Video: 28 Gravelbikes und Rennräder der Velofollies 2026
Jedes Jahr im Januar eröffnet die Velofollies in Belgien den Reigen der Fahrradmessen. Und jedes Jahr wird sie ein wenig größer, jedenfalls in den 3 Jahren, seitdem Rennrad-News vor Ort war. Nachdem am Freitag bereits über 13.000 Radverrückte – so die Übersetzung von Velofollies – ins belgische Kortrijk kamen, rechneten die Veranstalter erneut mit einem Besucher-Rekord. Nach wie vor stehen Rennräder ganz klar weit oben in der Gunst des Publikums, das viele Aussteller als sehr fachkundig und interessiert beschrieben.
Auch die Aussage „wie die Eurobike vor 10 Jahren“ war hier und da zu hören. Denn anders als bei der weltweiten Leitmesse in Frankfurt sind in Belgien fast alle großen Marken noch vertreten, allerdings meistens mit einem Fokus auf ihr Rennrad- und Gravelprogramm. Und meist sind es auch Distributoren statt die Hersteller selber, von denen die aufwendigen Messestände bestückt werden.
Auffällig war im Vergleich zu den Vorjahren, dass spannende asiatische Marken mit Namen, die in europäischen Ohren ungewohnt klingen, stärker vertreten waren. Noch ebenfalls vor allem durch ihre Distributoren aus den Benelux-Staaten. Brands wie Dare, Incolor, Quick Pro, Seka oder Bross wird man aber in Zukunft sicher öfter auf Messen auch hierzulande sehen.
32″ Unpaved Titan Gravelbike und neue Reifen bei Schwalbe
Die neue Laufradgröße 32″ ist gekommen, um zu bleiben. Schwalbe betonte auf einer Pressekonferenz während der Messe, dass sie Vorteile von 32-Zoll-Reifen in allen Radkategorien ermittelt haben und sie entsprechend auch zukünftig bedienen wollen. Ausnahme sind übrigens Rennräder, wo die UCI-Regeln den Durchmesser begrenzen auf etwa das Maß eines 35-mm-Reifens in 28-Zoll.
Den Blick in die Zukunft unterstrich der Reifenhersteller mit einem fahrbereiten 32″-Gravelbike von Unpaved. Die belgische Custom-Bikeschmiede fertigte das fahrbereite Showbike aus Titanrohren mit 3D-gedruckten Verbindungen.
Neben dem Ausblick gab es auch den neuen Schwalbe Pro One Allroad-Reifen auf dem Stand (hier zum ersten Pro One Allroad Test). Auch hier ist sich Schwalbe sicher, dass der Trend am Competition-Rennrad zu größeren Reifen sich durchsetzen wird.
Außerdem gibt es die bei Gravelracern beliebte G-One R Gravelreifen-Serie nun auch in einer günstigeren Variante ohne die aufwändige „Pro“ Technik. Die Profile sind dabei identisch, Gummimischung und Karkasse unterscheiden sich jedoch. Die neuen G-One R-Reifen sollen sämtlich um 50 € kosten.
Den hardpack-orientierten G-One RS und den G-One R Allrounder gibt es ab 35 mm bis 50 mm, den offroad-orientierten G-One RX nur ab 40 mm bis 50 mm (in der Pro Variante auch bis 55 mm).
Pinarello Grevil MX Drop Bar MTB
Hat Pinarello ein Arbeitsgerät für Tom Pidcock für das Etappenrennen Gravel Burn auf den Spuren des Cape Epic gebaut? Dass die Edelmarke ein Drop Bar MTB vorstellen würde, hätte wohl kaum jemand vor der Velofollies gedacht. Die aufwändige Lackierung bringt einen gewissen Bling-Faktor, den es angesichts des Andrangs auf der Messe gar nicht gebraucht hätte. Mit 9,04 kg in Größe M gehört das Pinarello Grevil MX zu den leichtesten uns bekannten Gravel Race MTB.
Basis ist ein Carbonrahmen (Toray M40J) mit asymmetrischen Sitzstreben und integrierter TiCR-Zugführung, der in Geometrie und Rahmendetails stark an das Dogma XC erinnert, dazu kommt eine Fox 32 Step-Cast Factory mit 100 mm Federweg mit extrem flachem 67,75°-Lenkwinkel (Größe M). An Bord sind 50-mm Schwalbe G-One-R Pro Racereifen, aber Platz ist für mehr. Statt starrer Stütze gibt es auch eine Dropper-Post-Option. Angeboten wird es als Komplettbike mit SRAM XX SL Eagle AXS, superleichten DT Swiss XRC 1200 und Schwalbe G-One R Pro für 8.500 Euro (UVP), verfügbar in kleiner Auflage von 50 Stück ab sofort.
DT Swiss F132 One am Origine Graxx
Auch am „normalen“ Gravelbike ist ein Nischentrend zur Federgabel zu erkennen. Clever löst der französische Direktanbieter Origine die polarisierende Frage „Federung, oder nicht am Gravelbike?“. Die Marke bietet die neue DT Swiss F132 One als eine von drei Federoptionen an ihrem Allrounder Gravelbike Graxx an. Nachdem die Canyon-Exklusivität für die einzige Gravel-Federgabel mit Remote-Lockout direkt am Schalthebel ausgelaufen ist, war die DT Swiss F132 öfter zu sehen. Auch bei Ridley kam sie an einem Gravelbike zum Einsatz. Sowohl Ridley als auch Origine bauen Bikes im Baukastensystem auf und lassen Kunden die Farbwahl treffen.
Orbea: Race Gravel Bike Terra auf Abwegen
Das Orbea Terra Race Gravelbike war in dieser Saison äußerst erfolgreich als Cyclocross-Arbeitsgerät im Einsatz. Mountainbike-Profi Martin Maes fuhr auf dem Rad im Fun Cross-Rennen Turbocross zum Sieg – unter anderem gegen den neuen Deutschen Meister Marcel Meisen. Und der belgische CX-Star Toon Aerts fährt das Gravelbike auch in CX-Rennen, was Orbea in der Crossnation Belgien natürlich gerne zur Schau stellte. Womit auch geklärt wäre, dass der Unterschied zwischen modernen Race Gravelbikes und traditionellen CX-Bikes eher nebensächlich ist. Bei seinem CX-EM-Sieg war Aerts allerdings auf dem Orbea Orca unterwegs, wie im Netz mehrfach dokumentiert wurde.
Neue Cinelli Zydeco Washboard – günstiger Graveln
Auf dem Cinelli-Stand gab es neben den gewohnten Kunstanflügen im Design auch neue günstige Gravelmodelle der Zydeco-Familie. Mit dem neuen Zydeco Washboard wollen die Italiener auch Einsteiger ins Kieswegfahren und Alltags-Graveller ansprechen.
Der Rahmen ist für 2026 mit dem UDH-Ausfallende aufgewertet. Außerdem werden die Leitungen und Züge nun innen verlegt. Das Gravelbike basiert auf einem Alurahmen, der je nach Preispunkt mit einer Carbongabel oder einer Alugabel (All Day) kombiniert wird. Montagepunkte für Schutzbleche, Gepäckträger und Bikepacking-Cages sind vorhanden.
Die Reifenfreiheit liegt bei 45 mm in 700c.
Chiru Titan Gravelbikes und Garbaruk
Chiru haben wir im letzten Bericht von der Cyclingworld Düsseldorf schon einmal vorgestellt mit einem Monster-Gravelbike. Auf der Velofollies fiel die Marke mit ihrem Titan Gravelbike mit Pinion-Getriebe auf. Außerdem setzte Chiru bereits auf die gerade vorgestellte Garbaruk 10-52 Kassette für 13-fach SRAM XPLR-Antriebe. Damit können Gravelbikes mit XPLR-Schaltwerken vom gleich großen Gangspektrum wie im Mullet-Set-up mit MTB-Kassetten und Transmission-Schaltwerken profitieren.
Marin Nicasio 3
Marin spendierte dem Stahl-Gravelbike-Klassiker Nicasio eine Frischzellenkur. Mit neuer Farbe und neuer Ausstattung startet das vielseitige und robuste Gravelbike in die Saison.
…noch mehr Gravelbikes mit Federgabel
…und noch mehr Gravelbikes für Race und Abenteuer
Was sagt ihr zu den Gravelbikes der Velofollies?
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41 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumVor Einführung der Scheibenbremse war ja schließlich auch "alles fein". Bin auf die seitenlangen threads zum Thema 32" gespannt, sobald das flächendeckend auf den Markt kommt.
Details sind zu allem noch nicht bekannt.
32" Bikes sehen Schei....aus .Egal ob MTB oder Gravel
Unterrohre wie Dachbalken am e-bike sehen auch Schei... aus.
Am Titan 32er wurde schnell mal ne beliebige Gabel reingehauen damit es zu Messe dastehen kann.
Ästhehtik vom Feinsten.
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