Ist das die Zukunft des Stahlrenners? Als Steelworks Rennrad kommt ein High-tech Stahlrahmen von Thyssenkrupp auf den Markt. Das Design bricht radikal mit der klassischen Stahlrohrtradition und wurde vor kurzem mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Hier die Infos zum innovativen Stahlrahmen.

Thyssenkrupps Steelworks Rennradrahmen Infos

  • Neuer Rennradrahmen aus High-tech Stahl mit Red Dot Design Award
  • Geschweißt aus 2 Halbschalen aus Dualphasen-Stahl
  • Verspricht hohen Komfort am Sattel
  • Träger des Best of the Best Red Dot Designpreises
  • Derzeit ausgestellt im Design-Museum in Essen
  • Preis k.A.
  • Verfügbar ab Spätsommer als Komplettrad
  • Infos www.steelworks.bike
Das Projekt Steelworks ist im Konzern verankert, wie das Team-Fotovon der Preisverleihung zeigt: (v.l.n.r.) Dr. Hans-Peter Schmitz, Ralf Stegmeyer (beide aus dem Bereich Forschung und Entwicklung), Jia-Uei Chan (Projektleiter Steelworks), Premal Desa
# Das Projekt Steelworks ist im Konzern verankert, wie das Team-Fotovon der Preisverleihung zeigt: (v.l.n.r.) Dr. Hans-Peter Schmitz, Ralf Stegmeyer (beide aus dem Bereich Forschung und Entwicklung), Jia-Uei Chan (Projektleiter Steelworks), Premal Desa

Details

Thyssenkrupp Steel hat ein Hightech-Rennrad aus Stahl entwickelt, genauer gesagt, zunächst einen neuen Stahlrahmen. Steelworks ist der Name des Rahmens. Mit ihm gewann der Stahlbereich von Thyssenkrupp unlängst den Best of the Best Red Dot Design Award in der Kategorie Material & Surfaces.

Mit Details zum Rahmen und Bildern halten sich die Entwickler noch bedeckt. Der Stahlrahmen von Thyssenkrupp ist aus sogenanntem Dualphasen-Stahl gefertigt. Dabei handelt es sich laut einer Pressemitteilung um besonders beständigen Stahl, der eine höhere Festigkeit und Steifigkeit als Aluminium besitzt, aber zugleich eine Formgebung erlaubt, wie man sie von Carbonrahmen kennt. Das spiegeln auch die ausschnitthaft verfügbaren Bilder des Rahmens wieder.

Das Fertigungsverfahren weicht vom klassischen Verbinden von Rohren per Löten oder Schweißen ab. Zwei verzinkte Stahlbleche werden laut Thyssenkrupp zunächst in zwei Halbschalen gepresst und dann mit automatisierter 3D-Laserschweißtechnik zusammengefügt. Die Halbschalenfertigungs-Technologie soll nahezu unsichtbare Schweißnähte und eine gleichbleibend hohe Qualität bei der Produktion der Fahrradrahmen erlauben. Thyssenkrupp verspricht eine „extreme Steifigkeit des Stahlrahmens im Tretlagerbereich“ und gleichzeitig eine „hohe Flexibilität im Sattelrohr“, die zusammen mit der eigenen Dämpfung des Materials für komfortables Fahren sorgen soll. „Die vielseitigen Eigenschaften von Stahl haben uns inspiriert. Ohne die hervorragenden Umformeigenschaften des Stahls bei gleichzeitig hoher Festigkeit wäre die bionische Gestaltung des Sattelrohres nicht möglich gewesen“, sagt Jia-Uei Chan, Projektleiter von Steelworks. Als Komplettrad soll das Steelworks ab Spätsommer 2019 zu kaufen sein.

Der Thyssenkrupp Steelworks Rahmen erhielt den Red Dot Design Award Best of the Best 2019
# Der Thyssenkrupp Steelworks Rahmen erhielt den Red Dot Design Award Best of the Best 2019

Meinung @Rennrad-News

Columbus, Dedacciai, Oria, Reynolds, Tange – High-end Stähle für Rennräder verbindet die Welt schon lange nicht mehr mit Deutschland, obwohl auch das Ruhrgebiet mit Mannesmann, später Oria, einen gefragten Stahlrohr-Hersteller beheimatete. Der Rahmen von Thyssenkrupp Steelworks sieht dagegen auf den ersten Blick aus wie ein Carbonrahmen. Technisch könnte Stahl dank der hohen Zugfestigkeit und des großen elastischen Bereiches tatsächlich ein konkurrenzfähiger Werkstoff sein (und im Vergleich zu Carbon ein besser recycelbarer). Vieles wird davon abhängen, wie leicht der Rahmen nun geworden ist und wie rentabel die Fertigung. Mit ersterem hält Steelworks noch hinter dem Berg, letzteres scheint gelöst – mit Verkaufsstart ist keine Customfertigung gemeint. In jedem Fall würden wir dem Stahlrahmen auch eine Renaissance im größeren Maßstab als im Custom-Rahmenbau und bei kleineren Herstellern wünschen. Er hat es verdient.

Vielversprechendes Produkt oder Konzept-Imageträger? Was denkt ihr über Steelworks?


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Infos/Fotos: Pressemitteilung Thyssenkrupp Steel
  1. benutzerbild

    4x5

    dabei seit 09/2012

    koutenmann schrieb:

    Er ist schwer

    Wie viel wiegt er denn?

    koutenmann schrieb:

    und nicht reparierbar

    Was sich auch erstmal zeigen müsste. Sehe ich als Randgruppenaspekt bzw. Vorteil/Nachteil nur in der Papierform.
  2. benutzerbild

    Gefahradler

    dabei seit 06/2006

    Also mein Alurahmen von der Stange (Emonda ALR 55cm) wiegt 1,3kg. Das ist wohl nicht zu schaffen, aber 1,6 wäre für mich auch noch OK, 2 kg zu viel. Interessant wäre auch noch, ob es verschiedene Größen gibt, oder wegen der teuren Tiefziehform nur eine? Und wie passgenau die Lagersitze, sowie die Sattelstützen-Aufnahe ist?
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  4. benutzerbild

    koutenmann

    dabei seit 11/2018

    Der Rahmen soll „unter 2kg“ wiegen. Sowas sagt man, wenn er 1,8 oder 1,9kg wiegt, denke ich.
  5. benutzerbild

    solution85

    dabei seit 09/2017

    koutenmann schrieb:

    Der Rahmen soll „unter 2kg“ wiegen. Sowas sagt man, wenn er 1,8 oder 1,9kg wiegt, denke ich.

    1,99
  6. benutzerbild

    scultura907

    dabei seit 07/2019

    koutenmann schrieb:

    Was genau ist nun der Vorteil des Rahmens? Er ist schwer und nicht reparierbar. Vermutlich auch teuer, weil er irgendwie extravagant ist.


    Reparierbar wird er wohl sein, denn an dem Ausstellungs-Bike weiter oben (Bild in dgorells Beitrag) ist am rechten Ausfallende eine Naht zu sehen. Ergo: Was beim Zusammenbau geschweisst wurde, könnte auch später wieder geschweisst werden! Beulen zu beseitigen, sollte ja ohnehin kein Problem sein ... wie beim Auto eben

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