jasper Stuyven, Lotto-Soudal

Artikelbild: Bora-Hansgrohe/bettiniphoto
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