Van Rysel RCR-F Aero-Rennrad im Test Speedbike für Rennfahrer und Kompromisslose

Van Rysel RCR-F Aero-Rennrad im Test: Das RCR-F ist ein reinrassiges Aero-Rennrad, bei dem die Windschnittigkeit bei der Entwicklung klar im Fokus stand. Gebaut für Profis und hoch ambitionierte Hobby-Piloten. Wir konnten den kompromisslosen Renner ausgiebig testen.
Titelbild

Steckbrief: Van Rysel RCR-F

Mit der Vorstellung des RCR-F verließ Van Rysel den allgemeinen Trend hin zu sehr leichten Aero-Rennern und stellte im Frühjahr 2025 ein reinrassiges Aero-Rennrad mit flächigen Rohrformen und einem Gesamtgewicht bei Top-Ausstattung von knapp über 7,4 kg vor. Das neue RCR-F soll gegenüber dem leichteren Aero-Allrounder Van Rysel RCR-R (mit bereits nachgewiesen guter Aerodynamik) sagenhafte 13 Watt bei 45 km/h einsparen und auf schnellen Etappen mit wenig Höhenmetern klar die schnellste Wahl für die Teamfahrer von Decathlon-AG2R La Mondiale sein.

  • Reinrassiges Aero-Rennrad
  • Entwickelt zusammen mit SwissSide
  • Einteiliges Cockpit von Deda
  • Reifenfreiheit 32 mm in 700c
  • Gewicht Rahmen 1010 g (Werksangabe, Größe M unlackiert)
  • Gewicht Gabel 420 g (Werksangabe, Größe M unlackiert)
  • Gewicht Testbike 7,42 kg (gewogen)
  • Ausstattung ab Shimano 105 Di2/SRAM Rival
  • Preis 4.499 Euro bis 8.999 Euro
  • Hersteller-Info www.decathlon.de

Das Van Rysel RCR-F Testbike mit Shimano Dura-Ace Di2 Gruppe
# Das Van Rysel RCR-F Testbike mit Shimano Dura-Ace Di2 Gruppe – es ist in 5 Rahmengrößen erhältlich und kostet 7.999 €.

Diashow: Van Rysel RCR-F Aero-Rennrad im Test: Speedbike für Rennfahrer und Kompromisslose
Ausreichende 140er-Bremsscheibe am Hinterrad
Der Continental Aero 111 Reifen wurde von Swiss Side mitentwickelt
Ein schlanker, aber stabiler Computermount gehört zum Lieferumfang.
Die Kassette ist mit 11-30 Zähnen eng gestuft
Extrem schnelle Richtungswechsel muss man dem Van Rysel mit Nachdruck nahe bringen
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Das einteilige Aero-Cockpit stammt von Deda.
# Das einteilige Aero-Cockpit stammt von Deda.
Der Rahmen wurde im Windkanal geformt.
# Der Rahmen wurde im Windkanal geformt.
Laufräder von Swiss Side mit 62 mm hohen Felgen
# Laufräder von Swiss Side mit 62 mm hohen Felgen – und der Aero-Reifen 111 von Continental.

Details

EinsatzbereichRennen, Aero
RahmenmaterialCarbon
GabelCarbon
Gewicht (o. Pedale)7,4 kg
Stack535 mm
RahmengrößenXXS, XS, S, M, L, XL (im Test: M)
Websitewww.vanryselcycling.com
Preisspanne4.499 Euro - 8.999 Euro
Preis: 7.999 Euro

Bei diesem Rennrad handelt es sich eindeutig nicht um ein Modell für den Alltag oder entspannte Ausfahrten. Es ist eine reinrassige Rennmaschine, deren Zweck darin besteht, Rennfahrern ein möglichst schnelles Arbeitsgerät für Wettbewerbe mit eher geringen Steigungsanteilen bereitzustellen. Die gesamte Entwicklung war klar darauf ausgerichtet, maximale Performance bei hohen Geschwindigkeiten zu erreichen. Laut Van Rysel spielt dieses Bike seine Stärken insbesondere dann aus, wenn es mit einem Tempo von 35 km/h oder schneller bewegt wird.

  • Innenlager-Bauart Press-Fit
  • Bremsaufnahme Flat-Mount 160 mm / 140 mm
  • Antrieb- /Schaltungs-Kompatibilität 2-fach, nur elektronische Schaltungen
  • Garantie 5 Jahre auf Rahmen und Gabel, 2 Jahre auf Komponenten
  • Gewichtszulassung 120 kg

Das Cockpit hat einen deutlichen Flare
# Das Cockpit hat einen deutlichen Flare – die Form des Oberlenkers wurde im Windkanal entwickelt.
Der Continental Aero 111 Reifen wurde von Swiss Side mitentwickelt
# Der Continental Aero 111 Reifen wurde von Swiss Side mitentwickelt – kein Wunder, dass er hier verbaut wird.
Die Rahmenformen sind zum Teil massiv
# Die Rahmenformen sind zum Teil massiv – hier gilt Aero vor Gewichtsreduktion.
Die Hinweise auf hochwertige Carbonfasern und die Aero-Entwicklung bei Swiss Side werden stolz auf dem Rahmen präsentiert.
# Die Hinweise auf hochwertige Carbonfasern und die Aero-Entwicklung bei Swiss Side werden stolz auf dem Rahmen präsentiert.
Die Verdickung im Lenkerbogen (Ergodrop) lässt sich sehr angenehm greifen.
# Die Verdickung im Lenkerbogen (Ergodrop) lässt sich sehr angenehm greifen.
Die Gewichtung auf Aerodynamik offenbart sich aus vielen Blickwinkeln.
# Die Gewichtung auf Aerodynamik offenbart sich aus vielen Blickwinkeln.

Das RCR-F wurde für aerodynamische Effizienz auf flacher Strecke und bei hohen Geschwindigkeiten entwickelt. Für bergige Etappen oder langsamere Ausfahrten empfiehlt Van Rysel ganz klar das RCR-R, das wir ebenfalls schon im Test hatten (Van Rysel RCR-Pro Test). Die Fahrer des Team Decathlon AG2R La Mondiale setzen das RCR-F laut Van Rysel auf schnellen Etappen mit weniger als 1.500 Höhenmetern pro 100 Kilometer ein – ab 35 km/h kann der Rahmen dort seine aerodynamischen Stärken voll ausspielen.

Um die Aerodynamik des RCR-F zu perfektionieren, wurde es zusammen mit den Aero-Spezialisten von SwissSide entwickelt. Durch Ausnutzung der aktuellen UCI-Regeln konnten die Ingenieure sich voll auf die Aerodynamik konzentrieren und zudem auch an der Steifigkeit des Rahmens arbeiten. Durch die Verwendung von „High Modulus Carbonfasern“ will Van Rysel ein optimales Verhältnis von Gewicht zu Steifigkeit erzielen. Im Bereich des Lenkkopfes soll das RCR-F noch einmal 7 % steifer als das RCR-R sein.

Das einteilige Aero-Cockpit wurde speziell für das RCR-F entworfen und wird vom italienischen Carbon-Spezialisten Deda gefertigt. Der 12°-Flare ist darauf ausgelegt, einen kompromisslosen Mix aus Komfort und Aerodynamik zu ermöglichen. Auffällig sind zudem die sogenannten Ergodrops, die den Komfort verbessern und die Handhaltung im Unterlenker entspannter gestalten sollen.

Ausstattung: 6 Varianten mit elektronischen Schaltgruppen

Gab es das neue Van Rysel RCR-F nach der Vorstellung im Frühjar 2025 zunächst nur sporadisch und in einzelnen Ausstattungsvarianten auf der Internetseite von Decathlon im Angebot, gibt es mittlerweile ein breites Sortiment mit sechs unterschiedlichen Ausstattungspaketen. Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung waren auch fast alle Varianten in vielen Rahmengrößen sofort verfügbar.

Auffällig ist das durch die Bank gute Preis-Leistungs-Verhältnis der sechs angebotenen Modelle. Echte Schnäppchen sind die Bikes zum normalen Verkaufspreis allerdings auch keine. Vielmehr bewegt sich Van Rysel mit den Pro Modellen mittlerweile eher auf dem Niveau von Canyon oder anderen Direktanbietern. Im Vergleich zu den „großen“ Namen, die ebenfalls in der World Tour aktiv sind, sind die Van Rysel Bikes jedoch durchaus als günstig einzustufen.

Die Shimano Dura-Ace Di2 Gruppe mit Powermeter an Bord
# Die Shimano Dura-Ace Di2 Gruppe mit Powermeter an Bord – hat im Test auf gewohnt hohem Level geliefert.
Die Kassette ist mit 11-30 Zähnen eng gestuft
# Die Kassette ist mit 11-30 Zähnen eng gestuft – das RCR-F ist nicht für die Berge gebaut.
Ausreichende 140er-Bremsscheibe am Hinterrad
# Ausreichende 140er-Bremsscheibe am Hinterrad – mit direkt am Rahmen montiertem Bremssattel.
Hier ist noch einiger Platz frei
# Hier ist noch einiger Platz frei – die Reifenfreiheit beträgt 32 mm.
Der Vorbau ist teilweise im Oberrohr integriert
# Der Vorbau ist teilweise im Oberrohr integriert – alles für einen möglichst geringen Luftwiderstand.
Der Tretlagerbereich ist voluminös
# Der Tretlagerbereich ist voluminös – das sorgt für Stabilität und gute Aerodynamik.

Vorteilhaft, vor allem für Menschen, die weniger ausgeben möchten, ist, dass auch die günstigeren Modelle das Aero-Cockpit von Deda an Bord haben und über den gleichen Rahmen mit „Super High Modulus“-Carbonfasern verfügen wie die Top-Modelle. So unterscheiden sich die Ausstattungsvarianten also hauptsächlich durch die verbauten Laufräder und die Schaltgruppe.

Das Angebot ist klar gegliedert in drei Bikes mit SRAM Schaltung und Zipp bzw. Van Rysel Laufrädern und drei Modelle mit Shimano Schaltung und SwissSide Laufrädern. Die Einstiegsmodelle sind jeweils für 4.500 Euro zu haben. Die Spitzenmodelle kosten 9.000 Euro.

Die genaue Bezeichnung unseres Testrades lautet „RCR-F Pro CF Shimano Dura Ace Di2 Decathlon AG2R La Mondiale“. Diese Version war zum Zeitpunkt unseres Test im Decathlon-Onlineshop in mehreren Rahmengrößen zum Preis von 7.999 Euro erhältlich und damit genau 1.000 Euro günstiger als die identisch ausgestattete Version ohne Teamlackierung. Warum Decathlon die Teamvariante so viel günstiger anbietet, ist uns nicht bekannt. Wir konnten jedenfalls abgesehen von der Lackierung keine Unterschiede feststellen.

Die Gabelkrone ist weit im Rahmen integriert
# Die Gabelkrone ist weit im Rahmen integriert – aufwendig in der Produktion, aber gut für die Aerodynamik.
Sauber und stabil ausgeführte Sattelklemmung.
# Sauber und stabil ausgeführte Sattelklemmung.
Ein schlanker, aber stabiler Computermount gehört zum Lieferumfang.
# Ein schlanker, aber stabiler Computermount gehört zum Lieferumfang.
Wohin diese Geo-Daten wohl führen?
# Wohin diese Geo-Daten wohl führen?
Aufwendige Lackierung, auch an Stellen, wo es nicht sofort ins Auge sticht.
# Aufwendige Lackierung, auch an Stellen, wo es nicht sofort ins Auge sticht.
Von dieser Sattelstütze sollte man nicht viel Federungskomfort erwarten
# Von dieser Sattelstütze sollte man nicht viel Federungskomfort erwarten – vom Rest des Bikes allerdings auch nicht.

Erfreulicherweise ist an allen Modellen das gleiche einteilige Aero-Cockpit von Deda verbaut. Für Triathleten oder Langstrecken-Racer gibt es auch einen passenden Zeitfahr-Aufsatz für das Cockpit. Schön ist auch, dass Van Rysel durchweg hochwertige Komponenten verbaut. Wer es zum Beispiel gewohnt ist, bei günstigen Varianten mit billigen Reifen abgespeist zu werden, darf sich beim RCR-F immer über Top-Reifen von Continental freuen. Konsequent wird auch der Continental 111 Aero-Reifen bei allen Varianten mit Swiss Side Laufrädern eingesetzt.

Nachfolgend alle sechs Varianten im Überblick. Unser Testbike hat die gleiche Ausstattung wie die Dura Ace Di2 Variante.

ModellRCR-F Pro CF Dura Ace Di2RCR-F Pro CF SRAM Red AXSRCR-F Pro Shimano Ultegra Di2RCR-F Pro SRAM Force AXSRCR-F Pro Shimano 105 Di2RCR-F SRAM Rival AXS
Preis8.999 €8.899 €6.199 €6.299 €4.499 €4.500 €
Gewicht7,5 kg (Werksangabe)7,4 kg (Werksangabe)8,0 kg (Werksangabe)8,0 kg (Werksangabe)8,2 kg (Werksangabe)8,1 kg (Werksangabe)
RahmenRCR-F Pro Super High Modulus, 12x142 mm Max. Reifenfreiheit: 32 mmRCR-F Pro Super High Modulus, 12x142 mm Max. Reifenfreiheit: 32 mmRCR-F Pro Super High Modulus, 12x142 mm Max. Reifenfreiheit: 32 mmRCR-F Pro Super High Modulus, 12x142 mm Max. Reifenfreiheit: 32 mmRCR-F Pro Super High Modulus, 12x142 mm Max. Reifenfreiheit: 32 mmRCR-F Pro Super High Modulus, 12x142 mm Max. Reifenfreiheit: 32 mm
GabelRCR-F Pro, 12x100 mmRCR-F Pro, 12x100 mmRCR-F Pro, 12x100 mmRCR-F Pro, 12x100 mmRCR-F Pro, 12x100 mmRCR-F Pro, 12x100 mm
GruppeShimano Dura-Ace Di2 inkl. PowermeterSRAM Red AXS inklusive PowermeterShimano Ultegra Di2 inkl. Inpeak-E PowermeterSRAM Force AXS inklusive PowermeterShimano Ultegra Di2 inkl. Inpeak-E Powermeter einseitigSRAM Rival AXS inklusive Powermeter
Übersetzung52/36 - 11-3450/38 - 10-3352/36 - 11-3448/35 - 10-3652/36 - 11-3448/35 - 10-36
LaufradsatzSwiss Side Hardron 625 Ultimate, Tubeless readyZipp 454 NSW, Tubeless ReadySwiss Side Hardron 625 Classic, Tubeless readyZipp 404 SW, Tubeless ReadySwiss Side Hardron 625 Classic, Tubeless readyVan Rysel VR 50, Tubeless ready
ReifenContinental Aero 111 26mm vorn, Continental GP 5000 S TR 28 mm hintenContinental GP 5000 S TR 28 mm vorn und hintenContinental Aero 111 26mm vorn, Continental GP 5000 S TR 28 mm hintenContinental GP 5000 S TR 28 mm vorn und hintenContinental Aero 111 26mm vorn, Continental GP 5000 S TR 28 mm hintenContinental GP 5000 S TR 28 mm vorn und hinten
BesonderheitenEinteiliges Aero-Cockpit von DedaEinteiliges Aero-Cockpit von DedaEinteiliges Aero-Cockpit von DedaEinteiliges Aero-Cockpit von DedaEinteiliges Aero-Cockpit von DedaEinteiliges Aero-Cockpit von Deda

Geometrie: 6 Rahmengrößen mit sportlicher Sitzposition

Wer sich die Geometriewerte des RCR-F anschaut, wird schnell feststellen, wie ernst Van Rysel den Racing-Anspruch hier nimmt. Die Stack- und Reach-Werte sind äußerst sportlich und kompromisslos ausgelegt. In Rahmengröße M kommt das RCR-F mit einem sehr langen Reach von 392 mm und einem niedrigen Stack von 535 auf einen STR-Wert von 1,36. Es ist damit noch ein ganzes Stück sportlicher ausgelegt als etwa ein Specialized Tarmac SL8 in Größe 54, welches zwar einen noch etwas tieferen Stack-Wert von 534 mm aufweist, dafür aber auch im Reach 5 mm kürzer ist. Ein Giant Propel etwa hat im Vergleich einen 4 mm kürzeren Reach und einen um 10 mm höheren Stack als das RCR-F.

So sportlich die Sitzposition ist, fällt aber auch gleichzeitig auf, dass der Radstand mit 986 mm um 6 mm (Giant Propel) bzw. 8 mm (Specialized Tarmac SL8) länger ist. Das deutet schon darauf hin, dass Van Rysel die Sitzposition sehr sportlich definiert hat, aber gleichzeitig viel Wert auf ein stabiles Handling und guten Geradeauslauf legt. Hinsichtlich Lenk- und Sitzwinkel gibt es nämlich keine Auffälligkeiten im direkten Vergleich. Und so viel sei schon mal an dieser Stelle verraten: Die Hinweise aus den Daten, sollten sich im Praxistest ganz klar und deutlich bewahrheiten.

Die Sitzposition ist tief und lang
# Die Sitzposition ist tief und lang – ideal für ein reinrassiges Aero-Rennrad.

Dass Van Rysel, das RCR-F in immerhin sechs Rahmengrößen anbietet, ist erfreulich, wenn auch weit von der Vielfalt einiger anderer Hersteller wie zum Beispiel Pinarello entfernt. Allerdings sind nicht alle Modelle in allen Rahmengrößen gelistet. In Rahmengröße XXS war zum Zeitpunkt der Artikelerstellung nur eine Variante mit SRAM Red AXS Schaltgruppe in der kleinsten Rahmengröße auf der Decatlon Internetseite zu finden..

Die Abmessungen des Rahmens entsprechen übrigens genau denen, des Alround-Wettbewerbs-Rennrades Van Rysel RCR-R. So können die Teamfahrer jederzeit zwischen den beiden Bikes wechseln, ohne sich groß anpassen zu müssen.

Hier die Geometrie-Daten aller Rahmengrößen im Detail:

Rahmengröße XXS XS S M L XL
Laufradgröße 28″ / 700C 28″ / 700C 28″ / 700C 28″ / 700C 28″ / 700C 28″ / 700C
Reach 382 mm 386 mm 389 mm 392 mm 399 mm 412 mm
Stack 498 mm 504 mm 520 mm 535 mm 561 mm 585 mm
STR 1,30 1,31 1,34 1,36 1,41 1,42
Lenkwinkel 71° 72° 73° 73° 73° 73°
Sitzwinkel, effektiv 75,5° 74° 74° 73,5° 73,5° 73,5°
Oberrohr 513 mm 531 mm 540 mm 552 mm 566 mm 587 mm
Oberrohr (horiz.) 513 mm 531 mm 540 mm 552 mm 566 mm 587 mm
Steuerrohr 92 mm 97 mm 114 mm 130 mm 157 mm 182 mm
Sitzrohr 457 mm 467 mm 477 mm 487 mm 518 mm 547 mm
Kettenstreben 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm
Radstand 980 mm 978 mm 979 mm 986 mm 1.002 mm 1.022 mm
Tretlagerabsenkung 73 mm 70 mm 67 mm 67 mm 67 mm 67 mm
Einbauhöhe Gabel 372 mm 372 mm 372 mm 372 mm 372 mm 372 mm
Gabel-Offset 45 mm 45 mm 45 mm 45 mm 45 mm 45 mm

In unserer Geometrie-Datenbank könnt ihr das Van Rysel RCR-F mit anderen Aero-Rennrädern ganz einfach vergleichen. Einfach auf die Links in der Tabelle unten klicken.

Auf dem Kurs

Die Sitzposition auf dem Van Rysel RCR-F ist, wie schon weiter oben angedeutet, sehr sportlich. Ohne Spacer unter dem Cockpit komme ich auf eine Überhöhung von 135 mm. Das ist ein recht knackiger Wert, bei vielen Race-Bikes komme ich auf maximal 130 mm, bei manchen teilweise auch deutlich weniger. Was mir zudem auffällt, ist der tendenziell lange Reach, den ich auch mit weit nach vorn geschobenem Sattel noch deutlich spüre.

Mit gemessen 37 cm Breite an den Hoods und 42 cm im Unterlenker passt das Carbon-Cockpit von der Breite her genau in meinen bevorzugten Sweetspot. Der Oberlenker ist sehr tief und lässt sich im mittleren Bereich mit meinen recht kleinen Händen (Handschuhgröße S/8) nicht besonders angenehm greifen. Im äußeren Bereich mit Lenkerband passt die Ergonomie jedoch sehr gut. Der Bereich zum Lenkerbandwickeln ist durch eine Verjüngung klar definiert. So ist man zwar vom Bereich her eher ein wenig eingeschränkt, bekommt aber einen sauberen Übergang vom Lenkerband zum blanken Carbon des Lenkers.

Extrem schnelle Richtungswechsel muss man dem Van Rysel mit Nachdruck nahe bringen
# Extrem schnelle Richtungswechsel muss man dem Van Rysel mit Nachdruck nahe bringen – dafür liegt es in schnellen, langgezogenen Kurven sehr ruhig.

Ausgezeichnet gefallen haben mir die stark ausgeformten Griffbereiche im Bogen des Unterlenkers, die von Van Rysel Ergodrops genannt werden. Hier lässt sich der Lenker sehr angenehm und fest greifen. So findet man zum Beispiel auch bei harten Sprints sehr viel Halt und eine angenehme Position für die Hände. Der Lenkerdrop fällt, wie bei vielen modernen Aero-Lenkern, recht gering aus, so wird die tiefe Sitzposition zumindest im Unterlenker leicht kaschiert.

Die Beschleunigung bei den ersten Tritten in die Pedale erfolgt nicht ganz so spontan und schnell wie von manch anderem Highend Rennrad gewohnt. Das ist aber wenig überraschend, denn das Van Rysel RCR-F ist nun mal mit 62 mm hohen Laufrädern ausgestattet. Und deren Effekt, lässt sich auch nicht durch Carbon-Leichtbau kaschieren. Hier sind die bewegten Massen einfach höher als bei einem ultraleichten Berg-Laufradsatz mit zum Beispiel nur 35 mm Felgenhöhen. Folglich benötigt man einfach etwas mehr Energie und entsprechend Zeit, um alles ins Rotieren zu bekommen.

Bei harten Antritten wirkt der Rahmen extrem steif
# Bei harten Antritten wirkt der Rahmen extrem steif – an den Ergodrops im Lenkerbogen findet man tollen Halt.

Dafür bleibt die Fuhre aber auch leichter auf Geschwindigkeit, sobald man diese erst mal aufgebaut hat. Besonders spürbar ist das bei Tempi jenseits der 35 km/h. Wer es richtig eilig hat, profitiert von der Aerodynamik des Van Rysel RCR-F am meisten. Je schneller man fährt, desto leichter wird es im Verhältnis zu einem weniger aerodynamischen Rad die Geschwindigkeit zu halten. Beim Tempobolzen auf der Geraden fühlt sich das RCR-F am wohlsten. Dazu passen auch das stabile Geradeauslaufen und das völlig unaufgeregte Handling.

Das Fahrverhalten des Van Rysel RCR-F ist nämlich keineswegs auf der nervösen Seite, vielmehr strahlt es in jeder Situation Ruhe und Stabilität aus. Das ist zum Schnellfahren prinzipiell nicht verkehrt und schafft erst mal Vertrauen, verlangt auf kurvigen Strecken aber auch etwas mehr Input vom Fahrer, als beispielsweise ein Giant TCR, das gleichzeitig parallel im Test lief. Will man etwa einem Hindernis oder einem zu spät gesehenen Schlagloch ausweichen, kann man das Van Rysel RCR-F nicht ganz so schnell und nur mit mehr Nachdruck zum Spurwechsel bewegen, wie ein agiler ausgelegtes Bike.

Oberkörper runter und Druck aufs Pedal
# Oberkörper runter und Druck aufs Pedal – das Van Rysel RCR-F unterstützt maximal beim Schnellfahren.

Mit dieser Laufruhe kaschiert es aber auch die Seitenwindempfindlichkeit des Vorderrades mit 62 mm hoher Felge. Diese reagiert nämlich trotz Continental Aero 111 Reifen deutlich spürbar auf Böen oder Turbulenzen, wenn man zum Beispiel relativ nahe hinter einem größeren Pkw fährt, oder von einem Lkw überholt wird. Dann kommt durchaus auch mal ungewollte Bewegung ins System, die jedoch dank des stabil ausgelegten Handlings und des Aero-Reifens nie dramatisch wird.

Wer Komfort erwartet, dürfte vom Van Rysel RCR-F allerdings enttäuscht werden. Schaut man sich die massive Sattelstütze an, wird schnell klar, dass Compliance, wie man so schön neudeutsch sagt, nicht weit oben oder gar nicht im Lastenheft stand. Bodenunebenheiten und Schlaglöcher werden weitestgehend ungefiltert an den Hintern weitergegeben. Lediglich rauer Asphalt wird am Hinterrad noch vom 28 mm breiten Continental GP 5000 S TR Hinterreifen gefiltert. Der nur 26 mm breite Continental Aero 111 kann dazu hingegen wenig Beitrag leisten und sorgt zusammen mit dem steifen Cockpit für ein recht harsches Fahrgefühl.

Wer immer Druck auf dem Pedal hat, ist mit dem RCR-F gut beraten
# Wer immer Druck auf dem Pedal hat, ist mit dem RCR-F gut beraten – es ist ideal für Racer und sehr ambitionierte Freizeitfahrer.

Die 29er Version des Continental Aero 111 könnte hier eine Verbesserung bringen, die man allerdings auch mit kleinen aerodynamischen Einbußen zahlen müsste. Denn die Swiss Side Hardron 2 Ultimate Felge ist für den 26er Reifen optimiert. Und sie verfügt mit 20 mm auch nicht gerade über eine üppige Maulweite. Mit 24 mm Maulweite oder mehr und 29er-Reifen ließe sich der Luftdruck deutlich senken und entsprechend der Komfort deutlich erhöhen. So musste ich jedoch am Vorderrad mit 4,7 und am Hinterrad mit 4,6 bar fahren. Für schwerere Fahrer dürfte sich diese Problematik noch verstärken.

Die Verwendung des schmalen Vorderreifens ist aber letztlich ähnlich konsequent wie die komplette Auslegung des Van Rysel RCR-F als kompromissloses Aero-Rennrad. Hier geht es einzig und allein um Geschwindigkeit, der Rest wird diesem Ziel untergeordnet. Wer es leichter haben möchte, wird beim gleichen Hersteller fündig und kann sich das RCR-R anschauen, das laut meinem Kollegen Jan jedoch nicht deutlich mehr Komfort bieten dürfte. Das RCR-F ist hingegen ganz klar die Speedmaschine von Van Rysel. Das ist der klare Anspruch, der auch strikt und kompromisslos umgesetzt wird.

Van Rysel bietet mit dem RCR-F eines der aktuell schnellsten Rennräder an, das wurde auch schon bei unabhängigen Messungen im Windkanal belegt. Dass es sich hierbei mehr um einen Spezialisten für besondere Tage als um einen Allrounder für den Alltag handelt, sollte jedem Kaufinteressenten klar sein.

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Das ist uns aufgefallen

  • Lackierung Auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt so aussehen mag. Die Lackierung unseres Testbikes ist mit Metallic-Elementen und durchschimmerndem Carbon aufwendig und sauber ausgeführt. Auch die Lackierungen der restlichen Modelle sehen meiner Meinung nach zumindest auf den Fotos sehr ansprechend aus.
  • Kurbellänge Van Rysel geht den aktuellen Trend zu kürzeren Kurbeln nicht mit und rüstet das RCR-F mit klassischen Kurbellängen aus. Das bedeutet bei Rahmengröße M eine Kurbellänge von 172,5 mm.
  • Powermeter immer an Bord Es ist leider alles andere als selbstverständlich bei wettbewerbsorientierten Rennrädern in dieser Preisklasse, aber Van Rysel sticht positiv hervor und rüstet alle Modelle ab Werk mit Leistungsmesser aus.
  • Für wen? Für Rennfahrer und alle, die es maximal schnell lieben.
  • Für wen besser nicht? Für Komfortliebhaber. Hier gibt es wenig, worüber man sich hinsichtlich Fahrkomfort freuen könnte, außer den Ergodrops in den Bögen des Unterlenkers.
  • Welche Rennräder sind ähnlich oder kommen nahe? Das Van Rysel RCR-F ist ganz klar ein reinrassiges Aero-Rennrad. Damit tritt es in erster Linie gegen ähnlich positionierte Rennräder wie etwas das Cervélo S5, Scott Foil, BMC Teammachine R01 oder das Canyon Aeroad an. Es bewegt sich damit in einem illustren Kreis meist deutlich teurerer Mitbewerber. Lediglich Canyon spielt mit dem Aeroad in einer ähnlichen Preisklasse.
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Fazit – Van Rysel RCR-F

Das Van Rysel RCR-F ist ein kompromissloses Rennrad für Profis und Schnellfahrer. Es wurde im Windkanal entwickelt und ist nachweislich eines der schnellsten Bikes am Markt. Dafür wurde jedoch der Komfort geopfert und die Sitzposition an die Wünsche der Profis angepasst. Wer genau so ein Rennrad sucht, darf beim RCR-F beherzt zugreifen, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt ebenso wie die Performance dieses kompromisslosen Renners. Schnell fahren macht damit einfach Spaß, denn sowohl die verbauten Komponenten, als auch das Fahrverhalten sind für hohes Tempo ausgelegt.

Artikelbild

Van Rysel RCR-F – Pro / Contra

Stärken

  • Maximaler Speed
  • Hochwertige Ausstattung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Schwächen

  • Geringer Komfort
Race Rennrad RCR-F Pro CF SRAM Rival AXS E1 Powermeter grau
Race Rennrad RCR-F Pro CF Shimano Ultegra Di2 Violett
Shop Logo
DECATHLON
4.500,00 €
Shop Logo
Alltricks
6.499,00 €

Was sagt ihr zum kompromisslosen Aero-Racer von Van Rysel?


Testablauf

Das Van Rysel RCR-F stand uns für mehrere Wochen zum Test zur Verfügung. Gefahren wurde es auf abwechslungsreichen Strecken mit und ohne viele Höhenmeter im Spessart.

Tester-Profil: Harald Englert
65 cm66 kg85 cm56 cm176 cm
Harry fährt gerne schnelle Rennräder und TT-Renner. Seit einigen Jahren dem Triathlon-Sport verfallen. Von kurzen und harten Intervalltrainings bis zu mehrstündigen Touren steht alles auf dem Programm. Meist mit Trainingsziel unterwegs, aber gerne auch auf Genusstour mit Kumpels und Freunden. Wenn Zeit bleibt, zudem auf dem Gravel-Bike oder Enduro-MTB durch den Spessart unterwegs.
Ich fahre hauptsächlich
Rennradtouren, Triathlon-Rennen, Trainings-Einheiten auf dem Rollentrainer
Vorlieben bei der Geometrie
Sportlich, nicht zu lang

Text: Harald Englert / Fotos: Harald Englert, Otto Englert
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59 Kommentare

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  1. Bist Du superschmal (was ist für Dich überhaupt "superschmal"?) überhaupt jemals ernsthaft über einen längeren Zeitraum gefahren um das beurteilen zu können?
    Captain Hook, ich bin mit einem 3T Scatto 36 cm breit 5 Jahre auf der Bahn gefahren. Sah cool aus, die Maschine war aber extrem schwer zu steuern. Standardbreite auf der Strße war lange Zeit 42 cm, alles unter 38 würde ich als superschmal bezeichnen. Beim Crossen bevorzuge ich mittlerweile 44 cm. Ich beurteile das natürlich vor allem aus meiner Perspektive als Master Fahrer.
  2. Captain Hook, ich bin mit einem 3T Scatto 36 cm breit 5 Jahre auf der Bahn gefahren. Sah cool aus, die Maschine war aber extrem schwer zu steuern. Standardbreite auf der Strße war lange Zeit 42 cm, alles unter 38 würde ich als superschmal bezeichnen. Beim Crossen bevorzuge ich mittlerweile 44 cm. Ich beurteile das natürlich vor allem aus meiner Perspektive als Master Fahrer.
    Ich könnte jetzt diverse Referenzen von meiner Perspektive als Mastersfahrer anführen, was aber wenig bringen wird. Fest steht, dass das was Du als superschmal und schwierig empfindest von vielen anderen in noch wesentlich schmaler genau in diesen Einsatzgebieten sehr erfolgreich und problemlos gefahren wird.

    Je schneller gefahren wird, desto besser fühlt sich sowas an. Grenzen würde ich vielleicht bei sehr langsamen Geschwindigkeiten und noch langsameren Kurven sehen.
  3. was Du als superschmal und schwierig empfindest von vielen anderen in noch wesentlich schmaler genau in diesen Einsatzgebieten sehr erfolgreich und problemlos gefahren wird.

    Ganz wichtig. Das Gefühl muss man wirklich selbst haben. Das kann einem auch kein Bikefitter oder so geben.
  4. Ich könnte jetzt diverse Referenzen von meiner Perspektive als Mastersfahrer anführen, was aber wenig bringen wird. Fest steht, dass das was Du als superschmal und schwierig empfindest von vielen anderen in noch wesentlich schmaler genau in diesen Einsatzgebieten sehr erfolgreich und problemlos gefahren wird.

    Je schneller gefahren wird, desto besser fühlt sich sowas an. Grenzen würde ich vielleicht bei sehr langsamen Geschwindigkeiten und noch langsameren Kurven sehen.
    Was ist eine "langsame Kurve"? Komischerweise hat die UCI - für dich vermutlich völlig zu Unrecht - die Lenkerbreite nach unten beschränkt.

    Der Trend zu schmalen Lenkern, langen Vorbauten und vorgelagerten Sätteln beeinflusst die Fahrdynamik jedenfalls Richtung Instabilität. Und Rennfahrer neigen dazu, die Grenzen auszutesten bis es kracht. Ich will nur darauf aufmerksam machen, dass das jeder für sich gut abwägen sollte.
  5. Was ist eine "langsame Kurve"? Komischerweise hat die UCI - für dich vermutlich völlig zu Unrecht - die Lenkerbreite nach unten beschränkt.

    Der Trend zu schmalen Lenkern, langen Vorbauten und vorgelagerten Sätteln beeinflusst die Fahrdynamik jedenfalls Richtung Instabilität.

    Das stimmt halt oft, aber nicht immer. Ich bin beispielsweise Team flacher Lenkwinkel, viel Nachlauf, viel Reach dank Zero Setback + steilem Lenkwinkel, normale Vorbaulänge, nicht zu kurze Kettenstreben, 40cm-Lenker mit nicht zu viel Reach (soll jeder selbst wissen, ob das schmal ist oder breit).
    Das ergibt insgesamt auf jeden Fall ein stabil fahrendes Rad. Nächsten Sommer gönne ich mir etwas Schönes.
Was meinst du?

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