Die UCI ergreift strenge Maßnahmen angesichts der Entwicklung rund um den neuartigen Coronavirus. Veranstaltungen des Internationalen Kalenders sollen bis 3. April ausgesetzt werden. Die Olympia-Qualifikation soll rückwirkend beendet werden. Bisher sind 100 Anträge auf Verschiebungen beim Verband eingegangen.

UCI Maßnahmen zum Coronavirus im Überblick

  • Organisatoren sollen mindestens bis 3. April 2020 keine internationalen Veranstaltungen in gefährdeten Gebieten abhalten
  • Laufende Olympia-Qualifikationsverfahren sollen rückwirkend bis 3. März 2020 beendet werden
  • Einfrieren der Punkte in UCI-Klassifizierungen
  • Bisher über 100 Anträge auf Verschiebungen von Veranstaltungen
  • UCI Hauptsitz für für Besucher geschlossen

Pressemitteilung

Auf der Grundlage der Bewertung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der aktuellen Situation im Zusammenhang mit der COVID-19-Epidemie und der restriktiven Maßnahmen, die von einer Reihe von Ländern innerhalb Europas und darüber hinaus ergriffen wurden und die insbesondere Versammlungen und den Personenverkehr verbieten, kündigt die Union Cycliste Internationale (UCI) heute eine Reihe entscheidender Maßnahmen an, die den maximalen Gesundheitsschutz aller an Radsportveranstaltungen Beteiligten und die sportliche Gleichheit der Teilnehmer gewährleisten sollen.

  • Da die UCI nicht zur Verbreitung des Virus beitragen will und mit dem Ziel, die sportliche Gerechtigkeit bei ihren Wettkämpfen zu gewährleisten, hat sie nach mehreren Krisensitzungen Ende letzter Woche und am Wochenende folgende Maßnahmen ergriffen: Da die Sicherheit der Athleten eine vorrangige Aufgabe der UCI ist, werden die Organisatoren ausdrücklich gebeten, jede Radsportveranstaltung im internationalen Kalender der UCI in den von der WHO als gefährdet eingestuften Gebieten abzusagen;
  • Aussetzung aller Klassifizierungen für alle Veranstaltungen des Internationalen UCI-Kalenders in allen Disziplinen ab dem 15. März 2020 und bis auf weiteres, mindestens jedoch bis zum 3. April 2020. Durch das Einfrieren der Punkte während des angegebenen Zeitraums bewahrt die UCI die sportliche Gerechtigkeit für die Athleten;
  • In Bezug auf das Qualifikationsverfahren für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio 2020, das für die Straßen-, Leichtathletik- und Paralympischen Spiele abgeschlossen ist, aber für Mountainbike, BMX-Rennen, BMX-Freestyle und Paralympisches Straßenrennen noch läuft, hat die UCI beschlossen, das Internationale Olympische Komitee (IOC) bzw. das Internationale Paralympische Komitee (IPC) zu bitten, die Qualifikation rückwirkend zum 3. März 2020 zu beenden. Auch hier gewährleistet die UCI mit dieser starken Entscheidung die sportliche Gerechtigkeit bei der Vergabe der olympischen Quoten.

Diese wichtigen Entscheidungen werden von dem Wunsch des Weltverbandes des Radsports geleitet, so weit wie möglich die gesundheitliche Sicherheit der Radfahrer, der Teams, der Organisatoren, der Partner, der Medien und aller Beteiligten, einschließlich der Öffentlichkeit, sowie faire Wettkämpfe für die Athleten und ihre Teams (kommerziell und national im Falle der Olympischen Spiele) zu gewährleisten. Was den internationalen Kalender der UCI betrifft, so hat die UCI bisher über hundert Anträge auf Verschiebung und Absage registriert, und die Liste wächst täglich. Im professionellen Straßenradsport hat sich die UCI mit den Organen der Organisatoren (AIOCC), der Teams (AIGCP) und der Fahrer (CPA) beraten.

Was das laufende olympische und paralympische Qualifikationsverfahren für Radsportveranstaltungen betrifft, so stellt sich die Situation bis heute wie folgt dar: Angesichts der Ungewissheit über die Verbreitung des Virus hätte die Beibehaltung der ursprünglich geplanten Qualifikationszeiträume (11. Mai 2020 für BMX-Freistil, 27. Mai für Bergrennen, 1. Juni für BMX-Rennen und 7. Juni für Para-Radsport) zu Ungerechtigkeiten zwischen den Nationen geführt. Die UCI hat daher beschlossen, dem IOC und dem IPC vorzuschlagen, das Verfahren ab dem 3. März einzustellen, da bis zu diesem Datum keine Nation an der Anreise zu den Veranstaltungen gehindert wurde.

Diese Entscheidung wird von dem Grundprinzip der Gleichbehandlung aller Athleten und der Notwendigkeit geleitet, zu verhindern, dass dieselben Athleten ihre Wettkampf- und Trainingspläne ständig ändern müssen. Die sich ständig ändernde Gesundheitssituation macht auch die Möglichkeit der Erstellung eines alternativen Kalenders für verschobene Veranstaltungen unsicher, obwohl das IOC allen internationalen Verbänden die Möglichkeit einer Verlängerung bis zum 30. Juni 2020 eingeräumt hat. Darüber hinaus sollte klargestellt werden, dass 70% bis 85% der Qualifikationsveranstaltungen für diese Disziplinen bereits stattgefunden haben und die berücksichtigte Klassifizierung daher einen echten sportlichen Wert darstellt. Mit dieser Maßnahme gewährleistet unser Verband die Integrität unserer Athleten sowie die Gleichbehandlung aller Nationen und verstößt nicht gegen die Grundsätze der Qualifikationssysteme der olympischen Bewegung.

Der Antrag wurde dem IOC und dem IPC vorgelegt, um die Veröffentlichung der olympischen Rangliste und der Quoten der übrigen Disziplinen so schnell wie möglich zu ermöglichen.

Was die Anträge auf Verschiebung von Veranstaltungen betrifft, so wird die UCI zu einem späteren Zeitpunkt die mögliche Neuzuweisung neuer Termine entsprechend den Möglichkeiten des internationalen UCI-Kalenders mitteilen, jedoch ohne jegliche Garantie.

Was das Personal der UCI betrifft, so haben wir zudem Maßnahmen ergriffen, die den neuen Richtlinien des Schweizer Bundesrates vom 13. März 2020 entsprechen. Wir haben daher beschlossen, die Gebäude des UCI World Cycling Centre (WCC) in Aigle, in denen sich der Sitz unseres Verbandes befindet, für die Öffentlichkeit zu schließen. Für die 120 Mitarbeiter der UCI und des UCI WCC haben wir einen Business Continuity Plan aufgestellt, indem wir ab Dienstag, dem 17. März 2020 die Arbeit im Heimbüro aktiviert haben.

Schließlich wiederholt die UCI, dass sie ihr volles Vertrauen in die zuständigen Behörden setzt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, und ihrerseits weiterhin ihre Rolle als Dachverband des Radsports für die verschieden Radsportarten mit der doppelten Verpflichtung zu Gesundheitsschutz und sportlicher Gerechtigkeit wahrnimmt. In dieser Zeit der Ungewissheit wird der Internationale Verband die Situation weiterhin genau beobachten und geeignete Maßnahmen im Interesse unseres Sports ergreifen. Er ruft zur Solidarität aller auf, um diese schwierige Zeit zu überstehen.

Der Präsident der UCI, David Lappartient, erklärte: “Die internationale Entwicklung rund um den Coronavirus hat sich in letzter Zeit stark beschleunigt, vor allem in Europa, was die Behörden dazu veranlasst hat, drastische Maßnahmen zu ergreifen, die sich vor allem auf unseren Sport auswirken. Angesichts dieser beispiellosen und sich verändernden Situation müssen wir uns anpassen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um so weit wie möglich die Sicherheit der Menschen bei unseren Veranstaltungen sowie die sportliche Gerechtigkeit zu gewährleisten. Mit den wichtigen Entscheidungen, die bezüglich des Internationalen Kalenders der UCI und des olympischen Qualifikationsverfahrens getroffen wurden, liefern wir den Menschen in unserem Sport die erwarteten Antworten. Die Herausforderungen, denen wir uns angesichts der aktuellen Situation stellen müssen, erfordern von allen Mitgliedern der Radsportfamilie und der olympischen Bewegung, dass sie innovativ, stark und vereint sind”.


Hier findet ihr die Timeline zum Coronavirus im Rennradsport auf Rennrad-News:

Coronavirus im Radsport – Chronik der Ereignisse im laufenden Update

Infos/Fotos: UCI

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