Die Endura Pro SL Thermal Jacke ist als technische Jacke für Rennradfahrer, die auch im Winter hart trainieren. Dabei erweist sich die 175 € teure Jacke als höherwertiger, als es das mittlere Preissegment erwarten lässt – hier ist unser Test!

Endura Pro SL Thermal Windproof Jacket – kurz & knapp

Die Endura Windproof Thermal Jacke wurde als Teil der Endura Pro SL Thermal Kollektion mit Blick auf zu jeder Jahreszeit intensiv trainierende Rennradfahrer entwickelt. Da Endura seinen Sitz in Schottland hat, wurde dabei auch an das dortige Klima gedacht – also Kälte und Regen. Das spiegelt sich deutlich in der Machart der Jacke wider. Winddichte Partien an der Front wechseln sich mit dünnen, stark stretchenden Stoffbahnen an den Seiten und am Rücken ab — soweit eine typische Rennrad-Softshelljacke für kühle Temperaturen. Untypisch ist, dass das Front- und Arm-Material an der Endura vergleichsweise dick ausfällt, sogar leicht gefüttert ist und dabei dennoch stark dehnbar ist. Auch viele winterspezifische Details zeichnen die Endura Pro SL Thermal Jacke aus, doch dazu später mehr.

  • wasserfest imprägniert mit DWR
  • winddichtes Stretch-Gewebe im Frontbereich und an den Armen
  • großer, hinterlegter und durchgehender Reißverschluss vorne
  • reflektierende Elemente an Armen und Rücken
  • körperbetonter Radschnitt mit verlängertem Rücken und Ärmeln
  • Silikonabschluss am Hüftbund
  • 3 Rückentaschen
  • 1 wasserdichte Rückentasche mit Reißverschluss
  • Farben: Blau/Orange, Rot, Schwarz
  • Herstellungsland: China
  • Pflege: waschbar bis 40 Grad Celsius
  • Materialien: 70% Polyester / 20% Thermolite / 8% Elasthan / 2% Nylon
  • Gewicht: 505 g (gewogen, M)
  • Größen: S, M (getestet), L, XL, XXL
  • www.endurasport.com

Preis: 174,99 Euro Bikemarkt: Endura Pro SL kaufen

Gut ausgerüstet
# Gut ausgerüstet - Das Kürzel "Pro SL" steht bei Endura für die Profi-Bekleidung. Ein Versprechen, das die Jacke mit sehr guter Verarbeitung einlöst.

In der Hand

Wir haben die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke in Größe M getestet. Beim ersten Anfassen fühlt sich das Material fester und glatter an, als man es von vielen Softshelljacken kennt; es hat einen leicht silikonartigen Touch. Auch das Gewicht von 505 Gramm deutet darauf hin, dass die Jacke eher großzügig mit Material ausgestattet ist. Durch den glatten Oberstoff der winddichten Partien scheint die Waffelstruktur der Fütterung durch — sie soll die Schweißaufnahme und -abfuhr verbessern. Die dampfdurchlässigen Segmente an Rücken und Armen besitzen dagegen eine fleece-artige Innenseite. Alle Stoffteile sind stark dehnbar, der Reißverschluss mit großen Zähnen läuft leicht. Ein vielversprechendes Detail ist der am Hals eingearbeitete Wärmekragen: Im hohen Halsabschluss befindet sich wie bei einem Schlafsack sozusagen eine „Dichtlippe“, die Windeinfall verhindern soll. Ein weiteres tolles Detail: Auf den drei geräumigen und nicht zu dünn ausgeführten Rückentaschen sitzt eine gedichtete Handytasche mit Reißverschluss.

Viel praktischer Stauraum
# Viel praktischer Stauraum - Drei große Rückentaschen und eine wasserdichte Handytasche nehmen das Reparaturset, das Portemonnaie, Handy und mehr locker auf. Das High-Viz.Orange gibt es nur bei der navy-blauen Jacke
Dicker Stretch-Stoff sorgt bei der Endura Pro SL Thermal Windproof für körpernahe Passform und trotzdem wärmende Wirkung
# Dicker Stretch-Stoff sorgt bei der Endura Pro SL Thermal Windproof für körpernahe Passform und trotzdem wärmende Wirkung
Gute Sichtbarkeit durch orangefarbene Rückentaschen und Reflektoren ist garantiert
# Gute Sichtbarkeit durch orangefarbene Rückentaschen und Reflektoren ist garantiert
Nimmt gefühlt viel Schweiß auf und wärmt gut
# Nimmt gefühlt viel Schweiß auf und wärmt gut - Waffelartige Struktur als Futter der winddichten Partien

Die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke offenbart schon beim Reinschlüpfen ihren körperbetonten Raceschnitt: Die Größe M fällt bei 1,80 m also normal aus. Die Ärmel sitzen eng: dicke Pulsuhren vor dem Anziehen ablegen! Der Bund will mit Nachdruck nach vorne gezogen werden, um den leichtgängigen Reißverschluss zu schließen. Gut gefällt die breite, steife Hinterlegung – hier kann sich der Reißverschluss unter keinen Umständen verhaken, wenn es mal hektisch wird. Der Bund mit breitem Silikonbesatz rutscht auch in Rennhaltung nicht hoch. Auch am Bauch wirft die Jacke nicht übermäßig Falten, hier muß aber ein kleiner Tribut an das dicke Material gezollt werden. Es spannt dank des stark stretchenden Materials nirgends. Auch die Armabschlüsse fühlen sich an der empfindlichen Haut am Handgelenk schön weich an, der Kragen drückt trotz enger Konturführung an keiner Stelle.

Auf dem Kurs

Gefahren sind wir die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke überwiegend im Trainingstempo auf der Straße,  auch 60 km/h-Abfahrten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt waren dabei Auf dem Rad schränkt die Jacke die Bewegungsfreiheit nicht ein. Kalte Luft kann wirklich nirgends eindringen, weder an den Armabschlüssen noch am Hals — sonst ein prädestiniertes Einschlupfloch für den Wind. Die Front erweist sich als absolut winddicht. Für die Nutzung nur mit Baselayer würden wir uns aber einen weiter Richtung Rücken gezogenen Windschutzbereich wünschen.

Die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke im Einsatz
# Die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke im Einsatz - Wir waren den ganzen Winter über mit der Jacke unterwegs

Sinnvoll kombiniert reichte der gut nutzbare Temperaturbereich von -8 bis +13 Grad. Bei zweistelligen Plusgraden kam nur ein Langarm-Baselayer darunter zum Einsatz. Bei den genannten Temperaturen war das Klima in der Endura Pro SL Thermal Windproof hervorragend, die Dampfdurchlässigkeit für die Transpiration hat Endura klar im Griff. Wenn am Anstieg mal deutlich mehr Luft an den Körper sollte, war der Reißverschluss schnell und leicht geöffnet. Der verlängerte Rücken rutschte nicht hoch und die Rückentaschen waren gut zugänglich. Bei anhaltendem Regen hielt die Imprägnierung das Wasser nicht dauerhaft draußen, war aber gegen längere Schauer durchaus gewappnet. Selbst die leicht feuchte Jacke wärmte aber zumindest bei Plus-Temperaturen noch zufriedenstellend. Alles in allem entwickelte sich die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke zum Oberteil der Wahl für viele Tage in diesem trüben, kalten Winter.

Haltbarkeit

Die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke wurde im Testzeitraum insgesamt knapp über 1.000 Kilometer ab Oktober 2017 gefahren. Eine Zeit und Belastung, die bei dem sehr gut verarbeiteten Kleidungsstück zu keinen Abnutzungsspuren führte. Nach 8 Wäschen zeigte die DWR erste Lücken im Oberschenkel-Bereich, wo das Wasser nicht mehr abperlte. Auch Trocknen im Trockner brachte dann keine entscheidende Besserung mehr. Allerdings war die Funktion auch mit eingeschränkter Imprägnierung noch sehr zufriedenstellend. Positiv fällt auch auf, dass die Jacke ohne Klettverschlüsse auskommt: Das verspricht Schonung anderer Kleidung beim Waschen (nicht jeder denkt vor dem Waschen immer ans Verschließen des Kletts).

Hält den Rücken unten
# Hält den Rücken unten - breiter Bund, der stramm sitzt, aber nicht einschneidet...
...mit großem Silikon-Besatz
# ...mit großem Silikon-Besatz

Fazit – Endura Pro SL Thermal Jacke

Die Endura Pro SL Thermal Windproof Jacke war in diesem Winter häufiger im Einsatz als jedes andere Oberteil: Sie speichert Wärme, ohne den hart arbeitenden Körper zu überhitzen, schützt bei den allermeisten Wetterlagen und ist in sportlicher Rennradhaltung sehr angenehm zu tragen. Ihre funktionalen Qualitäten und die Fülle gelungener Details lassen einen höheren Preis erwarten — Tipp!

Pro
  • körperbetonter Rennradschnitt, flattert nicht
  • hohe Atmungsaktivität
  • gute, robuste Taschen inklusive dichter Handytasche
  • im Neuzustand sehr gute Imprägnierung
  • frosttauglich, über einen weiten Temperaturbereich nutzbar
  • gute Sichtbarkeit (Testmodell)
  • fairer Preis
Contra
  • etwas schwer
  • nichts für wärmere Tage

Preisvergleich Endura Pro SL Thermal Jacke

Über den Autor

Jan Gathmann

Jan Gathmann leitet die Rennrad-News Redaktion von Wuppertal aus, der Stadt, die ihr Radstadion dem Fußball opferte. Er testet, interviewt und versucht Renngeschehen in Worte zu fassen. Jan ist gelernter Journalist, testet seit 20 Jahren Fahrräder (davor Autos) und schreibt darüber ebenso gerne wie über Menschen aus der Fahrradwelt, unter anderem schon für Trekkingbike, Velomotion und zuletzt beim RADtouren-Magazin. Er fährt am liebsten alles, was einen Rennbügel hat: vom Bahnrad bis zum Monster-Gravelbike. Jan liebt auch Schlamm, weshalb er gelegentlich auf dem MTB gesehen wird. Persönliche Palmarès sind ein beendetes C-Klasse Amateurrennen und ein 10. Platz bei einer Deutschen Fahrradkurier-Meiserschaft in Berlin.

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

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  2. benutzerbild

    Deleted88880

    dabei seit 01/1970

    Guter Test. Aber 175€ sehe ich nicht mehr im mittleren Preissegment...

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